Hilfe beim Akkordeonkauf vom "Bastler" (600 - 2000 €)

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pitzelberger
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Stattdessen habe ich gestern Abend von einem niederländischen Verkäufer bei Ebay eins um 300 € ersteigert.
https://www.ebay.de/itm/275542451752
Interessante Geschichte! Die Angebote dieses Händlers beobachte ich schon seit Jahren auf Ebay. Sind öfters mal richtig interessante und ausgefallene Akkordeons dabei und dazu noch zu ziemlich günstigen Preisen.

Würde mich mal interessieren, wie zufrieden du dann tatsächlich mit dem Akkordeon bist? Auch wenn man für 300€ ja tatsächlich nicht so viel falsch machen kann.
 
Wolkensprung
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Sehe ich da etwas falsch oder fehlen dem Teil6 Stimmzungen auf der fotografierten Seite (und wieviele auf der anderen Seite der Stimmstöcke?).
Das wäre für mich ein absolutes No-Buy - aber jedem das seine und vielleicht ist die Konstruktion einfach etwas abenteuerlich...
 
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pitzelberger
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oder fehlen dem Teil6 Stimmzungen auf der fotografierten Seite
Tatsache! Zumindest bei den oberen drei Reihen sollte die Belegung ja gleich sein, da sie alle hinter der gleichen Klappe liegen. (Gleiches gilt natürlich auch für die unteren Drei)

Interessant auch: Zählt man die Stimmzungen auf einer der oberen und einer der unteren Reihen kommt man auf 40 im Vergleich zu 41 Tasten. Dies passt dann allerdings gar nicht mit der Anzahl der Lücken zusammen, von denen ja offensichtlich mehr da sind.
 
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cantulia
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Salut,

ich gehe davon aus daß eine Stimmplatte im "oberen" Ganztonstimmstock fehlt. Vergößert das Bild und seht euch genau das Wachs an. Bei den Ganzstonstimmstöcken wird jeweils in der Mitte eine Kanzelle leer sein. Das ist öfters so, manchmal liegt dort in der Mitte ein Teil der Registermechanik.
Bei den Halbtonstimmstöcken sollte alles so korrekt sein, da ist zwar eine Lücke auf dem Photo rechts, doch auch das gibt es. Man verteilt ja manche "Ganztöne mitunter noch auf dem Halbtonstimmstock, so daß nicht alles symetrisch sein muß.
Wenn also, wie ich vermute, die Ganztonstimmstöcke in der Mitte eine Lücke von einer Kanzelle haben, die Halbtonstimmstöcke in der Mitte eine Lücke von zwei Kanzellen und zusätzlich noch eine Lücke rechts, dann kommt man genau auf die 41 Töne.
Mir scheint es ein recht sauber gearbeitetes Akkordoen zu sein, die Stimmzungen, ihr Löseabstand als auch die Ventile sehen doch noch ganz gut aus, auch wurde scheins noch nicht nachgestimmt (großartig d'ran rumgeschliffen oder gekratzt. Eine passende Stimmplatte finden und montieren ist kein großer Akt, wohl muß sie dann passend gestimmt werden und italienische Akkordeons sind oft auf 442/443 Hz gestimmt. Aber das kostet nicht die Welt. Auch ich bin gespannt wie sich das Akkordeon nach Erhalt sich dann erweist.

liebe Grüße,

Roland
 
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Hallo,
Sehe ich da etwas falsch oder fehlen dem Teil6 Stimmzungen auf der fotografierten Seite (und wieviele auf der anderen Seite der Stimmstöcke?).
ich gehe davon aus daß eine Stimmplatte im "oberen" Ganztonstimmstock fehlt.
Rein mathematisch:

Wir haben 41 Tasten im Diskant.
Marinucci 1.jpg
Die Register zeigen, dass es im Diskant drei Chöre gibt. Wir brauchen also 41 x 3 = 123 Stimmplatten:
Marinucci Register.jpg

