Heaven Shall Burn / Invictus / 2010 / CD

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Genre: Melodic Death Metal

Label: Century Media Records

Line Up:
Markus Bischoff - Gesang
Alexander Diets - Gitarre
Maik Weichert - Gitarre
Eric Bischoff - Bass
Matthias Voigt - Drums

Tracklist:
01. Intro
02. The Omen
03. Combat
04. I Was, I Am, I Shall Be
05. Buried In Forgotten Grounds
06. Sevastopol
07. The Lie You Bleed For
08. Return To Sanity
09. Against Bridge Burners
10. Of Forsaken Poets
11. Nowhere (Nur in der Bonus CD Version/ Ltd. Box set)
12. Given In Death
13. Outro

Gesamtspielzeit:
Knapp 45 Minuten

Review:
2 Jahre nach dem Erfolgsalbum Iconoclast (2008) und 4 Jahre nach Deaf To Our Prayers (2006) melden sich die Thüringer Extrem-Metaller mit dem inzwischen 6. Album wieder - Und wie! Nachdem Iconoclast für mich einen Schritt zurück (von Deaf To our Prayers ausgehend) darstellte, gehen sie mit Invictus, dem 3. teil der Iconoclast reihe wieder voll nach vorne. Das Cover ist schlicht, aber dennoch meiner Meinung nach genial, ein richtig krasses Artwork findet man erst in der Ltd. Box set - Edition.
Nachdem Iconoclast stellenweise klassische Death Metal Elemente in die Musik brachte, erscheint Invictus wieder im Melodic Death Metal Gewandt von Deaf To our Prayers.
Als Stimmungsvoller Einklang in das Album dient das Instrumentalstück "Intro", welches eine sehr melancholische Stimmung verbreitet. Der Opener, "The Omen", zerlegt dann jedoch alles. Eine geballte Ladung Wut eröffnet den Track, wunderbare Doublebass Linien geben dem Hörer und dessen Nacken den Rest, bevor ein wunderbarer refrain a´la alten In Flames oder Amon Amarth einsetzt. Der Song bietet nur wenig Verschnaufpausen, greift schön die Elemente der opener "Counterweight" und "Endzeit" auf und kombiniert diese echt gut, besonders die Gitarren bereiten hier sehr viel Freude.
In dem Moment, in dem "The Omen" endet, hat man solange Zeit durchzuatmen, wie der CD Player zum laden den nächsten Titels braucht, denn "Combat" erscheint im ersten Moment nochmals Brutaler, besonders Drummer Matthias Voigt zeigt hier, was er kann. Die Gitarren ballern mit Powerchords um sich, die drums lassen sich am ehesten mit The Black Dahlia Murder vergleichen. Im Refrain zeigt sich dann das wunderbare zusammenspiel der Band, denn alle Instrumente zusammen unterstützen mit einem enormen Tempo das Shouting von Markus Bischoff. Ein sehr abwechslungsreicher Song, der sowohl musikalisch als auch textlich nur reinhaut.
Der nächste Song "I Was, I Am, I Shall Be" erinnert etwas mehr an die Zeiten, als diese Band eher im Metalcore-Breich anzusiedeln war. Der Song bringt auch erste positive Elemente in die Musik, wobei die Stimmung weiterhin Hasserfüllt und Verzweifelt wirkt, ohne jedoch so eine Art weichgespülte Emotionalität darzustellen. Der Song hat einen guten Mittelteil und die Melodie im Refrain überzeugt auch, kommt aber nicht an die beiden vorangegangenen Stücke heran.
"Buried In Forgotten Grounds" beginnt sehr brutal, schnell und aggressiv, gleichzeitig aber auch dramatisch, in der von 16tel Noten geprägten Strophe gibt es auch immer wieder langsamere Passagen, die sehr schöne Melodien hervorbringen. Der Refrain zieht das Tempo in der ersten Hälfte dann vollkommen zurück, bis die Doublebass wieder einsetzen. Der Mittelteil ist wirklich nur genial, ruhig und dennoch dynamisch, ein schönes Spiel der beiden Leadgitarren-Stimmen und das typische Shouting ergibt mit den groovigen und schnellen drum Passagen ein sehr schönes zusammenspiel, bis man zum Schluss wieder plattgetrampelt wird.
Der nächste Song, "Sevastopol", beginnt mit einem sehr interessanten Riff und ist am ehesten mit I was, I am, I Shall Be vergleichbar, nur das der Refrain von Sevastopol richtige "Hoffnung" ausstrahlt und einen erneuten Kontrast zum apokalyptischen Sound bietet.
"The Lie You Bleed For" ist ein richtiger Kracher, nach einem Elektro Intro beginnt wie bei Combat schönes Powerchord-Geballere mit reichlich Snare und Doublebass, schönem Growling und fiesen Shouts. Der Refrain erinnert fast schon an Black Metal Horror Klänge, löst sich jedoch wieder in eine sehr geile Melodie auf. Bleibt auf jedenfall im Ohr, genauso, wie die Deutsche Textstelle in der Mitte des Songs. Die Stelle klingt schon richtig fies, klingt auch bisschen nach Black Metal meiner Meinung nach.
Nach diesem gewaltigen Stück rohen Stahls bietet "Return To Sanity" sogar mal richtige Erholung. Zumindest beim ersten Hören, denn was dem Song an Härte fehlen mag (wenn überhaupt), macht er an Melodie und Dramatik wieder gut. Auch textlich eine Abwechslung, mag vielleicht weit hergeholt klingen, aber irgendwie erinnert mich der Song vom Stil her an Dark Tranquillity.
Pause genossen? Entspannt? Das wird wohl nichts, "Against Bridge Burners" fängt ohne jegliches Intro an und drückt gleich mal aus allen Ecken, offenbart immer wieder melodische Stellen, viel Growling und die typischen Drum Exzesse, die auf dem Album wirklich außergewöhnlich zum Vergleich mit den anderen Alben sind. Der Song hat einen sehr geilen Refrain, der einen etwas merkwürdigen, aber dennoch gut anzuhörenden Kontrast zu der Draufhau-Strophe bietet.
"Of Forsaken Poets" kann wieder eher mit Melodie und Groove punkten, vergisst aber nie, die dynamik aufrecht zu erhalten und schwups - wieder eine deutsche Textstelle, aus einem Gedicht von Max Herrmann Neiße.
Dieses eher ruhige Ende wird auf dem epischen Abschlusssong "Given In Death" nochmal aufgegriffen und perfektioniert,. Hier trennen sich aber die Geschmäcker, da das Stück ein Duett zwischen Markus Bischoff und Sabine Weniger, der Sängerin von Deadlock, darstellt. Sabines Stimme mag man oder nicht, aber sie bringt genau die Abwechslung, Entspannung, und den Kontrast mit, den das Album zum Abschluss braucht! Ein richtiges Solo (absolutes Neuland für die Band) gibt dem Song nochmal den letzten Feinschliff, ein leicht angezerrtes Blues-artiges zweit-Solo zum Ende des Songs greift nochmal den Kontrast auf, der bei diesem Song im Vordergrund steht.
Das Outro "Outro" wird zwar keine Tränen fließen lassen, aber gibt einem Zeit, nochmal drüber nachzudenken, was da die letzten 45 Minuten abging.
Die Texte sind tiefsinnig und die musikalischen fähigkeiten befinden sich auf höhstem Niveau. Bis auf den Bonustrack, der das Konzeptalbum ein wenig kaputt macht, gibt es keinen schwachen Song.
Versteht mich nicht falsch, "Iconoclast" war ein geiles Album, aber die Melodien und die Tiefsinnigkeit der Texte sind auf "Invictus" nunmal eine andere Liga, aufgrund des ähnlichen Stils würde ich es auf eine Stufe mit dem Melodeath-Epos "Deaf to our Prayers" stellen.
Aufjedenfall ist invictus fast schon ein Muss in jeder Death, Melodeath und Thrash und überhaupt Extrem-Metal-Sammlung.
Ich gebe dem Album gerne 10/10 Punkten, hoffe aber, dass der für 2012 angeküdigte Nachfolger das Niveau halten kann.
 
