Grundsätzliche Fragen zu Modes

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Ausgekoppelt aus dem Thread "Modes / Kirchentonleitern - Schaut mal rein!", weil die sehr konkreten Fragen einen eigenen Thread rechtfertigen / HaraldS, Mod Musiktheorie


Also ich versteh nach "intensivem Überfliegen" des Threads hier immernoch nicht ganz, wozu man Kirchentonleitern überhaupt braucht.

Wann benutze ich welchen Mode? (Konkretes Form in Beispiel einer Kadenz + bspw. Improvisationsansatz wäre freundlich)
Entsteht das Charakteristische der Modes nur indem man die Tonleitern rauf oder runter spielt?
Weil wenn ich bspw. nur mit der Pentatonik arbeite, spiele ich die ja auch nich langweilig in einem Pattern runter sondern hab auch meistens andere Intervalle, als ein HT oder GT. Was ist beispielsweise, wenn ich die Am-Pentatonik-Pattern einfach mit den restlichen Tönen der Am-Tonleiter auffülle und auch diese dann so spiele, wie ich das bei der Pentatonik mache (die man ja nich rauf oder runter spielt, sondern wo man Motive hat, verschiedene Phrasierungen und ganz andere Intervalle, ich hab Hendrix auch nie ne Pentatonik einfach nur rauf oder runterspielen sehen). Wenn ich jetzt "willkürlich" (mir fällt kein besseres Wort ein) verschiedene Töne aus Am spiele, ordnet man die dann auch nem Mode zu?

Spielt man einen Mode nur über einzelne Akkorde oder über ein ganze Stück hinweg?
Ich versteh das Gesamtkonzept der Modes irgendwie nicht, also anwendungstechnisch...wie man dahinkommt hab ich jetzt schon gefühlte 10.000 Mal gelesen, verinnerlicht und die Intervalle auswendig gelernt und was weiß ich...Als ich die Frage an meinen Gitarrenlehrer stellte, meinte er nur man müsse das auf Bauchgefühl spielen, aber für mich is das persönliche ne absolut nichtssagende Antwort ich kann doch nich G-Dorisch über was weiß ich für nen Kram alles spielen oder? Iwann klingts doch einfach nur scheiße...und dann ohne Plan iwelche Modes runterzududeln kann ich mir ja nicht vorstellen, dass das klappt...
Wäre über Hilfestellung sehr erfreut!
 
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Entsteht das Charakteristische der Modes nur indem man die Tonleitern rauf oder runter spielt?
Weil wenn ich bspw. nur mit der Pentatonik arbeite, spiele ich die ja auch nich langweilig in einem Pattern runter sondern hab auch meistens andere Intervalle, als ein HT oder GT. Was ist beispielsweise, wenn ich die
Nein, die Modi werden natürlich nicht einfach rauf und runter gespielt. Der Vergleich mit den Pentatoniken ist für Dein Verständnis vielleicht ganz sinvoll. Im Prinzip ist eine Pentatonik nichts anderes, nur daß es zwei Töne weniger sind.
Der charakteristische Klang entsteht, wenn auch die charakteristischen Töne gespielt werden. Damit meint man i.d.R. die Töne, die einen Modus von natürlich Moll bzw. Dur unterscheiden.

Beispiel:
Dorisch unterscheidet sich von Aeolisch (=natürlich Moll) durch die sechste Stufe. Ich spiele also zunächst ein Pattern in Moll - sobald ich die sechste Stufe verwende entscheidet sich, welchen Modus ich spiele.
große Sexte => Dorisch
kleine Sexte => Aeolisch

Die Modi von Dur (Ionisches system) enthalten jeweils drei Pentatoniken. Du kannst auch durch die Wahl der Pentatonik den charakteristischen Klang erzeugen, indem Du die wählst, die den betreffenden Ton enthält.
Du kannst hier phrasierungstechnisch alles anwenden, was Du beim Gebrauch der Pentatonik auch schon verwendest.

G-Dorisch enthält beispielsweise die G-Moll, D-Moll und die A-Moll-Pentatonik - letztere enthält den charakteristischen Ton "E"

Spielt man einen Mode nur über einzelne Akkorde oder über ein ganze Stück hinweg?

Das kommt natürlich allein auf das Stück an.;)
Es gibt viele Stücke, die mit einem Modus auskommen.
 
Eigentlich (!!) ist es doch recht einfach: Du liest - und spielst - ein Leadsheet. Du improvisierst. Du kennst das Stück innerlich noch nicht so gut. Da kommt jetzt irgendein Akkord an irgendeiner Stelle. Du hörst (!) aber noch nicht so richtig, welche Töne an dieser Stelle jetzt wohl passend sein könnten. JETZT kommt dir die Theorie zu Hilfe ... in Gestalt der Modes bzw. in Gestat der Chord-Scales. Weil Dir das ganze theoretische Gerede nämlich sagen will, welche Töne an dieser Stelle erwartbar gut klingen, und welche nicht.

Modes sind jeweils eine Tonansammlung, eine Sammlung von Tönen, die in gewissen musikalischen Situationen "passen". WELCHE Sammlung jetzt für WELCHE Situation passend ist, das muß man einfach LERNEN ... und ... VOR ALLLEM ... das GEHÖR muss das mitlernen ! Aber die Theorie liefert vielleicht einen ersten Anhatspunkt, in welcher Richtung man suchen muß, wenn es einem nicht das Ohr sagt. Sehe ich in einer 0-8-15-Pop-Rock-Stilistik eine Stufe V, dann weiß ich im vorhinein, daß mixolydisch dafür keine ganz unpassende Wahl sein wird ... auch OHNE es selber im voraus hören zu müssen. Und derlei Beziehungen und Situationen gibt es ... SEHR VIELE. Das war jetzt nur das einfachste Beispiel ...

Modes sind einfach Tonrecervoirs für bestimme musikalische Situationen. BASTA. Natülich sind sie AUCH ein Werkzeug, um Doofmänner zu verblüffen und zu beeindrucken, insbesondere, wenn man viel über sie REDET (über die Modes, nicht über die Doofmänner ...).

Unterscheiden sollte man vielleich zwischen der Funktion der Modes als Chord-Scales, und ihrer Funktion als Tonlieferant für ausgebreitete Klangflächen (Stichwort "modal"), eventuell sogar mit eigener Stufenharmonik. Für mein Empfinden kommt der klangliche Eigencharakter jedes Modes nämlich erst bei modaler Betrachtung (und Anhörung) erst so richtig zum Traen ...

LG, Thomas
 
ja, stimme ich zu,
oder anders verdeutlicht: Man bedient sich beim Improvisieren über Modi einer anderen Skala, die andere
dominante Töne aufweist. Dadurch denkt man in anderen Strukturen und mittels Ausprobieren
erhält man ein Gefühl für die Stufe (z.B. II) und deren Töne. Mathematisch verkompliziert erhält man
so eine Unmenge von Möglichkeiten, die sich jedoch im Laufe des Lebens auf die Favoriten bei best.
Harmonien beschränkt.
Der andere Ansatz wäre ein Denken in zentralen Harmonien, deren Stufen, klaro, aber letztlich in 12 Tönen,
wie z.B. in WERBELINK ENTFERNT es ist ja eigentlich nichts anderes.

Probiere aus, was Deinem Köpfchen und Bauch gefällt, letztlich gibt es keine strenge Reihenfolge, jeder macht es anders, aber irgendwie gleich...:D


:):)
 
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