Du wirst doch sicher verstehen können, dass es einfacher ist eine Dur-Tonleiter zu lernen und diesen Fingersatz nur zu verschieben, als 12 verschiedene Tonleitern, oder?
Das bezweifelt ja auch keiner.
Musik ist aber nicht nur Fingersatz, von daher wäre es für die Diskussion vielmehr sinnvoll, wenn wir mal auf die anderen damit verbundenen Fragen eingehen.
Genau das ist der Grund, warum Ende des 19. Jahrhundert die Janko-Tastatur entwickelt wurde.
Es gibt ja sicherlich auch Gründe, warum sie sich nach über 100 Jahren immer noch nicht durchgesetzt hat.
Hat irgendjemand auf einer solchen Tastatur mal eine Mozart-Sonate oder eine Chopin-Etüde gespielt?
ich habe schon mit sehr vielen Pianisten gesprochen die es als Hindernis und zeitraubend beschrieben haben, für jede Tonart einen neuen Fingersatz zu lernen.
Pianisten müssen doch aber in der Regel keine Tonleiterfingersätze mehr lernen...
Zudem ist das ja oft gar nicht nötig, alles in allen Tonarten zu spielen. Die meisten Stücke spielt man nicht in 12 Tonarten, sondern in einer oder evtl zwei drei Tonarten. Technisch schwere Stücke - und um die sollte es ja gehen - sind oft auch für bestimmte Tonarten geschrieben. ZB Chopin-Etüde 5 spielt sich relativ gut auf den schwarzen Tasten, ich kann mir nicht vorstellen, dass die leichter auf einem Linnstrument spielbar ist.
Und, das hatte ich aber auch schon oben geschrieben, es geht ja nicht nur um das rein mechanische. Beim Improvisieren musst Du trotzdem wissen, was die Tritonussubstitution einer II-V-I der Subdominante ist, wenn Du transponierst. Und wenn Du das draufhast, sind die paar Akkorde dann auch nicht mehr das große Problem. Du hast zwar 12 verschiedene Tonarten, aber die Akkorde kommen ja immer wieder vor. Es gibt nur 12 Moll und 12 Durakkorde, und viele von denen haben auch noch das gleiche Griffbild.
Versteh mich bitte nicht falsch - ich kann das Argument Symmetrie schon nachvollziehen, aber Musik ist halt sehr viel mehr als nur die Fingersätze. Insofern wäre für mich die entscheidendere Frage, welche Nachteile man sich einhandelt, wenn man auf so ein Linnstrument umsteigen möchte. Darauf bist Du leider bisher nicht eingegangen.
Auch Musiktheorie, der Zusammenhang zwischen den Intervallen und Akkordverbindungen ist auf einer isomorphen Tastatur leichter zu erkennen und auch zu vermitteln.
Das behauptest Du jetzt so, aber stimmt das wirklich? Wer kann das aufgrund welcher statistisch sauber erhobenen Daten sicher sagen?
Nur mal so als Gedanke, die Notenlinien entsprechen den weißen Tasten ... Vorzeichen den schwarzen Tasten ... ist ja auch irgendwie leicht nachvollziehbar, oder?
Deshalb fragte ich ja schon mehrfach, worum es Dir persönlich geht. Wenn es jetzt ums Vermitteln geht, willst Du das unterrichten? Oder hast Du nur Probleme mit den Tonarten, die Du umgehen möchtest? Welche Musik willst Du spielen? Dann kann man es vielleicht besser einschätzen.