Eintrittspreise Tributeband

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  • #61
ANETTE OLZON singing NIGHTWISH zu Gast im Logo Hamburg...

...Vorverkauf zzgl. Vorverkaufsgebühren € 50,00... hüstel, hüstel...

Ohne ein Nightwish Anhänger oder Kenner zu sein, wäre das ein Act gewesen, den ich mir spontan angesehen hätte, allerdings nur zur Hälfte des aufgerufenen Preises.
Was für ein Lack wird hier eigentlich ausgeschenkt? Anette war 5 Jahre Sängering bei Nightwish und das ist ja was anderes als wenn irgend ein Klaus, Oliver oder Marc als reine Coverband auftritt.

Man kann ja über die Preisentwicklung meckern, aber für 20 Euro in einem mittleren Saal, den MAM oder so ein Kaliber ausfüllt, ist wirklich vorgestrig. Wir haben nicht mehr 1995 und nicht mehr 2005.

Ich würde auch lieber weniger bezahlen aber wie soll das heutzutage gehen


Nachschlag:
Und sollten es wirklich MAM sein, dann sind die 30 Euro gut investiert. Da stehen 7 Leute auf der Bühne, die sind professionell. Dass die halt Songs einer Band nachspielen ist so - kann man bei BAP halt auch irgendwie nachvollziehen, speziell im Rheinland.
 
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  • #62
Was für ein Lack wird hier eigentlich ausgeschenkt? Anette war 5 Jahre Sängering bei Nightwish und das ist ja was anderes als wenn irgend ein Klaus, Oliver oder Marc als reine Coverband auftritt.
Ich bin da kein Fan und kann das nicht einschätzen. Aber für mich gibt es mehrere vorstellbare Szenarien:
a) sie war in einer prägenden Zeit bei der band in der große Alben/wichtige Songs des Back-Katalogs von Nightwish entstanden sind - dann finde ich es durchaus gerechtfertigt.
b) sie hat zwei Alben eingesungen die unter "ferner liefen" rangieren und in der Zeit auch Tourneen absolviert - da fiele es mir auch schwer nach 14 Jahren für den Namen "Ex-Nightwish" deutlich mehr zu zahlen.

Dass ich nicht erwarte eine international tourende Sängerin/Band für 25 Euro zu sehen steht natürlich auf einem anderen Blatt. Da kann ich verstehen dass der Kostenapparat nix unter 50 EUR erlaubt - aber für mich ist es eben nicht der Name/die Vergangenheit der das ebenfalls begründet.
Man kann ja über die Preisentwicklung meckern, aber für 20 Euro in einem mittleren Saal, den MAM oder so ein Kaliber ausfüllt, ist wirklich vorgestrig. Wir haben nicht mehr 1995 und nicht mehr 2005.
Einer meiner Punkte ist ja dass es bei anderen Konzerten mit eher gleich vielen oder mehr Musikern durchaus geht 20-30% weniger Eintritt zu nehmen. Ob die ausführenden Musiker dann bei einer Gage landen wo ich sagen würde "puh nee, das ist ist Dumping" weiß ich nicht. Aber zumindest scheint es ja zu gehen.
Ich würde auch lieber weniger bezahlen aber wie soll das heutzutage gehen


Nachschlag:
Und sollten es wirklich MAM sein, dann sind die 30 Euro gut investiert. Da stehen 7 Leute auf der Bühne, die sind professionell. Dass die halt Songs einer Band nachspielen ist so - kann man bei BAP halt auch irgendwie nachvollziehen, speziell im Rheinland.
Kann ich gut nachvollziehen dass BAP eine Band sind die es würdig sind eine Tribute-Band zu haben - keine Frage.
Ist mir vielleicht nur deshalb so aufgefallen weil BAP ja bei den Ticketpreisen noch versuchen den Wahnsinn nicht komplett mitzugehen und Tickets da teilweise noch bei 60 EUR losgehen. Da ist mein Gedanke schon "für das Doppelte der Tributeband kann ich das Original sehen, puh" Aber klar, aus diversen Aspekten sind das wiederum Äpfel und Birnen

