Gitarre - Werkstoffe (u.a. Holz) - Klang - die ewige Suche nach der "Wahrheit" ?

  • Ersteller Alex_S.
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An der Gitarre ist nichts....nichts auf einen bestimmten Klang gebaut....der ergab sich eben.

Ja. Mangels Vergleichsmöglichkeiten - anders als heute. Leo Fender wollte die Gitarre industriell elektrifizieren. Aus der Sicht des Radiotechnikers/Ingenieurs, der er war. Und das ist ihm hervorragend gelungen. Die Esquire/Broadcaster war das Model-T der Gitarrenindustrie. Kein Schnick, kein Schnack, nicht unbedingt schön (liegt im Auge des Betrachters) aber gnadenlos auf ihre Aufgabe getrimmt - LAUT sein zu können. Außer einem Upscaling zur Tele war die Strat funktional nicht anders konzipiert. Und immer wurde das Holz genommen, das man kriegen konnte:nix:.
 
Mir fällt dazu ein, dass ich mal ein Projekt hatte, Gitarren im Klang zu optimieren, indem man sie erwärmt. Dazu gab es einen Kunden, der bei mir eingespielt hat. Ich habe das dann en Detail vermessen. Gibt es sowas auch im e-Bereich?
 
Ich habe selbst fünf CS gehabt....zwei Masterbuilds davon.
Da ist nichts magisches dabei. Ob da jemand tatsächlich Hölzer selektiert hat...ich weiß es nicht.

Deckt sich mit dem, was mir mein Händler-Kumpel so über nurmal zb. Fender CS-Modelle berichtet. So einige davon müssen doch tatsächlich nachgearbeitet werden, andere gehen gleich zurück. Es handelt sich dabei durchaus um vermeidbare Mängel, sprich Pfusch. (Unvermeidbar ist z.B. sich post-Produktion verziehendes Holz).

A pro pos Holz:
Holz selektieren ist nun wirklich nicht schwer:
1. nach Optik: Kann jedes Kind
2. nach Klang (braucht ein bisserl Erfahrung), aber dennoch ist es reichlich leicht, aus einem Stapel Bohlen, das sonorste rauszuhören.

Ich war neulich in einem 1-Euro-Laden. Dort gab es ca. 30cm Ducrchmesser Dekoschalen. Oben eine Mulde eingefräst unten krude Natur. Vermutlich aus Afrika, weiches Holz, zu weich für eine Gitte. Habe mal aus Spass dagegen geklopft -> UNFASSBAR SCHÖNER, VOLLER KLANG!

Also bitte kein teures gedöns, wenn Firmen von selektiertem Holz reden!
 
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Von Hand selektiert heißt nichts anderes als: In Kiste mit Planken gegriffen und eine von zehn für die aktuelle Gitarre rausgezogen. Ohne Angabe von Kriterien für die Selektion heißt das alles oder eher garnichts... Wenn tatsächlich nach bestimmten Kriterien selektiert würde, wäre mir eine automatische Selektion lieber, da genauer und reproduzierbarer...
 
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Korpusholz halte ich ( rein vom Baugefühl ) nicht für ganz unwichtig, aber der tonformenste Teil der E-Gitarre ist für mich der Hals.

ich weiss es: es ist die Zargenbreite am unteren Horn (Bzu), bzw. der Zargenradius (Rz). In Verbindung mit der Ionisierten Lackierung (IL) zur jeweiligen Stunde (h) bezogen auf den Breiten- und Längengrad (N/E), in Abhängigkeit von der Mondphase (MP) und der Lage der inneren Planeten (iP).:

Klang = (Bzu*Rz/IL*h)+MP*N/E.

Vielleicht fehlt aber noch eine Variable. Die such ich noch.
 
