Michael Scratch
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- 28.10.26
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- Kleines Nest nordlich von NĂŒrnberg
Ja, bis auf das "Arschloch", das ich in dem Lied sehr wohl als eine Beschimpfung empfinde, so wie es ausgesprochen ist (und so kommt es im ĂŒbrigen auch bei den Kindergartenkindern an), finde ich den Text gut.Hör dir das Lied nochmal an und achte genau auf den Text.
So könnte man ein "Arschloch" als Bezeichnung definieren.Ein Arschloch ist jemand, der bei seinem Handeln das Wohlergehen anderer ignoriert oder sogar bewuĂt verletzt. In dem Ărzte-Lied geht es um jemand, der einer menschenfeindlichen Ideologie anhĂ€ngt, ich finde, da passt die Bezeichnung.
Trotzdem wird es in dem Kontext, so meine ich, als eine Beschimpfung verwendet. So Ă€hnlich wie Bezeichnungen fĂŒr Menschen mit bestimmten Krankheiten in bestimmten Kontexten auch als Beschimpfung verwendet werden und man in der Medizin dann irgendwann hergeht, und die Bezeichnungen verĂ€ndert, um einer Stigmatisierung entgegen zu wirken. Ein Mensch mit einer Behinderung ist (ganz neutral betrachtet) behindert und damit ein Behinderter. Inzwischen sprechen wir (und so wird das in der Heilerziehungspflege-Ausbildung auch gelehrt) aber nicht mehr von Behinderten, sondern von "Menschen mit EinschrĂ€nkungen" oder "Handycap" oder sonstwie. Warum? Weil bei dem Wort "Behinderter" ein Stigma mitschwingt. Es wird in bestimmten Kontexten als Schimpfwort gebraucht.
Anderes Beispiel: "Narzissmus" bzw. die "Narzistische Persönlichkeitsstörung" ist in der ICD-10 eine Bezeichnung fĂŒr eine sogenannte "Psychische Erkrankung". Mag man der Klassifizierung "Persönlichkeitsstörung" kritisch gegenĂŒberstehen oder nicht (ich tue es auch bestimmten GrĂŒnde, wĂŒrde hier allerdings zu weit fĂŒhren), so ist "Narzissmus" zunĂ€chst nichts anderes als eine Zusammenfassung einer Beschreibung verschiedener "Symptome", also Beobachtungen. Ich stelle jedoch fest, dass es Menschen gibt, die bei Konflikten den Partner oder die Partnerin schnell als "Narzist" beschimpfen - nĂ€mlich dann, wenn dieser seine eigenen Interessen vertritt und nicht die des Partners. Mag sein, dass ein Teil dieser Beschimpften tatsĂ€chlich unter die klinische Kategorie "Narzissmus" fallen wĂŒrde, ein anderer (vermutlich gröĂerer) Teil aber nicht.
ZurĂŒck zum Ărzte-Lied:
Ich finde, wie gesagt, den Text sehr gut - bis eben auf diese wĂŒtende "Arschloch"-Beschimpfung. Jaaa, natĂŒrlich - ich kann verstehen, dass man wĂŒtend ist auf Leute, wie die angesprochenen Rechtsradikalen. Und klar, mir rutscht da auch mal ein "Arschloch" raus, um meiner Wut ausdruck zu verleihen. Dennoch: Ich denke nicht, dass es hilfreich ist - nicht mal dazu, um seine eigene Wut los zu werden (das zeigen Studien, z.B. Bushman, Baumeister & Stack (1999)
Und schon gar nicht hilfreich im Dialog mit den Betreffenden.
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P.S. Wenn die Ărzte an der Stelle einen passenden, adĂ€quaten Ausdruck gefunden hĂ€tten fĂŒr "ICH bin furchtbar WĂTEND ĂŒber Dich" - dann wĂ€re ich bei ihnen. "Arschloch" geht in die falsche Richtung, sie ist keine "Ich-Botschaft" mehr.
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Ich?


