Hersteller von Hausmarken-Mikrofonen

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michaman
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Mir ist folgendes aufgefallen: Bei manchen Mikros der Hausmarken der beiden großen Händler Thomann und Musicstore sehen die Netzgeräte gleich aus und scheinen wohl vom gleichen Hersteller zu kommen. Zum Beispiel beim the t.bone Retro Tube II und beim Fame Audio Pro VT-12 scheint das so zu sein.

Weiß jemand, um welchen Hersteller es sich handelt oder ob es evt. sogar nahezu baugleiche Mikros verschiedener Hersteller gibt ?
 
Telefunky
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Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Mikrofone aus der selben Fertigung stammen.
Das bedeutet aber keineswegs, dass sie auch identisch sind.
Toleranzen und Qualitätskontrolle werden bei solchen Aufträgen individuell verhandelt ;)
 
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das ist aber wirklich höflich ausgedrückt !
 
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Bei manchen Mikros der Hausmarken der beiden großen Händler Thomann und Musicstore sehen die Netzgeräte gleich aus

Die Gehäuse (auch die der MIkros selbst) sind bei Fame, t.Bone, Scarlet-Bundle und Co oft komplett identisch und stammen mit Sicherheit aus derselben Manufaktur. Die technischen Daten können aber durchaus unterschiedlich sein.

...
 
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michaman
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Die Gehäuse (auch die der MIkros selbst) sind bei Fame, t.Bone, Scarlet-Bundle und Co oft komplett identisch und stammen mit Sicherheit aus derselben Manufaktur. Die technischen Daten können aber durchaus unterschiedlich sein.

...
Mir wurde gesagt, es würde sich oft angeblich um einen russischen Hersteller handeln.

Auch angeblich der amerikanische Hersteller CAD wurde genannt.

Kann das wirklich stimmen ?
 
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Hallo,

Mir wurde gesagt, es würde sich oft angeblich um einen russischen Hersteller handeln.
...da sehe ich eher China-Fertigung - die meisten Hausmarken-Mics bedienen ja den Einsteigerbereich, da soll's schon billig sein :D
Zum Thema "CAD":: Das ist kein "angeblich" amerikanischer Hersteller, sondern wirklich einer. Auch schon ein älterer - die ursprüngliche Firma namens Astatic wurde 1931 gegründet. Die haben eigentlich eine recht hochwertige eigene Mikrofonlinie... allerdings weiß ich nicht, ob CAD mittlerweile auch einiges in China fertigen läßt. Meine alten Equitek E2b und Equitek E200 sind auf jeden Fall noch "made in USA" (und nebenbei hervorragende Mikrofone...).

Viele Grüße
Klaus
 
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Die Hersteller der Hausmarken kommen nicht aus Russland, sondern sie kommen aus China. CAD ist ein amerikanischer Hersteller, der inzwischen seine Mikros in China fertigen lässt. CAD ist aber kein Lieferant für Hausmarken. Die Equitek Serie wurde früher in Ohio gefertigt. Wir haben noch ein E 350 im Einsatz, was mal deren Spitzenmikro war.
 
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Weiß jemand, um welchen Hersteller es sich handelt oder ob es evt. sogar nahezu baugleiche Mikros verschiedener Hersteller gibt ?

Ich hab ein bisschen gedaddelt. Ohne Gewähr: Die meisten chinesischen Mikrohersteller gehen demnach auf die ehemalige Militäreinrichtung 797 (Peking) zurück. Mitarbeiter von 797 wurden dann für Feilo (Shanghai) eingesetzt, aus der noch zwei Handvoll andere Hersteller hervorgingen. In Shanghai hocken die Hersteller daher ziemlich dicht beieinander, aber nicht unbedingt in Konkurrenz zueinander, Platinen und Gehäuse beziehen sie aus einem Betrieb in der Nachbarschaft, um die Kosten niedrig zu halten. Heißt: Die Mikros sind von außen oft gleich oder ähnlich, müssen aber nicht zwangsläufig aus demselben Werk kommen oder baugleich sein.

Müssen nicht – können aber. Bei OEM (oder besser "Badge Engineering"?) können baugleiche Produkte unter verschiedenen Marken vertrieben werden. Beispiel sE Electronics 5500 und t.bone SCT 800. Gefertigt bei Feilo in Shangai.

Aus Russland kommen – wenn überhaupt irgendwas – allenfalls Rohstoffe.

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Frans13
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In den 90ern hab ich einer Firma namens Tenlux aus Taiwan die Kontakte zu den Großhändlern und Vertrieben nach Deutschland und Europa vermittelt. Einer der Deals aus dieser Sache war, daß AKG viel von ihrem Zeug dort fertigen ließen. Bei uns findet man diese Sachen gerne als "Superlux".

CAD waren ein USA/kanadischer Hersteller, der ne Menge guter Sachen hergestellt hat, allerdings war der Vertrieb in Europa die meiste Zeit ein Topf voll Exkrement, wie mir der jahrelang zuständige Aussendienstler für D/AT/CH erzählt hat, deshalb kamen nicht viele CAD Mikros in den 2000ern nach Europa und die, die kamen hatten miese Preise. Und ja, viel von deren aktuellen Produkten kommt aus Fernost.
https://www.cadaudio.com/products/equitek

Wer mal auf der Messe am Stand von 797 vorbeigelaufen ist, der kennt einen Großteil der OEM Mikros, die so verkloppt werden.
https://www.797microphone.com/
Die können schon gute Mikrofone bauen... nur sind die dann nicht so viel billiger als anderswo hergestellte Mikrofone... also werden gute Mikros dort in der Regel nicht bestellt, weil die Auftraggeber das nicht bezahlen wollen. Es gab mal ne Anfrage von "J.U." (Name des Herren von mir geschwärzt) ob sie eine genau Kopie des AKG D12 herstellen können, ein gutes Exemplar wurde aufgetrieben (90% aller D12 sind inzwischen Schrott, aber irgendwas kommt halt noch raus) und das Fazit war, daß selbst in Fernost die Fertigung fast 700 Euro gekostet hätte. Da wurde das abgeblasen.