Die Thematik Ticketpreise/Besucherzahlen erreicht ja im Moment sowohl viele bekanntere Musiker als auch die allgemeine, nicht-Fachpresse.
Gigs/Tournee werden abgesagt und mittlerweile nicht mehr mit dem Chiffre "produktionstechnische Gründe" sondern es wird viel klarer kommuniziert. Wenn man das verfolgt kann man besser nachvollziehen weshalb die von mir erwähnten (internationalen) Touren sicher nicht mehr für 25 EUR Eintritt veranstaltet werden können.
Am oberen Ende denke ich mir auch wiederum: wenn Helene Fischer nicht mehr ausverkauft - lt. Medienberichten zumindest z.T. aufgrund der Ticketpreise - und dann ihre Reaktion/Erklärung ansehe, dann denke ich mir wiederum auch "ein bisschen mehr Selbst-Hinterfragen wäre auch OK". also in dem Falle ob die ganze Höher/Schneller/Weiter-Bühnentechnik wirklich sein muss wenn es doch nur darum gehe den Leuten die Musik zu bringen und ihnen einen schönen Abend zu bereiten. Dieses "Wir schaffen auch Arbeitsplätze" finde ich ja auf der einen Seite ehrenwert - aber eine Bühne die nur 45 statt 35 Trucker benötigt wäre ja vielleicht auch ausreichend.

Wir haben ja alle schon festgestellt dass der Markt letztlich regelt. Da gehört dann auch dazu dass das Erlebnis "Konzertbesuch" sich auch auf einem Zeit-und-Geld-Markt für jeden einzelnen Konzertgänger bewegt - und auf diesem sind die Wettbewerber sehr breit gefächert, von Netflix bis hin zum Urlaub....
 
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  • #63
Wir haben ja alle schon festgestellt dass der Markt letztlich regelt. Da gehört dann auch
Tut er eben nicht (auch wenn dass angeblich „alle schon festgestellt“ haben), deshalb haben wir ja auch seit 80 Jahren allgemein eine Soziale Marktwirtschaft … und speziell im Musikbereich immer wieder div. Kulturelle Förderungen usw. weil der Markt es eben gar nicht oder nur sehr schlecht regelt.
 

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  • #64
Oh der Markt regelt es immer - die Frage ist eben nur ob man das Ergebnis so akzeptieren will oder ob man andere Wünsche so stark gewichtet dass man über Förderungen etc. eingreift.

Aber ich denke in diesem Zusammenhang sind die Förderungen nicht so stark dass der Marktmechanismus in weiten Teilen außer Kraft gesetzt wäre. Im Bereich der Klassik, da sieht es mit den ganzen staatlichen Orchestern schon anders aus....
 
  • #65
Naja, wir als Musiker wünschen uns doch, dass es Live Musik gibt.
Sei es, um dabei selber auf der Bühne zu stehen (…ohne dabei ein Voll-Depp zu sein, der dafür noch selbst Geld mitbringen muss…) oder als Zuhörer für den Live Musik etwas Besonderes ist (…ohne dafür aber einen halben Monatslohn hinlegen zu müssen…)

Der „Markt“ regelt da gar nichts, sondern der „Markt“ ist längst kaputt, weil eben Live-Musik im Amateurbereich monetär nicht (mehr) funktioniert.
Es ist zugegeben etwas Kämpfen gegen Windmühlen, aber wenn selbst wir Musiker sagen: 300€ für Stones würde ich ausgeben, aber für so eine zweitklassige Tributeband 30 € ….? Da grummelt es im Bauch…, wird es halt immer weniger kleine Live Events geben. Lohnt sich halt nicht… Vielleicht ist da ein anderes Mindset gut und gegenseitige Unterstützung und Zusammenhalt, statt „…für dieses Mittelmaß ist mir mein Geld und meine Zeit zu schade….“, angebrachter.
 
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  • #66
Folgende Mail (bitte laut in Kölsch vorlesen) würde ich ja an die Band schreiben, wenn ich nicht meine eigenen Probleme hätte. Ich denke, die Musiker würden sich sehr freuen. Ein offenes Wort hat ja noch nie geschadet. Und: Ist ja auch freundlich und konstruktiv gemeint.

Leev (Damen) und Herren von MAM,

Ich sitze hier gerade mit Chips und Bier in meinem Sessel und beteilige mich in einer Internetdiskussion und da habe ich mir gedacht, naja, um es kurz zu machen: Mir sind eure Konzerte einfach zu teuer. Ich lief ja letztens durch die Innenstadt und da ist mir gegenüber vom Merzenich am Neumarkt euer Plakat aufgefallen: 30 Euro für ein Konzert jetzt bald hier, ihr wisst es ja selbst, in der Harmonie. Und da dacht ich mir im vorbei gehen, nee, das ist mir eigentlich zuviel. Ich bin ja jetzt selbst nicht ein Kind von Traurigkeit, und bei 20 würde ich noch mit mir reden lassen, 15 Euro auch, aber 30? Nee, das ist mir zuviel und was gerecht ist muss auch gerecht bleiben, wisst ihr was ich meine, nicht wahr? Nämlich der Niedecken alleine, der von dem ihr ja die Musik von spielt, der verlangt ja auch nur 60 Euro und ihr covert ja die Lieder und da wollt ihr die Hälfte für? Ich mein, ihr habt da ja nix erfunden, ihr spielt ja nur nach, halt vom Niedecken und vom ähm dem anderen, dem mit dem Hut. Dem Hauptmann, nee, Major, ja, dem. Und der Zöller, ach und der Effendi... Schöne Zeiten, das, schöne Zeiten.

Wie auch immer, die Anette von Nightwish, die verlangt ja auch schon 50 Euro - und dabei hat die noch nichtmal die richtig wichtigen Alben eingespielt. Ja, singen kann die, aber nee, 50 Euro, dafür, dass die nur 5 Jahre an der Spitze der Metalcharts war? Ist ja kein Erfolg - und auch nicht ihrer. Hat ja auch der Niedecken und der Major eingespielt. Und so...

Naja, wisst ihr ich schweife ab. Ich werd' auch gerade müde, nach 5 Kölsch merk ich das schon - das geht mir auch nicht mehr so leicht runter, wisst ihr... Ich kann mich noch erinnern, damals im Jugendzentrum - in den 80ern war das - da hat das Ticket 5 Mark gekostet. Das war auch viel, aber halt weniger als jetzt. Aber nichts für ungut, wisst ihr, das ist jetzt auch alles nicht so bös gemeint, ich mein nur, nee, ich komm dann nicht zum Konzert, das ist mir zu teuer, wird ja alles so teuer heute, nee, ich hoffe, ihr versteht das und -- neee, dann mal noch ne schöne Zeit, man sieht sich, irgendwo.

Euer Anton Schmitz-Schmoddernich
 
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  • #67
Der „Markt“ regelt da gar nichts, sondern der „Markt“ ist längst kaputt, weil eben Live-Musik im Amateurbereich monetär nicht (mehr) funktioniert.
Das ist genau das, was der Markt geregelt hat. Einer der bekannten Grundsätze ist 'Angebot und Nachfrage regeln den Preis'. Es gibt ein absolutes Überangebot an Amateurbands und insgesamt wenig Nachfrage. Dann sind geringe Preise eben das Ergebnis.
Es gibt - auch hier im Forum - Bands, die ordentliche Gagen bekommen (ob man die noch als Amateurbands bezeichnet, ist eine andere Frage). Das ist nicht nur wenigen Weltstars vorbehalten.
Wenn irgendeine Band, egal ob Cover-, Amateur- oder weltbekannt 5€, 30 € oder 50 € oder 2000 € für Tickets verlangt, ist das in Ordnung. Wenn jemand nicht bereit ist, das zu bezahlen, genauso.
Die Frage, ob Musik einen intrinsischen Wert hat, muss man sich auch nicht stellen, weil ein eventuelles Musikbedürfnis bei Weitem abgedeckt ist, unter Anderem durch staatlich/gesellschaftlich subventionierte Musikschulen, Kulturzentren, Orchester, Musikveranstaltungen und was nicht noch alles. Zuerst habe ich geschrieben, dass halt nicht Platz für jeden ist, aber das stimmt gar nicht. Für jeden gibt es grundsätzlich das Angebot Musik zu hören, als auch selber zu machen. Nur eben nicht, dafür auch Geld zu bekommen.

Was wäre denn die Alternative?

Ich habe hunderte Stunden Schlagzeug gespielt. Bist du bereit, mir dafür Geld zu geben? Oder sollen meine Nachbarn, die das gehört haben, verpflichtet werden, mir dafür Geld zu geben?

Soll es ähnlich einer Pflichtfeuerwehr ein Pflichtpublikum geben? "Sehr geehrte(r) Herr/Frau ..., am 4.7. spielt die Band 'Die schiefen Töne' im Kulturzentrum. Da bisher zu wenig Karten verkauft wurden, der Staat aber verpflichtet ist, ein leistungsfähiges Publikum zu stellen, werden sie hiermit aufgefordert sich am 4.7. um 18:00 Uhr am Kulturzentrum einzufinden. Ein Fernbleiben ohne wichtigen Grund hat ein Zwangsgeld zur Folge. Sollten Sie an diesem Abend zusätzlich als Biertrinker gemäß Pflichtbierkonsumsverordnung verpflichtet sein, planen Sie An- und Abreise bitte ohne eigenes Fahrzeug."

Es gibt einige Bereiche, in denen der Markt nicht regelt und in denen eine Regelung dringend notwendig wäre, aber Musik gehört sicher nicht dazu, zumindest nicht zum Nachteil der Musiker.
 
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  • #68
Für mich sind die Konzertpreise grundsätzlich eine Katastrophe. Tributebands gehen gar nicht.
 
  • #69
Die Frage, ob Musik einen intrinsischen Wert hat, muss man sich auch nicht stellen, weil ein eventuelles Musikbedürfnis bei Weitem abgedeckt ist,
Durch Youtube & Co werden wir mit Musik, Content,… zugeschmissen, aber Live Musik abseits von Festivals und Stadien? Der „Markt“ ist tot. Ich zumindest würde mir wünschen, wenn es mehr Clubs, Kneipen mit Live Musik geben würde, wo dann auch wiederum die Qualität steigen würde, wenn sich das einigermaßen ausgehen würde.
unter Anderem durch staatlich/gesellschaftlich subventionierte Musikschulen, Kulturzentren, Orchester, Musikveranstaltungen und was nicht noch alles. Zuerst habe ich geschrieben, dass halt nicht Platz für jeden ist, aber das stimmt gar nicht. Für jeden gibt es grundsätzlich das Angebot Musik zu hören, als auch selber zu machen. Nur eben nicht, dafür auch Geld zu bekommen.
Doch genau für die Band, von denen wir hier sprechen, werden durch nicht und niemandem gefördert. So lange man noch jugendlich ist vielleicht, aber den alten Säcken hier noch Unterstützung für ihr Hobby? Hackts? (….ganz zurecht, da sind öffentliche Gelder woanders wichtiger!)
Was wäre denn die Alternative?

Ich habe hunderte Stunden Schlagzeug gespielt. Bist du bereit, mir dafür Geld zu geben? Oder sollen meine Nachbarn, die das gehört haben, verpflichtet werden, mir dafür Geld zu geben?

