Kadenz

von DerSebi, 24.10.04.

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  1. DerSebi

    DerSebi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.10.04   #1
    Hallöle.....

    Hab ma ne frage..

    Was zum Geier ist díe Kadenz und wofür brauch man das ??

    Hab mal gehört, das es in der sakralen Musik sehr gut zu gebrauchen ist !

    Wie ? Was ? Warum ? Ich hab voll kein plan...... bitte helft mir weiter !

    DerSebi
     
  2. iron_net

    iron_net Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.10.04   #2
    Da gibts zwei Bedeutungen.
    Die erste (und die meinst du wahrscheinlich) meint eine Abfolge von Akkorden hin zur Tonika. In der klassischen Musik bezeichnet man mit Kadenz aber auch eine Schlusspassage am Ende eines Stückes, die der Solist quasi improvisiert.


    P.S.: Für sowas schadet auch ein Besuch bei google nich....
     
  3. stringsurfer

    stringsurfer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.10.04   #3
    Im großen und ganzen gibt es zwei Arten von Kadenzen: Die klassische Kadenz und die sog. Amen-Kadenz.
    Wie iron_net schon erwähnt hat, bezeichnet man einen Akkordwechsel zur Tonika als Kadenz. Die klassisch Kadenz ist der Wechsel von der Dominanten zur Tonika (z.B. von G zu C). Dieser Schritt ist sowohl in klassischem als auch in volkstümlichem Liedgut inflationär häufig als Kompositionsabschluss vertreten.
    Die Amen-Kadenz ist, wie der Name schon andeutet, vor allem in kirchlicher Musik zu Hause. Sie bezeichnet den Wechsel von der Subdominanten zu Tonika (z.B. von F zu C).
     
  4. Gomer

    Gomer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.10.04   #4
    Soweit ich weiss ist es nich nur der Wechseln von D zu T, sondern eine Akkordefolge, die die Tonart festlegt. Sowas is nützlich am Anfang eines Stückes oder nach einer Modulation. In der Klassik sieht das meist so aus:
    T-S-D-T
    Dann gibts noch die Trugschlusskadenz T-S-D-Tp, die dann in C so aussieht: C-F-G-a
    Beides braucht man nicht unbedingt, aber es kommt manchmal ganz gut.
     
  5. inveteracy

    inveteracy Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 24.10.04   #5
    Es gibt zB eine II IV I Kadenz. Das ist die Akkordfolge:
    Subdominantparalelle -> dominante -> Tonika.
     
  6. yestergrey

    yestergrey Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.10.04   #6
    wie manche ja schon gesagt haben is die Kadenz eine Akkordfolge:
    Tonika - Subdominante - Dominante - Tonika (1 - 4 - 5 -8 in der Tonleiter, so weit ich weiß).

    Und dann gibt es noch eine Solokadenz, die in Konzerten (also die Musikrichtung "Konzert") den Soloteil beschreibt. Darin soll zum Beispiel der Pianist oder der Geiger seine Virtuosität zeigen und spielt dann Variationen der Themen des Stückes.
     
  7. stringsurfer

    stringsurfer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.04   #7
    Ist schon klar, ich wollte nur auf die beiden in der westlichen Musik häufigsten Kadenzen hinweisen, welche in der musikalischen Umgangssprache zumeist gemeint sind, wenn man von Kadenzen spricht.

    Auf die eigentliche Frage: Bewusst brauchen tust du denn Begriff "Kadenz" absolut nicht, du wirst aber dennoch in jedem Lied auf Kadenzen stoßen solange du keinen 90 Jahre Hardcoretechno machst.
     
  8. Topi8712

    Topi8712 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.04   #8
    Und als Ergänzung: :twisted:
    Kadenz kommt aus dem Lateinischen von cadere - fallen.
    EIne Kadenz ist also ein Fall, oder einfach eine Akkordprogression.
    Gruß
    Tom
     
  9. illbleed

    illbleed Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.04   #9
    Akkordprogression würd ich das nu aber nicht nennen, sondern diatonische Akkordbewegung mit Fall (Schlusswirkung) die die Tonart festigt (meist Dominante und Tonika), oder so :D Aber wurd ja schon gesagt.
     
  10. Pg

    Pg Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.06   #10
    Hi
    ich weiss net genau, wo das thema genau gehört, aber es ist auf jedenfall theorie.
    kann mir jemand erklären, wozu die kadenz ist,was eine kadenz ist und wie man das anwenden kann... ich verstehe zurzeit bahnhof im unterricht und bin zurzeit der schlechteste, daher erhoffe ich mir, dass mir das jemand erklären kann.
    dafür wäre ich sehr dankbar!!
     
  11. raf

    raf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.06   #11
  12. Pg

    Pg Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.06   #12
    danke für die schnelle antwort! ich werde es mir anschauen und wenn ich fragen habe, dann frage ich euch nach!
     
  13. whir

    whir Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.06   #13
    Als Kadenz verstehe ich eine Harmoniefolge, die eine Tonart bestätigt oder zumindest impliziert, nicht allgemein jede beliebige Akkordfolge. Bitte korrigieren, wenn das falsch ist (ja, ich weiß, dass das obiger Seite widerspricht, aber damit hab ich kein Problem.)
     
  14. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 14.02.06   #14
    Ich mache es mal gründlich: kadenz kommt von cadere=fallen und ist der quintfall vor dem schlusston, stell dir einen sänger vor, der kurz vor schluss einen hohen ton aushält, um dann unter allgemeinem jubel zum schluss zu kommen. Harmonisch betrachtet ist das die folge V-I , d.h. dominante-tonika, auch authentischer schluss genannt. In der kirchenmusik gilt bis heute als besonders feierlich, mit IV-I zu schließen (mit dem berüchtigten organistenschnörkel), nennt man plagal (nicht ganz echt, ein plagiat ist kein authentisches original). Es bürgerte sich eine kombination ein, um die tonart eindeutig zu bestimmen, und so lautet die einfachste kadenz I - IV- (I) - V - I , und fast jedes stück der klassischen periode endet so, eine ouverture von Rossini wie eine sinfonie von Beethoven. Als das langweilig wurde, setzte man auch "stellvertreter" ein, d.h. die jeweiligen paralleltonarten ( moll oder dur mit gleichen vorzeichen), landete man auf der tonika-parallele, war das ein trugschluss, und es musste noch weiter gehen, der dominante wurde als leittonverschärfend die kleine septime angefügt: D7 war geboren.
    Diese hauptfunktionen reichen auch aus, um einfache lieder zu begleiten, ja viele melodien sind aus der akkordfolge dieser kadenz heraus entstanden, die melodik des 19. jhs. ff. ist weitgehend harmonisch bestimmt.
    Und nun machen wir einen sprung zurück, stellen wir uns noch einmal den sänger vor, der kurz vor dem schluss auf seinem hohen ton eine sommervilla baut: macht er noch verzierungen, zögert er den schluss künstlich hinaus mit allerlei läufen und trillern, nennt man das auch eine kadenz: ein improvisierter einschub am ende eines satzes oder stückes, besonders beliebt bei instrumental-konzerten. Da schweigt das orchester, und der solist ergeht sich in virtuosem spiel, bis er mit einem triller auf der dominante und kopfnicken dem dirigenten ein zeichen gibt, zum schluss zu kommen.
    Alles klar? Was I , V und IV bedeuten, brauche ich wohl nicht zu erklären.
     
  15. Martin WPunkt

    Martin WPunkt Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.06   #15
    :confused:

    Ich bin mir sicher, dass der Schluss auf V ein Halbschluss und dass ein Schluss auf der Tp ein Trugschluss ist. Letztes gilt auch eigentlich allgemein für alle Endakkorde, in denen statt der I ein anderer Akkord als I, IV oder V erklingt.

    Haut mich, wenn ich unrecht habe :D
     
  16. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 14.02.06   #16
    Danke, ich habs verbessert.
     
  17. Pg

    Pg Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.06   #17
    HEY DANKE für die hilfe.
    also wie gesagt, ich habe da so ne hausaufgabe, die ich nicht verstehe. ich werde sie dann mal abfragen, damit ich das alles verstehe.
    ok danke erstmal
     
  18. web

    web Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.12   #18
    Hallo,

    Ich habe ein Verständnisproblem im Thema "Kadenz".

    Gegeben sei eine Aufgabe (in der Schule): D-Dur w8
    Ich habe zwei Notenreihen Platz, um das zu schreiben, die obere im Violinschlüssel, die untere im Bassschlüssel.
    In der oberen müssen drei Töne stehen und in der unteren einer.
    Wie macht man das nun?

    Außerdem: Was ist Tonika, Subdominante und Dominante und was hat es damit zu tun?
     
  19. LeonSon

    LeonSon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.12   #19
    Eine Kadenz ist grob gesagt eine Abfolge von Akkorden. Den Akkorden in einer Kadenz sind bestimmte Funktionen zugeordnet, auch Stufen genannt: die Tonika ist die erste Stufe, die Subdominante die vierten, Dominante die fünfte.

    Beispiel D-Dur: Tonleiter ist D E Fis G A H Cis

    Erste Stufe, also Tonika, ist D-Dur.
    Vierte, also Subdominante, ist G-Dur.
    Fünfte, also Dominante, ist A-Dur.

    Jetzt hast du die drei Akkorde, die du brauchst. Unklar bleibt, welche Kadenz du nun aufschreiben sollst.

    Machen wir es am Beispiel einer typischen Schlusskadenz. Die Abfolge wäre: I - IV - V - I
    In Stufen ausgedrückt also eins vier fünf eins, in Funktionen ausgedrückt Tonika, Subdominante, Dominante, Tonika.

    An dem gegebenen Beispiel D-Dur wären das die Akkorde D-Dur G-Dur A-Dur D-Dur.

    Die schreibst du jetzt hin. In den Bassschlüssel würde ich immer den Grundton schreiben, also D, G, A, D.
    In den Violinenschlüssel kommen dann die kompletten Akkorde, also D-Dur, G-Dur als Quart-Sext-Akkord, A-Dur als Sext-Akkord, D-Dur.

    Fertig!


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  20. derpianist935

    derpianist935 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.12   #20
    Wenn ich deine Aufgabenstellung richtig interpretiere, sollst du eine D-Dur-Kadenz in Oktavlage schreiben.

    Tonika, Subdominante und Dominante sind die Grundfunktionen einer Kadenz. Die Tonika ist die Kadenz-Grundtonart an sich, also in deinem Fall ist die Tonika = D-Dur. Die anderen beiden kannst du sehr leicht mit einem Quintenzirkel ermitteln, der ja wie eine Uhr aufgebaut ist:

    Die Subdominante "kommt eine Stunde früher" als die Tonika - also G-Dur.
    (anders formuliert: von der Tonika aus ein Schritt weiter im Uhrzeigersinn)
    Die Dominante "kommt eine Stunde später" als die Tonika - also A-Dur.
    (anders formuliert: von der Tonika aus ein Schritt weiter gegen den Uhrzeigersinn)

    Nun kennst du die Akkorde, die in der Kadenz vorkommen. Der Ablauf ist folgender: Tonika (T) - Subdominante (S) - Dominante (D) - Tonika. Das wäre in deinem Fall also: D-Dur | G-Dur | A-Dur | D-Dur. Leg dir am besten 4 Takte an. Die Basslinie (im Bassschlüssel) hat in allen Tonarten dasselbe simple Schema - da schreibst du jeweils in einen Takt den Grundton von T, S oder D auf: d | g | a | d (Beachte die Richtung: Von d hoch zu g, von g hoch zu a, von a runter zu d - das ist auch in jeder Tonart identisch).

    Zu den Akkorden der oberen Notenzeile im Violinschlüssel. Auch hier kommt in jeden Takt jeweils ein Akkord, und zwar in der obigen Reihenfolge. Du musst aber laut Aufgabenstellung in Oktavlage beginnen, das bedeutet: du beginnst mit dem D-Dur-Dreiklang in erster Umkehrung (fis-a-d). Da ist nämlich der Grundton ("=Oktave") oben, daher Oktavlage. Diesen Dreiklang kannst du auch schon mal in den letzten Takt eintragen (erster und letzter Takt sind auch überall gleich). Es fehlen also noch der G-Dur- und der A-Dur-Akkord dazwischen. Jeden Dur-Dreiklang gibt es ja in 3 verschiedenen "Stellungen": Grundstellung, 1. Umkehrung und 2. Umkehrung. In deinem Fall hat der G-Dur-Akkord im 2. Takt die Grundstellung und der A-Dur-Akkord im 3. Takt die 2. Umkehrung.

    Zusammenfassung:
    D-Dur (1. Umkehrung: fis-a-d) | G-Dur (Grundstellung: g-h-d) | A-Dur (2. Umkehrung: e-a-cis) | D-Dur (1. Umkehrung: fis-a-d)
    d | g | a | d

    Vielleicht fragst du dich, woher man weiß, welche Dreiklangsstellungen man nun nehmen muss. Das hängt mit verschiedenen Regeln im vierstimmigen Satz zusammen, das führt jetzt aber zu weit in diesem Rahmen. Die kann ich dir auch schlecht nur schriftlich erklären. Merken kannst du dir:

    Kadenz in Oktavlage (8): 1. Umkehrung - Grundstellung - 2. Umkehrung - 1. Umkehrung
    Kadenz in Quintlage (5): Grundstellung - 2. Umkehrung - 1. Umkehrung - Grundstellung
    Kadenz in Terzlage (3): 2. Umkehrung - 1. Umkehrung - Grundstellung - 2. Umkehrung

    Man kann da schon ein gewisses Schema erkennen ;)

    Das war jetzt ziemlich kompakt und ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen.
    Liebe Grüße
    Jan
     
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