Fuge über das B-A-C-H Motiv

von NightmareZzx, 29.01.17.

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  1. NightmareZzx

    NightmareZzx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.17   #1
    Hallo zusammen!

    In meinem Miusikabi kam eine Aufgabe vor, bei der wir über das B-A-C-H Motiv eine Fugenexposition komponieren sollten. Vorgegeben war der Fugenkopf mit den Tönen B A C H, jeweils in halben Noten, folgen sollte dann eine 2 Takte lange Fortspinnung (4/4 Takt) und dann logischerweise Comes, evtl Binnenzwischenspiel und wieder der Dux, also dreistimmig. Vorgegeben waren auch 2 B als Vorzeichen, also g-Moll oder B-Dur. Ich habe an dieser Aufgabe unfassbar viel Zeit verloren, weil ich einen eher einfachen Weg gesucht hab, bevor ich etwas (für die Verhältnisse eines Musikkurses in der Schule) kompliziertes versuche. Im Endeffekt war der einzige Weg, den ich gesehen hab, innerhalb dieser zwei Takte zwei Modulationen durchzuführen, um halbwegs sinnvoll (ob es wirklich sinnvoll war, wird sich bei der Einsicht zeigen) durch dieses Kreuzmotiv zu kommen. Ich hab mich für g-Moll entschieden, weil ich mir dachte, dass B-Dur und ein H ein bisschen doof werden könnte. Zum B kam dann das besagte g-Moll, beim A habe ich die Durdominante D genommen, jetzt kommt ein Teil, der nur später beim zweistimmigen Comes Sinn macht, über die Septime, also C, habe ich eine Tonzentrale Modulation zu C-Dur gewagt, um dann zu G-Dur zu kommen, was ja ein H beinhaltet. Wegen dem Zeitdruck war das für mich die einzig sinnvolle Lösung.. Danach habe ich das Thema fortgeführt und bin von G-Dur als Dominante zum c-Moll rüber, hab dieses dann durch Funktionsumdeutung wieder zur Subdominanten der Ausgangstonart gemacht und dann zum Comes geführt.
    Seit Freitag beschäftigt mich das jetzt und ich bin auf keine einfache Lösung gekommen. Ich glaube, die muss es geben, denn sonst würde die Aufgabe sehr viel verlangen.. Auch im Internet finde ich nichts, was zu einer Fuge passt. Es gibt hier und da Stücke mit einem eingearbeiteten Bach-Motiv, aber nichts passt in 4 Takte rein, das meiste moduliert fröhlich vor sich hin.
    Hat da jemand eine einfache Lösung für? Würde mich freuen, wenn ich nicht auf die nächste Musikstunde warten muss, die Aufgabe beschäftigt mich doch schon lange :D

    Grüße
    --- Beiträge zusammengefasst, 29.01.17 ---
    "Das könnte dich auch interessieren" hat mir einen Forumsbeitrag vorgeschlagen, wo sich schon mal jemand mit dem Bach-Motiv beschäftigt hat:

    https://www.musiker-board.de/threads/fuge-ueber-b-a-c-h.378615/

    Aber.. Derjenige harmonisiert nicht auf jeden einzelnen dieser vier Töne, wozu wir jedoch durch die halben Noten gezwungen waren. Ich finde es schön, dass unter seinem Beitrag und sogar bei Wikipedia sowas wie "besonders hoher Anspruch an die kompositorische Umsetzung" steht und wir das so locker flockig in 30min in einer Stresssituation bearbeiten müssen :D
     
  2. hmmueller

    hmmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.17   #2
    Ich habe Deinen Weg (noch) nicht nachvollzogen. Hier ist eine harmonische Lösung, die mir halbwegs einfach vorkommt: B-Dur, Ausweichung zur II (das h ist netter Leitton dazu) und zurück ...

    https://soundcloud.com/h-m-m-ller/20170129-pdemofugebach
    [​IMG]

    "Nur am Papier" bring ich sowas übrigens nicht hin; die Harmonien stimmen zwar, aber der "harmonische Fortgang" wird manchmal viel zu schnell, manchmal viel zu langsam. Daher sitze ich entweder am Klavier (mittlerweile selten) und spiele es mir immer wieder vor, damit der "logische Gang" wenigstens halbwegs funktioniert, v.a. natürlich bei Modulationen; oder am Rechner, und auch da höre ich mir's an. Ich hoffe, dass ihr das könnt und dürft - anders ist Komponieren ja wirklich unsinnig ... sogar wenn man's können könnte.

    H.M.

    // Edit: Irgendwie hab ich das mit der SoundCloud-Einbindung nicht kapiert ... der Link sollte aber klappen ...

    // Edit: Ich merke schon, als "Praktiker" und "frei Schnauze" (und Oldie - über 50 ;) ) gehe ich an die Sache etwas locker dran: Wenn mir Töne nicht auf den Akkord passen, "so what?" Daher kann ich in T.11 und schon in der Skizze einen 9-8-Vorhalt hinknallen, damit meine Fortspinnung doch auf den logischen Cm-Akkord "passt". Und die chromatische Rückkehr von g-moll nach Es-Dur von T.7 nach 8 ist auch ohne großes harmonisches Nachdenken nur rein melodisch erfunden ... diese "Sorglosigkeit" mag aber nicht jeder haben, und man kann das natürlich auch kritisieren. Andererseits, für eine Abituraufgabe sollte Euch schon erklärt worden sein, dass der Zweck auf jeden Fall die Mittel heiligt, d.h. "lebend wieder zurückkommen" ist zuerst einmal wichtiger als überall die Funktionen dazuschreiben zu können, oder sogar von den Funktionen her das ganze zu erfinden ...
     
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  3. NightmareZzx

    NightmareZzx Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.17   #3
    Hier ist meine Version, die rechte Hand in T3&4 sind nur zum füllen, nicht relevant

    https://www.dropbox.com/home?preview=bach.PNG

    Also wenn ich es richtig verstanden habe, geht es hier von B Dur zur Dominanten, die zur Subdominanten von C-Dur umgedacht wird, was dann zur Tonika und der Dominanten G-Dur führt. Das heißt, ich hab mich einfach auf die falsche, bzw die kompliziertere Tonart gestürzt, ohne die andere Möglichkeit zu sehen.
    --- Beiträge zusammengefasst, 29.01.17 ---
    Und übrigens, ja, wir haben während der Arbeit Laptops mit Musescore gestellt bekommen.
     
  4. RMACD

    RMACD Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.17   #4
    CLAP-CLAP, hmmueller, wobei der Gegenklang von der S6 auf die TP5 (zugleich rückwirkende Zwischen-D) schon sehr auf die heutigen Hörgewohnheiten abzielt, aber so ist es harmonisch glaubwürdig, während man mit barockalen Durchgangston-Verrenkungen eher das Gegenteil erzielt.

    Die Möglichkeiten der Harmonisierung sind zahllos. Beim OP war allerdings die Tonart aufgrund der Vorzeichen vorgegeben , entweder also B(b)-Dur oder G-Moll.
     
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  5. hmmueller

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    Erstellt: 30.01.17   #5
    @RMACD - danke :) Und ja, die Möglichkeiten sind zahllos ...
    @NightmareZzx - ich finde Deine Folge auch vollkommen ok; mit dem B(b) als Auftakt kann da auch was Nettes rauskommen.

    H.M.
     
  6. hmmueller

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    Erstellt: 04.02.17   #6
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