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sorry...solche Formeln kann ich nicht ernst nehmen: iP taucht darin gar nicht auf;)
 
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ich weiss es: es ist die Zargenbreite am unteren Horn (Bzu), bzw. der Zargenradius (Rz). In Verbindung mit der Ionisierten Lackierung (IL) zur jeweiligen Stunde (h) bezogen auf den Breiten- und Längengrad (N/E), in Abhängigkeit von der Mondphase (MP) und der Lage der inneren Planeten (iP).:

Klang = (Bzu*Rz/IL*h)+MP*N/E.

Vielleicht fehlt aber noch eine Variable. Die such ich noch.

Ironie in allen Ehren, aber wenn man etwas praxisnäher rangeht konnte ich für meinen Teil feststellen, dass den mit Abstand größten Einfluss auf den Toncharakter eine (E) Gitarre der Hals ist. Ich habe wirklich schon alle Teile getauscht die man tauschen kann, mal mit mehr oder weniger Klangveränderung, aber nie mit drastischer. Habe ich hingegen den Hals getauscht, ergab sich dadurch ein komplett anderer Ton.
Natürlich mag es sein, dass man 2 sehr ähnliche Hälse gegeneinander tauscht und man wird dann keinen so großen Unterschied feststellen.

Ich kann nur ( ganz ohne Formel ) von meinen Erfahrungen sprechen, und da war es so.
 
ich hab herausgefunden, dass der Pick den allergrößten Unterschied macht. Gleich nachdem man sämtliche Variationen von Pick-Haltung und Anschlag, Winkeln, Drehungen, Greifpositionen an einem Pick durchprobiert hat.

Mit meiner Formel will ich darstellen, dass es unzählige Einflussfaktoren auf den Klang einer E-Gitarre gibt. Da gehört einfach alles dazu. Nur eins ist immer gleich: eine Scheiss-Gitarre bleibt eine Scheiss Gitarre. Sei die nun billig oder teuer. Und eine Scheiss Gitarre klingt bei einem Scheiss Gitarrespieler immer so wie eine Saugut klingende Gitarre. Bei einem guten Gitarrespieler ist das nicht immer so.
^^
 
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Habe ich hingegen den Hals getauscht, ergab sich dadurch ein komplett anderer Ton.

Dort wo vorher ein E war ist dann plötzlich bei gleicher Stimmung ein D#, oder wie soll man sich das vorstellen? ;)
 
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Sooo, dann geb ich meinen Senf auch mal dazu...
Ich für meinen Teil bin durchaus der Meinung, dass der Begriff "Ton"holz gerechtfertigt ist.

Eingangs gleich mal das "Mitleidsargument" (wurde glaub ich weiter vorn mal so bezeichnet :great:):
Ich mühe mich jetzt seit nunmehr ca. 35 Jahren, wohlklingende Töne aus Gitarren herauszukitzeln und hatte in dieser Zeit eine veritable Zahl von Gitarren in Besitz und weit mehr Klampfen mal länger, mal nur flüchtig in der Hand. Wobei ich durchaus zugebe, dass das Musizieren bei mir ohne jeglichen wissenschaftlichen Anspruch geschehen ist und meine Klangeindrücke auch keineswegs akribisch mitprotokolliert wurden. Leider fehlen mir daher beim Folgenden somit Angaben zu Rahmenbedingungen wie Raumtemperatur und -feuchtigkeit sowie Windrichtung und -stärke. Trotzdem reklamiere ich für mich in quasi grenzenloser Arroganz, evtl. gewisse Erfahrungswerte gesammelt zu haben, die bezüglich der Beurteilung von Klang und/oder Ton hilfreich sein könnten.

