Gefakte Live-Alben

  • Ersteller Timothy Sideburns
  • Erstellt am
Gut, ich bin Eagles-Fan und ich weiß um die Live-Qualitäten der Band (2x live gesehen) und natürlich ist mit die Geschichte des eagles-Live Albums bekannt. Aber, sehen wir es mal anders:
Man kauft eine CD und freut sich darüber, dass alle Instrumente erstmal zu hören sind, keine Ausfälle, nix zu laut/leise. Dann freut man sich darüber, dass nicht im Lieblings Solo zwischendurch irgend ein Ton voll daneben gegriffen ist... Fehler sind beim ersten Hören lustig... beim 10. Mal nervig. Zu guter letzt hat man eine super sound qualität... Ja, was gibt`s da zu mäkeln?

Wenn ich ne Band wirklich live erleben will, stehe ich in der ersten Reihe und lass mich vom Erlebnis "Live" beeindrucken, das können CDs nicht wiedergeben. Anders bei DVDs wo es mich tierisch stört, wenn in einem Stück plötzlich 3 verschiedene Outfits des Sängers zu sehen sind (besser noch: zwei verschiedene Gitarren), am allernervigsten: Man hört ein Solo, sieht die Tonaufnahme und kein gesehener Ton passt auf einen gehörtten...

All in all: Live-dubbings auf CD okay, DVD nervig... KEIN Negativkriterium!

Dave
 
UncleReaper schrieb:
Nennt doch lieber Live-Alben die in keinster Weise nachbearbeitet wurden.

Ich habe mindestens ein Live Video bei dem mit absoluter Sicherheit nicht nachgeholfen wurde. Ein Metallica Gig in Reading. Mitten in Fuel kackt James' stimme ab. Wenn was geändert worden wäre würde das wohl nicht mehr dabei sein.

ToS schrieb:
Zu den MTV-Unplugged Konzerten:

Afaik werden da bei Fehlern die Songs einfach widerholt, bis die Aufnahme gut ist. Die Band spielt also ggf einen Song einfach so oft, bis die Aufnahme zufriedenstellend ist. Wie gesagt...hab ich irgendwo mal gehört.

Das ist zumidest teilweise Richtig ich weis, dass Die Ärzte bei ihrem Unplugged den ein oder anderen Song 5mal neu gestartet haben (habe die DVD gesehen da isses bei den Outtakes). Das sind Kopfhaut und mit dem Schwert nach Polen, da haben die das Intro jeweils so 5mal total versaut bisses geklappt hat. Farin hat da auch gesagt: "seid bitte still ich muss das jetzt richtig spielen sonst gibts Haue!"
 
Wodan schrieb:
Ich habe mindestens ein Live Video bei dem mit absoluter Sicherheit nicht nachgeholfen wurde. Ein Metallica Gig in Reading. Mitten in Fuel kackt James' stimme ab. Wenn was geändert worden wäre würde das wohl nicht mehr dabei sein.

Ist es ein Bootleg oder ein Kaufvideo ?
 
war umsnost zum runterladen nix offizielles. ich hab keine ahnug wie die das bei kaufvideos machen aber dieses hier war absolut real.
 
UncleReaper schrieb:
Nennt doch lieber Live-Alben die in keinster Weise nachbearbeitet wurden.

ich denke Jimi Hendrix - Band of Gypsies dürfte so eines sein.
 
Die gesammelten Pearl Jam Tour-Mitschnitte! (was Pearl Jam damit u.a. auch noch zur Band mit den meisten unbearbeiteten Live-Alben machen dürfte ;) )
 
So, nachdem in den letzten zwei Wochen nicht viel Zeit/Gelegenheit war, mich mal zu äußern, möchte ich das jetzt gerne kurz nachholen.

Vielen Dank erst einmal für die zahlreichen, ausführlichen und durchdachten Antworten und Beiträge. :great: Viele davon waren wirklich sehr anregend und Anlass, die eigene Position einmal zu überdenken. Besonders den Gedanken, dass eine Live-CD nicht dazu da sei, etwas zu reproduzieren, was sie nicht könne, sondern alleine für sich stehe, finde ich ganz interessant.

Auf der anderen Seite war ich doch auch ziemlich überrascht darüber, dass die ganze Sache mehr oder weniger so hingenommen wird und die Reaktionen doch eher "Ja, klar, wusste ich schon lange, habe ich kein Problem mit, ist in Ordnung" waren. Für mich persönlich ist es noch in Ordnung, Aufnahmen von beispielsweise verschiedenen Abenden zu einem perfekten Konzert zusammenzustellen. Da lasse ich noch mit mir reden. Sobald es aber ans nachträgliche Einspielen bestimmter Parts geht (am besten noch komplett) hört mein Verständnis auf. Die Aufnahme verliert dann an Authentizität und der Künstler an Glaubwürdigkeit.

Ist er/die Band denn nun in der Lage, live zu reproduzieren, was er/sie auf Platten millionenfach vorgibt zu können, oder nicht? Ist die Darstellung glaubwürdig und passen Darstellung/Image und Realität zusammen, oder nicht? Ein Künstler/eine Band, der/die es live nicht bringen, ist für mich absolut unglaubwürdig. Du kommunizierst live mit dem Publikum, nicht im Studio. Studio wird seit der "Beatleisierung", wie ich es nenne, der Rock- und Popmusik überschätzt. Vorher nahm man eine Platte als Ersatz für den Live-Auftritt auf. Irgendwann begann man dann, die Live-Platte als Ersatz für die perfekte Studio-Version aufzunehmen, oder wie soll man das verstehen? Vor einem Pubilkum, live, muss man überzeugend sein, nicht zwischen zwei Trennwänden in einem Studio unter optimalen Bedingungen. Wo bleibt die Gabe eines großen Künstlers, etwas auf den Punkt zu servieren, wofür wir sie ja nun auch lieben? Ein Luciano Pavarotti begeistert, wenn er sechs c'' auf den Punkt liefert, nicht wenn er hundertzwanzig Anläufe an fünf Tagen braucht, um so eine Aufnahme hinzulegen. Studio kann immer nur Ersatz für das Erlebnis sein, nicht umgekehrt. Wer es live nicht bringt, sollte entweder nicht auftreten oder zumindest kein (vermeintliches) Zeugnis davon veröffentlichen.

Angefangen haben und dann später zur Gewohnheit geworden sein dürfte das Ganze somit wohl auch mit dem Aufkommen der technischen Möglichkeiten, also Multitrack-Recording, Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre. Nach dem Motto: "Schaffe die Möglichkeiten - und sie werden missbraucht ..." Ich gebe zu, dass einige meiner Beispiele hier nicht hineinpassen: So denke ich mal, dass Frank Sinatra es ebenso wenig wie Tony Bennett nötig haben dürfte, ein Live-Album zu türken. Ebenso wenig glaube ich, dass James Brown ein Problem hatte, live aufzutreten und deshaln Studioaufnahmen mit Reverb und Applaus versehen musste. Ich denke, das ist eher in der Art "Wir machen eine Studioaufnahme interessanter (vielleicht auch, weil uns gerade das Live-Material oder die Aufnahme von dem einen Hit, der drauf soll, fehlt)" zu sehen als in der "Wir machen eine Live-Aufnahme besser, indem wir sie wieder zur Studioaufnahme machen ...".

Die Frage war nach völlig unbearbeiteten Live-Aufnahmen: Die Live-Segmente von Elvis Presleyss 1968er NBC TV-Specials dürften ebenso authentisch und unbearbeitet (weil direkt in Mono aufgezeichnet) sein wie die Aufnahmen seines 1972er Konzert im Madison Square Garden in New York und seines TV-Specials Aloha From Hawaii via Satellite (1973).

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Dazu sollten sich mal alle das Live Sex Album von J.B.O. anhören!
 
z.T.:
Das "Live"-Album: Linkin Park - Live in Texas ist auch eine Overdub Orgie aller erster Sahne (dazu vielleicht diese Kritik) Was Linkin Park da abziehen ist einfach zu perfekt, keine Verspieler, der Gesang ist nahezu ohne schwächen und die Songs klingen beinahe wie auf ihren Alben.
 

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