Für mich liest sich das alles hier nach physikalisch begründetem Voodoo.

Wenn es physikalisch begründet ist, ist es doch wohl kein Voodoo.
Die Gibson ES 135 ist (teilweise) aus Balsaholz
https://en.wikipedia.org/wiki/Gibson_ES-135
Ich mag sie sehr.
Gibson hat Balsa unter dem Namen "Chromyte" eine Zeitlang in vielen Gitarren zur Gewichtsreduzierung eingesetzt. Bei der ES-135 wurde zeitweise der Centerblock daraus gefertigt, zu anderen Gelegenheiten aber auch aus Mahagoni.
Bei manchen Solidbodies (Les Paul Studio Lite, US-1) hat Gibson die Bodies großzügig ausgefräst und die Hohlräume dann mit dem Balsa wieder gefüllt, sodass sie technisch gesehen auch weiter Solidbodies geblieben sind. Die Idee dahinter war wohl, dass die Gitarren trotz der großen Kammern nicht den Akustik-Beigeschmack einer Semi bekommen oder gar vermehrtes Feedback produzieren sollten, sondern klanglich typische Brettgitarren bleiben sollten.
Mit einem Mahagoni-"Rahmen" oder einer dünnen, harten Schicht außenrum wie dem Ahorn der ES ergibt Balsa einen leichten und doch steifen Verbundwerkstoff, zumal bei der ES die Decke durch die Wölbung nochmals eine stabilere Statik bekommt. Den reinen Saitendruck können Hollowbodies ja sogar ganz ohne Centerblock verkraften.
Der Haken ist halt, dass Balsa zwar für sein Gewicht recht steif ist, aber eben durch die geringe Dichte sehr empfindlich gegen punktuelle Verformung ist, sprich: Eine Bridge daran festzuschrauben, die die Zugkräfte einer Saite aufnehmen muss, ist eher keine so gute Idee. Ich vermute mal, dass auch bei der ES-135 an den Stellen unter direkter Belastung (Einschlaghülsen der Tunomatic, Saitenaufhängung) härteres Holz eingepasst ist. Die Solidbodies wurden mWn auch so gefräst, dass an den Stellen, die unter Last stehen, das Mahagoni stehen blieb.
Balsa scheint mir rein mechanisch nicht sehr geeignet zu sein, um daraus eine komplette Solidbody zu bauen. Das heißt aber nicht, dass es schwingungsdämpfend wirken bzw. nicht gut klingen wird.
Gruß, bagotrix