Finales Mixing und Mastering einer orchestralen Aufnahme?!

LUFS ist ein Durchschnittswert, daher den ganzen Song, von A-Z.
Hoppla, danke. Womit sich dann wohl auch erklärt, dass der (Logic Pro) Mastering Assistant immer den ganzen Song analysieren sollte, und nicht nur dessen lautesten Teil. Das habe ich dann in der Vergangenheit falsch gemacht.
 
LUFS - Loudness Unit Full Scale

Du misst den Song von Anfang bis Ende und erhältst somit einen daraus resultierenden Durchschnittswert, der als Integrated Loudness bezeichnet wird.

Das ist der übliche Wert, auf den sich die Plattformen beziehen.

Der Reference Song klingt natürlich "gewaltig". Man hat den Eindruck, dass da wirklich ein Orchester vor einem spielt. Die Chöre sind auch groß...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Das Vorgesagte führt mich zu einem weiteren damit zusammenhängenden Thema, wo ich noch dringenden Lösungsbedarf habe:

Folgende Aufgabenstellung:
Zwei Musikstücke (im Folgenden „Werk 1/2“) mit klassischen Instrumenten sollen
- jeweils mit (z.B.) -16 LUFS gemastert und
- gemeinsam auf das gleiche Album gepackt werden.

In Werk 1 spielt ein gemütliches Streicherensemble, und zwar durchweg mit nahezu unveränderter Dynamik (also ähnlich „gleichbleibend“ wie bei Popmusik).
Werk 2 ist ein „episches“ Orchesterwerk, mit dramatischen (!) Unterschieden in Dynamik und Instrumentierung. Es gibt also extrem leise und extrem laute Passagen.

Ziel: Der Hörer des Albums soll über beide Musikwerke hinweg ein möglichst einheitliches Hörerlebnis haben, ohne dass er für jedes Stück die Lautstärke justieren muss.

Durchführung und Fragestellung:
(i) Für das Mastering von Werk 1 dürfte es relativ egal sein, ob der (Logic Pro) Mastering Assistent das gesamte Werk analysiert (und insofern den LUFS-Wert über das gesamte Werk hinweg ermittelt), oder ob man ihn nur einen repräsentativen Ausschnitt des Werks analysieren lässt - es ist ja ohnehin gleichbleibend laut. So oder so hat Werk 1 im Ergebnis dann -16 LUFS, und bietet insofern ein konstantes Hörerlebnis.
(ii) Wie ist aber nun bei Werk 2 vorzugehen?
Ansatz 1: Lässt man den Mastering Assistenten auch hier wieder das gesamte Werk analysieren und daraus die -16 LUFS ermitteln/gestalten? Wird in diesem Fall Werk 2 für den Hörer an den lautesten Stellen nicht viel zu laut klingen, jedenfalls im Vergleich zu Werk 1? D.h. fliegen dem armen Hörer nach dem gemütlichen Werk 1 bei Werk 2 nicht die Ohren raus, und er muss seine Musikanlage leiser drehen?
Ansatz 2: Wäre es demnach richtiger, den Assistenten nur die lautesten Passagen von Werk 2 analysieren zu lassen und hieran orientiert auf -16 LUFS zu gehen? Wird der Hörer dann das „harmonischere“ Hörerlebnis über beide Stücke hinweg haben? Oder wird er Werk 2 im Vergleich zu Werk 1 als zu leise empfinden, bis auf die lautesten Passagen?

Welcher der beiden Denkansätze ist der Richtige? Oder, anders gefragt: Wie ist vorzugehen, wenn man mehrere Stücke mit teilweise deutlichen Dynamikunterschieden miteinander auf ein Album packen möchte? Immer die (integrated) LUFS anhand des gesamten Musikstückes gestalten? Oder eher jeweils anhand der lautesten Passagen des betreffenden Stücks?
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist eine sehr gute Frage. in der Unterhaltungsmusik würde ich sagen: mach es es so das jeder Song für sich am besten klingt.

ich hab hier einige oder viele Klassik CDs, bei den recht alten fällt mir schon auf das die leisen Abschnitte wirklich sehr leise sind, aber das ist auch notwendig, denn wenn dann im nächsten Abschnitt das Orchester mit voller Kraft losdonnert, fühlt es sich auch entsprechend fulminiant an, aber aus heutiger Hörgewohnheit (zumindest meiner) ist das eher nervig, weil um die leisen Passagen schön zu hören, drehe ich die Lautstärke etwas auf, aber wenns dann das Orchester loslegt wird es sehr schnell zu laut, muß ich schnell reagieren und wieder die lautstärke runterdrehen weil alles bebt. Historisch allerdings sicher korrekt und entspricht auch eher dem, was man in einem Konzertsaal erlebt.

Wenn ich mir dazu im Vergleich Filmsoundtracks anhöre, dann ist das Hörerlebniss schon deutlich homogener, sprich, die Lautstärkenunterschiede sind weniger gross und damit auch für mich angenehmer zu hören weil ich weniger nachregeln muß.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
… Wenn ich mir dazu im Vergleich Filmsoundtracks anhöre, dann ist das Hörerlebniss schon deutlich homogener, …
Mein Eindruck ist (siehe z.B. den o.a. Soundtrack zu „Sandman“), dass die Soundtracks in der Regel zwar nicht allzu laut gemastert, in der Dynamik allerdings gleichwohl „eingedampft“ werden. Denn in der Tat lassen sich die meisten orchestralen Soundtracks trotz „gefühlter“ großer Dynamikunterschiede gut hören.

So ähnlich hätte ich es ja gerne auch - wobei ich aber schon froh wäre, wenn ich die o.a. Fragestellung ordentlich gelöst bekomme. ;)
 
Für einen Tonträger kann man beide Tracks in eine Spur laden und dann zusammen bearbeiten. Um den Trennungseffekt zu minimieren nutzt man zum Teil etwas andere Eingriffe und automatisiert dann ggf. bestimmte Segmente.

Hier sind die essenziellen technischen Daten und Standards für das Mastering von Filmmusik (KI-generiert, weil ich das nicht herunterschreiben wollte):

1. Dateiformate und Auflösung
  • Format: Unkomprimierte WAV- oder AIFF-Dateien (kein MP3).
  • Samplerate: 48 kHz ist der Standard für Film und Video (Broadcast/Post-Production).
  • Bit-Tiefe: Mindestens 24-Bit (32-Bit Float für den Mixdown empfohlen).
  • Dateistruktur: Stereo-Interleaved oder als 5.1/7.1 Surround-Files.

2. Lautheit und Dynamik (Standards)
Filmmusik ist im Vergleich zur Popmusik deutlich leiser gemastert, um Platz für Dialoge zu lassen.
  • Durchschnittliche Lautheit (LUFS): Filmmusik wird oft in einem Bereich von -14 LUFS bis -10 LUFS gemastert, wobei die endgültige Videomischung oft deutlich leiser (ca. -27 bis -23 LUFS) ist. [Sprache + Musik + Geräusche]
  • Dynamik: Achten Sie auf eine hohe Dynamik. Die Musik sollte nicht zu stark komprimiert werden ("Brickwall"-Limiting vermeiden), damit sie atmen kann.
  • Referenzpegel: Musik wird in Filmen oft im Bereich von -18 dB bis -22 dB (Spitzen bis -8 dB) eingepegelt.
  • True Peak: Ein Limiter sollte eingesetzt werden, um Übersteuerungen zu vermeiden (oft -1.0 dB oder -2.0 dB TP als Sicherheitsmarge, abhängig von den Vorgaben der Postproduction).

3. Anlieferung an den Post-Production Mixer
  • Stems: Liefern Sie neben dem Stereomix ("Full Mix") unbedingt Stems an:
    • Orchestra/Instrumentation (ohne Percussion)
    • Percussion/Drums
    • Vocal/Soloist
    • Synth/Electronic Elements.
  • Benennung: Aussagekräftige Dateinamen (z. B. FilmTitel_Cue01_Mix_48k_24b.wav).
  • Übergabe: Die Dateien sollten bei Takt 1 (Bar 1) beginnen, um eine synchrone Ausrichtung in der DAW des Cutters zu gewährleisten.

4. Besonderheiten
  • Kino vs. Streaming: Für Kinofilmprojekte gelten andere Loudness-Standards (z. B. EBU R128 oder spezifische Kino-Prozesse) als für Web- oder TV-Produktionen.
  • Monokompatibilität: Überprüfen Sie, ob der Mix in Mono funktioniert, da Filmmusik oft auf einfachen Lautsprechern wiedergegeben wird.
  • Verzögerungen (Latency): Bei Filmscoring-Sessions müssen die Stems perfekt synchron zum Bild liegen. Die Mastering-Kette sollte keine zeitlichen Verschiebungen verursachen.
 
