Dr. Böhm Orgeln

von Hackbrettm?rder, 26.03.06.

  1. Hackbrettm?rder

    Hackbrettm?rder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.06   #1
    Hi!

    Hab mich neulich mal auf ner Seite von nem Orgelmuseum umgesehn und bin auf Dr. Böhm-Orgeln gestoßen. Ich hab dann auch direkt bei ebay danach gesucht, un die sind garnet so teuer. Wollte mal fragen ob irgendeiner Dr. Böhm kennt oder selber eine hat und wie die Teile klanglich sind.

    Danke,
    Hackbrettmörder
     
  2. michaelausS

    michaelausS Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.03.06   #2
    Wie die sind? Naja, meistens in Nußbaum...
    Es sind eher "Heimorgeln" mit einem eigenen sound, den man mögen sollte. Da Böhm auch als Bausatz angeboten wurde, gibt es einige Teilleichen die über epay verkloppt werden.
    Am Besten du spielst selber mal eine an.
    tschüss,
    Michael
     
  3. bluebox

    bluebox HCA Keyboard HCA

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    Erstellt: 27.03.06   #3
    Hallo !

    Habe meine Dr. Böhm seit 1982.
    Es ist eine "Top-Sound DS".
    Zum damaligen Zeitpunkt war es eine tolle Orgel. Sie hat einen Sinus-Teil mit Zugriegel, diverse andere Register, einige Sounds wie Piano, Gitarr u. Ä. *räusper*

    Wie klingt das Ding ?

    Wie eine Heimorgel aus den Anfängen der 80er.

    Mit dem Orgel-Teil kann man durchaus was anfangen, auch wenn es meilenweit von den aktuellen Hammond-Clones entfernt ist.
    Einfach mal "volle Suppe" die Orgel rasuchen lassen - da geht was !

    Die sog. "Solo-Register" hat jedes billige Yamaha PSR-Teil heute besser drauf - trotzdem haben sie einen gewissen "charme".

    Das Rhytmus-Gerät klingt wie eine Herz-Lungen-Maschine kurz vor dem Kollaps, die Begleitautomatik ist für den A*.

    Trotzdem liebe ich das Ding ! Wenn ich einfach mal nur so orgeln will - dann setze ich mich an meine Dr. Böhm.

    bluebox
     
  4. Böhmorgler

    Böhmorgler Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 31.03.06   #4
    Hi,

    Dr. Böhm Orgeln stammen zumeist aus den 70er und 80er Jahren. Dr. Böhm selbst hat sich Anfang der 80er Jahre aus dem Unternehmen zurückgezogen, danach nannete sich das Unternehmen nur noch "Böhm". Es ging konkurs und später wurde die heutige "Böhm International AG" gegründet. Diese hat vor einigen Tagen Insolvenz angemeldet.
    Nunja, der Orgelmarkt ist klein. Kaum einer will heute noch Orgel spielen - leider. Die großen Orgel-Flaggschiffe (oder Schlachtschiffe) von heute, wie die "Emporio 600" von Böhm kann man auch kaum bezahlen. Den genauen Preis weiß ich nicht, aber ich habe was von rund 50.000 Euro gehört (?).

    Aber das war ja nicht die Frage.

    Bei den ebay-Orgeln muß man aufpassen, daß man keine kaputte Orgel bekommt. Die lassen sich zwar in der Regel reparieren, wenn man mit Meßgerät und Lötkolben umgehen kann, denn es ist meist recht einfache Analogtechnik, aber wer das nicht kann und will, der sollte dann von Orgeln die als "defekt", "leicht defekt" oder so verkauft werden, die Finger lassen.

    Im Angebot sind meist zwei Typen: die nT-Serie oder die DS-Serie.

    Bei der nT-Serie gab es: BnT (einmaualig), CnT (zweimanualig), DnT (zweimanualig), FnT (dreimanualig), GnT (viermanualig). Eine Übersicht findet man im Netz unter: http://www.paradiesportal.de/dr_boehm_nt-reihe.40.html

    Man muß schon etwas aufpassen, was man für ein Modell kauft. Die Bezeichnung reicht nicht aus! Es waren Bausatzorgeln, die die Leute selbst zusammengelötet und zusammengebaut haben. Da ist fast jede anders ausgestattet! Auf den Bildern bei ebay sieht man meist mehr oder auch weniger verschiedene weiße Knöpfe. Wenn man sich etwas auskennt, sieht man daran schon auf den ersten Blick in etwa den Ausbauzustand. Genaueres kann aber nur ein Blick ins Innere verraten. Also: vorher am besten angucken. Sieht man da einen wirren Drahtverhau, dann sicherheitshalber: Finger weg. Es sei denn man ist wirklich ein guter Bastler!

