Double Action Trussrod Fragen zum Verständnis

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comanche
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Interessanter Thread!

Was nur kurz erwähnt wurde und weshalb ich mal nachfragen möchte: wie kommen eigentlich "dead notes" zustande? Liegt das an zu hohem benachbartem Bundstab?

Ich hab' bei einer Gitarre den Effekt, dass im Bereich 5, 6, 7. Bund die G-Saite schnell abstirbt, die benachbarte tiefere D- und die höhere H-Saite in diesem Bereich aber keine Probleme machen. Wo ist da der Hund begraben?
 
Bassturmator
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wie kommen eigentlich "dead notes" zustande?

Vermute Du meinst dead spots, denn dead notes sind einfach Töne die nicht klingend, also eher perkussiv gespielt werden.

Dead spots entstehen durch die Eigenresonanzen im Gitarrenhals oder -korpus. Das Gegenteil wäre ein Wolfston, also ein Ton der durch die Eigenresonanz lauter als andere Nachbartöne erklingt.

*
 
comanche
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Danke für‘s Feedback.

Ich meine Noten, die nach dem Anschlag ohne Sustain absterben. Es ist aber kein Schnarren o.ä. zu hören. Die Töne klingen einfach nicht aus. Auch sind wie bereits geschrieben, die Nachbarsaiten nicht betroffen, weshalb mir das Phänomen rätsel aufgiebt. Durch erhöhen der Saitenlage wird es besser.

Resonanzen würde ich als Laie ausschließen, da der selbe Ton (E) auf der G-Saite abstirbt, auf der H-Saite mit gewohntem Sustain ausklingt. Weißt du, was ich meine?
 
Prospero
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Das klingt eigentlich nach den klassischen Deadspots, Eigenresonanz-bedingt. Kein übermäßiges Schnarren in dem Bereich deutet nicht auf ein Bundproblem hin.
Auf den Nachbarsaiten werden andere Frequenzen generiert und das Problem liegt dort typischerweise dann nicht vor.
Lediglich, dass das Erhöhen der Saitenlage das Problem mindert, ist etwas ungewöhnlich.
 
comanche
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Ja, sehr seltsam!

Werd‘ es nochmal in Ruhe untersuchen. Wenn dem Problem nicht beizukommen ist, geht die Gitarre zum Qualitätscheck zum Hersteller, weil das Verhalten einfach nicht der beigelegten Checkliste entspricht. Da kauf‘ ich die teuerste Gitarre ever und bekomme das schlampigste Setup ever.

Danke an euch!
 
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Durch erhöhen der Saitenlage wird es besser.

Nur für Dich zum Verständnis: Durch erhöhen der Saitenlage änderst Du die Spannung die auf dem Gitarrenkorpus liegt und damit verschiebst Du auch dessen Resonanzfrequenz. Da machen Kleinigkeiten oft eine Menge aus.

Da kauf‘ ich die teuerste Gitarre ever und bekomme das schlampigste Setup ever.

Das klingt allerdings nicht gut.

*
 
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Und nichts anderes wurde geschrieben: Das ein Blick über das Griffbrett eine Menge aussagt.

Ähm, doch. :)
Du hast nämlich explizit gefragt:

Gibt es da evtl Wellen, oder stehen nur die einzelnen Bünde hoch ?

Wenn du wissen möchtest, ob ein Griffbrett gerade ist oder es Wellen gibt, dann kannst du dich nicht NUR auf die Bünde verlassen.

Es gibt nämlich, wie bereits von mir geschrieben auch Gitarren, bei denen das Griffbrett nicht gerade ist, die Bünde aber so abgerichtet wurden, um das auszugleichen.
Das kann schon im Neuzustand so sein (s. Gibson) oder eben, nachdem die Gitarre mal vom Gitarrentech bearbeitet wurde, der wegen des welligen Griffbretts nicht gleich alle Bünde rausnehmen, das Griffbrett neu abrichten und neu bundieren wollte - sondern eben einfach nur die Bünde abgerichtet hat (sofern noch ausreichend Bundmaterial vorhanden war, um die Unregelmäßigkeiten beim Griffbrett auszugleichen).

Und da macht es dann durchaus Sinn, so ein Lineal mit Kerben bzw. Aussparungen für die Bünde zu haben, den Hals möglichst gerade einzustellen und mal damit zu schauen, wie gerade das Griffbrett ist. Da werden kleinste Unebenheiten sichtbar, einen 0,1 mm Spalt siehst du locker. Das erkennt man nicht unbedingt, wenn man nur mit bloßem Auge über den Hals hinweg schaut.