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Schönes Review. Dennoch bin ich der Meinung, dass Iconoclast besser ist und es geht für mich eh nichts über Deaf to our Prayers. Ich finde, Invictus ist sehr eingängig, man kann es leicht hören, geht gut in die Ohren. Aber genau hier liegt die Crux: es nutzt sich extrem schnell ab. Vor allem "The Omen", "Combat" und "I was, I am I shall be" sind absolut göttliche Lieder, ich hab sie aber mittlerweile einfach totgehört :redface:
 
John_Sixpounder!
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Schönes Review. Dennoch bin ich der Meinung, dass Iconoclast besser ist und es geht für mich eh nichts über Deaf to our Prayers.
Deaf To our Prayers ist ein absolut geiles Album, erst ab dem Album war die Band für mich richtig interessant (das Genre hat sich da ja auch etwas verändert), aber generell ist es ja Geschmackssache, und ich glaub jeder hat mit einem Album, wann es rauskam und alles mögliche auch immer eine eigene Geschichte, deshalb sind solche Reviews nie 100% neutral. Ich z.B. mag keinen Metalcore, da hatte Iconoclast ja eindeutig mehr Einflüsse, aber das hatte ja auch etliche geile Stücke, Joel zum Beispiel finde ich nur genial, Endzeit sowieso, Forlon Skies... Ist halt nur ein Eindruck von mir, dass mir Invictus und Deaf To our Prayers besser gefallen ;)

---------- Post hinzugefügt um 21:47:16 ---------- Letzter Beitrag war um 16:33:26 ----------

Achja danke erstmal dass es dir gefällt, hab ich völlig vergessen ;)
 

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