Gibson LP: Worauf achtet ihr beim Gitarrenkauf? Wo ist der feine Unterschied?

von dalmatino1715, 15.02.17.

  1. dalmatino1715

    dalmatino1715 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.02.17   #1
    Immer wieder lese ich davon das z.B. Gibson öfter mal bei der Endkontrolle alles Mögliche durch lässt, und das beim Käufer auch "grotige" LP´s ankommen können...
    Empfohlen wird dann immer, dass man mehrere gleiche Modelle in die Hand nimmt und vergleicht.

    Ich frage mich hierbei, worauf achtet ihr beim Gitarrenkauf?
    Was macht eine baugleiche Gitarre besser als die andere?
    Welche schlechten Erfahrungen habt ihr bisher beim begutachten von Les Pauls entdeckt?

    Ok, schlechte optische Verarbeitung kann ich nachvollziehen (fehler beim Lackieren, schlecht eingearbeitete Hardware u.ä.)... welche Punkte nehmt ihr beim begutachten durch?
     
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  2. InTune

    InTune Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 15.02.17   #2
    Das ist bestimmt individuell recht unterschiedlich und kommt vielleicht ein wenig darauf an, wie feinfühlig oder mit anderen Worten "pingelig" man ist.

    Beim Anspielen fällt mir das Meiste schon recht schnell auf:
    -Gibt es scharfe Bundkanten?
    -Arbeiten die Potis wie gewünscht ("linear" und keine Sprünge) --> Da hatte ich mal ein Modell, dass ich da nicht ok fand.
    -Pick Up Wahlschalter ok?
    -Klinkenbuchse ok?

    Dann muss man unterscheiden, ob ein vermeintlicher "Mangel" der Verarbeitung, oder einer schlechten/ungünstigen Einstellung geschuldet ist?
    Eine miese Saitenlage oder scheppernde Saiten kann man auch bei einer "guten" Gitarre haben! Man muss sie nur vernünftig einstellen!

    Ein Problem mit der Stimmstabilität ist dann ein heikles Thema, was leicht behebbar oder auch ein No-Go sein kann. Ein "Pling-Pling" beim Stimmen der Diskant-Saiten, kann nur an alten korrodierten Saiten liegen (...btw., wenn die Saiten frisch und ungereckt sind, hält auch keine noch so gute Gitarre die Stimmung...) Vielleicht muss man aber auch an den Sattel ran (mit mehr oder weniger viel Aufwand). Wer sich hier nicht auskennt, sollte da lieber keine Kompromisse eingehen.

    Spannend wird es, wenn es darum geht ein besonders "wohlklingendes" Exemplar zu ergattern. Auch da sind persönliche Vorlieben natürlich entscheidend.
    Der eine möchte eine eher aggressiv klingende Paula, die sich vielleicht im Metal-Umfeld gut durchsetzt, ich persönlich habe nach "Vokalität" gesucht und dort auch die Unterschiede z.B. zwischen einer LP Studio und einer Paula aus dem Custom Shop ausmachen können. Insbesondere über den Hals PU such(t)e ich da nach den ausgeprägteren "Iiiis", "Ööös" und "Uuiis". (Woran bei mir z.B. die Bonamessa Signature und auch eine Roy Parnell Signature ziemlich gescheitert sind.) Darüberhinaus sollte die Gitarre insgesamt "gute/schöne" Klang-Eigenschaften haben (vernünftiges Sustain, kein Mumpf und kein Ätzen, Transparenz in Akkorden,...). Auch hier muss man abstrahieren, in wie fern alte/neue Saiten hier den Klang beeinflussen.

    ...aber so habe ich meine "Traum"-Paula gefunden.
     
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  3. Watt83

    Watt83 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.02.17   #3
    Die wahrheit liegt wie so oft in der Mitte.Gibson verkauft keine gurken am laufenden band aber leider auch öfter mal Gitarren die nicht unbedingt gemessen am preis eine verarbeitung aufweisen wie man es erwarten würde.

    Das bezieht sich meistens aber eher auf die detailverarbeitung.Z.b kleine ,,dellen" am griffbrett binding oder etwas verlaufener lack am korpusbinding. Hier da und da auch mal kleine lackfehler .

    die serienstreunung ist bei gibson schon höher



    Man kann grob schon sagen das gibson in der detailverarbeitung öfter mal rustikaler ist als andere Hersteller auch in preisklassen darunter.Nur mal auf die les paul bezogen.

    Sicher kann man beim händler sich die beste raus suchen. Aber Z.b eine top detailverarbeitung wie bei PRS ist bei gibson schwer zufinden(spiele selber eine gibson bevor das geheule hier wieder los geht).

    Das sind meine erfahrung die ich bei testen und/oder kauf bei gibson gitarren gemacht habe.

    Klanglich merkt man schnell ob es ein ausreisser nach unten oder oben ist.Wenn man mal einige gleiche modelle anspielt.Wobei natürlich dein eigener geschmack und die eigenen vorstellungen wie eine les paul zuklingen hat hinzukommt
     
  4. shadok

    shadok Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.02.17   #4
    ...und wie sind die Bünde abgerichtet? Da kann, auch bei Gibson, mal was schief gehen. Man kann auch den Sattel einer eingehenden Betrachtung unterziehen. Auch da kann mal was schief gehen. Für mich persönlich wäre erstmal alles was die Bespielbarkeit angeht wichtig. Dazu gehören natürlich die unterschiedlichen Halsprofile, wobei z.b. 2 SlimTaper z.B. nicht absolut identisch sein müssen.
    --- Beiträge zusammengefasst, 15.02.17 ---
    Ich auch. Und ich liebe ihren rustikalen Charme in Klang & Erscheinung.:D
     
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  5. ksx54

    ksx54 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.02.17   #5
    sehr unwahrscheinlich, da das alles maschinell gemacht wird, außer vlt die Custom Modelle.
    Ich habe schon einige Gibson Modelle angespielt und selber ne Studio, dabei waren eigentlich keine wirklich Schlechten, vlt schlecht eingestellt, aber das ist für mich kein Ausschlusskriterium.

    @dalmatino1715 ich würde, wie schon gesagt, Hauptaugenmerk auf Halsprofil, bei gebraucht, ob Bünde schon sehr abgespielt sind ( kleine Schwachstelle bei Gibson ), welche PU`s verbaut sind und so. Ich lege bei gebraucht immer sehr viel wert auf einen guten Gesamtzustand, daran sehe ich, wie die Gute behandelt worden ist.
    Nichts falsch machen kann man bei ner Gibson LP Studio, da stimmt Preis/ Leistung, einfach unschlagbar, z.B.
    https://www.musicstore.de/de_DE/EUR...o-Faded-2016-T-Worn-Cherry/art-GIT0036474-000
     
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  6. gustavz

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    Erstellt: 15.02.17   #6
    ich habe schon mal schlechte Erfahrungen mit kleinen Absätzen/Spalten beim Fretbinding gemacht.
    Wenn die Paula dieses Feature hat, würde ich darauf immer verstärkt achten. Wurde in meinem Fall als Garantie Leistung behoben.
    Beim Gebrauchtkauf darauf aufpassen! Ist aber nur bei einigen Modellen relevant und wohl nicht die Regel.
    Ich würde gebraucht das Instrument immer vorher antesten. Neu greift die Garantie, oder Geld zurück.

    Trotzdem: Gibson baut endgeile Gitarren auch im Massengeschäft, nur die Endkontrolle könnte besser sein.
    --- Beiträge zusammengefasst, 15.02.17 ---
    ab 2014 sind doch alle geplekt, oder täusche ich mich da?
     
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  7. Gast 2346

    Gast 2346 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 15.02.17   #7
    Ich habe recht viele LPs besessen aber keine blieb. Liegt aber daran, dass mir LPs nicht so liegen.

    Wichtig ist mir vor allen Dingen der Hals. Den fasse ich beim Gitarre spielen am meisten an. Ebenso wichtig das Griffbrett und dessen Radius, Bünde...etc. Ich würde da jetzt nicht auf anderes achten, als bei anderen Gitarren auch.
    Natürlich ist bei Gibson qualitativ viel daneben. Erst recht, wenn man sich die Preise dafür mal anschaut. Wenn es aber eine Gibson sein soll, muss man eben mit der momentanen Endkontrolle leben oder es halt sein lassen. Obwohl Gibson sich mit den 17er Modellen qualitativ wieder gefangen zu haben scheint...

    Schön beim Anspielen ist immer, wenn es klickt und man nicht nur einfach geil auf das jew./bestimmte Modell ist... Wenn die Qualität, die Haptik und Optik stimmt, man sich einfach drauf Zuhause fühlt, dann ist das mehr wert als alles andere.

    Wichtig ist meiner Meinung nach, dass du dir vor Augen hältst, was dir wichtig ist und dass du dann im Rahmen dessen dir passende Gitarre raussuchst.

    Nun bin ich niemand, der ein feuchtes Höschen bekommt, wenn er vor einer Custom Shop Gibson Wand steht, sondern das Ganze wesentlich nüchterner betrachtet. Auch wäre ich persönlich offen für andere Marken, was mir eine grosse Auswahl bescheren würde.
    Aber das muss letzten Endes jeder selbst für sich entscheiden.
     
  8. relact

    relact Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 15.02.17   #8
    Auf Sound, Bespielbarkeit und Optik. Ganz simpel.
     
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  9. gesch

    gesch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.02.17   #9
    Also - das für mich Wichtigste ist der Klang und die Haptik (deshalb muss man auch mehrere Instrumente des gleichen Typs testen - das ist nicht nur bei Gibson so). Also wird das Instrument erst einmal in die Hand genommen mit der Fragestellung: Liegt mir das Instrument? Komme ich mit dem Griffbrett und der Halsdicke klar? etc. pp. Danach wird das Instrument "trocken" gespielt wobei ich darauf achte ob alle Töne sauber kommen und vor allem wie schwingt das Instrument, wie ist das Sustain? (Das kann man verstärkt nicht wirklich beurteilen) Hier gibt es bei jedem Hersteller innerhalb einer Serie (Typ) zum Teil gewaltige unterschiede, was aber auch klar sein sollte, denn das Instrument besteht aus einem "lebenden" Werkstoff und klingt somit nicht immer gleich.

    Erst wenn die Haptik, die Bespielbarkeit, das Schwingungsverhalten zu meiner besten Zufriedenheit ausgefallen ist wird auf den Rest geachtet. Mit Ausnahme von absolut häßlichen Farben, ist mir die Farbe egal - was nutzt mir eine schönste Decke in einer tollen Farbe, wenn die Gitarre nicht klingt? Dann lieber ein Instrument, das nicht in meiner Lieblingsfarbe ist aber dafür klingt es Mega-Geil. Auch die Verarbeitung wird erst jetzt von mir geprüft. Wenn das Instrument wirklich Mega-Geil klingt, dann würde ich eher mit ein paar Nacharbeiten und/oder Hardwaretausch arbeiten als ein optisch besseres aber schlechter klingendes Instrument zu nehmen. Zumal man einige Fehler in der Verarbeitung oder ein paar Dings & Dongs sehr gut als Argument für einen Preisnachlass nutzen kann. Darüberhinaus werden sich weitere Dings & Dongs ganz von selbst einstellen. :D

    Tja und jetzt wird das Instrument angeschlossen - am besten über den eigenen, mitgebrachten Amp. Weil den kenne ich, da weiß ich wie der klingt, da kann ich die Gitarre wirklich (passend zu meinem persönlichen Sound) beurteilen.

    Übrigens - wenn es im Laden etwas laut ist, dann testet das Instrument im sitzen und legt dabei euer Ohr auf den Korpus/obere Zarge (das sollten auch total unsportliche hinbekommen) und ihr könnt wunderbar hören wie die Gitarre schwingt und wie lang der Ton trägt (Sustain).

    Wem das alles zu viel arbeit ist, der kann sein Instrument auch im Versandhandel bestellen. :evil:

    Gruß
     
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  10. Errraddicator

    Errraddicator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.02.17   #10
    Im Wesentlichen wurde bereits alles gesagt, was ich auch mache. :)

    - Ich prüfe zuerst die Optik, ob mir dort etwas auffällt. (Lackschäden z.B.)
    - Dann die Haptik (Schalter, Potis, Bünde, usw.)
    - Last but not least den Ton und das Spielgefühl.

    Da gibt es schon sehr deutliche Unterscheide bei Gibsons, das musste ich leider auch feststellen.
    Dafür dass die Teile so teuer sind, is das schon echt frech.
    Die guten Instrumente sind hingegen ihr Geld völlig wert, da muss man also aufpassen
    :m_git_a:
     
  11. VS73

    VS73 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.02.17   #11
    Hm, das wären für mich Gründe, den Preis noch etwas runter zu handeln. Wenn die Gitarre gut sonst gut verarbeitet ist und gut klingt, kann man das für ein paar Euro beheben.
     
  12. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 16.02.17   #12
    Meine PERSÖNLICHE Meinung ...

    Es gibt viele schöne Frauen - aber es gibt Frauen, die "besonders" sind!
    Dabei war meine beste Partnerin alles andere als "Model-kompatibel"! Es passte einfach ...

    Der feine Unterschied ergibt sich daraus, dass ich mit dem Instrument (weitgehend) gut klar komme, dass es mein persönliches, unverwechselbares Ich betont unf etwas in meinem HERZ anschlägt!

    Das vielseitigste, gut bespielbare Instrument nutzt nichts, solange es mein Herz nicht rührt! Topmodels sind nett anzusehen, rühren aber nicht wirklich mein Herz ...
     
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  13. FATBEARD

    FATBEARD Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.02.17   #13
    Der Vergleich von Cadfael mit den Frauen gefällt mir sehr gut ;)

    Genau dieses Gefühl, wenn es um das "Besondere" geht, braucht Zeit um aufgebaut zu werden. So wie es Zeit braucht, um zu wissen was man will.

    Abgesehen davon, dass jede Firma mit Fehlschlägen, Produktionsmängeln und Einsparungen zum Leidwesen des Kunden vertraut ist, halte ich doch fest, dass ein gewisser Standard bei Instrumenten gegeben ist. Vor allem bei großen Namen, wie Gibson.

    Neben den altbekannten Faktoren wie etwa Geld, ja das wird immer eine große Rolle spielen und dafür erwarten wir alle ein tadelloses Produkt, geh es ganz simpel an:



    Nachdem dir die Gitarre optisch gefällt, nimm sie in die Hand und spiel sie einfach so an wie es dir im Blut liegt. Du merkst sofort, ob es "funkt" oder nicht. Das Griffgefühl kann dir niemand ersetzen.

    Die weitere Inspektion, welche von meinen Vorschreibern bereits perfekt dargelegt wurde, gestaltet sich ebenfalls einfach.

    Sofern alles funktioniert und keine sichtbaren Schäden vorhanden sind - super Sache :great:
    Wie zuvor schon beschrieben, wäre das Binding, falls vorhanden, zu prüfen, ob da alles sitzt. Elektronik kann man verschmerzbar reparieren, sollte hier was nicht klappen.

    Fehler wirst du immer finden. Du kannst natürlich die Gitarre auseinandernehmen und checken, ob die Verdrahtung einwandfrei ist und prüfen ob alle Muttern und Schrauben fest sitzen. Am Ende sind es dann die Typen, die daran verzweifeln, weil sie einfach nicht in Erfahrung bringen können, welcher Mahagonibaum bei Mahagoni gemeint ist, ganz überspitzt gesagt.

    Ich kann dir von meiner ersten Les Paul (Standard 2008) berichten, dass beim Kauf alles gut war und ich bis heute noch sehr zufrieden bin. Kurz nach dem Kauf ist mir aufgefallen, dass sie auf der Decke zwischen den Potis einen "Schönheitsfehler" hatte - das verwendete Holz hatte an der Stelle offensichtlich Äste und diese Spur ist sichtbar. Ich hätte reklamieren können, habe so etwas bei den danach erschienenen Modellen auch nicht mehr gesehen. Mir gefiel es, und heute denk ich anders, da dies genau so ein Punkt ist der meine Paula einzigartig macht.


    Gibson hat sich natürlich mit derartigen Aktionen in puncto Verarbeitung keine Freunde gemacht. Wenn Gibson draufsteht, soll auch Gibson drin sein.

    Ich spreche hier Modelle wie Studio, Standard und Custom an. Bitte nicht ärgern bei "Sondermodellen" oder "Special Editions"... wer sich beispielsweise bei einer Les Paul CM über die neuartige Bridge und die damit verbundene lieblose Verarbeitung für knapp € 800 wundert, dem sei gesagt - auch große Firmen optimieren mit Resteverwertung.


    Alles Gute bei der Anschaffung, wirst sicher die Richtige finden! Haben wir ja alle noch ;)
     
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  14. InTune

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    Erstellt: 17.02.17   #14
    ...naja, mir erscheint der Vergleich mit der Traumfrau denn doch etwas überhöht. Gerade wenn man sich in die CS-Liga begibt sind da so dermaßen viele "Traumfrauen"... , aber nichtsdestotrotz es gibt schon auch diese Momente, wo man ein Instrument entdeckt, das nachhaltigen Eindruck hinterlässt (...war bei mir vor Jahren eine Gibson ES-175, die einen so was von phänomenalen Ton und Bespielbarkeit hatte, aber leider -obgleich gebraucht- völlig außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten...).
    Die sind aber IMO sehr selten und wenn man sich auf den Weg macht, um sich eine ordentliche Paula zu kaufen, kann das so ein sehr langer werden...
     
  15. clone

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    Erstellt: 17.02.17   #15
    Watt denn nu? :confused:
     
  16. InTune

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    Erstellt: 17.02.17   #16
    ...will sagen: Es gibt reichlich sehr gute Gitarren, unter denen man eher "nüchtern" nach den beschriebenen Kriterien aussuchen kann. Die Unterschiede werden jedoch sogar eher geringer (vor allem im Sinne von besser oder schlechter), je "besser" die Gitarren werden.

    Dagegen halte ich den Ansatz "man muss halt die Gitarre finden, bei der es "Klick" macht" zwar nicht für "Träumerei", als "Strategie" jedoch nur bedingt praxistauglich und für unwahrscheinlich da etwas zu finden, wenn man sich "gezielt" auf die Suche macht. Solche Gitarren finden den Gitarristen und nicht umgekehrt.
     
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  17. clone

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    Erstellt: 17.02.17   #17
    Ja gut, aber man muss auch da sein wo einen die Gitarren finden können ... . ;)
     
  18. gustavz

    gustavz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.02.17   #18
    eine Sache ist mir noch eingefallen: der Halswinkel!
    Wenn der nicht stimmt, kommt die Brücke sehr weit aus dem Body, oder sitzt schon fast darauf.
    Ein wenig Verstellweg für das persönliche Setup sollte immer noch möglich sein.
    Mir gefällt es, wenn das TOM schön tief sitzt.
     
  19. JM0

    JM0 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.02.17   #19
    Ich laufe durch den Laden, zupfe fröhlich Saiten an den hängenden Instrumenten, nehme uU eine runter, spiele probe. Wenn ich dabei kreativ werde und "anders" spiele als gewohnt ist es gut, sonst nicht. Das gilt nicht nur für LPs. Leider kosten vernünftige Markengitarren viel Geld, sodass mich die Vernunft bremst.
     
  20. bagotrix

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    Erstellt: 19.02.17   #20
    Für mich muss die Optik im Ganzen erstmal stimmen, die muss was hermachen und Lust aufs Spielen machen. Kleinere optische Verarbeitungsfehler sind mir dagegen nicht soo wichtig - wer sieht schon eine Lacknase oder ein etwas verfärbtes Binding auf einer Bühne?

    Hakelnde Bünde und sowas sind natürlich was anderes - funktional dürfen keine Macken dasein, die einen letztlich im Spielfluss hindern. Auf dem Gebiet gibts jetzt ab den mitteleren Preisklassen mMn kaum noch Gitarren, die generell so richtig schlecht sind, aber doch immer mal wieder Ausreißer. Die will man natürlich nicht gerade haben.

    Was für mich den größten Unterschied zwischen einer ordentlichen und einer "Haben-will"-Gitarre ausmacht, ist die Tonkultur, die man meist schon ohne Amp und erst recht clean gespielt wahrnehmen kann.

    Das sind die Gitarren, bei denen der Ton in allen Lagen gleichmäßig anspricht, sofort da ist und stabil stehen bleibt. Speziell bei Les Pauls nehme ich die größten Unterschiede auf den hohen Saiten (insbesondere die g- und h-Saite) in den Lagen ab dem 9./10. bis zum 14./15. Bund wahr - wenn der einzeln gespielte Ton da noch Fundament hat und lange ausschwingt, hat man eine richtig gute erwischt, dann stimmt eigentlich alles andere auch immer. So eine Gitarre singt dann schon ganz ohne Zerre über einen cleanen Fender-Amp, und sie klingt mit relativ schwachen PUs trotzdem nie dünn.

    Leider ist so ein Verhalten eher selten zu finden, aber wir sprechen hier ja auch von den richtig guten Exemplaren. Bei CS-LPs begegnet es mir öfter, bei Studios eher selten, aber es gibt die besonders gelungenen Teile in fast allen Preisklassen. Ich schätze, es ist zu einem gewissen, aber geringeren Teil der Holzqualität zuzuschreiben, aber in höherem Maße von der Verarbeitung abhängig. Ohne dass ich das im Einzelnen beweisen könnte, vermute ich mal als wichtigsten Punkt, wie passgenau die Halsverleimung bei der jeweiligen Gitarre ist. Die CS-Gitarren haben da mMn einen gewissen Vorteil durch den Long Neck Tenon, weniger wegen dem bisschen zusätzlichen Holz als wegen der geraden Unterseite des Halsfußes. Der begünstigt eine vollflächigere Verleimung, im Gegensatz zum Short Tenon, der unten rundlich ist und nur eine sehr kleine Berührungsfläche hat. Hat der Halsfuß Untermaß bzw ist die Halstasche etwas zu breit, fehlt es auch noch an den Seiten an Kontaktfläche zum Body. Wenn das bei einer CS passiert, nützt der Long Tenon allerdings auch nicht mehr viel. Das ist so meine Theorie, warum eine perfekt gebaute Studio oder Classic auch mal richtig super schwingen und klingen kann, oder eine CS R9 auch mal nicht so dolle.

    Gruß, bagotrix
     
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