- 28.10.26
- 26.07.04
- 15.736
- 98.103
- Celle, Germany
Es gibt vor allem beim Dienstleistungs Sektor immer wieder Gäste, die es einfach nicht schnallen, und penetrant die Musiker während des Spielens nerven. Gestern war es wieder besonders schlimm, während ich am Keyboard stehe, spiele, singe, steht plötzlich einer der Gäste neben mir, und versucht mir was mitzuteilen. Er schnallt nicht, dass ich In-Ear hörer trage, also kein Wort von dem verstehe, was er sagt, abgesehen davon, dass es eh laut ist. Ich zeige mit einem Finger auf meine Kopfhörer, schüttle mit dem Kopf und versuche ihn abzuwimmeln, aber er lässt nicht locker, bis ich ihm zurufe "jetzt nicht, komm in der Pause wieder" (wir spielen üblicherweise überschaubare Sets von 4-8 Songs). Meistens wollen sie einem während des Spielens mitteilen, welchen Song wir unbedingt spielen müssen, weil der ja so abgeht, und dass die Leute den hier unbedingt hören wollen. Ich verstehe überhaupt nicht, wie jemand auf die Idee kommt, dass ich, während ich spiele und womöglich noch singe, mich mit ihm unterhalten könnte.
Bei Konzerten würde es solche Störungen nicht geben, da ist ein freier Zugang auf die Bühne meist gar nicht möglich, oder es gäbe Ordner/Security, die die Leute sofort zurückhalten. Im Deienstleistungssektor ist das schwierig. Zum einen ist da ein gewisser Pegel Alkohol vorhanden, der den Leuten die Hemmungen nimmt.
Wie reagiert man also? Was macht ihr in solchen Fällen?
a. Stöpsel raus und anhören was er will?
b. ihm einen Tritt geben, dass er von der Bühne fliegt?
c. die Band hört direkt auf, zu spielen, klärt laut und deutlich, dass solche Störungen zu unterlassen sind?
Bei a. bin ich mir nicht sicher, ob sie glauben, du könntest dich jeder Zeit ihnen zuwenden, weil da ja eh Playback läuft, und die Musik trotzdem weiter spielen würde. Ist bei uns leider nicht der Fall, wir haben null Playback, spielen jeden Ton live. Selbst wenn ich dem nachkommen würde, hätte das vermutlich zur Folge, dass das akzeptiert wird, und ich dann den ganzen Abend hemmungslos zugesülzt werden würde.
b. Gewalt ist keine Lösung, würde wohl beim Publikum und Veranstalter auch nicht gut ankommen
c. haben wir schon mal gemacht, und ist auf völliges Unverständnis gestoßen, weil kaum einer geschnallt hat, worum es ging. Geht auch auf die Stimmung, für die wir ja in erster Linie zuständig sind. Dann kommt das bei vielen Leuten auch arrogant rüber "guck mal, die Herren Künstler!"
Es ist eh schon schwierig, wenn Dir Leute erzählen wollen, wie deine Setlist aussehen muss, damit genau hier die Post abgeht. Einige von uns haben über 40 Jahre Tanzmucker Erfahrung, denen muss man nicht erzählen, wie man den Abend gestaltet, wie die Songauswahl die beste ist etc.
Dass die Leute mit Musikwünschen kommen, was sie natürlich auch sollen, ist völlig ok, und wenn wir können erfüllen wir sie. Wir haben ein abrufbares Repertoire von über 350 Songs, was mich aber halt immer mehr abtörnt, ist das Unverständnis der Leute. Das geht dann so: "Könnt ihr den Song (xyz) spielen?" - "Nein, sorry, haben wir nicht im Programm", oder auch "tut mir leid, kenne ich nicht." - "Aber der ist völlig geil, der würde voll ankommen, der geht so:" und dann singen sie ihn dir vor, und glauben anscheinend, nun müsstest du den doch spielen können, oder sie würden den singen, und wir müssten nur begleiten.
Vielleicht bin ich auch langsam zu alt für den Job.
Bei Konzerten würde es solche Störungen nicht geben, da ist ein freier Zugang auf die Bühne meist gar nicht möglich, oder es gäbe Ordner/Security, die die Leute sofort zurückhalten. Im Deienstleistungssektor ist das schwierig. Zum einen ist da ein gewisser Pegel Alkohol vorhanden, der den Leuten die Hemmungen nimmt.
Wie reagiert man also? Was macht ihr in solchen Fällen?
a. Stöpsel raus und anhören was er will?
b. ihm einen Tritt geben, dass er von der Bühne fliegt?
c. die Band hört direkt auf, zu spielen, klärt laut und deutlich, dass solche Störungen zu unterlassen sind?
Bei a. bin ich mir nicht sicher, ob sie glauben, du könntest dich jeder Zeit ihnen zuwenden, weil da ja eh Playback läuft, und die Musik trotzdem weiter spielen würde. Ist bei uns leider nicht der Fall, wir haben null Playback, spielen jeden Ton live. Selbst wenn ich dem nachkommen würde, hätte das vermutlich zur Folge, dass das akzeptiert wird, und ich dann den ganzen Abend hemmungslos zugesülzt werden würde.
b. Gewalt ist keine Lösung, würde wohl beim Publikum und Veranstalter auch nicht gut ankommen

c. haben wir schon mal gemacht, und ist auf völliges Unverständnis gestoßen, weil kaum einer geschnallt hat, worum es ging. Geht auch auf die Stimmung, für die wir ja in erster Linie zuständig sind. Dann kommt das bei vielen Leuten auch arrogant rüber "guck mal, die Herren Künstler!"
Es ist eh schon schwierig, wenn Dir Leute erzählen wollen, wie deine Setlist aussehen muss, damit genau hier die Post abgeht. Einige von uns haben über 40 Jahre Tanzmucker Erfahrung, denen muss man nicht erzählen, wie man den Abend gestaltet, wie die Songauswahl die beste ist etc.
Dass die Leute mit Musikwünschen kommen, was sie natürlich auch sollen, ist völlig ok, und wenn wir können erfüllen wir sie. Wir haben ein abrufbares Repertoire von über 350 Songs, was mich aber halt immer mehr abtörnt, ist das Unverständnis der Leute. Das geht dann so: "Könnt ihr den Song (xyz) spielen?" - "Nein, sorry, haben wir nicht im Programm", oder auch "tut mir leid, kenne ich nicht." - "Aber der ist völlig geil, der würde voll ankommen, der geht so:" und dann singen sie ihn dir vor, und glauben anscheinend, nun müsstest du den doch spielen können, oder sie würden den singen, und wir müssten nur begleiten.
Vielleicht bin ich auch langsam zu alt für den Job.


Ich wollte ja heutzutage eh keine solche Veranstaltungsmusik mehr machen; daher Hochachtung vor allen, die dazu (noch) die Nerven haben.
spielt ihr auch Summer of 69?“