    Bei den DS-Modellen (TopSound, StarSound etc.) ist es nicht ganz so kritisch. Das waren auch Selbstbauorgeln, aber manches war schon digital gelöst, wie etwa die Tastaturabfrage, so daß die Verharfung nicht mehr wie bei den nT-Modellen aus HF-Litze bestand, sondern aus einem bzw. mehreren ICs und und wenigen Kabeln.
    Diese Orgeln sind meist ähnlich ausgebaut. Vieles war Standard, aber man konnte auch einiges zusätzliche einbauen. Am besten also auch: vor dem Kauf reingucken!

    Die Böhm-Orgeln haben alle einen typischen Klang. Die alten nT-Modelle hatten als Basis einen Sägezahngenerator, was einen recht aggressiven Klang bedeutet; die DS-Modell haben einen Rechteckgenerator.
    Der Sinus klingt auch sehr speziell, was an der Art der Filterung liegt. Es ist kein "Hammond-Sound".
    Bei den nT-Modellen hat man immer Rest an Obertönen drin, was hier typisch klingt. Es gibt auch Modelle mit einem Sinus-Generator. Von außen erkennbar an einem Schalter mit der Bezeichnung "Sinus". Aber Vorsicht!. Wenn der Schalter da ist, bedeutet das nicht, daß auch der Generator drin ist. Also ausprobieren und auf Klangänderungen achten oder in die Orgel gucken. Der Sinusgerator fällt sofort auf: eine riesige Platine mit 12 darauf steckenden Platinen.
    Bei der DS-Serie ist der Sinus auch nicht sauber. Auch das liegt an der Filterung aus Rechtecksignalen durch einfache RC-Glieder. Hier gab es auch einen Zusatz: "aktive Sinusfilterung". Das erkennt man von außen gar nicht. Wenn man die Orgel aufmacht stecken auf dem Orgelcomputer 12 Platinen zur Sinusfilterung. Das fällt sofort ins Auge.

    Wenn man bei der nT oder DS diese Filterung drin hat, dann hat man eine Sinus der nicht sauberer sein kann! Aber das bedeutet auch wieder einen besonderen Klang - eben nicht "Hammond-Sound", da eine Hammond keinen reinen Sinus erzeugt.

    Die meisten Orgeln haben ein Schlagzeug ("Klopfgeist"). In den nT Orgel ist dies oft ein guter "Böhmat". Die DS sind meist mit einer abgespeckten Version ausgestattet.

    Hat die Orgel die "DigiDrums", dann hat sie ein super Schlagzeug drin: 32 Rhythmen in je 5 Variationen.

    Hat die Orgel gar "Chopin" drin, dann nix wie kaufen! Das ist ein Arpeggiator mit 49 verschiedenen Mustern und ein Akkordautomat ebenfalls mit 49 Mustern. Zudem gibt's eine Funktion, die je nach gespieltem Akkord auf dem UM, den OM-Tönen einen Akkord im OM hinzufügt....


    Ich würde sagen:
    Wenn die Orgel keine defekte hat, klingt sie gut. Wenn die Orgel komplett mit allen Zusätzen ausgebaut ist, hat man ein Instrument mit riesigen Möglichkeiten.
    Man muß es aber auch mögen. Es ist klar, daß man mit der analogen Technik nicht so getreue Nachbildungen erzeugen konnte wie heute mit der modernen Samplingtechnik. Ich würde das eher als einen "typischen 80er Jahre Sound" bezeichnen. Aber heute sind ja teilweise die 80er "in". Man muß sich nur die vielen Coverversionen von 80er-Jahre Songs etc. angucken....

    So, jetzt habe ich genug geschwafelt.
    Gute Infos - insbesondere wenn die Orgel mal "spinnt", oder sie "kaputt" ist, - gibts unter der Rubrik "Dr. Böhm" im Forum: http://www.analogorgel.de/orgel/ Speziell für nT-Modelle der Thread: http://www.analogorgel.de/orgel/viewtopic.php?t=100. Speziell für DS-Modelle der Thread: http://www.analogorgel.de/orgel/viewtopic.php?t=416.

