Einspielen mit Metronom & Was sagt ihr zu Copy/Paste

von Jakob, 13.06.08.

  1. Jakob

    Jakob Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 13.06.08   #1
    Hi Recording freunde!

    Name ist program. Mir geht es darum heraus zu finden, ob man generell sagen kann:
    mit metronom = gut
    ohne metronom = nicht gut

    Aufhänger der ganzen geschichte ist der Leadgitarrist meiner Band. Er ist nepalese und hat in seinem heimatland schon mehrere scheiben aufgenommen. Da wir als band nun gerade anfangen selbst aufzunehem ergeben sich da große Differenzen:
    Er behauptet steif und fest, wirklich professionelle Aufnahmen werden immer mit Metronom eingespielt. Für mich war Metronom immer ein notwendiges Übel wenn eine Band gar kein sinnvolles Timing hergebracht hat. Weiters glaub ich auch, dass ein teil der Autenzität und des Fellings verlohren geht wenn man mit Metronom recordet (Ich rede hir allerdings schon von ein bischen besseren muikern, die ein tempo von alleine halten konnen sollten).

    Das Zweite Thema über das wir fast ins Streiten kamen war die copy/paste methode.
    Meine einstellung war bis jetzt immer: mehrmals das ganze lied durchzuspielen, den besten Take zu nehmen, und dann ev. noch ein paar schwierige stellen nochmal einzeln einspielen. -> und dann bei der Nachbearbeitung diese paar feinheiten ausbessern ev. eine andere version mit einbaun und ab gehts. Oder die Teile eines Songs seperat einspielen und dann zusammenhängen.
    Was ich aber nicht wollte ist, denn chorus und den vers. einmal durchspielen und dann copy/paste und fertig.
    Mein nepalesischen Kollege allerdings geht so weit, zu glauben es gehöre (um professionell zu sein) so:
    Einmal alles durchspielen, jeweils das beste gespiele thema herausnehmen (normalerweise 4 takte) und dann copy/paste. Also wenn im vers 4 mal das gleich thema kommt, alle spielen, das beste nehmen und dann 4 mal copy/paste. Das ganze geht natürlich nur dann wirklich gut wenn auch mit metronom eingespielt wird.
    Weil es so gleichmäßig klingt und wirklich perfekt ist, sagt er.

    Da wir es nicht so machen wollen, ist für in die aufnahme schon relativ gestorben und schon richtig weit von professionell weg. Und das macht mich extrem sauer. :evil:

    Es geht dabei immer um Akustik bis rock musik.

    Was meint ihr dazu? Ich glaube es gibt kein partentrezept um "professionell" zu sein.

    Lg Melody
     
  2. pico

    pico HCA-Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 13.06.08   #2
    mhh - ist eher eine Philosophische Frage ;)

    also bewährt hat sich eigentlich, daß der Drummer zuerst und mit Klick/Metronom spielt (wenn er es kann). Alle anderen Spuren orientieren sich dann an der 'fertigen' Drummspur.
    Wenn jeder nur nach Klick spielt, dann hört sich das ganze meist irgendwie 'Gefühllos' oder Synthetisch an - ist wie wenn man per Quantisierung alles exakt ausrichtet. Musik muß leben und da gehören kleine Ungenauigkeiten einfach dazu. Das sehe ich bei sich wiederholenden Parts genauso - wenn die alle exakt gleich sind, fehlt mir da die Authentizität - dann kann man den ganzen Mißt auch gleich per MIDI oder sonstwas Programmieren :(

    meine Meinung.
     
  3. Der Trinker

    Der Trinker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.08   #3
    Wenns dir Raumaukustik erlaubt und die Musiker nicht Vollprofis sind, würde ich eine Live-Aufnahme (mit Close-Mics) empfehlen. Gerade bei Nachwuchsbands groovt das viel besser.

    Den Einsatz vom Click finde wenn das nötige Können vorhanden ist super. Je nach sparte ist das Kopieren von einzelnen Abschnitten (zb. Refrain) durchaus sinnvoll, es hängt aber sehr davon ab, wie lebendig ein Song sein soll. Bei einem klassischen Pop-Song ohne Dynamik und grossen Feelings ist diese Variante absolut ok, bei gefühlsvollen Blues-Balladen würde ich darauf (und ev. sogar auf den Click) verzichten.
     
