Individuelle, selbstgewickelte Pickup

  • Ersteller Ersteller Ben zen Berg
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  • #401
Ich habe mich dann auf die Suche nach einem Gitarrensaiten ähnlichem Material begeben, um eine ähnliche Masse zum generieren der Schwingung in das Magnetfeld zu halten. Mit weichgeglühten Eisendraht habe ich was passendes gefunden. Den gibt es sogar mit nur 0,3 mm Durchmesser.
Ich hab' mich direkt an die Konstruktion eines geeigneten und druckbaren Rades gemacht.

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Dazu habe ich noch eine passende Montagehilfe gedruckt.

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Das Aufziehen des Drahtes auf den Ring war eine mühselige Aufgabe ...

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... und der Fleiß wird nicht belohnt. Es zeigen sich gleich mehrere Schwachpunkte:
  1. Das Rad läuft nicht rund, ein Problem, das sich mit einer/m geeigneten/m Narbe/Flansch lösen ließe.
  2. Mit dem weichgeglühtem Draht ist es mir auf so kleinem Raum nicht möglich, ihn mit der erforderlichen Präzision auf zu ziehen. Es wird keine eindeutig erkennbare Frequenz mit diesem Rad generiert.
  3. Anfang und Ende des Drahtes müssen irgendwie fixiert werden. Das bedeutet, der Draht hat kleine Überhänge, die ein starkes Klopfen erzeugen.
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Mit dem ABS-Ring bei 103 RPM erkennt man einen deutlichen Peak bei 86 Hz - Das passt nur so ungefähr, es müssten 82,4 Hz sein, aber das schiebe ich auf den Motortreiber.

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Mit dem weichgebrannten Draht auf dem DIY Ring sieht das Signal weniger eindeutig aus. Natürlich ist es auch deutlich schwächer - so schwach, das die Grundfrequenz unter dem Netzbrummen liegt. Aber was da noch alles an Frequenzen generiert wird - damit kann nicht sauber analysiert werden.

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Und das ist der Smog, den die Soundkarte Plus Instrumentenkabel von dem Motortreiber einfängt. Mal schauen, wie ich dieses Problem löse.
 
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  • #402
Manche Sachen machen mir einfach nur Spaß:

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Mein Jazzmaster bekommt das finale Outfit.
 
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  • #403
Super! (y)
 

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  • #404
Bei meiner Wickelmaschine habe ich ein bekanntes Problem bei der Abwicklung des Drahtes von der Materialspule. Ich verwende K100 Spulen mit 1 kg AWG42 Draht, die hochkant gestellt werden. Die Abwicklung 'rutscht' via Überkopf-Abzug ohne mechanische Hilfe über den oberen Flansch. Das ist übliche Praxis und funktioniert bis zu einer gewissen Ablaufmenge eigentlich problemlos. Je weniger Draht auf der Spule ist, desto größer wird jedoch die Reibung, bzw. der Druck auf dem Außenring der Spule. Wenn nur noch 100 bis 150 g des Materials auf der Spule sind, reißt der Draht des Öfteren - mit einer Leichtigkeit, die den Tänzer des Drahtspanners gar nicht bis zum Notaus-Schalter zieht. Das ist sehr nervend.
Auf der Suche nach einer geeigneten Abwickelung habe ich kein System gefunden, das für so dünne Drähte geeignet ist. Für eine maschinelle Abwicklung finde ich überhaupt nichts Passendes. Der am ehesten geeignete Flyer-Drahtabwickler arbeitet ohne eigenen Antrieb, aber erst oberhalb von 0,1 mm Drahtdurchmesser zuverlässig.
Das einzige wirklich brauchbare, was KI auswirft, sind Ablaufringe oder Flyer-Cones. Diese finde ich aber nirgends kaufbar für Privatpersonen. Am liebsten hätte ich einen wieder verwendbaren Drahtablaufring für K100 Spulen aus schlagfestem, hochglanzpoliertem Kunststoff. Am besten mit einer Klemmvorrichtung.
Kennt jemand eine Bezugsquelle dafür (@GeiGit ?)
 
  • #405
Ich war ja einige Jahre an meiner Arbeitsstelle für die Technik einer Aumann-Trafowickelanlage zuständig.
Für den 0,05er-Lackdraht der Primärseite verwendeten wir ausschließlich den Lackdraht von Elektrisola. Da waren die Spulen gut gewickelt, hatten gefaste und sehr glatte Außenringe und der Draht lief nach oben auf die von dir beschriebene Weise gut ab.

Wie sehen denn die K100 Spulen aus? Sind deren Außenkanten ca. 45° schräg, oder gerade?
Wenn sie zylindrisch sind, würde ich auf die Spulen tippen, deren Kanten vielleicht auch nicht glatt genug sind. Vielleicht testest du da mal Elektrisola mit deren "bikonische" Spulen? -> Klick
Ich meine wir hatten auch die Behälter von Elektrisola im Einsatz. -> Klick
Zusätzliche Ablaufringe oder ähnliches hatten wir keine.
 
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  • #406
Es sind diese zylindrischen Spulen, die auf der verlinkten Seite direkt unter den bikonischen Spulen abgebildet sind.

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Die Kante hat einen 3,5 mm Radius. Die Problemzonen sind eine Bohrung zum Durchführen und Sichern des Drahtendes, Spritzgussformfugen und Schäden, die auf einen rustikalen Umgang mit der Spule im gesammten Produktions- und Liefrprozess schließen lassen lassen.

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  • #407
Dann ist das leider auch das Problem.
Da hilft auch kein großer Ableitring.
Du kannst vielleicht einen selbst mit deinem 3D-Drucker erstellen, schleifen und polieren. Der muss aber dann wirklich über die Außenkante komplett drüber reichen und den Draht von diesen Spulenbereichen fern halten.
Trotzdem muss der Draht aus den Ecken kommen und braucht dafür Zeit. Solange du langsam wickelst, sollte das aber gehen.
 
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  • #408
Ich habe einen Edelstahlring gefunden:
Wenn ich dafür eine Halterung drucke, die den Flansch nur ca. 0,5 mm nach unten überragt, dann könnte es funktionieren.
 
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  • #409
Genau so meinte ich das mit dem Druck.
Ein glatter Edelstahlring ist natürlich noch besser geeignet (y)
 
  • #410
Was ist, wenn Du das Loch in der Spule verschließen würdest?

Zum Verschließen ... mit Tesa das Loch von vorne abkleben ... und von hinten mit UV-härtendem Acryl ausgießen.
 
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  • #411
Das Loch ist oft nur auf einer Seite der Spule. Jetzt wurde eine Spule geliefert, die gar keine Bohrung im Flansch hat. Die Macken sind natürlich individuell. Das sind Weg-werf-Spulen, der Restwert des Lackdraht-Materials liegt unter zehn Euro. Das Polieren der Kante passt also nicht im Verhältnis zur Wertschöpfung. Ärgerliche ist, das der Abriss unvorhersehbar geschieht. Manche Spulen lassen sich fast bis zum Ende abwickeln.
 
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  • #412
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Ich habe mir aus den Resten, die bei mir rum liegen und aufgrund ihres Aussehens keine Verwendung finden konnten, eine Testgitarre zusammen gebastelt.

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Damit kann ich mir auch endlich die Filtertron-Style-P47² zu Gehör bringen.

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Der Frequenzverlauf entspricht nicht dem Ideal eines Single Coils oder Humbuckers. Das Cover drückt dem PU seinen Stempel auf, und Filtertrons haben in der Regel deutlich weniger Wicklungen als Vintage Humbucker.

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Ich hab mal beispielhaft vier Filtertron-PU-Diagramme von echoesofmars.com hinzugefügt. Aufgrund der geringen Wicklung liegt der Peak bei manchen Filtertrons sogar über 15 kHz. Das erscheint im ersten Moment gruselig, aber der Pegel dieser extrem hohen Peaks liegt dann auch weit unter dem Pegel der Eingangsfrequenz. Der Grundcharakter der Filtertrons ist eher dunkel mit einem Glitzern in den Höhen.
Da ich bei den Filtertron-Style-P47² PUs aber nicht den für Filtertrons typischen fetten Magneten verbaut habe, sondern weiterhin drei Balkenmagnete, wie sie auch in Firebird-PUs stecken, brauchen meine PUs mehr Wicklung um einen gewissen Pegel zu erreichen. Deswegen ist der Peak nicht so extrem (3.7 & 5.3 kHz). Die PUs verbreiteten somit auch keinen puren Rockabilly Sound, sondern sind eher Halbwesen irgendwo im Raum und Jazz.
Nun gut - ich habe dann den Spark Neo mit einem Retrofill aus dem Petti Backing Tracks Universum beladen und die neuen Pick-Ups kabellos in meinen Gehörgang injiziert. Der dunkle warme Sound vom Neck-PU mit Attack-Werten wie Tranquilizer hat mich direkt benebelt. Ich habe die schäbige Gitarre gar nicht mehr war genommen. Auch nicht das trübe Wasser des Flusses, der mich mit seiner langsamen Strömung aufnahm und fort spülte. Ich war in einer Bar, mitten auf dem Fluss, und die Beats aus den Speakern waren so cool wie der Whiskey on the Rocks. Die Töne, die ich spielte, waren noch schwerer als meine Zunge von dem Whiskey. Nur die winzigen Elektroschocks, ausgelöst von pfeilschnellen Attack-Werten höherer Frequenzen, hinderten mich daran, ins Delirium zu fallen. Ich musste dringend auf den Bridge-PU umschalten. Die Realität wurde wieder etwas deutlicher, der Fluss hatte mich schon weit abgetrieben. Mit den schärferen Höhen des Bridge-PUs hatte ich ein Werkzeug, mit dem ich Stücke von dem längst Vergessenem abtrennen konnte. Zurück wird es ein langer Weg werden.
Coming home for tomorrow from my dreams of the yesteryears.


One Take, ohne Anspruch auf Wertigkeit - genau so dahin gedaddelt wie mein Laberflash auf dem Laptop-Keyboard zuvor.
 
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  • #413
Der Ton ist ja mal richtig geil... Irgendwie alt, ohne dass ich es einem der PU-Klassiker zuordnen könnte, und der lässige Track passt perfekt dazu. Das Backing klingt für mich sogar ein bisschen nach einer ES, hat was holzig-akustisches. Sehr interessant!

Glückwunsch, bagotrix
 
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