Deutscher Text "Im falschen Film"

von Novalee, 02.04.08.

  1. Novalee

    Novalee Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #1
    Heute möchte ich wieder einen meiner Songtexte hier posten. Ich würde mich sehr freuen, auch darauf ein bisschen Feedback zu bekommen. Für ehrliche Meinungen und Gedanken dazu bin ich sehr dankbar.

    Auch hier denke ich, dass der Text eigentlich für sich spricht. Aber trotzdem noch ein paar Grundgedanken dazu:

    Mir war hier wichtig, einen Text zu schreiben, den sowohl eine Frau als auch ein Mann singen könnte. Es geht um diesen einen besonderen Menschen, der uns - eigentlich ohne groß was zu tun - wie elektrisiert hat. Doch was man auch tut, man findet einfach keinen Weg zu ihm bzw. zu ihr. Und so landet man immer wieder bei den falschen Personen im Leben, vielleicht auch, um die Einsamkeit nicht so sehr zu spüren.

    Ist kein autobiografischer Text. ;) Aber ich wollte gerne mal über soetwas schreiben.
    Was die musikalische Umsetzung angeht: wie schon an manch anderer Stelle hier im Forum erwähnt, schreibe ich nur Songtexte, bin aber keine Musikerin - freue mich daher immer, Musiker und Bands kennen zu lernen, die meine Texte umsetzen können und wollen.

    ------------------------------------------------

    Im falschen Film

    der alles entscheidende Blick
    nimmt keine Signale zurück
    und jetzt sitze ich damit an
    ohne Beschreibung und ohne Plan

    das alles verändernde Ziel
    versprach wieder mal viel zu viel
    lief weg, als ich näher kam
    und ließ mich nicht an dich ran

    doch du kriegst nichts mit
    wie immer gar nichts mit

    Refrain
    und wieder ist es das falsche Zimmer
    in dem die Morgensonne flimmert
    die falschen Schuhe vor meinem Bett
    die jemand wie du nie getragen hätt'
    bin wieder mal im falschen Film
    in dem die falschen Rollen spielen
    die falschen Augen schauen mir beim Anziehen zu
    und wieder mal bist es nicht du


    den einen besond'ren Moment
    hab ich scheinbar immer verpennt
    hab's jedes Mal zu spät geschnallt
    und mir dann den Rest gekrallt

    doch der übrig gebliebene Rest
    stell ich immer wieder fest
    ist eben nicht das, was ich wirklich will
    zweite Wahl ist nicht mein Stil

    doch du kriegst nichts mit
    wie immer gar nichts mit

    Refrain
    und wieder ist es das falsche Zimmer
    in dem die Morgensonne flimmert
    die falschen Schuhe vor meinem Bett
    die jemand wie du nie getragen hätt'
    bin wieder mal im falschen Film
    in dem die falschen Rollen spielen
    die falschen Augen schauen mir beim Anziehen zu
    und wieder mal bist es nicht du


    der alles entscheidende Blick
    nimmt keine Signale zurück
    und jetzt sitze ich damit an
     
  2. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 02.04.08   #2
    Was bedeutet

    "und jetzt sitze ich damit an"... ?

    Hat das eine lokale Färbung?
     
  3. Lingeron

    Lingeron Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #3
    Wow... gefällt mir richtig gut, vor allem der Refrain und die zweite Strophe. Beim ersten Teil ist für mich noch nicht ganz schlüssig, was du damit sagen willst, aber ich hab mir den Text auch nur einmal durchgelesen, vllt erschließt sich das bei näherer Betrachtung ;)
    Wie auch immer... der Refrain hats mir total angetan, ich kann mir das richtig bildlich vorstellen, dieses "böse Erwachen" - und das, obwohl ich noch nie in so einer Situation war! Wirklich gut gelungen.
     
  4. Novalee

    Novalee Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #4
    Vielen Dank für die Frage. Sonst hätte ich nicht gemerkt, dass es überhaupt eine lokale Färbung sein könnte. Aber wenn du es nicht kennst, wird es sicher so sein. Also, in meiner Region benutzen wir diese Formulierung sehr häufig. Sie bedeutet so viel wie "jetzt hab ich die A...karte"... bzw. "jetzt werd ich´s nicht mehr los." Ich fand eigentlich, dass dieser Satz sehr gut passt, er gefiel mir in dem Zusammenhang sehr gut. Andererseits ist es auch irgendwie blöd, wenn das nicht so verständlich rüberkommt. Ansonsten überlege ich mal, ob ich die Stelle noch irgendwie ändere.