  4. soulflyphil

    soulflyphil Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.08   #4
    Zwingt euren Drummer dazu. :twisted: Das haben wir in der Band gemacht. Es braucht sehr viel Übung... bei uns wars notwendg weil unser gitarist mit nem Loop spielt(wir benutzen Copy/past so zusagen live!) Es kommt aber immer auf die Musiker drauf an. Wen alles bis aufs Detail aufeinander stimmt (tight), klingt der Song total anderst, als wen man so in etwa zusammen spielt. und das erreicht ihr mit üben üben üben und mit unterstützung eines metronoms. Ein Song entseht ja schliesslich nicht von heut auf morgen. Der wächst langsam heran wie n Kind.

    Ok bin abgeschweift. Wie oben beschrieben, gib dem Drummer einen Klick. Copy/Past ist so ne sache, aber sind wir ehrlich beschiessen wird überall. :rolleyes: Wen ihr einen wirklich saubern super genialen Take hinlegt, wieso nicht, ausprobieren. Probiert alles aus, und dann nehmt ihr de Version die euch am besten gefällt.
     
  5. |Benni|

    |Benni| Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.08   #5
    Ich würde da keine Pauschalaussage treffen, was professionell ist und was nicht. Wichtig ist, dass es am Ende gut klingt und nach Möglichkeit auch live vernünftig repoduzierbar ist. Der Weg dahin ist doch im Prinzip egal.
     
  6. Jakob

    Jakob Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.06.08   #6
    Zum Drumen mit Klick:
    Es geht mir eigentlich nicht darum, dass unser schlagzeuger nicht zum klick spielen kann, es ging uns eigentlich darum dem song mehr autenzität und feeling einzuhauchen.

    Was mich nur so angstunken hat war die aussage, dass jede professionelle Band mit klick und copy/paste arbeitet, und alles was nicht so augenommen wird, ist nicht professionell. :screwy:

    Lg Melody
     
  7. Epi123

    Epi123 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.06.08   #7
    Also ich mach das auch immer so, dass ich (wenn ich einen Song fertig habe und ihn dann sozusagen "sauber" recorden will) zuerst die Drumspur eispiele und zwar MIT klick, ob ich einfach zu schlecht bin, ohne zu spielen weis ich nicht. Aber der große Vorteil ist zum Beispiel, dass die Takte des Songs dann exakt zu den Takten des Sequenzers passen und das macht die Bearbeitung doch extrem bequemer :D

    Für die restlichen Spuren mach ich dann den Klick aus und richte mich nach den Drums, ich meine das klingt dann lebendiger. Aber Einbildung ist halt auch eine Bildung :)

    Was Copy/Paste angeht - ich vermeide das ehrlich gesagt. wenn ich mich schon hinsetze um einen Song ordentlich zu recorden, kann ich mir auch die Zeit nehmen, jeden Chorus ect. so oft zu spielen, bis er einmal gut gelungen ist. Das werden dann schonmal 30 Takes, bis ich zufrieden bin, aber was solls :)
    Aber es sind halt doch danach in jedem Chorus kleinste Unterschiede und die machen den Song meiner Meinung nach sehr viel "echter", als wenn ich ein gut gespieltes Take für jeden Chorus hinschiebe.

    Ist aber nur meine Meinung :)

    lg Epi
     
  8. Deltafox

    Deltafox Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.06.08   #8
    also professionelle Tracks "müssen" schon rhythmisch einwandfrei sein, von daher stimmt das mit Metronom durchaus
    und wenn du ein perfektes Take hast, das zu kopieren, wird sicherlich auch gemacht
    jedenfalls hab ich schon öfter Songs gehört wo ich mir gedacht hab "hat der tatsächlich 4x am Stück genau den exakt gleich klingenden Anschlag drauf?" und auch eher auf copy&paste tippen würde

    also ganz so abseits liegt er nicht - allerdings arbeite ich selbst nicht mit copy & paste, das ist mir dann doch zu wenig authentisch.. Drummer mit Metronom halt ich aber für Pflicht
     
  9. silent.death

    silent.death Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.06.08   #9
    Tach auch!
    also ich gehe da folgendermaßen vor....