Soll es ähnlich einer Pflichtfeuerwehr ein Pflichtpublikum geben? "Sehr geehrte(r) Herr/Frau ..., am 4.7. spielt die Band 'Die schiefen Töne' im Kulturzentrum. Da bisher zu wenig Karten verkauft wurden, der Staat aber verpflichtet ist, ein leistungsfähiges Publikum zu stellen, werden sie hiermit aufgefordert sich am 4.7. um 18:00 Uhr am Kulturzentrum einzufinden. Ein Fernbleiben ohne wichtigen Grund hat ein Zwangsgeld zur Folge. Sollten Sie an diesem Abend zusätzlich als Biertrinker gemäß Pflichtbierkonsumsverordnung verpflichtet sein, planen Sie An- und Abreise bitte ohne eigenes Fahrzeug."
Das ist die Killer schwarz/weiß Argumentation. Nein kein Zwang zu gar nichts! Freiwillig! Weil es vielleicht gar nicht so weh tut, ob es nun 20 oder 30 € sind und man ggf. doch auch davon profitieren kann.
Es gibt einige Bereiche, in denen der Markt nicht regelt und in denen eine Regelung dringend notwendig wäre, aber Musik gehört sicher nicht dazu, zumindest nicht zum Nachteil der Musiker.
Das ist eine sehr politische Aussage, aber „Der Markt regelt das!“ bedeutet IMO übersetzt in der Regel: „Ja, ist ungerecht, funktioniert nicht,… aber wir wollen das (aus Gründen) auch nicht ändern.“
 
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  • #70
Folgende Mail (bitte laut in Kölsch vorlesen) würde ich ja an die Band schreiben, wenn ich nicht meine eigenen Probleme hätte. Ich denke, die Musiker würden sich sehr freuen. Ein offenes Wort hat ja noch nie geschadet. Und: Ist ja auch freundlich und konstruktiv gemeint.
Ich fühle mich ja direkt geschmeichelt dass Du Dir da soviel Mühe gemacht hast Deine Vorstellung meiner Ansichten da so humoristisch auszuarbeiten - und da ich in meinem Selbstbild nicht verbiestert bin lasse ich das einfach mal so als unterhaltsamen Debattenbeitrag stehen :prost:

Das ist eine sehr politische Aussage, aber „Der Markt regelt das!“ bedeutet IMO übersetzt in der Regel: „Ja, ist ungerecht, funktioniert nicht,… aber wir wollen das (aus Gründen) auch nicht ändern.“
Der „Markt“ regelt da gar nichts, sondern der „Markt“ ist längst kaputt, weil eben Live-Musik im Amateurbereich monetär nicht (mehr) funktioniert.
Doch - die Aussage "der Markt regelt" gilt zunächst erstmal immer, weil Angebot und Nachfrage nunmal ein Gleichgewicht finden. Und ein "kaputter" Markt ist dadurch gekennzeichnet dass die Nachfrage dramatisch weg ist. Das ist nichts neues - in diesem Sinne ist der Markt für Handys ohne Touchscreen, ISO 100-Filme mit 24 Bildern, Elktrolarynx oder was auch immer kaputt - erstmal als ganz wertneutrale Feststellung.

DANN fängt das politische an - nämlich die Diskussion darüber wo man als staatliche Institution eingreift, und vorgelagert eben die Diskussion "was ist ungerecht"
 
