Hi topo!
Ich war beim
Thomann*.
Die haben dort eine riesige Wand aus verschiedenen Monitoren und zwei Stühle aufgebaut.
Vorteil: die riesen Auswahl
Nachteil: die Position der Lautsprecher ist unterschiedlich/nicht optimal, die Sitzposition ist etwas zu weit weg (ca.2m).
Als Musik hatte ich das dabei, was ich höre, bzw. in dem Stil den ich selbst spiele (Megadeth->inklusive schlecht gemixter Demo-Tracks, Guns'n'Roses->besonders November Rain wegen des Orchesters und der vielen unterschiedlichen Instrumente, Marty Friedman->Akkustikgitarren und elektronische Samples).
Bei einigen Lautsprechern macht es auf Anhieb keinen Spass zuzuhören-ohne das die deswegen analytischer klingen würden.
Auf die Weise schränkt sich der Kreis der entgültigen Kandidaten doch recht schnell ein.
Habe dann zwischen den Boxen und CDs hin- und hergewechselt (ca. 2 Stunden).
Zwischendrin hab ich mir mal ne ADAM angehört (als Referenz). Und gegen Ende dann nochmal die Boxen, die ich anfangs schon ausgeschlossen hatte (zur Gegenprobe).
Fazit: Studiomonitore klingen beim Hören professioneller Produktionen nicht unbedingt deutlich anders als HiFi-Boxen (Ausnahme:
Yamaha* HS80M), aber jede hat ihren eigenen Charakter und die eine Box bringt den ein oder anderen Bereich besser zur Geltung als die andere. Worauf man dann am meisten Wert legt (saubere Höhen, deutliche Mitten, viel Bass, stimmiges Gesamtbild), muss man mit sich selbst ausmachen-da gibt es kein Rezept.
Ich hatte die Augen zu und mich einfach nur auf die Musik konzentriert.
Die Unterschiede in der Stereobild-Darstellung, der Härte der Höhen und der Frequenzverteilung sind teils deutlich, teils auch nur sehr subtil wahrnehmbar.
Ich denke, man hat "seinen" Monitor gefunden, wenn sich die Musik so anhört, wie man meint, dass sie sich anhören soll, nur eben deutlich detailreicher und differenzierter als auf der HIFI-Anlage.
Ich habe mit den Rubicons nach dem Kauf 6 Stunden Musik gehört und einen Film auf DVD angesehen (irre Klangdetails!). Alles klang perfekt und man hört deshalb automatisch sehr genau hin. Dabei war der Klang sauber, aber unaufdringlich. Dennoch war ich nach diesem Marathon gehörtechnisch am Ende...das genaue Zuhören strengt einfach an!
Meine Mitbewohnerin meinte sogar, sie könne bei der DVD überhaupt nicht zuhören, da der Höhenreichtum des Klangs bei ihr Kopfweh auslösen würde...
Interessant ist auch, das manche Mixe dann doch sehr anders klingen als auf der Stereoanlage, andere aber nicht.
Was sich aber immer unterscheidet, ist die Tatsache, dass das Material "zerpflückt" wird.
Man hört praktisch alle Klangquellen/Instrumente einzeln und kann sich so darauf konzentrieren. Wenn ein Instrument sich nicht harmonisch in den Mix einfügt, dann hört man das ebenfalls sofort, da das sehr unamgenehm auffällt!
Ich werde ggf. ein Review über die Rubicon schreiben, wenn ich den ersten Song damit produziert habe. Das reine Hörerlebnis ist jedenfalls beeindruckend.
MfG,
DaveDee