Der Takt

von borke, 11.12.07.

  1. borke

    borke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.12.07   #1
    Hallo,
    ich spiele nun seit cirka 11 Monaten E-Bass und bin sehr mit meinem Spiel zufrieden. Ich spiele effektiv 2-3 Stunden am Tag und kann mittlerweile sogar "ganz gut" slappen. Auch mit schnellen Liedern hab ich i.d.R. keine Probleme ( Songs ala YYZ ). Bisher habe ich allerdings immer "nach Gefuehl" gespielt, sprich ich hab die Lieder gehoert und verinnerlicht, was ich auch meiner Meinung nach ziemlich gut kann. Wenn ich die Lieder dann nachspiele (mit mp3 im Hintergrund) dann ist auch ueberhaupt nix an meinem Timing auszusetzten und alles klappt super.

    Nun ist allerdings langsam der Punkt gekommen an dem ich mich darauf zu bewege in einer Band zu spielen und da ist auch sschon das Problem: der Drummer macht den Takt, nehmen wir an er spielt stur wie ein Metronom ein 4/4 Takt würde ich Viertel spielen müsste ich also bei jedem BUM(Anschlag d. Drummers) einen Ton machen. Bis hier her keine Probleme, aber nehmen wir an ich müsste eine komplizierte Bassline mit 8teln 16teln etc spielen, dann versteh ich nicht wie ich das hinbekommen soll. Wie soll ich denn die ganzen einzelnen Zeiten zwischen den BUMs plazieren? Bin langsam am verzweifeln :(

    Hoffe das hat wer verstanden :screwy: :(
    danke schonmal fuers lesen
     
  2. HellPaso

    HellPaso Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.12.07   #2
    hmmm....also ich würde jetzt ganz pauschal sagen, dass du einfach lernen musst die sachen, welche du dir selbst ausdenkst (deine eigenen basslines) nach gefühl spielen zu können und das in echtzeit, also automatisch praktisch...und das ist eine sache der spielerfahrung. also würde euch empfehlen, so oft und so viel zusammen zu spielen, wie es nur geht und vllt. könnte dir persönlich zum zuhause üben ein drum-sequenzer programm wie z.b. Hammerhead helfen mit nem virtuellen drumset zu üben.

    oooohhhh und ganz wichtig:
    Die notenpyramide rückwärts auswendig pupsen können^^ und das in allen schnelligkeiten und variationen, das hilft sehr gut! (z.b. ein takt triolen, dann wechsel zu halben, dann wechsel zu achteln, dann wechsel zu viertel, dann zu sechzehnteln......) und das sowohl mit einzelnen tönen, als auch mit tonleitern, bis es einfach automatisch sitzt ohne lange drüber nachdenken zu müssen. gut sind auch sehr "groovende" basslines zu spielen (nicht nur so 8tel noten gefrickel) um ein besseres gefühl dafür zu bekommen, da kann ich jamiroquai und funkadelic empfehlen :)
     
  3. leftyguitars

    leftyguitars Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.12.07   #3
    1.) Mach Dich net verrückt; die wenigsten Drummer spielen nur Viertel; wenn Du mal mit einem "echten" Drummer (also einem aus Fleisch und Blut ;)) zusammenspielst, wirst Du merken, dass man sich ziemlich schnell "zusammengroovt". Und normalerweise bietet Dir ein Drummer genügend Anhaltspunkte (16tel auf der HiHat etc.).

    2.) Übe mit Metronom; als Bassist bist Du neben dem Drummer der Stützpfeiler der Rhythmusgruppe, d.h. Viertel, Achtel ... müssen auch dann sitzen wenn der Drummer nur die Eins spielt :); Aber nach kurzer Zeit wirst Du feststellen, daß das ganz von alleine klappt; Das "neben der Spur frickeln" ist doch eigentlich eher eine Krankheit von uns Gitarristen :D.
     
  4. LeGato

    LeGato Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 12.12.07   #4
    Das Problem mit dem "nur nach Gefühl spielen" kenne ich sehr gut. Ich habe öfter mal Schüler hier sitzen, die u.U. schon etliche Jahre in verschiedenen Bands spielen, aber streng genommen keine Ahnung haben, was sie da tun.

    Das führt dann dazu, dass sie z.B. bestimmte Songs nur mit "ihrem" Schlagzeuger zusammen spielen können, weil der - bewusst oder unbewusst - bestimmte Hilfen gibt. Fehlen diese Hilfen, bricht das Spiel dieser Bassisten völlig zusammen.

    Außerdem zeigt sich, dass diese Bassisten sehr ungenau spielen - ohne es selbst zu merken. Wie sollten sie es auch merken, es fehlt ja die "Metaebene", von der aus sie objektiv ihr Spiel einschätzen könnten.

    Kurz und gut: Wer ein Instrument spielt, ohne wirklich verstanden zu haben, was er da macht, spielt in 99% der Fälle deutlich unterhalb seiner Möglichkeiten. Was im Harmoniebereich u.U. noch als "kreativ" durchgeht, ist im Rhythmusbereich schlicht nur noch Schlampigkeit.


    Der Weg aus der Misere:

    Den ersten Schritt hast du ja schon selbst beschrieben: Spiel Viertel!

    Stell dir ein Metronom hin, stelle ein für dich angenehmes Tempo ein (lieber deutlich zu langsam als einen Tick zu schnell!), und versuche, möglichst exakt auf jeden Klick eine Note zu spielen. Betrüge dich nicht selbst, der Klick und dein Ton sollten EXAKT gleichzeitig sein.

    Bei meinen Schülern bestehe ich außerdem darauf, dass sie die Viertel mit dem Fuß mitklopfen.