    Wenns die Band erlaubt, dann nehm ich immer bass und drums gleichzeitig auf....da die beiden meist das Fundament bilden, sollte hier auch der groove stimmen.....
    ...bei mir bekommen die beiden dann auch einen Click.... ist aber dann nur, um das Tempo zu halten...wenn der eine oder andere Schlag mal daneben ist, dann ist´s egal bzw. kann ich immer noch Schläge verschieben...aber nach meiner Erfahrung sind ohne Klick die Drums immer mit zu extremen Temposchwankungen versehen, dass ein "ordentliches" Overdubbing nahezu unmöglich wird...

    Zum Copy & Paste:
    Prinzipiell bin ich dagegen, ich mach´s aber auch öfters. Wenn z.B.: der Gitarrero zu doof ist (gibt´s auch) dann nehm ich den schönsten Part und kopiere ihn dorthin, wo er gebraucht wird. Oder wenn die Einzelnen Parts zu unterschiedlich gespielt sind (kommt bei jungen Bands immer wieder vor).

    Bei den Drums ist´s ähnlich...hatte schon Drummer im Studio, die nach 8 Stunden nicht mehr den ganzen Song spielen wollten. So haben wir einfach immer 4 Takte von Hauptgroove kopiert und aneinander gereiht. Spart sehr viel Zeit und man kann sich mehr Zeit für Fills´s und Ähnliches gönnen.

    So sieht´s bei mir aus, wenn ich für "Fremde/Kunden" aufnehme. Mit meiner eigenen Band nehmen wir eigentlich nur Live auf.
    Dann wird aber für jedes Saiteninstrument via DI-Box das trockene Signal mitgeschnitten, um gegebenenfalls (falls zuviel Übersprechen, schlechter Sound,....) via Reamping die Spur neu aufzunehmen.
    Overdubbed kommen nacher nur noch Solo´s, Gesang, Orgel.... dazu.
    Bringt meiner Meinung nach das "Bandfeeling" am Besten aufs Band.

    so far
    silent.death
     
  10. Pfeife

    Pfeife Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.06.08   #10
    Click - absolut verbindlich, zumindest hatte ich noch nicht die Ehre, mit Leuten zu tun zu haben, die den nicht gebraucht hätten. ;)
    copy&paste - naja, also eigentlich nicht......:rolleyes:
     
  11. KlausP

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    Erstellt: 14.06.08   #11
    sehe ich genauso wie pfeife und deltafox. Die Drumspur muß exakt sein, denn sie ist der guide, wenn danacht die Instrumentenspuren eingespielt werden, man stelle sich mal vor, in der Drumspur sind irgendwelche Temposchwankungen, dann müssen die anderen Instrumente an der Stelle ja ebenfalls "falsch" spielen, sonst hört sich das -je nach Musik- danach mäßig bis katastrophal an.
     
  12. Kubi

    Kubi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.06.08   #12
    Ich denke, copy&paste ist schon ganz praktisch, wenn man in Zeitnot ist oder einfach nur ganz schnell mal nen kleines Liedchen im Heimstudio (damit meine ich sehr amateurhaft!) fertig machen will. Und besonders bei Midi ist es meiner Meinung nach erlaubt.
    In Ordnung finde ich es aber nicht, wenn das bei einer Produktion gemacht wird, wo die Band wirklich genug Geld(=Zeit) hat, das Ganze einzeln einzuspielen....ich finde, grade DAS macht gute Musiker aus...Ausdauer und der Sinn zur Perfektion :great:

    LG,
    Kubi
     
  13. jaumusik

    jaumusik Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.06.08   #13
    Das Thema "Click" wurde ja schon ausgiebig besprochen - ich schliesse mich grundsätzlich der überwiegenden Meinung an, dass das Click elementar ist, um der Aufnahme eine vernünftige Base zu geben. :)

    Zu "Copy & Paste": um das sauber einsetzen zu können, kommst Du nicht um den Einsatz des "Clicks" herum, da wirklich alles, was Du so verarbeiten willst "just in time" sein muss. Ist das nicht der Fall, verbringst Du mehr Zeit mit der Bearbeitung Deines Songs, als wenn Du sofort alles eingespielt hättest. :(

    Was dabei "professionell" ist, ist sicherlich auch eine Geschmacksache: es zählt, was hinten raus kommt. Und wenn der Song - trotz Timingschwankungen und evetuellen Ungenauigkeiten im Spiel - geil klingt und Erfolg hat, habt Ihr ihn professionell performt und recorded. :cool:
     
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