Im Inneren des Instruments befinden sich drei Stimmstöcke. Auf der sichtbaren Seite befinden sie sich in der Reihenfolge von den höchsten zu den niedrigsten Stimmstock 21 + 22 + 19 Stimmplatten:
MArinucci 2.jpg
Insgesamt also 62 Stimmplatten. Zählen wir ungefähr die gleiche Menge auf der gegenüberliegenden Seite: 62 x 2 = 124. Also 124 versus 123 – wir haben noch eine Reserve. Alles in Ordnung.:cool:

Gruß, Vladimir


P.S. Übrigens: Warum gibt es das gleiche Register zweimal?
Register 4.jpg
 
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Hallo Vladimir,

Du unterliegst da leider einem Irrtum.
Damit daß ein 3 chöriges Instrument mit 41 Diskanttasten 123 Stimmplatten benötigt liegst Du natürlich richtig.
Aber, es gibt zwei Reihen mit Ventilklappen, die eine für die "Ganztöne", die zweite für die "Halbtöne" und die ausgelagerten Ganztöne.
Der mittlere Stimmstock trägt auf der auf dem Photo oben liegenden Seite 22 Stimmplatten, genauso wie es beim ganz "oben" liegenden Stimmstock auf seinen beiden Seiten auch sein sollte (daher meine Anmerkung daß dort eine Stimmplatte fehlt).
Auf der gegenüberliegenden Seite des mittleren Stimmstockes befinden sich jedoch lediglich, genauso wie auf dem "unteren " Stimmstock nur 19 Stimmplatten. Man kann das natürlich nicht auf dem Photo sehen, aber eine Ventilklappe betätigt ja jeweils 3 Stimmstockreihen so daß dieser Aufbau sich logischerweise so ergibt.
Schon daraus daß Du auf eine Stimmplatte zuviel bei deiner Rechnung kommst siehst Du daß etwas nicht stimmt, denn eine Reserve gibt es nicht:).
Also es gibt drei Stimmstockreihen (Ganztonreihen) mit jeweils 22 Stimmplatten = 66 Stimmplatten sowie 3 (Halbtonreihen) Stimmstockreihen à 19 Stimmplatten 3 x 19 = 57 Stimmplatten.
66 + 57 ergibt 123 :)
Auch an den Spuren der Einwachsung an dem auf dem Photo oben liegenden Stimmstock an seiner Oberseite , dort wo zwei Kanzellenöffnungen liegen ist an der linken Kanzellenöffnung zu erkennen daß dort eine Stimmplatte ehedem befestigt war. Man kann es zum Bsp. an der vorderen scharfkantigen Wachskante erkennen, an der rechts danebenliegenden Kanzelle ist das Wachs an dieser Kante abgerundet da dort nie eine Stimmplatte war und hingehört. Genauso erkennt man es auch an der Einwachsung der Längsseite der links daneben liegenden Stimmplatte.

liebe Grüße,

Roland
 
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Du unterliegst da leider einem Irrtum.
Ja, ich habe die Anordnung der Klappen unterschätzt und nicht berücksichtigt. Aber nehmen wir es auf die positive Seite: Eine fehlende Stimmplatte ist eine Herausforderung, die den neuen Besitzer in seinen Fähigkeiten nach vorne bringen kann. Auch ein zerbrochenes Instrument kann einem Menschen viel Gutes bringen. Ich habe damit meine eigene Erfahrung mit meinem Instrument "Melodia II" (siehe Equipment in meinem Info-Status)...

Herzliche Grüße, Vladimir
 
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Auch ein zerbrochenes Instrument kann einem Menschen viel Gutes bringen.
Damit dürfen jetzt die Verkäufer auf Kleinanzeigen den hohen Preis rechtfertigen, oder wie? ;)

"Auch ein kaputtes Auto* kann dem Besitzer viel Gutes bringen." ...

(* darf durch beliebige Gegenstände ersetzt werden ...)
 