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  • #71
aber Live Musik abseits von Festivals und Stadien?
Ich war in den letzten drei Wochen bei zwei Festen ohne Musikbezug. Bei beiden gab es Live-Musik (die auf dem Großteil der Veranstaltungsfläche Gespräche schwer bis unmöglich gemacht hat).
In unserer kleinen Mittelstadt gibt es in der aktuellen Woche zwei Bandauftritte, eine Open-Stage und einen Auftritt mehrerer Bands. Und das ist nur das, was ich auf die Schnelle gefunden habe.
Doch genau für die Band, von denen wir hier sprechen, werden durch nicht und niemandem gefördert. So lange man noch jugendlich ist vielleicht, aber den alten Säcken hier noch Unterstützung für ihr Hobby? Hackts? (….ganz zurecht, da sind öffentliche Gelder woanders wichtiger!)
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, was du damit ausdrücken willst. Welche Band wird nicht gefördert?
Das ist ja das was ich sage. Es wird gefördert. Nur kann selbstverständlich nicht jeder von der Förderung etwas abhaben.
Nein kein Zwang zu gar nichts! Freiwillig! Weil es vielleicht gar nicht so weh tut, ob es nun 20 oder 30 € sind und man ggf. doch auch davon profitieren kann.
Willst du sagen, dass sich die Gesellschaft ändern sollte oder müsste? Dann verstehe ich es aber trotzdem nicht, weil dann trotzdem der Markt regelt. Wenn die Gesellschaft bereit ist mehr zu bezahlen und die Preise entsprechend steigen, ist das genauso eine Marktreaktion.
Das ist eine sehr politische Aussage, aber „Der Markt regelt das!“ bedeutet IMO übersetzt in der Regel: „Ja, ist ungerecht, funktioniert nicht,… aber wir wollen das (aus Gründen) auch nicht ändern.“
Für mich bedeutet das etwas anderes. Musik hat keinen objektiven intrinsischen Wert. 'Der Markt regelt' bedeutet, dass durch freie Entscheidungen eine Preisstruktur geschaffen wurde. Jeder ist frei, das anzunehmen oder auch zu lassen, ohne dass es einen massiven Nachteil bedeutet, ganz im Gegensatz zum Beispiel zu Wasser, Nahrung, Gesundheit, Hygiene und ähnlichem.

Ich verstehe deine Aussage nicht ganz. Du findest es nicht toll, dass der Markt regelt bzw. stellst das in Frage. Anderseits willst du aber auch nicht, dass eingegriffen wird. Findest du es einfach nur ungerecht, dass die Allgemeinheit nicht bereit ist, mehr zu bezahlen?
 
  • #72
Ganz genau! „Liebe Musiker Gemeinschaft (und der Rest der Welt auch) , wenn es euch möglich ist, besucht und bezahlt für Live Auftritte!“
Ein Appell, nichts mehr.
 
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  • #73
Ggf. sollte man diese Diskussion auch ein Stück weit verorten. Für die Stadt Hamburg kann ich keinen Mangel an Clubs verschiedener Größe erkennen - mehr geht natürlich immer. Die Club-Gigs und Konzerte die ich/wir besuchen, sind in der Regel gut bis sehr gut besucht und zudem "bezahlbar".

Was ich tatsächlich bemängeln würde ist das Angebot an Club-Gigs und Konzerten. Viele Cover-/Tribute-Bands die mich/uns interessieren würden, machen leider einen großen Bogen um Hamburg, bzw. um den großen Teil des Nordens.
 
  • #74
Hat jemand von Euch mit dem Organisieren von Veranstaltungen zu tun ?

Die Fixkosten eines mittleren Clubs sind teils nicht ohne, ganz egal, wie gut die spielende Band ist.
Raummiete, Miete für Technik, Plakatdesigner, Plakatdrucker, Plakataufhänger, Lichttechniker, ...
Das kostet erst einmal alles gleich, egal für wen.

Ich selbst habe ein wenig Erfahrung mit Veranstaltungen und man braucht schnell mehrere Hundert zahlende Zuschauer, um nur die Fixkosten zu decken.

Das scheint mir hier ein wenig zu kurz zu kommen ;)
 
  • Ersteller
  • #75
Die Fixkosten eines mittleren Clubs sind teils nicht ohne, ganz egal, wie gut die spielende Band ist.
Raummiete, Miete für Technik, Plakatdesigner, Plakatdrucker, Plakataufhänger, Lichttechniker, ...
Das kostet erst einmal alles gleich, egal für wen.

Ich selbst habe ein wenig Erfahrung mit Veranstaltungen und man braucht schnell mehrere Hundert zahlende Zuschauer, um nur die Fixkosten zu decken.
Deswegen ja auch mein Verweis auf unterschiedliche Veranstaltungen in gleicher Location.

