gitarren-speaker perfekt simulieren

muaB
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ahoi ;)

ich wage mich mal über den tellerrand des gitarrenforums hinaus mit folgender problematik&theorie:

ich frage mich, ob es auf dem weg, den ich gleich beschreiben werde, möglich ist, mit einer boxensimulation eine "perfekte" aufnahme meines blues juniors zu simulieren.

perfekt heißt in diesem fall: ich habe ein shur sm58 vor meinem amp stehen und greife dieses signal ohne weitere bearbeitung ab.

aufgrund von nachbarn, ist dies natürlich nur in ausnahmesituationen möglich, also habe ich mir einen palmder pdi04 besorgt, mit loadbox.

ok, soweit ist die damit entstandene aufnahme recht authentisch, klingt jedoch nicht wie die aufnahme.

also habe ich mir folgendes gedacht:

ich spiele über den amp weißes rauschen und nehm das ab. das ergebnis kommt in ein freq-analyser und ich habe meine "ziel-linie".

nun schalte ich einen eq (ich habe noch keinen, deswegen frage ich ja erstmal ,p) hinter den palmer, lass das rauschen im loop laufen, und kurbel so lange am eq rum, bis sich die linien decken (annähernd, 100% wirds wohl nix ,p).

das ergebnis ist also eine perfekte kopie meiner perfekten aufnahme.


nun meine fragen:
sehe ich das in der theorie richtig?
ist über diesen weg auch praktisch eine (annähernd) perfekte kopie möglich? (ja, mir ist klar, dass die loadbox anders reagiert, als ein echter speaker, aber gehen wir mal davon aus, dass sie 100% so reagiert, wie der speaker)
ist weißes rauschen dafür geeignet? (immerhin geht das ja von 0 bis ka wiviel khz, auf jeden fall deutlich mehr, als ein gitarren speaker laut secs kann/darf)
wenn nein: was wäre denn besser geeignet?
gibt es sonst noch was, was ich nicht bedacht habe?

danke schonmal
muab
 
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So wirklich hab ich das jetzt nicht verstanden, wie du ds vorhast, aber es geht grob in die Richtung, die auch durchaus verbreitet ist: Faltung des Signals mit Impulsantworten. Du schickst einen Impuls (also einen theoretisch undenlich kurzen Knall; in dem sind alle Frequenzen enthalten) durch das System (also in die Box, und mit dem Mikro aufgenommen). Nun ziehst du da den Impuls raus, und hast somit die Impulsantwort dieses Systems. Wenn du nun ein Gitarrensignal wiederum mit dieser Impulsantwort faltest, dann klingt es eben so, als wenn die Gitarre durch den Spaker und das Mikro gelaufen wäre. Auf die gleiche Art erzeugt man Impulse für Hallräume. Also man geht in eine Kirche, schießt mit einer SChreckschusspistole und nimtm das mit einem Mikro auf. Später kann man dann eine Gesangsspur mit dieser Impulsantwort aus de Kirche falten und es klingt dann so, als hätte der MEnsch in dieser Kirche gesungen. Ich glaube bei Gitarrenboxen nimmt man eher Sinussweeps anstatt Impulse (kann man wohl auch sauberer erzeugen als einen Impuls).

Das kann man dann alles in Software machen. Also du nimmst das Signal aus dem Amp roh auf, und legst dann dort ein FaltungsplugIn drüber. Ich sehe gerade, dass da schon ein schöner Artikel drüber exisiert:
https://www.musiker-board.de/faq-wo...santworten-ir-impulse-response-verwenden.html
 
P
paulsn
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nicht ganz ;)

stichwort impulsantwort

https://www.musiker-board.de/faq-wo...santworten-ir-impulse-response-verwenden.html

und hier...

ist etwas komplizierter, als deine version, aber das prinzip vom "fußabdruck" hast du verstanden. nur kommt zum frequenzverlauf eben noch eine zeitliche konstante dazu, sprich das ein und ausschwingverhalten des speakers bzw die trägheit... die lässt sich durch einen EQ nicht simulieren. im workshop ist glaub ich alles recht gut erklärt


edit: 20 sekunden zu spät
 
muaB
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cool, ich hab mir das noch nicht durchgelesen, aber es scheint genau das zu sein, was ich suche, vielen dank dafür ,)
 
Nerezza
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Ich glaube bei Gitarrenboxen nimmt man eher Sinussweeps anstatt Impulse (kann man wohl auch sauberer erzeugen als einen Impuls).

Hm, hast Du dazu eine Quelle? Das würde mich brennend interessieren.

Grüße
Nerezza
 
P
paulsn
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quelle nicht direkt, aber im allgemeinen werden sogut wie alle messungen mit sinus sweeps gemacht. is einfacher und sauberer, und man macht weniger kaputt ^^
 
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Hm, hast Du dazu eine Quelle? Das würde mich brennend interessieren.

Grüße
Nerezza

Hier gibts beispielsweise weitere Informationen (Kapitel 2, dort werden die verschiedenen Anregungssignale zur Ermittlung von Impulsantworten vorgestellt):
http://portal.tugraz.at/portal/page...DA/PA_Mikula_mehrkanalige_Impulsantworten.pdf
Fazit: Impulsantworten lassen sich mittels Impuls (klar), mittels Sinus-Sweep und (besonders interessant) mittels weißem Rauschen ermitteln. Bei Variante 2 und 3 ist danach etwas Rechenaufwand erforderlich, um zur endgültigen Impulsantwort zu gelangen.
 
Nerezza
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Super, vielen Dank. Sowas hatte ich gesucht :)
 

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