Gesangsunterricht notwendig?

C
Cards
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
13.04.24
Registriert
16.11.15
Beiträge
846
Kekse
1.307
Hey, ich suche nach Meinungen zu meiner aktuellen Situation.
Ich spiele aktuell in einer relativ frisch gegründeten Band (Gitarre, Bassgitarre, Schlagzeug) - ich am Bass.
Da wir zurzeit Mangel am Mikro haben - und ich am prädestinierten von uns dreien dafür bin - habe ich zusätzlich den Posten übernommen. Davor habe ich noch nie in einer Band, geschweige den Chor oder Ähnliches gesungen. Also bisher immer nur daheim "unter der Dusche".
Meine Bandkollegen sind soweit zufrieden, ich treffe die Töne (wenngleich noch unsicher) und habe eine angenehme Stimme (bin aber auch kein Stimmenwunder).

Aufgrund meiner Situation mache ich mir Gedanken ob es Sinn macht Gesangsunterricht zu nehmen oder ob ich sich das durch die Bandpraxis, mit der Zeit, von selbst regelt.
Musik mache ich schon seit 10 Jahren am Instrument (Gitarre, Bass), Theorie und Harmonielehre ist mir bekannt, könnte nur sein, dass mir grundlegende Techniken zum Singen entgehen bleiben.

Gesanglich habe ich noch keinen großen Spielraum (kleines etwas mehr als eine Oktave, die ich "sicher" singen kann), mal habe ich Tage an denen es mir gut gelingt - dann wieder Tage an denen ich mich be******en anhöre und mir kein Ton gelingen will. Außerdem brauche ich immer mein Instrument zur Orientation. Ohne Instrument fällt es mir schwer. Grundsätzlich muss ich sehr oft zum Ton "hinsingen", ihn quasi im näheren Tonraum suchen und bei zu tiefen oder zu hohen Tönen verirre ich mich komplett ....

Gerne würde ich Meinungen von erfahreneren Sängern/innen hören, die vielleicht die selben Probleme hatten und mir sagen können ob ich mir Gesangsunterricht suchen sollte oder ob es auch ohne geht. Dass Unterricht im allgemeinen sinnvoll ist steht außer Frage, habe es als Schüler aber momentan nicht so finanziell und ERHOFFE mir zumindest, dass ich ohne Unterricht nicht so viel verpasse - sodass es unterm Strich für unsere Anforderungen passt.

Evtl. habt ihr Erfahrungen mit Übungen via Youtube, die mir helfen könnten?
 
Eigenschaft
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hi,

dazu gibt es einen FAQ-Thread, der ein bisschen Entscheidungshilfe leisten kann. Gesangsunterricht Ja/Nein

Da wir zurzeit Mangel am Mikro haben - und ich am prädestinierten von uns dreien dafür bin - habe ich zusätzlich den Posten übernommen. Davor habe ich noch nie in einer Band, geschweige den Chor oder Ähnliches gesungen. Also bisher immer nur daheim "unter der Dusche".


Dann haben wir schon mal die gleiche Ausgangsbasis. Nur ist es bei mir ein paar Jährchen her ist. Streng genommen sind die meisten früher auf diese Art zum Singen gekommen. Oder besser: Das Singen zu uns. :)

habe es als Schüler aber momentan nicht so finanziell und ERHOFFE mir zumindest, dass ich ohne Unterricht nicht so viel verpasse - sodass es unterm Strich für unsere Anforderungen passt.

Damit hast du dir die Frage bereits selbst beantwortet. Es spricht nichts dagegen, auch ohne GU zu einer anständigen Gesangsstimme zu kommen. Allerdings gibt es auch keine Garantie dafür, da Talent eben ungerecht verteilt ist. Aber wenn die Finanzen das gerade ohnenhin nicht erlauben, muss du ja erstmal zwangsläufig versuchen.

Evtl. habt ihr Erfahrungen mit Übungen via Youtube, die mir helfen könnten?

Da die Frage sehr häufig gestellt wird und die Antworten im Prinzip immer gleich sind, werde ich sie gleich mal in dem oben bereits verlinkten FAQ-Thema beantworten. Kann ein paar Minütchen dauern.
 
Nachtrag:

Evtl. habt ihr Erfahrungen mit Übungen via Youtube, die mir helfen könnten?

Hier meine Antwort aus den FAQ:

Was bringen YouTube-Tutorials?
Die Antwort wird etwas länger. Auf YouTube tummeln sich etliche Vocal-Coaches, die in kurzen Video-Spots beeindruckend demonstrieren, was sie so drauf haben und eloquent erläutern, wie das funktioniert.