Man findet auch allerlei Kopien von populären Mikrofonen auf Alibaba, irgendwer muß die ja auch herstellen... aber Qualität kann man halt nicht billiger kopieren. Dann gab es so vor 10 Jahren einen dramatischen Aufschrei im Internetz, irgendwer soll doch, weil die Nachfrage so "groß" ist, das U47 wieder ziemlich original auflegen, vielleicht die Leute aus dem Morgenland... allerlei Forenschlaumeier haben sich ereifert, diese vollgute Idee herumzuschreien und anzupreisen und als sinnig, alternativlos, unausweichlich usw. festzustellen ... bis ihnen Fletcher von Mercenary mal eine konkrete Kalkulation auf den Tisch gehauen hat und siehe da, es wäre trotdem teuer geworden. Da hielten die Deppen halt die Klappe.
Gut daß von denen keiner Minister bei uns war, sonst würden die jetzt noch unumstößlich ihre "alternativlose Wahrheit" raushauen.

In den 2000ern gab es noch viele Mikrofone von Oktava, d.h. russische, die generell nicht schlecht waren aber etwas mit der Qualitätskontrolle zu kämpfen hatten, deren 219 und 319 waren dann in den USA so populär, daß sich eine besser nicht genannte Firma in Fernost um Kopien gekümmert hat, die nicht so dolle waren und die dann prompt den Markt in EU und USA geflutet haben. Es gibt Infos im Netz, wie man die Kopien unterscheidet... viel vom Verkauf in Europa ging von englischen Großhändlern aus. Als der Schwindel aufflog, hatten Oktava ne Weile damit zu tun, die superschlauen Schlaubischlümpfe im Internet davon zu überzeuge, daß sie nicht dafür verantwortlich waren.
 
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michaman
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Hallo,


Zum Thema "CAD":: Das ist kein "angeblich" amerikanischer Hersteller, sondern wirklich einer.

Viele Grüße
Klaus

Das 'angeblich' bezog sich auf die Tatsache, dass es angeblich Lieferanten für andere Marken seien.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Danke für Eure Antworten, das hört sich ja sehr interessant an. Wie gesagt, ich bin Neuling auf dem Gebiet und habe halt viele Fragen ;)
 
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Scherthan
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Ich hab ein bisschen gedaddelt. Ohne Gewähr: Die meisten chinesischen Mikrohersteller gehen demnach auf die ehemalige Militäreinrichtung 797 (Peking) zurück. Mitarbeiter von 797 wurden dann für Feilo (Shanghai) eingesetzt, aus der noch zwei Handvoll andere Hersteller hervorgingen. In Shanghai hocken die Hersteller daher ziemlich dicht beieinander, aber nicht unbedingt in Konkurrenz zueinander, Platinen und Gehäuse beziehen sie aus einem Betrieb in der Nachbarschaft, um die Kosten niedrig zu halten. Heißt: Die Mikros sind von außen oft gleich oder ähnlich, müssen aber nicht zwangsläufig aus demselben Werk kommen oder baugleich sein.

Müssen nicht – können aber. Bei OEM (oder besser "Badge Engineering"?) können baugleiche Produkte unter verschiedenen Marken vertrieben werden. Beispiel sE Electronics 5500 und t.bone SCT 800. Gefertigt bei Feilo in Shangai.

Aus Russland kommen – wenn überhaupt irgendwas – allenfalls Rohstoffe.

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Hi,
ich kenne kein sE electronics 5500, und das obwohl ich mal für diese Firma gearbeitet habe. Bist Du Dir da ganz sicher?
 
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Bist Du Dir da ganz sicher?

Wie kann ich das sein? Weder baue ich Mikros, noch kenne ich jedes einzelne Mikro persönlich.

Ich hatte die Info aus Testberichten über das t.bone SCT 800. Natürlich habe ich den Produktnamen "sE Electronics 5500" danach recherchiert und stieß auf Ergebnisse und Fotografien, die ich für einigermaßen glaubwürdig hielt. Hier ein paar:

https://www.worthpoint.com/worthopedia/se-electronics-se-5500-studio-valve-1783250197

https://reverb.com/item/29005978-se-electronics-se5500-large-diaphragm-valve-microphone

Kann natürlich sein, dass das Fake ist - oder das MIkro nur sehr, sehr kurz bei SE Electronics im Programm war und dann sehr schnell zu Thomann wanderte.

...
 
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hippiejim
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Meisten werden als OEM Hersteller wie schon erwähnt 797 gewählt.
Aber auch ISK, ShuaiYin und 3U-Audio sind für viele Hausmarken die erste Wahl.
Bei Thomann wird meines Erachtens meist ShuaiYin genutzt.
Auch Peluso scheint auf ShuaiYin zurückzugreifen und tauscht dann nur einzelne Elektrokomponenten aus.

Von den genannten hat 3U Audio meiner Meinung nach die beste Qualität.
 
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