Gitarren in Drop-Tunings klingen verstimmt

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Starvin' Marvin
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Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem:

Ich habe zwei Ibanez Gitarren, eine 6-Saiter auf Drop-C gestimmt und eine 7-Saiter auf Drop-A. Ich habe letzte Woche beide Gitarren neu eingestellt (Halskrümmung, Saitenlage, Oktavreinheit). ich hab mir mehrere Tage Zeit genommen und alles bis aufs kleinste Detail genau eingestellt (Es hat etwas länger gedauert, weil beide Gitarren einen Floyd Rose Tremolo haben). Ich war sogar beim Gitarren-Bauer und hab gesagt er solle mal drüber schauen und der meinte, dass die Gitarren top eingestellt seien.

Nun ist mir aber etwas aufgefallen, das mir früher nie aufgefallen ist (seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit recording und da möchte ich, dass meine Gitarren so genau wie möglich klingen):

Bei beiden Gitarren klingen jeweils die tiefen Saiten (also das Tiefe C bei der 6-Saiter und das Tiefe A bei der 7-Saiter) verstimmt. Wenn ich z.B. Power Chords oder Oktaven auf den höheren Saiten spiele, klingt alles topp. Wenn ich das selbe aber auf den tiefen Saiten spiele, klingt die Tiefe Saite jeweils etwas zu hoch. Das merkt man vor allem, wenn man eine Tiefe Oktave spielt (also z.B. auf der 7-Saiter: 3. Bund auf den tiefen A und Bund auf dem hohen A). Die Gitarre klingt nur dann "richtig", wenn ich die Tiefe (gedroppte) Saite etwas flat stimme.


Also nochmal zusammengefasst: Die Einzelsaiten sind alle korrekt gestimmt. Das Stimmgerät zeigt überall unmissverständlich grün an. Wenn ich die jeweiligen Töne auf dem Griffbrett greife, dann sind die auch alle korrekt (laut Stimmgerät) Die Gitarre ist also Bundrein.

Trotzdem HÖRT sich die Oktave, wenn ich sie spiele, schief an.

Nur um klar zu stellen, dass ich nichts anderes verkehrt gemacht habe:

1. Ja, die Gitarre ist auf allen Saiten wirklich Oktavrein

2. Die Tremolos sind sehr gut eingestellt (nicht zu hoch, nicht zu tief)

3. Die Saitenlage ist so flach wie möglich, so hoch wie nötig. Nichts schnarrt

4. Die Saitenstärke ist jeweils so ausgewählt, dass es eine gleichmäßige Spannung gibt. Da habe ich extra die Saitenstärke für die spezifische Stimmung errechnet mit einer Tabelle (von D'Addario glaub ich)

5. Es sind keine Billiggitarren. die 6-Saiter hat 800, die 7-Saiter 1700 Euro gekostet.

6. Nein,ich drücke auch nicht zu stark auf die Saiten drauf beim spielen. Ich achte extra darauf, dass ich nur ganz sachte drücke. Der Ton ist trotzdem zu hoch.


Ich hab jetzt in mehreren Foren gelesen, dass einige Leute das selbe Problem haben und dass man tatsächlich die Tiefe Saite nach Gehör etwas flat (ca. 10-20 cent) stimmen soll. Das finde ich aber echt komisch... Ich frage mich, weshalb tritt dieses Problem nur bei der tiefsten Saite auf?


So und nun seid ihr gefragt! Gibt es jemanden, der/die mir erklären kann, was ich falsch mache oder der/die mir bestätigen kann, dass man da wirklich nichts machen kann? Hat es vielleicht etwas mit der Saitenstärke zu tun? Sind meine Saiten zu dick/ zu dünn?

Saitenstärke der 6-Saiter (Drop-C): 11, 14, 20, 28, 39, 60

Saitenstärke der 7-Saiter (Drop A): 10, 13, 17, 23, 30, 52, 70

Die tiefen Saiten sind schon etwas dicker, müssen sie ja aber auch sein, weil es ja ein Drop-Tuning ist und die Saitenspannung soll ja erhalten bleiben


Ich bedanke mich schon mal für jegliche Hilfe von euch!
 