Das Thema "Ton durch Holz oder Ton durch Pickup oder Ton durch Amp" ist ja nun nicht gerade das neueste, im Zuge einer solchen Diskussion haben wir vor ein paar Jahren mal folgendes Experiment durchgeführt:
Da die folgenden Probanden...
a) ESP KH-2 Custom, Baujahr 1995, Riegelahorn-Schraubhals, Erle-Korpus, 2x EMG 81, Schaller FR-II
b) ESP M-II Custom, Baujahr 1998, Ahorn-Schraubhals, Ahorn-Korpus, 2x EMG 81, Original-Floyd Rose
...bei nahezu identischen Specs doch deutlich unterschiedliche Amp-Einstellungen aufwiesen, um wiederum ein ähnliches Klangbild zu produzieren, wurde interessehalber der M-II-Korpus in die KH-2 verpflanzt.
Und siehe da: Die Gitarre klang - bei unveränderten Amp-Einstellungen - deutlich heller/höhenbetonter, weniger warm im Bass-/Tiefmittenbereich und schien insgesamt weniger resonant... was irgendwie aufgrund der dem Ahorn zugeschriebenen Klangeigenschaften auch zu erwarten war, von der Fraktion "der Pickup macht den Sound" aber vehement in Abrede gestellt wurde.
Letzten Endes war anscheinend nicht mal der "große Gleichmacher" EMG 81 derart gewichtig in der Kette der Klangerzeugung, um den Grundcharakter komplett aus der Gleichung zu nehmen.

Unterschiedliche Klangcharakteristika verschiedener Tonhölzer ließen sich übrigens auch mit Strat-Bodys (von Rockinger u. Warmoth), einem Rockinger-Hals (Maple/Rosewood) und einem vorverdrahteten Pickguard gar trefflich überprüfen. Wobei festzuhalten bleibt, dass es sich hier um Grundcharakteristika, klangliche Tendenzen oder Texturen handelt;
Ich möchte hier keineswegs behaupten, in einem Blindtest rauszuhören, ob jemand mit einer Ibanez RG aus Linde, einer Jackson Dinky aus Sumpfesche oder einer ESP Horizon aus Erle zugange ist.
Unterschiede? Auf jeden Fall.
Welches Holz? Unwahrscheinlich.

Aber zu attestieren, dass Korpusform und -holz irrelevant sind, lediglich der Pickup den Klang erzeugt und somit kein Unterschied zwischen einer Charvel So-Cal und einer Les Paul zu hören ist, wenn beide z.B. mit ner Seymour Duncan JB/Jazz-Kombi ausgestattet sind halte ich angesichts zumindest meiner Erfahrungswerte für absurd.

Schlussendlich - und das ist meine Meinung, die für niemand außer mir relevant sein muss - gehe ich durchaus konform damit, dass das Holz einer Gitarre in erster Linie ein resonantes Bauteil ist und hier viel Klang-Esoterik und Shredding-Voodoo - mithin also viel subjektives... - zu Fakten hochstilisiert wird; andererseits ist nicht von der Hand zu weisen, dass eine Paula mit Ahorndecke anders klingt als eine ohne, eine Strat aus Erle anders klingt als eine aus und dass Profis von einem zum anderen Korpusholz wechseln um bestimmte Klangvorstellungen realisieren zu können.

Ob nun all diese Erfahrungswerte angesichts vermeintlich anderslautender wissenschaftlicher Erkenntnisse ad absurdum geführt werden können muss jeder für sich selbst entscheiden - am Ende des Tages ist subjektive Präferenz oder persönliches Erleben nur schwer in Formeln auszudrücken.
 
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Musizieren ohne wissenschaftlichen Anspruch :mad: :eek: :(, wo kommen wir denn da hin wenn das jeder machen würde ......:cool:
 
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Ob nun all diese Erfahrungswerte angesichts vermeintlich anderslautender wissenschaftlicher Erkenntnisse ad absurdum geführt werden können muss jeder für sich selbst entscheiden - am Ende des Tages ist subjektive Präferenz oder persönliches Erleben nur schwer in Formeln auszudrücken.
ich denke auch, es liegt an einem selbst, wie man, mit welcher Gitarre auch
immer, dann damit klar kommt. im grunde habe ich alle meine Gitarren
ausschliesslich nach "subjektiven:)" Kriterien gekauft, die für mich als
Gitarristen, und nicht als -gitarrenbauer-, der ich ja nicht bin, relevant waren,
und bin damit immer gut gefahren.
die teils "ungeliebte Wahrheit" ist eben, der "klang (tone) kommt aus den fingern":rolleyes:.
 