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pitzelberger
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Auch ein zerbrochenes Instrument kann einem Menschen viel Gutes bringen.
Wenn der Preis stimmt, würde ich zustimmen. Die eine Scandalli, auf die ich mich blind wegen des guten Preises eingelassen hatte und die sich als Totalschaden wegen komplett durchgerosteter Stimmzungen rausstellte, hat mir allerdings nur Tränen gebracht 😢😢😢.
 
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Guten Abend,
Damit dürfen jetzt die Verkäufer auf Kleinanzeigen den hohen Preis rechtfertigen, oder wie? ;)
"Auch ein kaputtes Auto* kann dem Besitzer viel Gutes bringen." ...
Bitte verstehen Sie mich in der primären Bedeutung der Worte. Ich meinte das weder zweideutig noch ironisch noch sarkastisch. Also auch mit Bildern: genau dieses Instrument hat mich weitergebracht:
Fotografia5891.jpg Fotografia5893.jpg Fotografia5895.jpg Fotografia5896.jpg Fotografia5897.jpg Fotografia5905.jpg Fotografia5912.jpg Fotografia5922.jpg Fotografia5923.jpg Fotografia5924.jpg Fotografia5925.jpg Fotografia5988.jpg Fotografia6061.jpg

Ich habe viel gelernt, geübt und ohne finanzielle Einbußen praktische Erfahrungen gesammelt. Das ist genau das, was ich meinte:
Auch ein zerbrochenes Instrument kann einem Menschen viel Gutes bringen.

Alles Schlechte ist auch für etwas gut...

Herzliche Grüße, Vladimir
 
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Alles Schlechte ist auch für etwas gut...
Vollkommen richtig, ich schätze Ihre positive Lebenseinstellung.
Nur nützt das hier dem Käufer gar nichts. Er sucht kein Instrument zum Basteln, sondern zum Spielen.
 
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Guten Abend,

Nur nützt das hier dem Käufer gar nichts. Er sucht kein Instrument zum Basteln, sondern zum Spielen.
Ja und nein. Das gesetzte Budget war klar definiert und bereits im Titel des Threads angegeben: 600 - 2000 €. Der Threadersteller kaufte schließlich ein Instrument im Wert von 300 Euro. Durch einen elektronischen Basar, ohne das Instrument anzuprobieren und persönlich zu besichtigen und ohne Vorerfahrung mit diesem Akkordeon-Modell.

Allerdings stehen bei Gebrauchtinstrumenten Preis und Qualität (und damit Spielqualität) in direktem Zusammenhang. Ich lebe in der Slowakei. Es gibt hier niedrige Gehälter und es gab bei uns hier niedrige Preise nicht nur für gebrauchte Akkordeons, sondern auch für deren Reparaturen (als Beispiel für die Reaktion auf meine slowakische Preissitzungen, die ich in diesem meinen Beitrag vorgestellt habe).

Verzeihen Sie meine Ehrlichkeit, aber selbst hier in der Slowakei kann man für dreihundert Euro nichts wirklich gut Luftpumpendes und Klingendes kaufen. Daher denke ich, dass es in Deutschland und den westlichen Ländern nicht anders sein wird. Davon zeugen die von uns oben kommentierten Fotos. Geht man von einem bestimmten Typ und Modell des Akkordeons aus, ergibt sich je nach technischem Zustand ungefähr folgender Restwert:
Akkordeon-Wert.jpg

Es gibt eine ziemlich große Variation, aber das Wesentliche ist wahr. Man wird nie viel Musik für wenig Geld haben. Also: Ich sehe hier eine Kiste, die ich mir nicht einmal in der Slowakei freiwillig kaufen würde. Und deren Preis die Hälfte der unteren festgelegten Grenze ist (von der wir annehmen, dass wir sie einhalten werden). Deshalb kann man von mir nichts anderes erwarten als einen (zwischen die Zeilen geschriebene) Gruß: "Herzlich willkommen unter uns Bastlern".