Welcher der beiden Denkansätze ist der Richtige? Oder, anders gefragt: Wie ist vorzugehen, wenn man mehrere Stücke mit teilweise deutlichen Dynamikunterschieden miteinander auf ein Album packen möchte? Immer die (integrated) LUFS anhand des gesamten Musikstückes gestalten? Oder eher jeweils anhand der lautesten Passagen des betreffenden Stücks?
Hätte noch jemand eine Idee hierzu?

Ohne weitere Anhaltspunkte würde ich es wohl erstmal so machen, dass ich jedes Musikstück in seiner Gesamtheit auf (z.B.) -16 LUFS mastere (und nicht an den lautesten Stellen). Aber lieber wäre mir ein Tipp, ob ich auf der richtigen Spur bin (oder nicht). ;)
 
Als grobe Richtschnur geht das vielleicht. -16 LUFS ist ja auch generell kein Extrem (für Orchester vielleicht schon).
Es kommt aber am Ende auf das Material an. Wenn ein Stück tendenziell leiser ist, dann sollte es am Ende halt auch leiser sein.
In einer Sinfonie z.B. mit mehreren Sätzen würde ich auch nicht anfangen, die Sätze einzeln zu mastern.
Eher alles zusammen an einem Stück und danach erst in Einzelteile auftrennen, um eben die Proportionen zu wahren.
Eine allgemeine Regel läßt sich da für mich schlecht ableiten. Kommt ja auch immer drauf an, wo das am Ende laufen soll und sich z.B. beim streaming mit welchen anderen Titeln messen lassen soll oder ob es nur für sich stehen soll.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Die Frage ist, ob der Mix für Streaming ist.

Das Problem bei Streamingplattformen ist halt: Wenn der LUFS-Wert nicht deren Vorgaben der Plattform entspricht, dann wird der Song angepasst. Das heisst: Dein Wert den du mal gemastert hast, wird dann meistens auf -14LUFS angehoben/abgesenkt. Deine Mühe beim Mastern wird dadurch obsolet.

Bei einer CD würde ich den LUFS-Wert allerdings auch nur als Anhaltpunkt hernehmen. Dann das ganze Album am Stück hören, und das Gehör entscheiden lassen.
Wenn du einen mittellauten aber dynamisch konstanten Mix hast, und daneben ein super-dynamischer Mix, die am Ende gleich laut klingen sollen, würde ich zu Beginn mal gleiche LUFS-Werte anstreben. Es ist ja ein Durchschnittswert über den ganzen Song gemessen. Klar ist dann der sehr dynamische Mix an manchen Stellen super laut im Verhältnis zum Rest, aber genau so sollen diese Stellen ja auch wirken.

Klar, der dynamisch konstante Mix, wird danach noch Headroom haben, und man könnte ihn lauter machen, was die Spitzen angeht. Wenn er aber einheitlich laut wie der super dynamische Mix klingen soll, ist das der falsche Ansatz, den Headroom vollständig zu nutzen. (Da kannst du zB im konstanten Mix den Limiter auch mal weg lassen. Es ist nicht nötig was zu begrenzen was noch Headroom hat.)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Beim super dynamischen Mix, kann man auch mit Lautstärkeautomationen psychoakustisch Einfluss nehmen, sodass die lautesten Stellen nicht dauerhaft voll in den Limiter fahren.

-->An der Stelle an der der Track sehr laut wird, zB kurzzeitig 2dB anheben, und dann ganz langsam wieder zurück auf die "Normallautstärke" zurückfahren. So hast du den Impact wenns laut wird. Dass es nachher ganz langsam wieder leiser wird, das merkt niemand, wenn man es nicht weiss. Der Impact zu Beginn ist das was wir wahrnehmen.
Das selbe an den ganz leisen Stellen--> Nur ganz zu Beginn merken wir den Unterschied, kann nachher langsam leicht angehoben werden. Allerdings sollten man kurz bevor die super lauten Stellen einsetzen, wieder zurück fahren, sonst reduziert sich der Impact der lauten Stelle.