    Achja, nochwas: ein Tipp: Einfach mal eine Böhm ausprobieren und sich vom Klang begeistern lassen... :)
     
  5. The POPE

    The POPE Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.03.06   #5
    Hallo,

    hör Dir mal von "Grobschnitt" Platten an (Rockpommels Land, Solar Music Live, oder Volle Molle). Mist spielte damals eine Böhm - weiß nicht welches Modell.

    Klingt nicht wie Hammond, aber wirklich sehr gut.

    Ja ja, die guten 70er

    Gruß POPE
     
  6. Böhmorgler

    Böhmorgler Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 31.03.06   #6
    Soundbeispiele:
    nT-Serie http://orgelworld.ch.vu/sounds/sound_nt.mp3
    Professional: http://orgelworld.ch.vu/sounds/sound_prof2000.mp3
    DS-Serie: http://orgelworld.ch.vu/sounds/sound_ds.mp3

    Die Beispiele sind nur sehr kurz - aber besser als nix.

    So! Und nun sage mir noch einer, daß alte Analogorgeln Sc...sse klingen.


    Die Beispiele zeigen aber auch, daß man z.B. mit der nT mehr machen kann als nur Sakralmusik - selbst wenn Dr. Böhm zuerst als Basis von der Sakralorgel ausgegangen ist und die Orgeln in so manchen Kirche gestanden haben. Die Prof 2000 und DS waren nie als "Sakralorgelersatz" ausgelegt.

    In der Beschreibung oben habe ich vergessen zu erwähnen, daß es für die DS einen Zusatz "Synthe-Sound" und "Synthe-Glide" gab. Das war eine Art "Mini-Synthesizer" (mit Betonung auf "Mini"). Das ist in sehr vielen Orgeln verbaut. Erkennbar an einer Schalterreihe rechts neben dem UM. Kling total abgefahren und "spacig". Sind stufenlos aufsteigende oder absteigende oder auf-und-absteigende Töne des UM die man zusätzlich noch durch einen Hochpass- oder Bandpassfilter schicken kann. Geschwindigkeit des Aufsteigens/Absteigens ist stufenlos regelbar. Erkennbar an zwei Schiebepotis rechts vom UM. Zuschaltbar auf Solo- und Effektregister.




    Zur nT-Serie gibt es ein Buch von Dr. Böhm: Elektronische Orgeln und ihr Selbstbau.
    Da ist das wichtigste der Technik drin beschrieben. Das Buch gibt es noch in Aniquariaten.
     
  7. Hackbrettm?rder

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    Erstellt: 04.04.06   #7
    Hi!

    Danke für eure Hilfe, spätestens bei den Soundbeispielen ist bei mir der Funke übergesprungen. Ich denk mal dass ich mir demnächst ne Dr. Böhm zuleg, dazu schreib ich dann nochmal was. Ansonsten wüsste ich gern mal wies mit Lowrey-Orgeln aussieht, die sind auch net so teuer.

    MfG,
    Hackbrettmörder
     
  8. michaelausS

    michaelausS Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.04.06   #8
    Lowrey? Ach ja, eine durfte ich bei meinem Orgellehrer spielen. Lang ists her...
    Schöner voller klang, Presets haben selten was mit dem Namen zu tun. Dadurch, daß du nur Fußlagen zu/abschalten konntest waren die Variationsmöglichkeiten nicht so immens wie bei Zugriegeln.
    Was möchtest du eigentlich für eine Orgel haben? Für zuhause, mit Basspedal? Oder eine Bühnentaugliche? Auf Ebay geistern genügend Orgeln rum um ein ganzes Forum zu füllen. Schreib doch mal, welcher klang dich denn anmacht.
    lg,
    Michael
     
  9. Hackbrettm?rder

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    Erstellt: 05.04.06   #9
    Hi!

    Ich brächte hautsächlich was für Solos, also durchsetzungsfähiger, etwas mittenreicherer Klang. Deswegen haben mich auch die Böhm-Soundbeispiele so begeistert. Ich würde die Orgel dann für Recording und vielleicht auch live einsetzen. Ich hab schon eine Farfisa, die ist aber gelinde gesagt sch...:-). Ich hab zwar auch noch einen Roland Racksynthesizer, auf dem richtig geile Orgeln drauf sind, aber eine echte Orgel wirkt auch einfach echt, nicht so steril.