Aber ja, mir ist der Kostenapparat dahinter durchaus bewusst.
Und jeder der Beteiligten soll auskömmlich bezahlt werden.

Ich denk was wir alle unterschreiben können:
wir alle würden uns wünschen dass man für den Teil des Einkommens den man für Konzerttickets zur Verfügung hat mehr Konzerte besuchen könnte, so zu den Ticketpreisen wie früher.
Konzerte sind in den letzten Jahren im Vergleich zum Rest überproportional teurer geworden. Das hat total plausible Gründe (Musiker müssen mehr Einkommen über das Live-Spielen erzielen weil Tonträger-Einnahmen quasi nicht mehr existent sind, Touring-Infrastruktur ist durch/nach Corona kleiner und daher teurer geworden), und wie gesagt geht es mir nicht darum irgendeinem Beteiligten Raffgier zu unterstellen oder den Lohn nicht zu gönnen - aber es ist nicht zu bestreiten dass man sich früher mehr Konzerte leisten konnte. Aber auch neigt man ja etwas zum Selbstbetrug: auf der anderen Seite hat man ja "früher" z.T. deutlich mehr für den Musikgenuss daheim ausgegeben. Also die Ersparnis die man durch die Spotify-Rate gegenüber dem Kauf mehrerer Tonträger im Monat hat - die dürfte wiederum auch gerne ohne großes Lamento in das eigene "Konzertticket-Budget" wandern.
 
  • #76
Tributebands gehen gar nicht.
Na, wenn ich gerne möglichst viele Stücke von jemanden der nicht mehr on Stage zu sehen und hören ist, aber gerne live hören will, dann sind Tribute-Bands die einzige "Lösung".
Natürlich sollte man so offen sein und auch wertschätzen, dass man eben nicht den Michael Jackson und auch nicht die Whitney Houston hört und sieht und diesen "Nachäffern" auch einen minmal eigenen Stil/Interpretation zugestehen.

Bisher hab ich 2 versch. W.Houston Trubute Sängerinen gehört.
Die eine gefiel mir (gesanglich) deutlich besser als die andere, aber beide unterscheiden sich (natürlich) vom "Original" - und das ist auch gut so.

Aber das was die MUSIK/die Kompostition/das Arragement an Gefühl/Tränen/Fröhlichkeit/Nachdenklichkeit/Tanzgroove/etc. rüberbringen soll, das SOLLTE eben auch von einem Tribute-Sänger/in (und der Band!) geschafft werden - sonst wäre es eben (für mich) kein "gutes" Tribute-Konzert.

Beispiel: Wenn ich z.B. bei "The Greatest Love of All" keine feuchten Augen bekomme, wird das Ziel nicht ganz erreicht.
(Meine Definition von "Ziel")
Und das war eben nur "bei der einen" so.
 
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  • #77
Mich würde interessieren, was an Tribute Band nicht geht, bzw. was an denen weniger geht als an einer Quer durch den Garten Rock-/Pop-/-Party Coverband (…ganz ehrlich!)
 
