Finales Mixing und Mastering einer orchestralen Aufnahme?!

… Damit man zwei Signale als getrennte Signale wahrnehmen kann, müssen sie außerhalb des Haas-Fensters liegen. Innerhalb des kurzen Fensters macht das Gehirn ein einzelnes Signal draus (etwas kurz formuliert).
Ja, das scheint mir in der Tat bisher das (mein) Problem zu sein: Alle bisherigen Versuche führten mehr der minder dazu, dass der Höreindruck derjenige eines einzigen Signals wurde.

Stärkere Unterschiede des Instruments zwischen rechts und links (z.B. links Violine 1, rechts Violine 2) würde ich ungern machen. Es soll eigentlich wirklich ein rein akustischer Effekt sein. Leider finde ich auf die Schnelle kein passendes Beispiel - z.B. innerhalb der Omnisphere-Bibliothek habe ich solche Effekte schon mal gehört.

Das mit dem Delay werde ich heute Abend ausprobieren - mal schauen, ob ich damit in die Richtung komme. Vorliegend geht es eher um Soundeffekte (Hits, Hintergrundgeräusche o.ä.) als um klassische Instrumente, mithin der Effekt ruhig „künstlich“ daherkommen darf.
 
Nur ein Delay allein wird vermutlich zu Kammfiltereffekten führen. Zusätzlich dazu würde ich einen minimalen Tonhöhenversartz einbauen. So ungefähr 3cents nach oben bzw nach unten. Das sollte den Kammfiltereffekt verhindern, und die beiden Instrumente noch unterschiedlicher (Stereobild breiter) machen.
 
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… es gibt auch Plugins das soetwas mehr oder weniger gut machen können, wie zb das Reel ADT von Waves
müssten man ausprobieren wie sich der Effekt für dich in dem Kontext anhört …
Ein Plugin dafür wäre praktisch. Ob das verlinkte Plugin das kann, da bin ich unsicher, schaue mir das aber mal an - danke.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Nur ein Delay allein wird vermutlich zu Kammfiltereffekten führen. Zusätzlich dazu würde ich einen minimalen Tonhöhenversartz einbauen. So ungefähr 3cents nach oben bzw nach unten. …
Das Problem unerwünschter Effekte hatte ich auch irgendwo gelesen - und deshalb mit Delay bisher nicht weitergehend experimentiert. Mit deinem Tipp werde ich das aber probieren - besten Dank. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist mit einem Plugin, zumindest im Stereo Panorama, nicht so gut zu machen, würde ich behaupten. Beispielhaft Violine.

Um ein Signal vorn zu haben, verzichte mal auf jegliches Reverb oder Delay.
Ein trockenes Signal hat keinen Raum und wirkt deswegen "in the face". Wenn Du das
als Mono Signal verwendest und dann ggf. nur leicht auf eine Seite verschiebst, kann das schon helfen. Das zweite Signal dann auch ohne Verzögerung auf die andere Seite.

Es könnte auch helfen den Nahbesprechungseffekt zu betonen, also zwischen 150 und 300Hz eine leichte, aber breite Anhebung zu nutzen.

2 bis 4kHz für die Bogengeräusche und einen Shelf bei 10 kHz für das Air kann auch dafür sorgen, dass die Höhen die wahrgenommene Distanz reduzieren.

Eine Violine hat eine enorme Dynamik. Wenn sie leise spielt, rutscht sie im Mix nach hinten. Um sie "vorn" zu halten:

Opto-Kompression (z.B. LA-2A): Ein weicher Kompressor mit langsamer Attack hält den Pegel konstant, ohne den natürlichen Anschlag zu killen.

Saturation (Sättigung): Nimm eine Röhren-Emulation. Das fügt harmonische Obertöne hinzu, die die Violine dicker und präsenter machen. Es fühlt sich dadurch "echter" und greifbarer an.

Mehr fällt mir erst einmal nicht dazu ein.

Bei Binaural ginge das etwas einfacher...

Viele Grüße

Ray
 
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Mit dem Tipp von @Zelo01 - also leichtes Delay sowie etwas Tonhöhenversatz klingt es - in diesem Fall: mit einer Tubular Bell - schon ganz ordentlich. Ich hätte den Effekt gerne noch extremer, aber der Schritt geht jedenfalls in die richtige Richtung. :)
 
Solange die Signale im linken und rechten Kanal 100% gleich sind, bleibt es ein Mono-Signal und der gewünschte Effekt des "in beiden Ohren präsent Klingens" mehr oder weniger aus. Auch wenn das Signal selber Präsenz und Direktheit genug hat. Ob man nun einen Mono-Kanal genau mittig pannt oder das Signal auf zwei Kanäle verteilt, jeweils Mono und jeweils nach ganz links/ganz rechst pannt, macht keinen Unterschied. Elektrisch ist beides Mono.

Es müssen also mindestens dezente Unterschiede her. Man stelle sich zwei Geiger vor, die zusammen eine Unisono-Passage spielen. Dabei wird jeder mit einem eigenen Mikro aufgenommen und nachher jeder auf eine eigene Spur gelegt. Und diese dann jeweils ganz links/ganz rechts gepannt. Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit den gewünschten Effekt bringen.
Denn selbst zwei Top-Geiger vom gleich hohen Top-Niveau werden die Unsisono-Passage niemals zu 100% gleich spielen. Jede der Geigen wird schon mal ihren eigenen klanglichen "Fingerprint" haben. Die beiden Geiger werden auch nie mit zu 100% gleichem Bogendruck arbeiten, mit zu 100% identische Bogenstrich-Geschwindigkeit usw.
Deshalb wird immer es ganz subtile Unterschiede im Klang geben, die wir hören und jeden der beiden als individuellen Spieler identifizieren können.

Ich denke, dass es nicht ganz einfach sein wird, diese Subtilität in der DAW so nachzubilden, dass es wie zwei individuelle Spieler klingen wird wie in dem Beispiel.
Aber andererseits gibt es in jeder DAW genug Eingriffsmöglichkeiten (Delay/EQ/Transienten-Former/Kompressor usw), die, jeweils subtil angewendet, sich diesem Ziel in ausreichendem Maße annähern lassen.
 
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