    Wenn du die Viertel in verschiedenen Tempi SAUBER mitspielen kannst, versuche dich an halben und ganzen Noten. Das sollte dir nicht allzu schwer fallen, du brauchst ja nur entsprechend viele Klicks des Metronoms bis zum nächsten Ton zu warten.

    Wenn das sauber funktioniert, versuche dich an den Achteln. Diese sind (logischerweise) genau doppelt so schnell wie die Viertel. Da dein Metronom ja weiterhin die Viertel vorgibt, brauchst du jetzt eine neue Zählweise für die Achtel, bei der auch die Zählzeiten in der Mitte zwischen zwei Klicks gezählt werden. Das zählt man üblicherweise so:

    Eins - und - Zwei - und - Drei - und - Vier - und

    Die Zahlen sind dabei natürlich die Zählzeiten eins bis vier des Taktes, die von deinem Metronom vorgegeben werden. Die "und" sind die Zählzeiten genau in der Mitte zwischen zwei Klicks. Idealerweise ist das auch der Moment, in dem sich dein Fuß gerade nach oben bewegt. Schließlich klopfst du ja die Viertel nach wie vor mit dem Fuß mit, gelle? ;)

    Achtel laufen sicher? Dann kombiniere mal ganze, halbe, Viertel- und Achtelnoten, damit du sicher wirst.

    Du kannst beliebige Kombinationen im Schlaf spielen? Gut! Dann wird es Zeit für die Sechzehntel. Punkt 1: Mach dein Metronom langsamer! Immerhin musst du jetzt vier Noten pro Klick unterbringen.

    Gezählt werden 16tel üblicherweise so:

    eins - e - und - e - zwei - e - und - e - drei - e - und - e - vier - e - und -e

    Die Zahlen und die "unds" kennst du ja jetzt schon. die "e" sind jetzt die Zählzeiten exakt in der mitte zwischen einer Zahl (=Metronomklick) und einem "und" (Fuß ist gerade oben).

    Sobald das sicher läuft, hast du zumindest schon mal das theoretische Handwerkszeug, jegliche binäre Takte zu verstehen und zu spielen. Der Rest ist gaaaanz viel praktische Übung.

    Es gibt nahezu unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten, daher ist es für den Anfang vielleicht hilfreich, wenn du deine Lieblingsgrooves mal Note für Note auseinandernimmst, analysierst und verstehst, welche Note auf welche Zählzeit gespielt wird. Ist anfangs nervig und anstrengend, bringt einen aber sehr schnell sehr viel weiter. Und mit der Zeit ist es dann auch gar nicht mehr so anstrengend.

    Immer dran denken: Wenn du einen Groove nicht sauber zum Metronom spielen kannst und/oder dein Fuß dabei nicht locker die Viertel mitklopfen kann, ohne aus dem Takt zu geraten, dann hast du den Groove noch nicht wirklich verstanden und kannst ihn dementsprechend auch noch nicht sauber spielen.

    Vielleicht hilft dir das ja ein bisschen weiter. Wenn nicht, such dir einen guten Lehrer und lass dir ein paar Stunden lang auf die Finger sehen.

    Und jetzt viel Spaß beim Üben! :great:
     
  5. pancake

    pancake Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.12.07   #5
    legato:


    wow, danke. ich hab das gleiche prob wie mein kollege da oben ;) aber ich spiel auch erst seit 3 monaten.

    dein beitrag hat mir jetzt irgendwie sehr geholfen.

    ich werd mich glaub ich nun doch wieder mehr mit meinem metronom beschäftigen :D ich mag das ding überhaupt nicht, aber ich denke es wird besser sein sich jetzt daran zu gewöhnen. bisher war es eher zierde :rolleyes: leider.

    lg
     
  6. Stocky

    Stocky Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.12.07   #6
    ICh habe mich selber mal an das Projekt. Wie bringe ich jemand anderem das Bass spielen nahe gewagt. Wenn man einmal aus der anderen Sicht gesehn hat was ein Motoronom und die Wer nicht Übt kommt nicht weiter sprüche wirklich sagen hat verloren.

    Es hört sich wirklich für die meisten Schüler nach dummen Bebrabel an. Ich hab selber jahre lang die Einstellung vertreten.

    Meine Goldenen Regeln.
    Montronome sind unersatzbar.
    Langsames üben bringt viel mehr.
    Bewustes Üben spezieler Sachen maximiert den Erfolg.

    Hat alles mit selbstbehrschung und Disziplin zu tun. Bringt aber unheimlich viel und erst dann lernt man das Grooven.

    Meine Schülerin hat als erstes von mir erklärt bekommen was ein Bass überhaupt ist.
    Dann gings los. Greifhandhaltung gezeigt und Ausprobieren lassen. Anschlag gezeigt und ausprobieren lassen. Sie hat jetzt die 4 Stunde bei mir und ich bringe ihr grade das einfache Dämpfen der Saiten mit Greif und Schlaghand bei wobei der Daumen der Schlaghand wichtig wird und das Gefühl für den Druck auf die Saiten geprägt wird.

    Sollte man sich selber auch mal drauf kontrolieren. Beim Spielen hört man das kaum aber macht mal eine Aufnahme von euch. Ihr wundert auch sehr ;)
     
  7. borke

    borke Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.12.07   #7
    hui danke fuer die ganzen antworten, ich werd mich jetzt mal meinem metronom zu wenden ... :D 4tel klappten yah schon vorher im schlaf, selbst bei sehr langsamen Geschwindigkeiten - aber die 8tel wollen nicht so, außerdem muss ich versuchen meinen Fuss iwie von meinem Spiel unabhängig zu machen :S - naja ich werd das jetzt mal beheben :D danke fuer die tipps

    greetings:cool:
     
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