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Ich frage mich, weshalb tritt dieses Problem nur bei der tiefsten Saite auf?
...ich spiele ja nicht bass (;) ), aber: es könnte wohl durchaus am Anschlag liegen, Gitarrensaiten erklingen ja nie über die gesamte Schwingungsphase in der selben Tonhöhe, und je höher die Saitenmasse ist, desto gravierender macht sich die damit verbundene Verlaufskurve bemerkbar. Soweit ich das überschaue, mitteln die meisten Stimmgeräte das auch nur, sonst würde man vermutlich beim Stimmen schnell die Nerven verlieren ...
 
Das mit dem Anschlag war auch mein erster Gedanke.
Beim Recording hab ich mir das "härtere" Anschlagen auch mehr oder weniger abgewöhnt :)

Hast du mal eine Demo in der man das Problem hören kann?
 
*edit*

Ok jetzt ist grade etwas interessantes passiert. Ich hab gerade eine Demo aufgenommen und beim Anhören, hört sich das alles sauberer an als beim selber Spielen. Evtl. hat mit die ganze EInstellerei die letzten tage auch ein bisschen die Nerven graubt.

Hör dir das mal an und sag mir, ob ich spinne. Für mich hört sich das jetzt doch ganz korrekt an:

https://easyupload.io/vw2ilx


EDIT:

Hier noch eine zweite Datei, bei der ich mal mit Anschlag spiele:

https://easyupload.io/wj9mwb


Hier hört sich die Oktave dann wieder etwas unsauberer an, aber das ist dann halt so?
 
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Sind die ersten fünf Bünde beim Greifen minimal nach oben verstimmt, liegt das meist daran, dass der Sattel in Relation zum ersten Bund zu hoch eingestellt ist (die Dehnung der Saite ab dem ersten Bund ist größer, als bei einem niedrigeren Sattel, also ist der Ton auch höher, als er sein sollte).

Ist jetzt nicht die große Magie, das kann man einfach, mit dem richtigen Werkzeug, abschleifen. Das hätte deinem Gitarrenbauer aber im Zweifel auffallen und auch von ihm problemlos beseitigt werden sollen.
 
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Ja ist in der Tat nicht gerade sauber und man hört es in beiden Hörbeispielen.
Klingt wie 1/4 drüber.
 
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*edit*

Ich nehme mal an, du hast dickere Saiten, als normalerweise da drauf sind? Die können natürlich im Sattel nicht so tief in die spezifisch für eine Saitenstärke gefeilten Kerben gleiten. Also liegen sie höher, als bei E-Saiten mit 42er oder 46er-Stärke. Wäre so meine Vermutung.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
...Das hätte deinem Gitarrenbauer aber im Zweifel auffallen und auch von ihm problemlos beseitigt werden sollen...

Ich hab das dem Gitarrenbauer nur kurz gezeigt. Der hat sich den Hals angeschaut, die Saitenlage und kurz angespielt und meinte das sehe gut aus. Vielleicht hätte ich die Gitarre da lassen sollen.

Also nach einem erneuten Test sieht es tatsächlich so aus, als wären die gegriffenen Töne bis zum ca. 8-9 Bund leicht zu hoch. ich hatte das eigentlich getestet und es sah gut aus. Aber scheinbar hatte ich das übersehen. Also liegt es wohl daran, dass die tiefe Saite zu dick für den Sattel ist?

ABER:

Meine 6-Saiter ist definitiv Bundrein. Also in allen Bünden zeigt das Stimmgerät an, dass die Töne Stimmen. Und die hört sich trotzdem schief an. Um ehrlich zu sein hört die sich sogar noch viel schiefer an als die 7-Saiter.

Ich habs aber ganz ehrlich grade mit dem Stimmgerät vor mir getestet. Die Töne der einzelnen Saiten stimmen:

https://easyupload.io/p5j9vj


EDIT: Ich habe auch 4 verschiedene Stimmgeräte benutzt, um zu checken, ob eines der Stimmgeräte im Arsch ist, aber es passt wirklich alles.
 
