Individuelle, selbstgewickelte Pickup

  • Ersteller Ben zen Berg
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FYI @HD Ich habe das Magnet-Paradies für Pickup-Winder gefunden: Cermagmagnets
Eine Riesenauswahl und dazu noch günstig genug, das sich selbst der Import noch rechnet.
 
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Ich hab zwei externe Stepper an meine Baby-CNC angeschlossen, um zu sehen, wie gut sich der GRBL-Controller zur Steuerung einer Wickelmaschine eignet.

20260126_085722.jpg


Und, ja, das funktioniert sehr gut. Der einzige Schwachpunkt ist die Drehzahl. Der Vorschub ist auf 1.000 mm pro Minute begrenzt. Da die CNC-Gewindestangen jedoch 4 mm Vorschub haben, bleibt eine maximale Geschwindigkeit von 250 rpm - das ist schon arg wenig. Bei der Drahtführung steht damit eine Toleranz von 0.022 mm. Das wäre OK, denn dieser Wert gilt für den Zielkoordinator.
Neben dem zeitlichen Faktor wirkt sich die Drehgeschwindigkeit auch auf die Tension aus. Zum Testen habe ich die Spulen für zwei P47² PickUps gewickelt. Die sind schon ganz schön locker.
Die Firmware lässt sich natürlich anpassen, ich könnte aber auch eine 1:4 Übersetzung einsetzen, um den Motor nicht Dauerhaft (für Stepper) doch recht hochtourig zu fahren. Da könnten die Druckertreiber des dafür nicht ausgelegten Controllers sehr schnell heiß werden. Ich hab' mal einen passenden Zahnriemenscheibensatz gekauft, um die Belastung auch bei größeren Spulen zu checken. Ich erwarte da aber keine Probleme.
 
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Natürlich gibt es kein Programm, das G-Code für Wickelmaschinen erstellt. Und so habe ich mir einen G-Code-Generator geschrieben. Für gleichmäßige Wicklung und leichtem Scatterwound. "Heavy Scattering" steht noch auf der ToDo-Liste und soll auch unterschiedliche Geschwindigkeiten zur Drahtführung innerhalb der einzelnen Lagen berechnen. Zur Zeit werden nur unterschiedliche Wicklungsmengen pro Lage errechnet.
Das Programm ermittelt auch die maximal mögliche Wicklungszahl aufgrund des Spulenquerschnitts. Dazu muss auch ein Toleranzwert angegeben werden, da der Draht ja nicht wirklich kontaktschlüssig gewickelt werden kann. Für den Testaufbau habe ich den Toleranzwert über den errechneten absoluten und den real möglichen Maximalwert ermittelt. Der Wert ist extrem hoch ausgefallen: 2 hundertstel Millimeter bei einem Draht mit einem Durchmesser von 0.06 mm. Da muss ich also schauen, wie ich die Wicklungen strammer auf die Spule bekomme.
 
Du brauchst einen Drahtzugregler.
Vielleicht kannst du dir das auch selbst bauen?
Wir hatten in unserer Trafowickelanlage früher diese Drahtzugregler von LJU
Sie bestanden aus einer Waage mit Dehnmessstreifen zur Zugbestimmung und einer Rolle, die per Elektromagnet durch eine Art Scheibenbremsung den Zug erzeugte.
Die Filzwalzen drehten und zogen konstant am Draht.
Es gibt aber auch einfachere Systeme mit zwei Scheiben, die per Feder aufeinander gedrückt werden, zwischen denen der Draht durchgezogen und von ihnen dabei gebremst wird.
 
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Es gibt aber auch einfachere Systeme
Genau an so etwas habe ich gedacht, wie es auch hier verbaut wurde:

lmygl0ya2dyejt1uhrtg.jpg


Da werden einfach nur zwei Filzgleiter zusammen geschraubt. Eine Skala wäre hier sicherlich hilfreich, um eine reproduzierbare Spannung zu ermöglichen.
Dieses Teil ist mir schon wider zu monströs:

Screenshot_20260126_223716_AliExpress.jpg

Wäre aber eine Option, wenn das einfache System zu vermehrten Abrissen führt.
 
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Du musst ja nicht auf Zeit wickeln. Bei uns mussten fast 7000 Wicklungen in 30 Sekunden gewickelt werden. Da musste der Regler sehr schnell regeln können um konstant die 20g zu halten.
Wenn du langsam wickelsthast du weniger Beschleunigungen an den schmalen Seiten der Spulen und dadurch ein engeres Wickelbild in der Mitte.
die zwei Filzscheiben sind bissl grob und ohne Feder auch schwer einzustellen.
Es wäre schon gut, wenn das ein verstellbarer Druck auf eine Feder wäre, welche dann viel konstanter die Scheiben zusammendrückt. Vielleicht die Scheiben auch kleiner und punktueller und ne Drahtführung vor und hinter die Scheibe.
 
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Bei meinem Testaufbau befindet sich unter der weißen Montageplatte bei der Drahtführungseinheit eine Wickelnadel, eine Wolframdüse (0,2 mm). Das ist schon eine gute Drahtführung. Davor steht eine "dritte Hand" als provisorischer "Drahtzugregler". Den Wickeldraht habe ich in ein Wattepad gesteckt und mit der Krokodilklemme gehalten. Das hatte schon einen gewissen Druck, so dass der Draht beim langsamen Durchziehen leise gequietscht hat.
 
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20260202_075900.jpg


Mit der anliegenden Last läuft der Motor deutlich leiser und dreht die Wickelachse dabei vier mal so schnell.

20260131_162912.jpg
20260201_171024.jpg


Die locker-luftig gewickelten P47² Spulen haben sich auf den Weg zur SG Special gemacht.
 
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Super.
Wie ist denn der Sound der P47^2, was ist das Besondere, also im Vergleich zu Humbuckern, Single Coils, Split Coils?
Und, sind die komplett brummfrei?
 
Ja, die sind komplett brummfrei, das ist ein Split Coil Design für P94s - also P90s im Humbucker-Format. Die habe ich speziell für Paulas entwickelt und auch bewusst in ein geschlossenes Nickel-Cover gepackt. Das macht den Sound richtig dunkel und schwer, damit kann jeder Blueser einem Strat-Spieler die Tränen in die Augen spielen. ;)
In meine Paula habe ich dieses Set eingebaut, und das ist mal richtig laut, hat aber auch richtig viel Draht auf den Spulen.

nickelCoverWithNickelBasePlate.png


Die Frequenz-Analyse zeigt eine Kurve mit nicht idealem Verlauf. Aufgrund der Reserven, die dieses Set hat, wird trotzdem genug Dynamik geliefert. In dem verlinkten Beitrag ist auch ein Soundbeispiel vom Neck-PU und wenn Du runter scrollst, kommt noch ein Video mit allen PU-Einstellungen. Die Tonabnehmer klingen alles andere als leblos und werden diese Paula wohl nie verlassen...

plasticCoverOnly.png


Die Kurve der Frequenz-Analyse des gleichen Tonabnehmer ohne Neusilber-Einhausung liegt dann schon fast auf der Ideal-Linie. Und das Plastik-Cover entspricht auch viel mehr einem original P-90. Mit der lockeren Wicklung des Wickelmaschinen-Test wird das Set bei weitem nicht so viel Output haben - Ich bin total gespannt darauf, wie's klingt.

Bridge: 7.04kΩ, 8.87 Henry bei 100 Hz
Neck: 6.20 kΩ, 7,51 Henry bei 100 Hz
 
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