Herzliche Grüße, Vladimir
 
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Herr H.
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Guten Abend,

im Video, Sekunde 5, kann man ja auch schon erahnen, daß die d''-Taste im tiefen Chor vielleicht nicht funktioniert...
Falls Herr Poden beim Ausprobieren feststellt, daß dieser Ton und ein paar weitere nicht funktionieren, und er darüber enttäuscht ist, würde ich raten, sich beim Verkäufer zu melden, daß er sich etwas betrogen fühlt, weil dieser solche wesentlichen Defekte unter den Teppich gekehrt hat, und er es gerne zurückgeben möchte. Auch wenn "keine Rückgabe" dabeisteht, kann man es ja versuchen. Der Verkäufer hat keine schlechten Bewertungen und möchte vielleicht, daß das so bleibt...

In der Beschreibung steht zwar nichts explizit Falsches und er zeigt die Bilder, auf denen man die Fehler erkennt. Aber: Bilder zeigen, "super Klang" schreiben und verschweigen, daß einige Töne gar nicht klingen, das würde schon etwas nach einer Absicht klingen, einen "dummen" Käufer zu finden und selbst auf der sicheren Seite zu sein... Von daher müßte man kein schlechtes Gewissen haben...

Ach ja, und noch eine Idee zum "Kauf vom Bastler": In meiner Nähe ist so ein Bastler, der immer viele (fast nur Billigst-) Instrumente im Angebot hat und zugleich auch Musikunterricht gibt. Ich weiß nicht, ob es diese Kombination öfter gibt. Mir wäre ein Kauf dort zu dubios (gewesen), weil er zu Fehlern, die ihm bekannt sein mußten, erst auf Nachfrage und verharmlosend Stellung nahm. Wenn ich Unterricht bei ihm hätte nehmen wollen, dann hätte ich aber bedenkenlos bei ihm gekauft, weil ich mich darauf verlassen hätte, daß er mich als regelmäßig zahlenden Schüler nicht durch Unterjubeln von Schrott verprellen will, daß er mir also entweder etwas in ausreichend gutem Zustand gibt oder bei schnell eintretenden Defekten entgegenkommend ist.

Viele Grüße
H.
 
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Haben wir denn schon mehr Makel daran ausmachen können als nur eine fehlende Stimmzunge?
 
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Poden
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Hat ein bischen gedauert da ich momentan ziehmlich beschäftigt bin. Da sich ja der Ein oder Andere für den Zustand interressiert wollte ich ihn hier noch erleutern

Also von den Stimmplatten hat tatsächlich nur die Eine im obersten Stimmstock gefehlt und zum Glück lag sie im Akkordeon drinnen. Ich habe sie mit den noch vorhanden Wachsresten wieder angelötet, sicher nicht ideal aber hält erstmal. Die Stimmzungen sind mMn größtenteils im guten Zustand, relative viele von den ganz kleinen haben allerdings ein haufen Rostpünktichen drauf.

Dass es 2 gleiche Register gibt kann ich mir nur so erklären dass der Knopf mal ausgetauscht wurde und nicht der Richtige verwendet wurde, denn es Klingen alle 5 Register unterschiedlich.
Ich glaube dass die Registertasten allgemein nicht stimmen, denn der Karton der ankam war mit 2 Punkten in der Mitte und 1 Punkt Unten (vom Ebayhändler) angezeichnet und nicht wie auf den Registertasten 1 Oben, 1 Mitte, 1 Unten.

Der äußerliche Zustand ist schon ziehmlich arg, es hat an einigen Stellen üble Schläge abbekommen. Das Gehäuse auf der Diskanseite hat einen großen Riss der mittelschön geklebt wrude. Die Metallplate unter dem Handriemen, die die Bassmechanik abedeckt hat einen slochen Schlag abbekommen dass das darunterligende tragende Holz zum Teil abgebrochen ist. Der Balg ist hinten recht mitgenommen. Das ganze ist zwar unschön aber stört mich nicht weiter denn mechanisch funktionierat allse tip top (hätt ich nicht erwartet) und der Klang ist in meinen Ohren super.

Ein Problem gibt es allerdings, die Dichtheit des Gesamtsystems ist schlecht, sie ist nicht so schlecht dass man nicht spielen kann aber für einen Anfänger schon grenzwertig (glaube ich als Anfänger zumindest). Sie ist auf Druck noch schlechter als auf Zug. Leider gibt es keine einzelne Problemstelle die ich beheben könnte, sondern vermutlich 100 kleine Undichtigkeiten die man für sich nicht wirklich identifizieren kann.
Eigentlich wär das auch gar nicht so problematisch, denn die Diskantöne sprechen wunderbar an, schon bei ganz leichtem ziehen. Aber der Bass braucht wirklich viel Luft damit der volle Tonumfang rauskommt, kombiniert mit der allgemeinten Undichtigeit ist es einfach schwierig langsam zu üben und wenn es um unterschiedliche Timings von den Fingern links und rechts geht muss ich sehr langsam üben.
Wenn ich das Bassregister (hat nur 2) umschalte wirds vom Luftverbrauch her deutlich besser, aber die Bassakkorde sind dann komplet ohne die tiefen Töne, klingt ein bisschen wie die Diskantseite mit dem Musette Register, passt auch nicht gerade überall dazu.
Nicht falsch verstehen die Dichtheit wird nicht besser wenn ich das Bassregister umschalte aber das Akkordeon brauch einfach sehr viel weniger luft, dann fällt die schlechte Dichtigkeit nicht so stark ins Gewicht.

Ich bin trozdem nicht unzufrieden, ich werde die nächsten Monate damit üben und wenn es mir dann immer noch gefällt dan kauf ich was gscheids.
 
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Wil_Riker
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Ich bin trozdem nicht unzufrieden, ich werde die nächsten Monate damit üben und wenn es mir dann immer noch gefällt dan kauf ich was gscheids.
Falls Dir bis dahin nicht der Spaß am Akkordeon generell vergangen ist, weil Du da einen Schrotthaufen gekauft und 300 € versenkt hast. Kann ich irgendwie nicht nachvollziehen :nix:. Gerade am Anfang ist es wichtig, ein vernünftig funktionierendes Instrument zu haben, auf dem man die Basics lernen kann. Akkordeonspielen lebt von der Balgtechnik, und wenn das Gerät undicht ist, kann man sich diese nicht aneignen. Naja, wer billig kauft, kauft zweimal...
 
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cantulia
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Hallo Boden,

danke für die Zustandsbeschreibung des Akkordeons. Daß die fehlende Stimmplatte sich meist im Akkordeon "wiederfindet" kommt häufg vor und hatte ich vermutet, da aber für die Aufnahmen das Akkoroden geöffnet wurde hätte es natürlich sein können daß sie verlorenging was erfreulicherweise nicht der Fall war.
Aufgrund der Photos der Stimstöcke mit den Stimmplatten hatte ich schon vermutet daß dort der Zustand recht gut ist, kaum Stimmspuren, Ventile gut anliegend, Löseabstand regelmäßig und gering. Das ist für das bemerkte gute Ansprechverhalten der Töne zuständig.

Zum Luftverlust: Übrigens sind die Lippen sehr empfindlich und können gut benutzt werden um Luftverluste aufzuspüren.
Ich würde zuerst einige Punkte klären um etwas mehr einzugrenzen woran der Luftverlust liegt:

1. eine sehr häufige Ursache eines zu hohen Luftverlustes liegt, vor allem bei älteren Instrumenten welche dann geöffnet und wieder geschlossen wurden, an den Balgdichtungen. Die sind i. d. R aus einem selbstklebendem Moosgummiband von 4-6mm Breite und einer Dicke von 1,5-3mm, alles je nach Modell. Relativ neu ist das problemlos und gut weil das Moosgummi noch elastisch ist und nach Abnahme des Diskant und oder Bassteils und danach erfolgtem Wiederzusammenbau genügen elastisch ist um wieder per Kompression die Dichtheit zwischen den Gehäusen und den Balgrahmen herzustellen. Wenn nun ein Akkordeon lange Zeit benutzt wird altert das Moosgummi natürlich, verliert seine Elastizität, was aber solange nicht schlimm ist bis das Akkordeon nun geöffnet wird . Da das Dichtband aber seine Elastizität und Anpassungsfähigkeit nun verloren hat ist die Folge daß es an den Trennfugen Luft durchbläst. Daher solltest Du rundum die Trennfugen bei gleichzeitigem Druck auf den Balg zwischen Balgrahmen und Gehäusen mit den Lippen "abfühlen"
Das ist m.E. das erste was Du überprüfen solltest. Solches selbstklebendes Moosgummi Dichtband kostet nicht viel, wenige €, es gibt es u.U. auch im technischen Bedarf, aber auch jeder Akkordoen-Reparatuer hat sowas auf Lager da es häufig benötigt wird.

2. Luftverlust am Balgnagel bzw. fehlender Balgnagel. Die Bohrungen zur Aufnahme der Balgnägel im Holz weiten sich vom Mal zu Mal durch das Herausziehen respektive Hineinstecken des Nagels und je nachdem wie gut/schlecht der Balgnagel noch sitzt kann ein merkbarer Luftverlust vorhanden sein. Vor allem wenn z.B. ein Balgnagel fehlt ist schon der Luftverlußt erheblich. Provisorische Abhilfe besteht darin daß man in die Bohrung für die Balgnägel etwas Möbelwachs/feste Schuhcrème drückt und den damit eingeschmierten Nagel in die Bohrung drückt. Das Terpentin in dem Wachs/Schuhcrème verdunstet und das Wachs trocknet fest auf, dichtet so das ganze.
Bei einer völlig ausgenudelten Bohrung hilft Ausbuchsen mit einem z. B. 3 - 4mm Rundholz und dann dem Aufbohren auf das korrekte Maß. Es gibt auch verschieden dicke Balgnägel so daß man gegebenenfalls auf eine dickere Variante ausweichen kann, 2 - 2,5 - 2,6 - 2,8mm sind angebotene Größen.
Das wäre der zweite Punkt den ich überprüfen würde.

3. Klappenbeläge. Bei deutschen Akkordeons (Hohner Lucia, Atlantic, Cantulia) wurden in den 50/60iger Jahren Klappenbeläge mit einem lederbeklebten Schaum benutzt. Dies ist häufig bei solchen Akkordeons eine Ursache für Luftverlust und kann nur durch erneuern dieser beseitigt werden. Aber hier handelt es sich um ein italienisches Instrument der guten Mittelklasse und ich fände es sehr verwunderlich wenn hier solche Problembeläge verbaut wären, das schließe ich erst mal aus. Aber auch die üblichen Filz/Leder Klappenbeläge können natürlich sich etwas zusammendrücken und undicht werden. Dies festzustellen ist aber erstmal warscheinlich zu aufwändig für dich. Zumindest im Bassteil kommt man, gerade bei italienischen Instrumenten, nicht so einfach unter die Bassmechanik um das zu prüfen.
Auf der Diskantseite ist dies jedoch einfacher möglich, direkt unter dem Diskantverdeck liegen die Clavishebel mit den Klappen. Da kann zum Auffinden einer Undichtigkeit auch ein Stückchen Japanpapier, vorne an einer Pinzette festgehalten, dienen.
Es passiert auch durchaus beim unvorsichtigen Einpacken häufiger daß man mit einem Tastenende am Koffer hängenbleibt und dann eine Taste nach oben verbogen wird. Natürlich wird nicht die Taste verbogen sondern der Clavishebel so daß die Taste nun etwas nach oben aus der Tastatur herausragt. Wenn man dann die Taste einfach wieder in ihre "ursprüngliche" Position zurückbiegt liegt die Klappe nicht mehr dicht an der Füllung an und Luftverlust ist vorprogrammiert. Da man bei einem solchen Akkordeon nie weiß was beim Vorbesitzer, Zwischenhändler damit passiert ist, ist so etwas auch nicht auszuschließen.
Bei größeren Undichtigkeiten an einer Klappe müßte eigentlich auch ohne Drücken einer Taste oder Kopfes ein Ton zu hören sein.
Dein subjektives Gefühl daß auf Druck der Luftverlust höher als auf Zug ist könnte darauf schließen daß es ein Problem mit einer/den Klappen gibt, denn auf Druck versucht der Überdruck im Balg die Klappen von ihrer Füllungsplatte abzuheben, auf Zug saugt der Unterdruck im Balg sie prakisch etwas fester an die Füllung an so daß sie etwas besser abdichten. Dies könnte ein Indiz sein daß dort eine der Ursachen sein könnte, doch ob's wirklich bei Druck einen höheren Luftverlust hat als auf Druck ist schwierig für einen Anfänger festzustellen da generell die Empfindung des Druckes beim Ziehen und Drücken verschieden ist.
Vergiß auch nicht die Kontrolle des Luftknopfes, der braucht nur in seiner Führung zu klemmen oder seine Andruckfeder ist ausgehakt oder verklemmt und die Klappe schließt nicht mehr korrekt.

Es gibt natürlich noch mehr mögliche Ursachen wie z.B. ein Gehäuseriss im unter Druck stehenden Gehäuse.
Die angerissene Auflage am Gehäuse für die Bassabdeckung kann man in der Regel durch neu anleimen und unterfüttern z. B. mit Furnier wieder stabilisieren, auch zusätzliche kleine lnge Holzschräubchen seitlich eingeschraubt können dabei helfen. Dieser Schaden tritt nach unsanftem Hinstellen des Akkordoens auf die Bassfüßchen auf.


Also prüfe erst mal die beiden ersten Punkte und wenn dort alles wirklich i.O. ist den 3. Punkt.

Wird schon werden,

liebe Grüße,

Roland
 
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Mindestens eignet sich das Instrument technische Erhahrungen zu sammeln oder auch zu mehr.
Dazu muß die Undichtigkeit gefunden werden.
Nase Lippen Test funktioniert nur wenn es außen rausdrückt wie an den Balecken oder am Balgrahmen an dem sich durch Erschütterung der Balg gelöst haben kann.
Bei einem Gehäuseriss könnte aber in dem Bereich oder an irgendeiner Leimfuge des Gehäuses Innen Luft verlieren.
Die Balgichtung/Balgnägel ließe sich durch Abkleben mit einem gut klebenden Klebeband daß sich aber auch gut rückstandslos wieder abziehen läßt prüfen.
Wenn es dann Kopression hat ist der Fehler schon gefunden.
Den Bereich der Klappen könnte man testen in dem man zwischen die Stimmstöcke und die Gehäuseplatten abdichtende Papierstreifen legt.
Wenn es dann Kompression hat kann man in dem Bereich weiter suchen.
Besonders verdächtig ist natürlich der Riss auf der Diskantseite der vielleicht nur notdürftig von außen geklebt wurde aber durchgehen könnte.
Das ist für mich das wahrscheinlichste Leck.
 
diatoner
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Gerade am Anfang ist es wichtig, ein vernünftig funktionierendes Instrument zu haben, auf dem man die Basics lernen kann
Die Technik-Basics lernt man aber schneller mit einem nicht so gut funktionierenden Instrument. Wenn er damit durch ist weiß er mehr als mancheiner der zig Jahre Akkordeon spielt und Nie reingeschaut hat und kann das Wissen dann beim nächsten Kauf nutzen. Wahrscheinlich spart er die 300 € dann wieder ein. Viele Wege führen zum "richtigen" Akkordeon. :D
 
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An solchen alten Instrumenten gibt es viel zu untersuchen und zu lernen und das Risiko Lehrgeld zu bezahlen, was kaputtzumachen ist überschaubar.
Die Mechanik ist komplex und interessant.
Wer an einem alten Oldtimer schraubt muß das mögen denn die Zeit und das Material kriegt man auch da in der Regel nicht wieder rein.
Da ist es hier auch ähnlich wie in einem Oldtimerforum.
Man versucht von weitem einen oder mehrere beschriebene Fehler einzugrenzen aus Spaß und um seine eigenen Erfahrungen durch die der anderen zu erweitern.
 
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