Doch, der "Threadersteller" ist auch noch da und liest auch noch mit.

Aber eben nicht jeden Tag. Sonst denkt nachher noch wer, ich würde tatsächlich zwischendrin nichts anderes mehr machen.
Erstmal nochmal vielen Dank an broeschies, ich glaube, du hast verstanden, worauf ich hinaus wollte
Die Beobachtung / Erfahrung mit dem unterschiedlichen Atemdruck habe ich tatsächlich selbst schon gemacht. Wenn ich z. B. einen Song am Rechner (Guitar Pro ^^) schreibe und da die höheren Töne verwende und versuche das nachzusingen, gehe ich je nach Lautstärke auch schonmal beim e' oder f' in die Kopfstimme. Das liegt dann meist daran, dass ich keinen anderen im Haus stören will und ergo nicht so laut singe.
Auch das ist etwas, das ich z. B. bei
Melissa Cross schön angesprochen fand. Ich glaube, sie hat sinngemäß gesagt: Du kannst deinen tatsächlichen Stimmumfang nicht finden, indem du auf dem Bett sitzt und leise vor dich hin singst, damit die Nachbarn dich nicht hören. An dieser Stelle kommt dann auch immer gerne die Aufforderung: "Speak / Sing at full volume - use the whole machine!"
So spätestens ab f' funktionieren die Töne nur noch auf voller Lautstärke, und ab g' ist es ein "alles oder nichts"-Spiel: Mit der nötigen Lautstärke (vorausgesetzt, man verkrampft nicht) klappt der Ton dann, wenn ich aber Zweifel dran habe, nicht ganz so laut zu singen versuche oder aber "Angst vor dem Ton" habe, weil ich weiß, dass ich ihn noch nicht so oft erreicht habe, dann geht's tatsächlich schief. Ich habe aber gemerkt, diese "Angst vor dem Ton" verschwindet nur dann allmählich, wenn man's immer wieder ausprobiert und immer öfter auch mal merkt, wie es dann doch klappt (im Moment merke ich das so langsam beim g').
Über das hier so oft diskutierte
a#' habe ich ja selbst gesagt: Den habe ich genau
1x getroffen und mir ist bis heute rätselhaft, wie. Ich weiß nur, dass ich's eben aus einer spontanen Laune heraus einfach versucht habe,
ohne drüber nachzudenken. Ich zähle den Ton also natürlich nicht zu meiner Range, aber dadurch, dass es mir ein einziges Mal gelungen ist, ist jetzt natürlich irgendwo mein Ehrgeiz geweckt, denn grundsätzlich muss das ja physiologisch irgendwie möglich sein, wenn man die Stütze richtig verwendet, nicht verkrampft usw.
Am besten kommen diejenigen voran, die sich selbst und der Lehrerin in gleichem Maße vertrauen und sich hingeben können an das Singen.
Das kann ich mir gut vorstellen, aber so einen GL zu finden braucht seine Zeit und ist, wie hier ja schon diskutiert wurde, nicht einfach. Wie gesagt, mein GL z. B. hat mit mir nie irgendwelche Kopfstimmen-Sachen geübt, mit der Begründung, er wäre damals als Bariton eingestuft worden und Kopfstimme wäre daher sowieso nicht seine Stärke.
Ist gut, wenn er das zugibt, aber aus zahlreichen anderen Quellen und aus unseren Diskussionen hier ist mir z. B. schonmal klar, dass das nichts mit seinem Stimmregister zu tun hat. Hätte ich jetzt also nur ihm allein blind vertraut und diese "Bartione-singen-eh-nicht-so-hoch"-Behauptung einfach geschluckt, dann hätte ich drastisch gesagt die Hälfte meiner Stimme komplett vernachlässigt. Und ich finde, bei sowas sollte man dann auch als Schüler Widerworte geben bzw. ansonsten die Konsequenzen ziehen (was ich wohl auch tun werde).
Schüler wie der Threadersteller sind allerdings einigermaßen ein Grauss
Mmh, genau deshalb habe ich betont, dass ich noch da bin und mitlese...