Ob nun all diese Erfahrungswerte angesichts vermeintlich anderslautender wissenschaftlicher Erkenntnisse ad absurdum geführt werden können muss jeder für sich selbst entscheiden - am Ende des Tages ist subjektive Präferenz oder persönliches Erleben nur schwer in Formeln auszudrücken.

Also doch lieber subjektive Erfahrung anstatt Fakten?
Weisst du an was sämtliche Holzklangtheorien bei E-Gitarren kranken? Sie basieren nie auf Vergleichen, bei denen das Holz den einzigen klangbestimmenden Unterschied ausmacht. Abgesehen davon, dass sie selten den Eindruck erwecken, dass der Theoretiker wirklich verstanden hat, wie die Klangerzeugung bei einer E-Gitarre funktioniert und wieviel Saitenschwingung wirklich im Holz landet.
 
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Meine 2 Ct - nur weil der wissenschaftliche Beweis, dass die Holzart keine Rolle spielt, nicht erbracht ist, heißt das noch lange nicht, dass der Einfluss der Holzart bewiesen ist.
Immer, wenn einer sagt: "Man müsste alle Variablen außer der Holzart ausschließen, erst dann ist der Einfluss des Holzes bewiesen (oder ausgeschlossen)" kommt der nächste und sagt: "Meine Erle Strat klingt ganz anders als meine Mahagoni Strat, ist doch klar dass das am Holz liegt". Umgekehrt folgt einer Aussage wie: "Ich halte es aus Erfahrung für klar, dass die Holzart Einfluss auf den Klang hat" fast immer die Entgegnung: "Der Magnet im Pickup hört keinen Holzklang - der nimmt nur die Schwingung der Metallsaiten wahr". So geht das seitenlang im Kreis rum und für mich ist eigentlich nur interessant, die immer gleichen Argumente von verschiedenen Leuten aus verschieden Blickwinkeln erklärt zu bekommen. Da ist diese Diskussion hier um Längen fairer und interessanter als all die hundert anderen Threads zum gleichen Thema. Trotzdem sollten die Befürworter des "Holzklang" bei E-Gitarren schon verstehen, dass eigene Erfahrungen von egal wem kein Beweis sein können. Erst wenn man verschiedenartige Klänge bei Gitarren gar nichts anderem als dem unterschiedlichen Holz zuordnen könnte, wäre das ein Beweis. Und ich, der ein Argument wie: "Jede Schwingung, die ich am Holzbody spüren kann, geht der Saite für die Übertragung zum Pickup verloren - am besten schwingt das Holz also gar nicht" so richtig schön logisch findet, muss anerkennen, dass meine Gitarren, die ohne Amp gut resonieren, auch am Amp gut resonieren und längeres Sustain haben als die, bei denen das nicht so ist. Und die Paula mit Ahorndecke anders klingt als die Paula ohne Ahorndecke. Und die beiden Linde Gitarren sich im Klang verdammt ähneln, trotz total verschiedener Pickups...
Logisch finde ich´s nicht, aber "Tonholz" bei E-Gitarren ist zumindest nicht so absurd wie Astrologie :D
 
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nur weil der wissenschaftliche Beweis, dass die Holzart keine Rolle spielt, nicht erbracht ist, heißt das noch lange nicht, dass der Einfluss der Holzart bewiesen ist.
:rolleyes: das hat was von der philosophischen Diskussion um "den gottes-kein Gottesbeweis",
führt also zu nichts.
better, let`s Play the guitar :tongue:
 
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