    Danke für die positive Rückmeldung. Was deine Frage zum ersten Teil angeht, erläutere ich das am besten mal kurz:

    der alles entscheidende Blick
    nimmt keine Signale zurück = dieser Moment, wo er oder sie dich zum ersten Mal anschaut, dieser kurze Augenblick, in dem dir klar wird: "die/der oder keine/r" lässt sich nicht mehr rückgängig machen...
    und jetzt sitze ich damit an= und jetzt wird dir klar, dass du dieses Gefühl nie wieder los wirst
    ohne Beschreibung und ohne Plan= du hast keine Ahnung, wie du mit diesem Gefühl, also sozusagen mit dem empfangenen Signal, umgehen sollst, wie du mit der Situation fertigwirst...praktisch wie ein Geschenk, das du bekommen hast, zu dem aber die Gebrauchsanleitung fehlt ;)

    das alles verändernde Ziel
    versprach wieder mal viel zu viel= das Ziel ist es, bei ihm bzw. ihr zu sein, ihm bzw. ihr näher zu kommen...doch du hast dir zu viel versprochen, denn alles ist viel schwieriger, als du es dir vorgestellt hast
    lief weg, als ich näher kam= du hast dich getraut, endlich ein Stück auf ihn/sie zuzugehen, doch es scheint so, dass deine Liebe nicht wirklich ankommt, sondern ihn/sie nur weiter von dir wegbringt...
    und ließ mich nicht an dich ran= du findest einfach keinen Weg zu ihm/ihr

    doch du kriegst nichts mit
    wie immer gar nichts mit= er/sie merkt einfach nicht, wie sehr du leidest, was du empfindest

    --------------------------------------------------

    Ich hoffe, diese Erklärungen waren halbwegs verständlich.
     
  5. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 03.04.08   #5
    Muss nicht... Musik kann ja auch lehrreich sein.

    ..
     
  6. Novalee

    Novalee Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.08   #6
    Das stimmt.
    Trotzdem würde mich interessieren, ob die Formulierung "Jetzt sitz ich damit an..." bei den meisten Usern hier im Forum verständlich ist - also, ob ihr das auch ab und zu selbst verwendet. Oder ob ihr das bisher eher nicht kanntet. Würd mich freuen, wenn der ein oder andere vielleicht kurz was dazu sagen könnte. Das wär mir ne große Hilfe.

    Wenns so gut wie keiner kennt, würd ich nämlich überlegen, die Passage evtl. zu ändern (wenn auch nur ungern ;))...
     
  7. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 03.04.08   #7
    Sagen wir so: ich konnte mir ungefähr vorstellen, was es bedeutet, kannte es aber nicht. Deswegen hatte ich kurz die Überlegung, ob Du Dich vielleicht vertippt hattest...

    Ich finde aber ansonsten so eine lokale Färbung ganz charmant und würde sie deswegen an Deiner Stelle ruhig drin lassen.

    ...
     
  8. Novalee

    Novalee Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.08   #8
    Ja, ich häng nämlich irgendwie dran. ;)
     
  9. Lingeron

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    Erstellt: 03.04.08   #9
    Danke für die Erläuterung. Bei mir lag das Verständnisproblem zum Teil auch an der Formulierung "mit etwas ansitzen" die ich gar nicht kenne (und mir auch nichts drunter vorstellen konnte). Musst du halt schaun, was dir wichtiger ist... ich könnte mir allerdings vorstellen, dass viele da stutzig werden, weil der Ausdruck ihnen unbekannt ist.
     
  10. Novalee

    Novalee Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.08   #10
    @Lingeron: Deswegen meine Frage an andere User, ob sie mit der Formulierung etwas anfangen können. Vielleicht schreibt ja der ein oder andere noch was dazu. Parallel dazu denke ich trotzdem schon mal über eine Alternative nach. Ob ich die dann anwende, muss ich schauen. :)
     
  11. willypanic

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    Erstellt: 03.04.08   #11
    Hallo Novalee
    ein toller Text, sehr gefühlvoll und melancholisch.
    Die Verbindung zu dem "Richtigen"/ der "Richtigen" wird mir jedoch nicht klar und überzeugt mich nicht wirklich.
    Wenn der Leidensdruck groß genug ist wird dieser Zustand der Ungewissheit bald überwunden werden müssen.
    Das beschriebene Vakuum, diese Schwebe, packt mich nicht vollständig.