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  • #78
Natürlich sollte man so offen sein und auch wertschätzen, dass man eben nicht den Michael Jackson und auch nicht die Whitney Houston hört und sieht und diesen "Nachäffern" auch einen minmal eigenen Stil/Interpretation zugestehen.
Absolut! Und das sollten die SängerInnen auch selbst bewusst so machen - ich kann mich an die Robbie Williams-Zeiten erinnern in denen Tributesänger auch in Ansagen/Gesten usw. das Vorbild "nachgeäfft" haben. Das fand ich immer irgendwie seltsam - aber vielleicht gibt es ja in der Eigenwahrnehmung noch eine Unterscheidung:
Tribute-BAND: genau wie wir das uns wünschen, nah am Original aber der minimal eigene Stil/Interpretation ist gewünscht. Kleidungsstil ähnlich dem berühmten Act aber es werden nicht genau di gleichen Klamotten getragen - das fällt mir bei U2-Tributebands häufig auf dass die das eigentlich gut hinbekommen.
Tribute-SHOW: da soll alles so sein wie beim Original, Kostüme, Moves, Ansagen etc. Dann ist es definitiv Show (fast schon Musical) - wenn das der Anspruch ist, dann sollen die das machen.
Wie gesagt: ich persönlich mag Variante 1 lieber, aber Variante 2 professionell aufgezogen - warum nicht.
Mich würde interessieren, was an Tribute Band nicht geht, bzw. was an denen weniger geht als an einer Quer durch den Garten Rock-/Pop-/-Party Coverband (…ganz ehrlich!)
Ich sehe da auch keinen Unterschied - und würde auch in Bezug auf meinen Ursprungspost den Ticketpreis bei der Quer durch den Garten - Band ähnlich beurteilen.
Doch, eins KÖNNTE ich mir vorstellen: die Coverband könnte glaubwürdiger den Eindruck vermitteln "wir haben Bock auf genau diese Lieder/diese Setlist" - die können "eye of the tiger" spielen wenn sie wollen, wenn sie die Nummer total anödet können sie die nicht spielen ohne dass es dem Abend einen Abbruch täte. Bei Tribute-Band wird klappt das so nicht. Aber das ist ja noch weit davon entfernt dass die Folgerung daraus "Tribute Band geht gar nicht" wäre....
 
  • #79
Zugegebenermaßen habe ich etwas zugespitzt.

Aber braucht es wirklich Rammstein im Cover?
 
  • #80
Was "Rammstein" anbelangt, braucht es für mich nicht mal das Original :rofl:

Spaß beiseite. Es gibt so viele Leute, die gerne eine bestimmte Band sehen würden, aber wegen Finanzen, Ort und Zeit nicht auf deren Konzerte gehen können, mal ganz abgesehen von den vielen Bands, die es nicht mehr gibt. Wer nahe einer Konzerthochburg für Starauftritte lebt und genügend Kohle hat, kann sich für einen Konzerttermin Zeit nehmen und ist bedient. Aber die 17-Jährigen, die im Bayrischen Wald leben und vielleicht noch nicht mal alleine nach München fahren können/dürfen bleiben außen vor.

"Original-Bands" kommen dann außerdem halt alle ein bis fünf Jahre einmal, und Fans der Musik würden gerne öfter mal zu ihren Lieblingsbands live abfeiern.

Es gibt so viele Aspekte, die von Tribute-Bands "bedient"/befriedigt werden.

Vor allem aber: Es muss ja niemand hingehen, weshalb also die Aufregung gegen Tribute-Bands? Wer's mag, freut sich, und wer's nicht mag, soll halt seinen Kopf schütteln und das Ganze einfach wieder schnell vergessen. :prost: Jemand, den es nicht interessiert, muss doch nicht über die Existenzberechtigung entscheiden, da Tribute-Bands ja die Entwicklung und die Existenz der Menschheit sicher nicht beeinflussen werden...

Ich hab verschiedene Pink Floyd Tribute-Bands und eine Queen Tribute-Band gesehen (und dafür gewollt bezahlt) und mir haben diese Abende sehr gut gefallen, auch weil sie weit weniger stressig waren, als ein Event in der Olympiahalle oder im Stadium in München mit Parkplatzstress und -kosten, irren Menschenmengen, Problemen ein Bier zu kriegen und die Gruppe beieinander zu halten (oft meine Kinder), Toilettenproblemen (weiter Weg und lange Wartezeiten), ... Da hatte ich oft die Lösung von Premiumtickets, aber die kosten das Zehnfache und mehr von Tribute-Bands, also mit vier bis 6 Leuten weit über 1000 €. Meine Kinder haben die Musik von einigen Bands zuerst von Tribute-Bands gehört und fanden dadurch guten Zugang.

Alles in allem und lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin ein Fan von Tribute-Bands.
 
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