Ich sag's mal so: Da ich sowohl bei der Gitarre als auch beim Gesang zunächst Autodidakt war und immer gespielt / gesungen habe, was mir Spaß gemacht hat, hatte ich zunächst tatsächlich befürchtet, ich könnte mich schlecht einem Instrumentallehrer "unterordnen" und seinem Konzept folgen. Das hat aber im Endeffekt dann doch in den über 2 Jahren Gitarrenunterricht gut funktioniert, und es wären auch noch mehr geworden, nur ist der Lehrer halt weggezogen. Auch mit meinem Gesangslehrer bin ich persönlich immer gut klargekommen, weil ich die Dinge ja nicht aus Prinzip hinterfrage.
Grundsätzlich ist es schließlich so: Wenn ich aus mir zu einem Lehrer gehe, dann erhoffe ich mir Hilfe von dieser Person, also bringt es mir nichts, aus Prinzip alles, was diese Person mir beizubringen versucht, infrage zu stellen mit der Begründung: "Aber ich habe da und da doch mal gelesen, dass..." Ich kannte mal einen Typen, der genau das gerne gemacht hat, allerdings auf einen Sport bezogen: in seiner Freizeit viel Theorie gelesen und dann in der Praxis an den Trainern herumgemäkelt und den Klugsch**** gespielt. Sowas geht mir natürlich genauso auf den Keks.
Aber aus oben erklärten Gründen glaube ich auch nicht einfach alles, was ich von einer einzelnen Person höre.
Käme der Threadersteller zu Bell oder zu mir oder zu sing-it.de würde sich möglicherweise herausstellen, daß die Dinge gar nicht so verkopft und kompliziert sein müssen.
I
ch bin gerade beim Singen eigentlich kein "Kopfmensch" - eher im Gegenteil, ich kann vorher diverse Technik-Übungen gemacht haben, aber sobald ich im Songzusammenhang singe, denke ich nicht mehr über die technischen Dinge nach (was wahrscheinlich auch zur Folge hat, dass ich einiges davon in der Praxis dann letztendlich "
vergesse"). Auch das ist z. B. etwas, was Lunte anspricht, und worüber er sagt, dass es vielen seiner Schüler so geht. Wenn ich mir also so ein Programm zulege, dann hat das nicht damit zu tun, dass ich den Lernprozess zwangsläufig "verkopfen" will, sondern es geht immer auch um die
Motivationskünste des GL / des Autors.
Ich habe z. B. gemerkt, wenn ich Songs
bei meinem Gesangslehrer aufgenommen habe, konnte der natürlich genau hinhören, wo ich was falsch mache, und wir haben's dann so lange probiert, bis ich den Großteil dieser Fehler wohl vermeiden konnte. Trotzdem gefallen mir manchmal die Aufnahmen, die ich privat zuhause gemacht habe, besser, eben weil ich da weniger über Technik etc. nachgedacht und mich mehr auf den Inhalt des Liedes selbst konzentrieren konnte.
Und wenn ich den emotionalen Aspekt eines Liedes komplett auszublenden versuche und nur darauf achte: "Mache ich dies richtig, mache ich das richtig? Treffe ich den und den hohen Ton, verkrampfe ich dabei oder nicht?" etc, dann macht's einfach keinen Spaß mehr, und dadurch klingt das Lied im Endeffekt schlechter als durch technische Probleme. Trotzdem kann ich dem hier voll und ganz zustimmen:
Technik ohne Emotion ist leer und langweilig für den Zuhörer. Emotion ohne Technik ist u.U. stimmschädigend, und das ist extrem bescheiden für den Sänger.
Denn gerade bei den hohen Tönen (g' und g#') merke ich letzteres dann recht schnell, und dann breche ich es auch sofort ab, wenn's im Hals wehtut o. ä. sowieso. Nur wenn man's aus Angst um die Stimme gar nicht erst versucht, dann kann man's auch nicht erreichen.
Das a#' dient mir daher jetzt eigentlich nur als gute Orientierung, über welche Grenze ich AUF KEINEN FALL hinausgehen sollte. Wie gesagt, im Moment habe ich mir die Grenze auch aufs g#' herabgesetzt, ich will ja realistisch bleiben.