    MfG,
    Hackbrettmörder
     
  10. michaelausS

    michaelausS Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.06   #10
    Oops,
    mit 'ner analogen Böhm auf die Bühne? Bei dem fragilen Innenleben würde ich mir das aber überlegen. Außerdem, das Gewicht...
    Kleiner Tip am Rande. Es gab von Wersi eine Rackvariante einer Orgel, die EX10R. 19", 3HE.
    Hatte alles drin wie das Wohnzimmerschlachtschiff. Könnte das was für dich sein?
    tschüss,
    Michael
     
  11. bluebox

    bluebox HCA Keyboard HCA

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    Erstellt: 06.04.06   #11
    Ich würde mir das auch schwer überlegen.
    Die meisten dieser Möbelstücke haben keinen Line-Ausgang. Den müssten man dann irgendwie "dranklöppeln" oder halt mit Mikro abnehmen.

    Also zum Spass für zu Hause auf jedenfall - auf der Bühne eher nicht - allerdings gab es auch die Top-Sound und Star-Sound in einer transportablen Version - wenn du so was kriegen könntest wäre es natürlich eine andere Sache.

    Aber hast du eigentlich mal über eine alte KORG CX3 + einem alten Leslie(Clone) nachgedacht ? Das rockt nämlich richtig.

    Micha
     
  12. stefan64

    stefan64 HCA Tasten HCA

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    Erstellt: 06.04.06   #12
    Mein erstes Bühnen"keyboard" war eine Dr.Böhm Bnt - durch einen Transistorleslie gejagt kam das Teilchen wirklich klasse, war allerdings so zuverlässig wie eine Wolke.... Tastenkontakte kratzten, das Gehäuse fiel immer mal wieder auseinander... ich habe sie lange gespielt und dann irgendwann gegen einen Korg MS-10 getauscht (den ich aber auch nicht mehr habe)
    ciao,
    Stefan
     
  13. Böhmorgler

    Böhmorgler Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.06   #13
    Naja, so fragil sind die auch nicht. Gut, die Verharfung (Schnellverkablung) der nT-Modell sieht zwar sehr "gebrechlich" aus, aber man läßt das Teil ja zu und stochert nicht mit einem Schraubenzieher drin rum. - Das würde aber auch ein modernstes Keyboard nicht aushalten... :) Wenn alles gut verschraubt ist und fest sitzt, dann halten die Teile auch was aus; man sollte sie aber nicht zu weit werfen.
    Ich würde aber dann, wenn man sie öfter transportieren will, eine transportable Version nehmen. Die transportablen heißen auch deshalb transportabel, weil sie transportabl sind. :rolleyes:
    Die CnT gibts als "Combo-Version" ebenso......
    Hab ich :great: : Die TopSound als "Combo"-Version.

    Ich habe sie noch nie auf der Waage gehabt, aber das Gewicht ist nicht so groß, daß man sich einen Bruch hebt.

    In der Regel haben die Orgeln (nT- und DS-Modelle) einen Line-Ausgang. Meist auch einen oder zwei Verstärker (oder mehr ;)) Wenn sie ausnahmsweise keinen Line-Ausgang haben sollten, kann man recht einfach einen an den Vorverstärker anlöten. Das ist kein Problem.


    Bei dem nachfolgenden Bild stellen wohl eher die Boxen ein Transportproblem da und weniger die Orgel.

    [​IMG]
     
  14. Böhmorgler

    Böhmorgler Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 10.04.06   #14
  15. richy

    richy HCA Soundprogrammierung HCA

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    Erstellt: 11.04.06   #15
    Hi
    Bei dem Hector Video hab ich Baukloetze gestaunt. Besonders die Stelle bei der er die Solostimme vom Hummelflug auf dem Basspedal spielt :-) Auch die anderen Stuecke: Eiinfach unglaublich.

    @Hackbrettmoerder
    Ich wuerde neben den Dr. Boehm teilen auch mal nach Yamaha Electone Modellen B,C,D,E bei ebay ausschau halten. Die haben zugriegelaehniche Wipp-Potentiometer. Von der Bedienung fast praktischer als Zugriegel. Die Floetenregister (weisse Farbe) erzeugen einen recht reinen Sinusklang. In der klassischen Rechteck-Master-Oszillator / Frequenzteilertechnik der Analogorgeln wird der Sinus durch Analogfilter erzeugt. Eine sehr aufwendige Technik. Die Electone Modelle besitzen daher meist nur 2,3,4 Luxusmodelle 6,7 Floeten=Sinus Register. Meist mit 2 2/3 Fusslage, da diese auch fuer die Percussion benoetigt wird. Die 888 000 000 Hammond Registrierung bekommt man mit den grossen Electone Modellen daher recht gut hin. Klingt natuerlich cleaner als eine Hammond, aber fuer meine Begriffe nicht sehr viel schlechter.
    Fuer Full Drawbar sind die String Register (Saegezahn ?, gelb) recht brauchbar.
    Die Horn Register (rot) liefern wohl das reine Rechtecksignal und sind weniger interessant. Dafuer von Yamaha mit sehr fantasievollen Namen belegt :-) Wie bei einem Solina String aus der selben Zeit eben. Da wird das Rechtecksignal auch mit HORN bezeichnet und die zugehoerigen Schalter sind rot :-)

    Den Franz Lambert Sound liefern die String Register nicht.
    Bei Electone Modellen mit 7 Floeten / Sinusregistern duerfte der Unterschied zu einer Hammond aber nur noch gering sein.

    Bei e-bay Angeboten kannst du ein Electone Modell anhand des Bildes recht einfach einschaetzen. Einfach anhand der Anzahl weisser Wippschalter fuer das obere Manual. Sollten mindesten 3 sein. Je mehr desto besser. Der Rest bis auf das vorhandene mechanischer Leslie ist relativ uninteressant.
    Das integrierte Leslie kann man evtl. daran erkennen, dass sich auf der rechten Seite der Orgel ein weisser Regler befindet.
    Bei vorhandenem mechanischem Leslie lassen sich damit die Sinus Register getrennt auf das Leslie routen.

    Die Typenbezeichnung bei den Electone Modellen scheint mir eine Wissenschaft fuer sich. Noch konfuser als bei Hammond.
    http://www.electone.com/museum/

    Die Qualitaete der Bauteile und deren Verarbeitung bei den Electone Modellen B-E (anfang 80 er Jahre) ist meines Erachtens vorbildlich.
    Die grossen Modelle lagen im Preis auch nur knapp unterhalb einer L/M/T 100
    Die Electone Tastatur hat keine Waterfallform ist aber ein richtiges Sahneteil.
    Spielt sich leichter und exakter als ein Hammond Spinettmodell.

    Die grossen Modelle besitzen ein integriertes mechanisches Leslie, dass in der Geschwindigkeit stufenlos justierbar ist.
    Das Yamaha Electone Leslie ist ein ziemlich abgefahrenes Teil. Hier rotiert keine Styroportrommel oder ein Horn vor einem Lautsprecher, sondern der komplette Lautsprecher mit entsprechendem Gegengewicht rotiert. Die Umschaltzeiten sind daher entsprechend lang, aber der Leslie Effekt jeder Boehmatik ueberlegen. Der Leslieeffekt ist meiner Meinung sogar besser als das integrierte Leslie einer Hammond der T Serie. Diese Hammond Modelle enthalten ein S12 Leslie bei dem eine Styroportrommel vor einem 10 Zoll Wandler rotiert. Auch als Fender Variaphon bei Gitarristen recht beliebt. Der rotierende Electone Wandler erzeugt einen weitaus intensiveren Leslie Effekt. Neben dem Leslie Lautsprecher weisen die Electone Modelle noch ein festes hochwertiges Lautsprechersystem recht hoher Leistung auf.

    Das waere mein Tipp. Ein mittleres bis grosses Yamaha B-E analog Electone Modell mit moeglichst vielen Floetenregistern und integriertem Leslie. Gibts bei e-bay fuer 1-100 EUR.
    ( Bei den Preisen kein Electone Magerteil aussuchen )
    Eine Electone mittlerer Ausbaustufe mit integriertem Leslie wiegt um die 50-70 kg. Gegenueber einer Hammond mit den selben Features ein Leichtgewicht.
    Eine 7 choerige Yamaha Elcetone mit integriertem mechanischem Leslie ist sicherlich eine Orgel allererster Klasse, die auch einem Hammond Spinett Modell kaum nachsteht.


    Yamaha H Serie :
    Die digitale H Serie Mitte der 80 ern ist grausam.
    Darin wurden teilweise OPL3 Cips verwendet. Das ist eine billige abgespeckte Variante der DX7 Klangerzeugung mit 4 Operatoren.
    Nicht vergleichbar mit den 6 Operatoren des DX7.
    Bis Mitte der 90 er Jahre wurde der OPL3 Chips auch in billigste Soundblaster PC Karten verwendet. Wie die aktuelle Generation der H Serie klingt ist mir nicht bekannt. Sicherlich inzwischen auch nicht schlecht. Aber natuerlich digital.