    Die Formulierung: "ich sitze damit an" ist mir auch noch nie untergekommen.
    Ich würde sie an deiner Stelle unbedingt ersetzen.
    Ich hoffe, Du findest eine Band für Deine Texte oder starte selbst eine. Singen kann (fast) jeder.

    Grüße
    willy
     
  12. Novalee

    Novalee Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.08   #12
    Nachdem nun schon mehrere Leute mit dieser Formulierung nichts anfangen konnten, hab ich den Teil jetzt mal geändert.

    ...auch hier habe ich eine kleine Änderung vorgenommen, um vielleicht ein klein wenig deutlicher zu machen, dass sie bzw. er einfach nicht in der Lage ist, ihr/sein Herz für sich zu gewinnen, denn die Liebe zu ihm/ihr ist zu groß, so dass die Fähigkeit, es ihm/ihr einfach zu sagen, einfach immer auf der Strecke bleibt. Vielleicht auch ein Fall von enger Freundschaft, die man nicht zerstören will - so dass derjenige jeden Annäherungsversuch nicht als solchen versteht. Das möchte ich aber gar nicht so offensichtlich beim Namen nennen. Ich finde es manchmal schöner, wenn Texte zumindest ein bisschen Spielraum zum Deuten lassen.

    Was haltet ihr von dem geänderten Text? Kommen die Gefühle so deutlicher rüber? Habe die Änderungen mal farbig markiert.

    ------------------------------------------------
    Im falschen Film

    der alles entscheidende Blick
    nimmt keine Signale zurück
    lässt mich jeden Sinn verlieren
    bis ich mich selber nicht mehr spür


    das alles verändernde Ziel
    versprach wieder mal viel zu viel
    lief weg, als ich näher kam
    und ließ mich nicht an dich ran

    denn jeder Schritt, den ich wag
    jedes Wort, das ich sag
    kommt immer anders bei dir an
    als geplant
    als geplant


    Refrain
    und wieder ist es das falsche Zimmer
    in dem die Morgensonne flimmert
    die falschen Schuhe vor meinem Bett
    die jemand wie du nie getragen hätt'
    bin wieder mal im falschen Film
    in dem die falschen Rollen spielen
    die falschen Augen schauen mir beim Anziehen zu
    und wieder mal bist es nicht du


    den einen besond'ren Moment
    hab ich scheinbar immer verpennt
    hab's jedes Mal zu spät geschnallt
    und mir dann den Rest gekrallt

    doch der übrig gebliebene Rest
    stell ich immer wieder fest
    ist eben nicht das, was ich wirklich will
    zweite Wahl ist nicht mein Stil

    doch jeder Schritt, den ich wag
    jedes Wort, das ich sag
    kommt immer anders bei dir an
    als geplant
    als geplant


    Refrain
    und wieder ist es das falsche Zimmer
    in dem die Morgensonne flimmert
    die falschen Schuhe vor meinem Bett
    die jemand wie du nie getragen hätt'
    bin wieder mal im falschen Film
    in dem die falschen Rollen spielen
    die falschen Augen schauen mir beim Anziehen zu
    und wieder mal bist es nicht du


    der alles entscheidende Blick
    nimmt keine Signale zurück
     
  13. sepia-toned

    sepia-toned Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.08   #13
    Also ich muss ehrlich sagen der Text berührt mich. Ich finde das Thema ist super dargestellt, sprachlich, inhaltlich usw...ich will jetzt nicht lang drumrum reden, der Text ist toll :great:
    Aber auf mich wirken die ersten beiden Strophen viel besser als die dritte und die vierte, ich weiß aber nicht genau warum. Irgendwie hätte ich an der Stelle eine andere Handlung erwartet, aber das ist ja Geschmackssache.

    Zu der Sache mit "mit etw ansitzen" (also, falls dich das noch interessiert), ich kannte den Begriff auch nicht. Wobei ich eine lokale Färbung auch schön finde...sollte nur für Außenstehende verständlich sein, aber man kann ja auch ein bisschen über sowas nachdenken. Wobei mir die zweite Version insgesamt besser gefällt, aber wenn du an der Zeile hängst dann lass sie doch einfach drin, es ist ja schließlich dein Text ;)
    Was mich interessieren würde (ohne, dass ich jetzt fragen will wo du wohnst oder so): Aus welcher Ecke Deutschlands kommt denn die Formulierung? Weil hier vor kurzem in einem Text stand "und noch viel länger wird's dauern bis ich auf frauen wieder klarkomm" und ich find solche regionalen Redewendungen irgendwie interessant :)
     
  14. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.08   #14
    Hallo Novalee,
    ich finde deine Änderungen ganz gut, habe mir aber erlaubt, ein wenig in deinem Text herumzukrakeln und auch einen Änderungsvorschlag zu machen.
    Wenn Du das nicht leiden kannst, bitte ehrlich sagen.
    Manche Leute können das nicht ab. Manche findens gut.
    Ich finds immer gut, weil das die Sicht des Kritikers deutlicher macht als tausend allgemeine Worte.
    Grüße
    willy


     
  15. Novalee

    Novalee Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.08   #15
    Okay, ganz ehrlich: ich kann das nicht leiden. ;)

    Für Anregungen bin ich immer dankbar. Und ich finde es auch gut, wenn du an manchen Passagen meines Textes daneben schreibst, was dir dazu für Gedanken in den Sinn kommen. Aber wenn jemand meinen Text einfach ändert, da reagiere ich ein bisschen allergisch, weil es mir schon wichtig ist, Anregungen immer selbst umzusetzen, da es ja auch mein Text ist. Ich habe beim Schreiben auch irgendwie einen eigenen Stil, den ich mit der Zeit verlieren würde, wenn ich versuchen würde, den Text so lange zu ändern, bis er allen gefällt (kriegt man ja eh nicht hin ;)). Und nicht jede Anregung, die ich generell so bekomme, würde ich auch umsetzen wollen, da ich sie nicht immer auch besser finde.

    Ich bin aber sehr dankbar dafür, wenn jemand schreibt, wie manche Textstellen auf ihn wirken oder wie manches bei ihm ankommt - so wie du es an manchen Stellen jetzt getan hast. Das hilft mir, gewisse Dinge anders zu betrachten. Wie gesagt, manche Passagen lassen sich nicht einfach ändern, da sie für den Sinn, wie ich ihn meine, tragende Rollen spielen. Aber manche Anregungen finde ich sehr interessant - wie z.B. das mit dem Rest. Ich habs bewusst so formuliert, da für diese Person nun mal alles außer der oder die Angebetete "der Rest" ist - aber es klingt schon etwas abwertend. Na mal schauen. Und manchmal lassen mich gewisse Anregungen auch erkennen, dass gewisse Stellen in meinem Text echt besser sein könnten.

    Ich dank dir erstmal. Arbeite evtl. später noch ein wenig an dem Text. :)
     
  16. Novalee

    Novalee Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.08   #16
    EDIT: Sorry, Doppelpost. War nicht mit Absicht. :(
     
  17. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.08   #17
    Also kannste nicht leiden, wie?
    Welcher Maler will schon, dass man ihm in sein Bild pinselt?
    Verstehe ich voll und ganz.
    Es geht aus meiner Sicht dabei auch nicht darum, etwas zu übernehmen, was ein anderer geschrieben hat, sondern um eine Art Erweiterung des Horizontes mit lyrischen Mitteln als Anregung die Dinge anders zu betrachten.
    Kunst zu kritisieren, ist oft ein jämmerliches Abstrampeln an Rätseln, die in den meisten Fällen nicht als Rätsel geplant waren.
    Ein oft sinnloses Unterfangen.
    Oft so sinnlos wie Kunst selbst.
    Der Künstler sollte in erster Linie gewinnen.

    Denn auch die Texte, die wir schreiben, sind nicht dazu gemacht, die Welt zu verbessern.
    Sie sollen doch erstmal unser Leben verbessern. (das ist sinngemäß nicht von mir und im Orginal auf Musiker gemünzt, stimmt aber für Texter noch mehr.)

    Nimm Gesangsunterricht und such dir einen Gitarristen oder lerne Gitarre spielen.
    Das Vertonen macht das Leben durch eigene Texte noch besser.
    Grüße
    willy
     
  18. Novalee

    Novalee Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.08   #18
    So, nun habe ich doch noch ein paar Kleinigkeiten geändert, da ich manche Stellen auch selbst nicht so überzeugend fand.

    Vorher noch was zu deinen Anmerkungen, Willy:

    An der Stelle

    lief weg, als ich näher kam
    und ließ mich nicht an dich ran


    schriebst du

    ... ist da nicht besser "an sich ran"?

    ich finde "dich" eigentlich schöner, zum einen, weil "sich" ein wenig zu nahe liegend ist (was ja oftmals auch gut ist, aber hier wollte ich es bewusst anders) und zum anderen wollte ich dadurch deutlich machen, dass eben diese eine Person mein Ziel ist, mit "sich" könnte das Ziel im Prinzip alles mögliche bedeuten. Diese Person ist in gewisser Weise auch nur ein Teil des Ziels...das gesamte Ziel ist ein gemeinsames Leben mit ihm/ihr, ein Leben, in dem ich endlich zu mir selber stehe, zu dem, was ich bin - und endlich genug Mut aufbringe, um alles zu sagen, so wie es dieser Person auch endlich gesagt werden soll.

    Mit deinem Eindruck, dass "lässt mich jeden Sinn verlieren" und "bis ich mich selber nicht mehr spür" ein bisschen alltäglich zu klingen, liegst du meiner Meinung nach richtig - vor allem in Verbindung mit den ersten beiden Zeilen, die dann einen zu starken Kontrast bilden. Das lag zum Teil auch daran, dass ich die Gefühle offensichtlicher für Außenstehende machen wollte. Eigentlich mag ich "zu offensichtlich" nämlich meistens überhaupt nicht. Es soll immer noch etwas Spielraum zum Deuten bleiben.

    Jetzt gefällt mir meine erste Formulierung nämlich wieder besser ("jetzt sitze ich damit an"), aber die kennt ja wieder keiner. :(

    Schön, dass dir der "Jeder Schritt...als geplant" - Übergang gefällt. :)
    Ach ja, mit "Rollen können nicht spielen" hast du recht. Diesen Gedanken hatte ich verdrängt, da ich das Wort "Rollen" so mag - "spielen" am Schluss sollte aber bleiben.

    -------------------------------------------------------------------------

    Also, hier nun der neu überarbeitete Text:

    Im falschen Film

    der alles entscheidende Blick
    nimmt keine Signale zurück
    lädt mich ein und wieder aus
    und lässt mich doch nicht wieder raus


    (falls jemand fragt = damit ist gemeint, dass er sie anschaut und sie damit gefangen nimmt (="lädt mich ein...") , dann aber weitergeht, als sei nichts geschehen (="...und wieder aus"), während sie diesen Blick und damit ihn nicht vergessen kann = "und lässt mich doch nicht wieder raus" (er nimmt sie praktisch unbewusst gefangen)

    das alles verändernde Ziel
    versprach wieder mal viel zu viel
    lief weg, als ich näher kam
    und ließ mich nicht an dich ran

    denn jeder Schritt, den ich wag
    jedes Wort, das ich sag
    kommt immer anders bei dir an
    als geplant
    als geplant

    Refrain
    und wieder ist es das falsche Zimmer
    in dem die Morgensonne flimmert
    die falschen Schuhe vor meinem Bett
    die jemand wie du nie getragen hätt'
    bin wieder mal im falschen Film
    in dem die falschen Leute spielen
    die falschen Augen schauen mir beim Anziehen zu
    und wieder mal bist es nicht du


    den einen besond'ren Moment
    hab ich scheinbar immer verpennt
    lief unbemerkt an mir vorbei
    kein freier Platz für mich dabei


    und wieder fährt ein anderer Zug
    ein anderer Bus, ein anderer Flug
    mit einem völlig fremden Ziel
    das ich mir such, und doch nicht will


    denn jeder Schritt, den ich wag
    jedes Wort, das ich sag
    kommt immer anders bei dir an
    als geplant
    als geplant

    Refrain
    und wieder ist es das falsche Zimmer
    in dem die Morgensonne flimmert
    die falschen Schuhe vor meinem Bett
    die jemand wie du nie getragen hätt'
    bin wieder mal im falschen Film
    in dem die falschen Leute spielen
    die falschen Augen schauen mir beim Anziehen zu
    und wieder mal bist es nicht du


    der alles entscheidende Blick
    nimmt keine Signale zurück
     
  19. x-Riff

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    Erstellt: 04.04.08   #19
    Gefällt mir sehr gut.
    Hat Mehrdeutigkeit und Offenheit ohne Beliebigkeit, die Sprache wird ausgelotet, aber die Bedeutung steht im Vordergrund, schöner Fluß und durchaus eigene Handschrift ...

    x-Riff
     
  20. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    da sind jetzt einige tolle Sachen dazu gekommen. Besonders die Änderungen der ersten Strophe sind sehr gelungen, bravo! Diese sind mMn auch Unmißverständlich und fordern den Zuhörer, ziehen ihn perfekt in die Story.
    Sehr guter Anfang.
    Noch ein paar Anmerkungen denn ansonsten hast Du mMn eher verschlimmbessert.
    Grüße
    willy
     
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