So kannst du bei einem sehr dynamischen Mix nochmal gut 2dB rausholen. (Nur subjektives empfinden, die LUFS Messung wird das kaum beeinflussen.)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Vielen Dank euch. Wirklich ein ebenso interessantes wie anspruchsvolles Thema.
… Wenn du einen mittellauten aber dynamisch konstanten Mix hast, und daneben ein super-dynamischer Mix, die am Ende gleich laut klingen sollen, würde ich zu Beginn mal gleiche LUFS-Werte anstreben. Es ist ja ein Durchschnittswert über den ganzen Song gemessen. …

Klar, der dynamisch konstante Mix, wird danach noch Headroom haben, und man könnte ihn lauter machen, was die Spitzen angeht. Wenn er aber einheitlich laut wie der super dynamische Mix klingen soll, ist das der falsche Ansatz, den Headroom vollständig zu nutzen. …
Gut nachvollziehbare Erklärung, danke - daran werde ich mich orientieren. (y)

Leider lässt mich das System hier längst nicht so viele Kekse verteilen, wie es angemessen wäre. ;)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Um das Thema nochmal zu verkomplizieren: ;) In diesem Beitrag …


… wird im Kapitel „Integrated Loudness“ (und im Kapitel danach) vorgeschlagen und begründet, warum man unterschiedlich dynamische Tracks eines Albums nicht konstant mit denselben LUFS mastern, sondern sich jeweils an der lautesten Stelle eines jeden Tracks orientieren sollte (was im Ergebnis zu unterschiedlichen LUFS je Track führen wird).
 
Zuletzt bearbeitet:
hmmm Ich hab den Beitrag ins Deutsche übersetzt, von da her kanns sein, dass die Übersetzung nicht so genau war.

Für mich ist der Titel etwas irreführend/reisserisch: "warum man nicht auf -14LUFS Mastern sollte"

Dann werden 4 Punkte angesprochen. In meinen Augen sind alle vier Punkte Ausnahmefälle.

1. Wenn ich klanglich weniger Dynamik will, als -14LUFS zulassen würde. Diese Aussage ist korrekt und falsch zugleich. Denn wenn ich zB auf -10LUFS mastere, wirds in der Streamingplattform trotzdem mit -14LUFS abgespielt. Es bekommt dadurch 4dB Headroom. Wenn ich auf -14LUFS mastern würde, und meinen Limiter auf -4dBFS einstelle, dürfte das Resultat auf der Plattform identisch sein. Es ist also nicht nötig höhere LUFS-Werte anzustreben nur um die Dynamik einzuschränken. Dafür hat man Kompressor/Limiter in der DAW, und braucht nicht lauter zu mastern als die Plattform es zulässt, um dann von der Plattform wieder auf -14LUFS runtergedrosselt zu werden. Merkwürdige Logik,

2.+3. Hier werden die Punkte besprochen, um die es auch hier geht: Songs die leise beginnen und sich dann zu lautem Gehöse aufbauen sollen, und Balance eines ganzen Albums. Sind jetzt auch eher Spezialfälle. Aber klar: genau dieser Spezialfall betrifft dich! Was wir hier glaub ich zu wenig angesprochen haben: Dass die lautesten Stellen vermutlich "Over the Top" sein werden, wenn du auf -14 LUFS masterst. Das hatte ich auch zu wenig auf dem Radar.
Um das zu verhindern würde ich so vorgehen: Du suchst dir die Stelle die auf dem Album am Ende am Lautesten klingen soll. Diese masterst du ohne auf den LUFS-Wert zu achten. Steuertst diese Stelle maximal laut aus, sodass sie gerade noch gut klingt. So. Und erst jetzt machst du die LUFS-Messung über den ganzen Song hinweg und notierst dir den gemessenen Wert (zB -17LUFS). Das ist dann der LUFS-Wert den du bei den anderen Songs anstrebst.
Das Problem mit den Streamingplattformen wird dann sein: Die Songs im Album die noch Headroom aufweisen werden von der Stremingplattform auf -14LUFS angehoben. Die anderen Songs nicht. Hierfür weiss ich keine Lösung. (Das ganze Album als eine einzige Datei hochladen geht bestimmt. Zwischen den Songs hin und herspringen wird dann schwierig. Ööhm ich weiss nicht, davon versteh ich zu wenig: Könnte man den Track mit Metadaten die einzelnen Songs indexieren?)