    Viele Gruesse auch von Mambo Kurt :-)
    ciao

    http://www.xs4all.nl/~wkoopman/electone/
    http://www.electone.com/
    http://www.electone.com/museum/
     
  16. ojjelfreak

    ojjelfreak Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.07.07   #16
    Hallo zusammen,

    ich suche händeringend informationen über Dr. Böhm leslies. Hat da jemand von euch infos drüber? Was es für modelle gab, wie die klingen, ob die auch nen guten hammondsound machen (natürlich dann über hammondorgel bzw. clone)

    vielen dank gruß timo
     
  17. Mr.Spinalzo

    Mr.Spinalzo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.07   #17
    Hi zusammen,
    Ich hätte event. die Möglichkeit "günstig" an eine Dr.Böhm Professional 2000 (Spinettorgel)
    zu kommen.

    Leider habe ich nicht die geringste Ahnung davon was sie nun wirklich Wert ist.

    Das Bj c.a 1975, und es handelt sich wohl um einen Bausatz.

    Kann mir jemand sagen welcher Preis angemessen ist bzw ab welchen ich lieber die Finger
    davon lassen sollte.

    Das Instrument ist technisch OK und in einem sehr gepflegten Zustand.
     
  18. Böhmorgler

    Böhmorgler Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.07   #18
    Das ist auch nicht ganz einfach zu sagen.

    Die Prof 2000 wurde in der Zeit von 1977 bis 1985 gebaut.

    Sag mal, was der Verkäufer haben will.
    Welche Zusatzbausteine sind drin verbaut?

    Im Januar ist bei ebay eine defekte Prof 2000 für rund 120,-€ weggegangen. Gut ebay ist kein wirklicher Maßstab. Derzeit steht dort eine zum Verkauf bei rund 11,-€. Mal sehen was draus wird.

    Bist Du 100%ig sicher, daß sie technisch fehlerfrei läuft?
    Prüf mal die Funktion aller 167 LED-Schalter. :rolleyes:

    --------------
    Böhms sind Orgeln von Bastlern für Bastler :rolleyes: Wenn was nicht läuft, sollte man schon selbst Hand anlegen (können). Wer das nicht kann/will der muß einen Techniker - sofern er einen findet - bezahlen und dann lohnt es sich sowieso nicht.
    Technische Hilfestellungen gibt's (wie immer bei Analogorgeln) im Analogorgelforum: www.analogorgel.de

    Ein paar Infos zur Prof2000 gibt's dort: http://www.boehmworld.com/professional2000.htm
     
  19. Mr.Spinalzo

    Mr.Spinalzo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.07   #19
    Hallo,
    danke für Deine Antwort.:)

    Der Verkäufer möchte 300€.

    Über verbaute Zusatzsteine kann er auch keine Auskunft geben, da es sich um das Instrument seines verstorbenen Onkels handelt.

    Optisch gesehen gleicht sie der auf deinem Link und auch der bei Ebay.

    Ob nun alles einwandfrei ist weiß ich nicht aber ein kaputter LED wäre für mich nun nicht so wichtig.
     
  20. stefan64

    stefan64 HCA Tasten HCA

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    Erstellt: 11.07.07   #20
    HI Spinalzo,

    die Professional 2000 war das Topmodell von Dr.Böhm - und wurde parallel zur NT-Serie als Bausatz geliefert.
    Ich kann Dir nur raten, alle, wirklich alle Funktionen zu überprüfen und zu checken, dass alle Papiee (alle Bauanleitungen, auch der eventuellen Zusatzmodule) dabei sind. Checke alles genauestens duch, ich erinnere mich genau, wie wir seinerzeit bei Dr.Böhm in Sindelfingen im Laden standen uns das Teil anschauten und der Verkäufer uns abgeraten hat diesen Bausatz zu kaufen - wir waren Elektronik-Anfänger und die P2000 sei doch erheblich komplexer als die NTs zu bauen.
    Wenn sie top in Schuss ist, ist sie ihre 300 vom Sound her und von den Möglichkeiten sicherlich wert.
    Also check sie genauestens durch, da geht es nicht um eine defekte LED, sondern um die Überprüfung von eventuell defekten Baugruppen.
    Wenn Du wissen willst, was alles verbaut ist, dann mache bitte möglichst hochauflösende Fotos vom Spieltisch, dann kann man Dir hier weiterhelfen.

    ciao,
    Stefan
     
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