Was einzelne Bünde betrifft, die hochstehen, ist wie gesagt mMn ein Fretrocker ein gutes Werkzeug, um das zu checken, auch da geht es um 1/10 mm (und noch weniger).
Genau das würde ich auch dir @comanche empfehlen. Hierbei bitte auch beachten, dass nicht das komplette Bundstäbchen hochstehen muss. Es kommt auch häufig vor, dass es an der einen Griffbrettseite etwas höher ist als auf der anderen, deshalb klappert man die Bünde mit dem Fretrocker auch auf linken Seite, in der Mitte und auf der rechten Seite vom Griffbrett ab.

Und - falls nicht eh schon geschehen:

Wenn dir die Gitarre grundsätzlich taugt, dann mach bitte, bevor du sie echt zurückschickst, nochmal neue Saiten drauf.
Es kann theoretisch sein, dass es danach besser ist.

Selbst wenn der Händler gesagt hat, dass er "immer frische Saiten beim Verkauf" aufzieht - verlass dich nicht drauf, das machen eben nicht alle.
Da wird oft einfach nur draufgeschaut, ob die Saiten noch genügend "glänzen" und dann entschieden, ob es ok ist oder nicht.
Kann dann aber sein, dass die Saiten schon ein paar Jahre drauf sind und ggf. schon mal bei einem Transport was abbekommen habe.
Die 5 Euro würde ich da noch investieren, bevor ich mich von der Gitarre ganz verabschiede.
 
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Ich habe gesehen, dass dieser Thread es jetzt auf die Startseite geschafft hat mit folgender Beschreibung:

"Halskrümmung einstellen
Viele modernen Hersteller sehen den "fast graden Hals" als Optimum an. Zudem sind niedrige Saitenlagen bei vielen Spielern beliebt, funktionieren aber nur mit einem perfekt eingestellten Hals und noch viel wichtiger, mit planen Bundstäben. Bevor man also am Halsstab schraubt, sollte man erst mal prüfen, ob alle Bundstäbe richtig und auf gleicher Höhe sitzen. Erst dann machen Arbeiten am Halsstab und den Reitern wirklich Sinn. Happy Rockin'!"


Da würde ich widersprechen.

Der erste Satz ist so in Ordnung, wobei mir nicht ganz klar ist, was mit "planen Bundstäben" gemeint ist - die sollen eigentlich auch nach dem Abrichten schön verrundet sein und nicht flach. Aber vermutlich ist hier gemeint, dass die Höhe der Bundstäbchen alle auf einem Level liegen sollen.

Danach heißt es aber "Bevor man also am Halsstab schraubt, sollte man erst mal prüfen, ob alle Bundstäbe richtig und auf gleicher Höhe sitzen. Erst dann machen Arbeiten am Halsstab und den Reitern wirklich Sinn."

Das sehe ich anders, bzw. ist es genau andersrum: Wenn der Hals echt durchhängt, dann macht es überhaupt keinen Sinn, zu überprüfen, ob die Bundstäbe alle "auf gleicher Höhe sitzen" - wie soll das denn funktionieren?

Dazu muss der Hals erstmal gerade eingestellt werden!

Oder von mir aus mit einem sehr kleinen Relief, also mit der Halskrümmung, die in etwa anvisiert wird (am 12. Bund - oder irgendwo zwischen Hals-Korpus-Übergang und Sattel in der Mitte bei niedergedrückter Saite ca. mit 0,3 mm (oder weniger) zwischen Saite und Bundstäbchen) - da funktioniert das Abklappern mit dem Fretrocker noch ganz gut - alle Bundstäbe gleichzeitig mit einem Lineal checken eher nicht, das wäre quasi wie das Runterdrücken der gespannten Saite am 1. und am letzten Bund.

Wenn der Hals zu sehr durchhängt, kann das Überprüfen mit dem Fretrocker Probleme machen und zu falschen Schlussfolgerungen führen, zumindest in dem Bereich, in dem der Halsstab eine Auswirkung auf die Halskrümmung hat (am Halsfuß ist das ja nicht mehr der Fall).
Die Hälse bewegen sich, wenn man den Trussrod anzieht (oder lockert), auch nicht immer optimal wie in der Theorie vorgesehen, sondern machen manchmal lustige Dinge, krümmen sich an einer Stelle mehr als an der anderen, verdrehen sich leicht, manche bilden übertrieben gesagt eine "S"-Form aus usw..

Es ist doch auch logisch, wenn man mal drüber nachdenkt.
Würde man die Bünde neu abrichten wollen, dann stellt man doch auch den Hals erstmal gerade ein, sofern er sich gerade einstellen lässt inkl. Griffbrett.

Generell gesagt braucht man auch keine Berührungsängste mit dem Truss Rod haben.
Wichtig ist halt immer, dass man es nicht übertreibt und gleich wild dran herumdreht.
Erstmal schauen, was sich bei einer halben Vierteldrehung (45°) tut - wenn es eh fasst passt, kann auch schon weniger zum Ziel führen.