4. Ist mMn etwas verwirrend geschrieben. zB Zitat: "Wenn Sie die lautesten Teile der Songs beherrschen, um kurzfristig -10 LUFS zu erreichen, kann die integrierte Lautheit durchaus über -14 LUFS liegen. Aber das ist okay! Die Streaming-Plattform passt bei Bedarf Ihr Wiedergabeniveau an."
Klar ist es okay. (Klanglich) Aber eigentlich will man ja genau das vermeiden, dass die Plattform den Song bei Bedarf ihr Wiedergabeniveau anpasst. Sonst ist mein Mastering für die Katz.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Man kann einen zu hohen LUFS-Wert zur Not auch dadurch reduzieren, dass man am Anfang oder am Ende Stille einfügt. Das reduziert dann den gemessenen Durchschnittswert... Oder man sucht die lautesten Peaks, denken wir mal an einen herausstehenden Piano-Ton, und senkt nur diesen einen Ton "physisch" ab.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
… Das Problem mit den Streamingplattformen wird dann sein: Die Songs im Album die noch Headroom aufweisen werden von der Stremingplattform auf -14LUFS angehoben. Die anderen Songs nicht. Hierfür weiss ich keine Lösung. …
Dazu schreibt der Autor weiter unten etwas:

„… you’re probably thinking, but isn’t this exactly what the streaming platforms are going to do anyway? Don’t they make all songs playback at the same target level? Well, in most cases, the answer is actually no. Whilst some platforms normalize songs on a track-by-track basis, most of the streaming platforms will honor the level balance between tracks when they are all part of one release. So when someone listens to the songs on an album or EP, the level balance will remain intact. One way that this is achieved by streaming platforms is by measuring the integrated LUFS of the whole album and then applying the same gain change to all tracks to make the whole album meet the platform’s target level. …“

Wenn er richtig liegt mit dieser Behauptung, dass misst die Mehrzahl der Plattform bei einem Album also die LUFS über das gesamte Album hinweg - was zu dem o.a. Vorschlag von @RayBeeger passt, mehrere Tracks gemeinsam zu mastern.

Ich denke, ich werde das testweise mal mit 2 Titeln probieren, so vorzugehen wie er es beschreibt (also mich bei jedem Titel an der lautesten Stelle orientieren und dort einheitliche LUFS anstreben). Wobei meine Zielsetzung nochmal spezieller ist: Auf den Plattformen muss ich keinen „LUFS-Wettkampf“ mit anderen Titel führen, meine Musik hört sich eh kaum jemand an. ;) Aber ich möchte dieses Problem der unterschiedlichen Lautstärken innerhalb iTunes lösen (siehe oben Beitrag Nr. 103).

Und klar: Natürlich soll ein sich versehentlich auf meine Tracks verirrender Hörer über das Album hinweg ein einheitliches Höhenerlebnis haben.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Nun der zweite Mastering-Versuch - hier ist ein Ausschnitt aus dem hinteren Drittel des Werks:

Achtung: Es geht abrupt los, ich habe einfach nur schnell ausgeschnitten. ;)


View: https://soundcloud.com/jan-m-schneider/piano_42_260228_mst_14l_aussch?si=1125393049854db2942e1c3c0d63cb40&utm_source=clipboard&utm_medium=text&utm_campaign=social_sharing

Bei diesem Versuche habe ich - neben einigen Feinjustierungen direkt im Werk selbst - den Mastering Assistenten auf einen repräsentativen Teil des Werks losgelassen, der (i) alle Instrumente sowie (ii) den lautesten Teil beinhaltet. Diesen Teil habe ich auf -16 LUFS gehoben. Das gesamte Werk hat damit übrigens -16,4 LUFS, ist also nicht weit vom "Kern" entfernt.

Der einzige Kompressor sitzt direkt auf der Piano-Spur und glättet nur ein paar besonders laute Stellen, insbesondere die laute Stelle bei 0:09 vor dem Abwärtslauf. Das Orchester ab 00:45 geht nun nicht mehr so stark in die Nähe des Limiters und klingt - für meine Ohren - nicht mehr allzu überladen (ich habe bei den einzelnen Instrumenten die Dynamik zurückgenommen, den Mitteltonbereich teilweise leicht abgesenkt und die Celli sowie Basses in Stereobild etwas verengt).

Für mich hört sich das - rein technisch - nun besser an als beim ersten Versuch, und es gibt keine Auffälligkeiten beim Import in iTunes mehr. Was meinen die Fachleute? ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Kann man schon gut hören, finde ich! Ich höre es mir nachher noch einmal in der DAW an.

Ob man es jetzt noch subtil etwas verfeinern will, ist Geschmacksache.
Die Übergänge sind, ich will sie mal Bindungen nennen, völlig in Ordnung.