Jedem sollte klar sein, dass kein Profi effektiven Gesangsunterricht zu verschenken hat. Die kleinen Tuturials sind meist nur Appetitmacher und dienen dem Zweck, etwas Größeres zu verkaufen: Einen mehrteiligen Kurs auf DVD oder Live-Coaching per Webcam für mehrere hundert Euro.

Viele der Tipps sind Standards, zB Einsing- oder Atemübungen, die man getrost ausprobieren kann. Sobald es aber um richtige Stimmbilldung und Techniken geht, wird es kritisch. Es mag wohl die eine oder andere bereits etwas fortgeschrittene Naturbegabung geben, die in der Lage ist, die Tipps aus solchen Teasern sebstständig umzusetzen. Aber der durchschnittliche Anfänger kann sich nur schlecht selbst einschätzen und will wissen, ob er die Tipps richtig umsetzt und spätetens an diesem Punkt sind sie für ihn wertlos, da niemand ihn bei Fehlern korrigiert.

Auch problematisch ist, dass jeder Coach eine andere Herangehensweise hat. Viele Tutorials sind zudem auf Englisch. "Headvoice" ist beispielsweise nicht unbedingt das gleiche wie das, was hier oft als Kopfstimme bezeichnet wird. Die Hoffnung, dass man durch den Vergleich mehrer Videos von unterschiedlichen Coaches eine Erkenntniss gewinnt, endet dann meist in kompletter Verwirrung, da jeder was anderes zu erzählen scheint.

Daher: Fragt nicht, ob es was bringt. Probiert es aus und sobald ihr nicht weiter kommt, etwas nicht versteht oder neue Fragen aufkommen, lasst davon ab. Nehmt euch dann lieber einen richtigen Lehrer, der euch direkt eine Antwort geben kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi @Filztier

sagen wir mal so: du wirst mit Unterricht weiter kommen als ohne, keine Frage. Es ist aber absolut nicht unwahrscheinlich, dass du ohne Unterricht für deine Zwecke erstmal weit genug kommst. Ausserdem kannst du später, wenn dir das nicht mehr genug ist, Unterricht nehmen (hab ich so gemacht). Die vielbeschworene "Gefahr" sich als Autodidakt ohne Unterricht Unarten anzutrainieren, die man niiiiieee wieder los wird konnte ich nicht verifizieren.

BTW: als ich mir in den '80ern und '90ern selbst das Singen beigebracht habe, gabe es noch kein Internet und erst recht kein YouTube.

LG Robert
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Auch meine Story ist ähnlich: Nach 15 Jahren am Bass mit etwas Backing-Gegröhle bin ich 2012 bei der Neugründung einer Band von den Saiten ans Mikro gewandert - ohne Plan und große Vorerfahrung außer Lagerfeuer und Dusche. Seitdem bin ich autodidaktisch unterwegs. Die Band gibt's nicht mehr (und es lag, soweit ich weiß, nicht an meinem Gesang), aber ich bin beim Gesang geblieben. Mittlerweile singe ich in einem Akustikprohjekt und bin in einer Punkrock-Band Sänger und Bassist in Personalunion (ohne Bass ging dann doch nicht). Wenn ich mir heute meine gesanglichen Anfänge vor einigen Jahren anhöre, glaube ich, relativ objektiv sagen zu können, dass sich mein Gesangsniveau durch die reine Praxis und die theoretische Auseinandersetzung mit dem Singen - vor allem auch in diesem Forum - deutlich verbessert hat. Jetzt bin ich seit einiger Zeit an dem Punkt, dass ich das Gefühl habe, meine autodidaktischen Grenzen erreicht zu haben. Es verbessert sich eigentlich gefühlt nichts mehr, obwohl es sicher noch haufenweise Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Ich glaube, mit GU würde ich jetzt wirklich nochmal weiter kommen. Aber ehrlich... ich brauche das gerade gar nicht. Für mich selbst bin ich sehr zufrieden, für die Band reicht es völlig, so dass ich aktuell beschlossen habe, den Gedanken an GU erstmal ad acta zu legen. Kurz gesagt: Ich denke, mit etwas Talent, viel Arbeit und ein wenig Körpergefühl kommst du auch ohne GU ein gutes Stück weit. Dann ist immer noch Zeit, sich auf dieser Basis Unterstützung zu holen, um sich weiter zu entwickeln, wenn man möchte.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Natürlich regelt sich vieles mit der Zeit durch die Praxis.

Ich kenne viele gute SängerInnen die noch nie Gesangsunterricht hatten. Und einige, die schon ewig Unterricht nehmen und trotzdem kaum besser werden.
Das ist wie bei fast allem. Umso mehr Talent, Ehrgeiz und Engagement man hat, desto besser wird man.
Wie Robert schon schrieb: Mit Unterricht kommt man halt weiter als ohne.

Die Angst, etwas falsch einzulernen und dann mühsam wieder wegüben zu müssen, ist meiner Meinung nach oft übertrieben. Diese Um- bzw. Neulernphasen hat man auch immer wieder im kontinuierlichen Unterricht. Oder wenn man Lehrer wechselt, das Fach wechselt ...

Da du jetzt sowieso eher kein Geld für Unterricht hast, würde ich mir nicht all zu viele Gedanken machen und einfach drauflos singen.
Triff dich mit dienen Freunden, macht Musik auf "Teufel komm raus" und habt einfach Freude daran!

lg Thomas
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Das Wichtigste ist mit Überzeugung aufzutreten.
Wenn du dazu noch die Töne triffst umso besser :)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Das Wichtigste ist mit Überzeugung aufzutreten.
Wenn du dazu noch die Töne triffst umso besser :)
Ich würde sogar behaupten, dass man im Schnitt die Töne besser trifft, wenn man von sich überzeugt ist. ;)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Es kommt ja auch drauf an wo du hin möchtest? Möchtest du auf hohem Niveau singen dann finde ich die Kombination aus GU und Bandpraxis eigentlich das beste.
Reicht es dir einfach nur die Töne zu treffen, dann ist es vermutlich ausreichend durch reine Praxis weiter zu kommen.
Ich hatte ein Jahr GU und das hat mir sehr geholfen, da ich erst mit 22 begonnen habe überhaupt Musik zu machen. Man erweitert einfach seinen Horizont wenn da jemand ist, der einem Sachen zeigt und singen lässt, die man allein gar nicht geübt oder probiert hätte.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Es kommt ja auch drauf an wo du hin möchtest? Möchtest du auf hohem Niveau singen dann finde ich die Kombination aus GU und Bandpraxis eigentlich das beste.
Reicht es dir einfach nur die Töne zu treffen, dann ist es vermutlich ausreichend durch reine Praxis weiter zu kommen.
Ich hatte ein Jahr GU und das hat mir sehr geholfen, da ich erst mit 22 begonnen habe überhaupt Musik zu machen. Man erweitert einfach seinen Horizont wenn da jemand ist, der einem Sachen zeigt und singen lässt, die man allein gar nicht geübt oder probiert hätte.

Hallo, Danke für deine Antwort. Da stimme ich dir voll zu. Ich habe Gesang studiert und nehme auch jetzt noch monatlich eine Stunde (mehr als Coaching) für mein außergewöhnliches Projekt mit Hildegard von Bingen. Aktuell suche ich dazu noch Musiker (vor allem Instrumentalisten), die sich für Alte Musik interessieren und gleichzeitig auch ein spirituelles Interesse haben, das Erbe von Hildegard von Bingen weiter zu verbreiten.
 
Hallo, Danke für deine Antwort.

Hallo und willkommen,

ich glaube, die Antwort von DomeniO bezog sich nicht auf deinen Kommentar, sondern auf die Frage des Threaderstellers. In unserer Musiker-Suche kannst du ein Inserat erstellen mit etwas Glück Mitmusiker für dein Projekt finden.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Hallo und willkommen,

ich glaube, die Antwort von DomeniO bezog sich nicht auf deinen Kommentar, sondern auf die Frage des Threaderstellers. In unserer Musiker-Suche kannst du ein Inserat erstellen mit etwas Glück Mitmusiker für dein Projekt finden.

Vielen Dank für den Hinweis Antipasti. :)
 
Unterricht lohnt sich immer.
Voraussetzung ist natürlich ein guter Coach. Jedoch schließe ich mich meinen Vorgängern an, wenn es eine reine Hobbygeschichte ist,
dann ist es nicht so nötig, als wenn man als Profi unterwegs ist.
Man kann allerdings auch schief singen und sich Fehler angewöhnen - das ist einfach das Risiko, wenn man keinen nimmt.
Ich nehme immer wieder Stunden, um immer besser und besser zu werden. Kommt halt eben auch auf den persönlichen Perfektionismus an.
 
Hallo!
Ich nehme auch Stunden - angefangen hab ich damit, weil ich einmal grundsätzlich wissen wollte, ob ich überhaupt singen KANN - oder ob ich es mir Zeit meines Lebens vielleicht fälschlicherweise eingebildet hab.
Und weil ich meine Atemtechnik verbessern möchte, sodass mir nicht beim Singen die Luft ausgeht; und weil ich Probleme mit den Höhen habe - das zu überwinden, möchte ich lernen.
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben