[Gitarre] Ibanez FRM100-TR Paul Gilbert Signature

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Hallo,

hier mein Review zur neuesten Paul Gilbert Signature.

Fireman 006.jpg

Die technischen Daten:
- Mahagoni Korpus

- 3 teiliger Mahagoni/Ahorn Hals eingeleimt

- Palisander Griffbrett

- 22 Medium Bünde

- 2 Di Marzio Injector und 1x Di MArzio Area 67 Single Coil Pickup

- Tight-Tune Brücke

- Farbe Transparent Red

incl. Gig Bag und Gurt

Strassenpreis: 879,00 Euro


Die Vorgeschichte:
Ich spiele nunmehr seit 13 Jahren E-Gitarre und habe die gesamte Zeit nur auf Strats bzw. Superstrats der Marke Jackson verbracht.
Seit 10 Jahren beigleitet mich meine (Inzwischen völlig runtergerockte) Dinky 2.
Aber in den letzten Jahren habe ich mich immer mehr vom Melodic Death Metal zum Rock hinbewegt, es war einfach der Wunsch nach mehr Dynamik im Sound da.
Seit ca. 2 Jahren habe ich sehr viel Paul Gilbert bzw. Mr. Big gehört und war fasziniert von diesem offenen, dynamischen Gitarrensound. Am meisten geprägt hat mich Pauls Album "Fuzz Universe". Für mich der heilige Gral des (für mich) perfekten Gitarrentons.
Die Ibanez FRM-1 ist natürlich nie erschwinglich für mich gewesen. Umso glücklicher war ich als ich erfuhr das diese neue rote Fireman in Serie gehen würde.
Ein wenig abgeschreckt davon das sie in China gefertigt wird habe ich es trotzdem versucht und mir eine nach Oldenburg liefern lassen. Allerdings mit 3 Monaten Wartezeit, da nur sehr kleine Stückzahlen der Fireman gefertigt werden. Als es dann soweit war konnte ich sie 10min testen, aber leider nicht mitnehmen da mein verdammtes Auto ja unbedingt kaputt gehen musste. DAS war die Hölle...
Aber seit gestern ist sie nun meine und ich inzwischen verfolge ich diese Gitarre schon seit einem Jahr, war schon komisch sie dann endlich zu besitzen...


Konstruktion:
Die Fireman besteht aus einem Mahagonikorpus, der mit einem Mahagoni-Ahornhals verleimt ist (Ahorn befindet sich in der Mitte). Die Gitarre ist trotz der Holzwahl nicht zu schwer und hängt ausgewogen am Gurt.
Bei den Pickups handelt es sich um brummfreie Singlecoils, welche für Paul Gilbert entworfen wurden.
Auch wenn der Halsübergang sehr komisch aussieht ist er sehr angenehm und für einen Stratspieler wie mich der immer gegen einen Block als Halsübergang kämpfen musste ein Traum. Der Hals selber ist für meine Verhältnisse unglaublich dick und war in den ersten Stunden sogar schmerzhaft! ABER der Ton entschädigt mich für diese anfängliche Qual.
Fireman 013.jpgFireman 012.jpgFireman 007.jpg

Die Brücke ist ein sehr interessantes Konzept von Ibanez, da jedes bewegliche Teil blockierbar ist und die Gitarre somit unglaublich sustainreich klingt. Auch ist es angenehm das da absolut nichts scheppert oder mitschwingen kann. Auf der Ibanez Website gibt es sehr gut erklärende Bilder der Tight Tune Bridge, ich kann nur empfehlen da mal zu schauen.

Bei den Bünden handelt es sich um 22 sauber eingelassene und verarbeitete Mediumbünde. Paul Gilbert beschrieb seine Wahl dafür so: "High for shredding and skinny for intonation"
Und da hat er es genau getroffen, die Intonation ist wirklich fabelhaft ab Werk eingestellt. Da gibt es nicht zu meckern und ich muss großes Lob für Ibanez aussprechen.
Leider war bei meinem Modell die Saitenerdung defekt, bzw. die Lötstelle war abgefallen. Deswegen durfte die Fireman ganz schnell auf die Werkbank und wurde erstmal instandgesetzt.
Allerdings ist das der einzige Makel bei der Verarbeitung der aufgefallen ist. Sonst ist alles top!!!

Fireman 001.jpg


Praxistest:
Nun gehts hier aber ans eingemachte. :D
Unverstärkt klingt die Gitarre sehr laut und bietet ein schon fast unverschämt langes Sustain. Gerade hier gefällt mir das, dank der Tight Tune Bridge, nichts am Instrument klappert oder klirrt.
Aber da ich fürs unplugged eine akustische habe gehts mal fix an den Amp (Peavey Windsor Head an 4x12er, befeuert von einem Vox Satchurator und anderen Tretminchen).
Erstmal muss ich mich an die komische Position des Volume-Potis gewöhnen.
Ich spiele erstmal ein paar Cleans Sounds durch die verschiedenen Pickupstellungen. Da ich von diesen ganze Begriffen wie "Warm" oder auch "von unten durch die Mitte und dann hoch" :D nicht viel halte sage ich es einfach mal direkt. JA, das Ding kann clean und das sogar verdammt gut. Egal ob mit einem Chorus verfeinerte Akkorde und funkige Riffs. Es kommt alles sehr klar und präsent durch. Dabei immer mit einer schon fast unheimlichen Dynamik.

Nun wollen wir aber mal ins leicht zerrende Gefilde vordringen.
Gerade hier machen sich die Pickups sehr positiv bemerkbar, ich kann den Gain viel präziser und dynamischer mittels Poti und Anschlag kontrollieren als ich es mit meiner Jackson gewohnt war.
Also mal schnell ein paar Racer X Songs angespielt, und sofort kommt dieser spezielle Paul Gilbert Sound, präzise wie ein Maschinengewehr!
Unheimlich klar und ohne gematsche, genau so habe ich mir das vorgestellt.

Geht man nun mit dem Gain in Richtung Vollgas macht sich das Sustain wunderbar bemerkbar, die Noten sind fast endlos so kommt es einem vor. Allerdings ist mir fürs shredden schon fast zu wenig Gain dahinter, bedingt dadurch das ich nun eben keine "Vollgas" Humbucker mehr habe wie ich es gewohnt bin.
Die Gitarre klingt allerdings viel präziser als meine mit EMG bestückte Jackson. Es macht unheimlich Spass einfach per Volume Poti die Zerre rauszunehmen und diesen extrem Dynamischen Sound zum solieren zu verwenden.

Und das wichtigste ist für mich das die Pickups nie so grell klingen wie die einer Standart Strat sondern eher Humbucker mäßig, aber vieeeeeeeeel klarer und präziser.


FAZIT:

Die Gitarre ist ungewöhnlich und meiner Meinung nach auf jeden Fall eine Geschmackssache. Ich allerdings bekomme genau den Sound den ich wollte und was die Verarbeitung angeht bin ich auch sehr zufrieden.
Jedem der auf Paul Gilbert´s Sound, oder auch einfach auf Rockmucke steht kann ich die Fireman nur empfehlen. Ein unheimlich vielseitiges Instrument, das auch mal in Drop D mit etwas zugedrehtem Tone Poti gespielt werden kann.
Die Fireman ist unheimlich inspirierend für mich, so wie Remy H. (Der wohl größte PG-Fan) sagte: "Man kann die Gitarre nicht aus der Hand legen. Man will immer nur spielen" :D
Im Ernst, die Dynamik ist beeindruckend und der Sound und das Spielgefühl ist hammer. Das ist mir piepegal wo die Gitarre zusammengebaut wurde und wo sie her kommt.
Das Ding ist jeden Cent wert, ich persönlich hätte auch mehr bezahlt.
Das einzig schöne wäre ein Koffer anstatt dem (Aber auch nicht schlechten) Gigbag gewesen.

Gruß,
Christian
 
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