"Lefty loosey - righty tighty" <-- kann man sich merken: Nach links wirds lockerer, dh. die Halskrümmung durch den Saitenzug nimmt zu - nach rechts wird der Hals mehr gerade.
Dem Holz vom Hals nach dem Drehen am Trussrod etwas Zeit geben, sich der veränderten Spannung anzupassen, va. wenn sich vermeintlich erstmal gar nichts sichtbar tut - das kann auch gerne mal einen Tag dauern.
Nie mit roher Gewalt den Trussrod anziehen! Wenn der sich überhaupt nicht drehen lässt, z.B. bei alten Instrumenten, dann im Zweifel lieber zum Gitarrenbauer bringen.

Allgemein nochmal zum Setup:

- erst Halskrümmung überprüfen und bei Bedarf anpassen
- Sattelkerben überprüfen und bei Bedarf tiefer feilen - falls die zu tief sind, neuen Sattel einbauen (lassen)
- dann Bridge Höhe einstellen (je nach Bauart einzelne Reiter rauf/runter oder wie bei einer TOM Bridge oder einem Floyd an den beiden äußeren Studs die Höhe verstellen)

Und wenn noch was unklar ist, dann einfach im MB fragen! :)
 
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Aber ich habe doch nicht für mich gefragt, sondern angeregt, erstmal zu schauen.

Das ist doch voll in Ordnung und auch nett von dir, dass du dem TO helfen wolltest! :)
Gemeinsam packen wir das schon! :great:
 
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Noch schonender mit einem Hartholzrundstab (Baumarktmeterware) und Hämmerchen.

Anhang anzeigen 847635

Hmmm, was aber u.U. wenig nützt, wenn der Bundstab dann anschließend wieder hochkommt:

- Griffbrettholz zu "ausgeleiert" am Bundschlitz
- Bundmaterial zu hart / nicht elastisch genug
- zu wenig Erfahrung des "Kloppenden", wie stark man kloppen soll? :gruebel:
 
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Wenn ein Bund den passenden Radius hat, entsprechend dem Griffbrett (eventuell etwas nachbiegen) und mit etwas Kaltleim (Kein Superkleber!!) in den Bundschlitz, gibt es keine Probleme.
 
Grund: edit by C_Lenny -> Vollzitat Vorpost
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Ah ok, danke! (y)

Nur noch kurz, weil ich ansonsten den Thread zu sehr entere: Den passenden Radius sollte er eigentlich haben, denn er war ja mal passend drin. Aber wenn er nun dennoch hochkommt, dann hat er den ja eigentlich nicht oder nicht mehr (da vorher zu verspannt) oder eben keinen Halt mehr im Holz des Griffbrettes. Hm, vielleicht sehe ich das auch nur zu laienhaft. Der Tipp mit dem Kaltleim ist prima. Nun muss ich nur noch richtig kloppen, d.h. mit fehlender Erfahrung lernen, nicht zu vorsichtig, aber auch nicht zu dolle zu kloppen. Passende Unterlage vorausgesetzt bzw. ist vorhanden.
 
Tokaier
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ich schließe mich den Ausführungen von Myxin an. Habe mir sowohl das gekerbte Lineal als auch einen Fretrocker zugelegt. Dummerweise Billigkram und musste das Lineal noch einmal nachbessern. Dann die Praxis: im dunklen Raum Gegenlichtsituation mit Lampe hinter dem Hals geschaffen und Lineal aufgelegt. -Ist schon interessant, wie sehr sich das Auge vorher geirrt hat!
Danach kommt dann der Fretrocker, dann das Abrichten der Bünde und dann das eigene Erstaunen. Dass solche Saitenlagen auf meinen Gitarren möglich sind, hatte ich nicht erwartet. Mir waren diese sogar zu tief (1,2mm hohe e-Saite) und ich habe sie wieder hoch geschraubt.
Kurzum: wer gerne und viel und auch noch mit mehreren Gitarren spielt, sollte die Kosten für das richtige Werkzeug nicht scheuen. Gerade wenn man nicht Profi ist hilft das sehr. Und ich dachte immer meine Augen verraten mir alles...
Alternative: Gitarrenbauer, die haben's drauf.
 
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....Nun muss ich nur noch richtig kloppen, d.h. mit fehlender Erfahrung lernen, nicht zu vorsichtig, aber auch nicht zu dolle zu kloppen...
Bitte nicht "kloppen!", sondern mit mehreren leichten Schlägen von einer E-Saite zur anderen. Sonst besteht die Gefahr eine Delle in den Bund zu kloppen...
Und er kann ruhig etwas stärker gebogen werden, damit die Enden wirklich tief im Schlitz sind. Sind die Bundschlitze tatsächlich "ausgeleiert" diese mit wenig Kaltleim und etwas Schleifstaub vom Griffbrett "füllen". Nach dem Wiedereindrücken das Bunddrahtes klemme ich immer einen Kapodaster darüber...
 
Grund: Vollzitat reduziert
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