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:opa: siehe oben, Ohren hören mehr und vor allem anders als Stimmgeräte bzw. die Stimmgeräte dürfen nicht wirklich zeigen, was sie hören :D


Ok, das hab ich schon verstanden, aber was heißt das nun für mich? Einfach nach Gehör stimmen kann ich ja auch nicht :engel:.
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*edit*

Ich nehme mal an, du hast dickere Saiten, als normalerweise da drauf sind? Die können natürlich im Sattel nicht so tief in die spezifisch für eine Saitenstärke gefeilten Kerben gleiten. Also liegen sie höher, als bei E-Saiten mit 42er oder 46er-Stärke. Wäre so meine Vermutung.


Ja das ist wohl die Erklärung für meine 7-Saiter. Was ich nicht verstehe (und das ringt mich jetzt grade echt zum Verzweifeln), wieso das bei meiner 6-Saiter dann anders ist. Dort stimmen die gegriffenen Töne auf dem gesamten Griffbrett (laut Stimmgerät), aber trotzdem klingt die Gitarre sogar noch schiefer also die 7-Saiter.

Hast du dir das Audiobeispiel mal angehört?
 
@Starvin' Marvin

Welche Ibanez 7 Saiter hast Du - Bitte genau Bezeichung ......
 
Das mit der 7 Saiter dachte ich mir.

Deine hat eine kurze Mensur 648 für 7 Saiter.

Bei den längeren Mensuren gibt es diese Probleme weniger.

Dünnere Saiten können Abhilfe schaffen bei der kurzen Mensur. Am besten testen.
 
...hat eine kurze Mensur 648 für 7 Saiter...Dünnere Saiten können Abhilfe schaffen bei der kurzen Mensur...

OK das ist gut zu wissen. Vielen Dank! Vielleicht bringe ich sie doch mal zum Profi und lasse sie mal gründlich untersuchen.


Nochmal zu meiner 6-Saiter. Da hab ich ja ein ähnliches Problem. Obwohl dort die Töne auf dem Griffbrett stimmen. Kann das dann auch an einer zu dicken Saite liegen?

Kann ich irgendwie das genaue Modell der Gitarre herausfinden? Ich habe die mal als Kind geschenkt bekommen und weiß leider echt nicht mehr genau, was das für eine Gitarre ist.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
OK das ist gut zu wissen. Vielen Dank! Vielleicht bringe ich sie doch mal zum Profi und lasse sie mal gründlich untersuchen.

Das ist genau was ich empfehlen würde.

Nochmal zu meiner 6-Saiter. Da hab ich ja ein ähnliches Problem. Obwohl dort die Töne auf dem Griffbrett stimmen. Kann das dann auch an einer zu dicken Saite liegen?

Kann man ja dann gleich den Profi fragen.

Mal im ernst: Ferndiagnose ist da sehr schwierig und die Hörbeispiele die Du geliefert hast sind so extrem dass es nicht mal einen Profi brauchen würde um da rauszufinden was verkehrt ist.

Ich könnte Dir das wenn die Dinger auf meiner Bank liegen würden jedenfalls in deutich kürzerer Zeit sagen als ich gebraucht habe um diesen Beitrag zu schreiben.
 
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Dünnere Saiten können Abhilfe schaffen bei der kurzen Mensur. Am besten testen.
Wenn - und so habe ich ihn verstanden - die Saitenstärke unter Berücksichtigung von Mensur und gewünschter Stimmung berechnet wurde, sollte das nicht der Punkt sein (es sei denn, es wurden Saiten aus signifikant anderem Material aufgezogen).
 
@Starvin' Marvin Aus dem Grund gibt es Fanned-Fret Systeme. Floyd-Rose-Sättel sind standardisiert und in der Regel nicht auf sehr dicke Saitensätze ausgelegt. Dementsprechend kann es sein, dass die Saite etwas zu hoch liegt und damit der Sattel "technisch" zu hoch ist. Dein Gitarrenbauer kann das anpassen. Lass ihn da nochmal drauf schauen. Wenn das der Fall ist, wirst Du die Saitenlage noch mal einstellen müssen, weil dann eventuell die tiefen Saiten auf dem ersten Bund aufliegen könnten.
 
Das was @frankpaush sagt. :opa:
Erst mit Stimmgerät stimmen und den Rest per Gehör machen.
Du hörst dass was schief klingt also hörst du auch wenn´s nicht mehr schief klingt.
 

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