Ganz subjektiv fällt mir auf, das pierced mich etwas, das Piano nach dem
ruhigen Übergang. Die beiden Töne sind mir persönlich zu laut. Im darauffolgenden Teil
gleitet es besser hinein. (Das ist aber nur mein Empfinden!) Du bist der Künstler, willst das so und das akzeptiere ich natürlich!

Ray
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
… Ganz subjektiv fällt mir auf, das pierced mich etwas, das Piano nach dem
ruhigen Übergang. Die beiden Töne sind mir persönlich zu laut. …
Berechtigte Kritik - das Piano ist nicht „rund“, da treten immer wieder Töne unangenehm hervor. Das ist leider ein Problem des Instruments: Es lässt sich in der Anschlagdynamik nicht subtil genug einstellen. Wahrscheinlich wurden zu wenige Lautstärken gesampled.

Übrigens habe ich beim Mastern schon wieder einen Fehler gemacht: :cautious: Damit der Mastering Assistent einen repräsentativen Ausschnitt bekommt, habe ich einen Bereich um den lautesten Teil herum verwendet - und diesen Ausschnitt wie gesagt auf ca. -16 LUFS geregelt. Nur bedeutet das natürlich, und das hatte ich nicht bedacht, dass damit der lauteste Teil doch lauter wird. Nun, beim zweiten gemasterten Stück, führt das schon wieder zu einem nicht ganz harmonischen Zusammenspiel beider Titel - weil beim ersten Stück die lauteste Stelle ca. -13 LUFS beträgt, beim anderen ca. -14 LUFS.

Merke: Man muss erst (i) den (Logic Pro) Mastering Assistant das Stück in einem ausreichend großen Ausschnitt analysieren lassen, dann aber (ii) mittels des Dynamics-Reglers die LUFS anhand der lautesten Stelle regulieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der einzige Kompressor sitzt direkt auf der Piano-Spur und glättet nur ein paar besonders laute Stellen, insbesondere die laute Stelle bei 0:09 vor dem Abwärtslauf.
Hm, dafür hast Du nun einen harten Limiter an dieser Stelle, auch Clipping genannt ;)

orchester_clipping.jpeg

Vor allem die untere Halbwelle im linken Kanal ist ordentlich abgesägt. Und es gibt keine Luft mehr nach oben, es ist am Anschlag.
Ich schaue mir so etwas gerne direkt in Audacity an, da sehe ich es am einfachsten.

Klanglich fällt es mir nicht auf, weil es genau der Einsatz des lauten Klavierakkords ist, da sind eh schon viele Obertöne dabei. Aber eigentlich müßten da auf Deinem Monitor ein paar rote Lampen angegangen sein !?
Es ist eher eine Prinzipsache, echte Übersteuerungen zu vermeiden. Dazu hat man ja Software-Limiter, die das etwas weicher gestalten.
LUFS ist das eine, Peaks sind das andere. Kannst Du da nochmal einen Blick drauf werfen ?

Beim Orchester später gibt's nur ein paar kurze Stellen mit mehreren Maximalsamples nacheinander, das ist nicht so wild, aber gut wäre trotzdem, es im Griff zu haben.
 
Grund: Mehrzahl ist mehr als Singular, oder ? ;)
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Hm, dafür hast Du nun einen harten Limiter an dieser Stelle, auch Clipping genannt ;)

Vor allem die untere Halbwelle im linken Kanal ist ordentlich abgesägt. …
… Aber eigentlich müßten da auf Deinem Monitor ein paar rote Lampen angegangen sein !? …
Interessant, danke. Sowas fällt mir leider nicht auf, weil mein Eingangssignal in den (Logic Pro) Mastering Assistant (auch nach dem Anheben der Lautstärke mit dem Adaptive Limiter) immer recht leise ist. Der Mastering Assistant hebt die Lautstärke dann (stark) auf -14 LUFS an, und ich senke sie wieder soweit ab, dass es mit den LUFS für mich in etwa passt. Ich sehe dann lediglich, dass die Peaks manchmal in den Limiter des Assistenten laufen, sehe aber nicht, wie stark das passiert - da gibt die Anzeige bei Logic Pro ja nicht her.

Ich hätte also vielleicht das Piano an dieser Stelle vorher stärker mit dem Kompressor bearbeiten sollen. Das habe ich nicht gemacht, weil ich möglichst wenig verändern wollte.

Aber immerhin finde ich, dass es im Ergebnis nicht schlecht klingt - durch die Diskussion hier hab’ ich zumindest etwas gelernt. :)
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben