Kemper Profiling Amp - Pro und Contra

Ich spiele den Kemper nur zuhause im Heimstudio. Die ganzen Vorteile die genannt wurden kann ich nur bestätigen.

Zum Preis gebe ich nur noch zu bedenken.

Ich hatte mir vorher einen Fender Blues Junior III geholt und mir dann ein Effektboard gebastelt.
Dabei habe ich für den Amp ca. 650 € bezahlt und für das Board mit den Pedalen und Kabeln/Strom usw. ca. 1300 €.

Seit ich den Kemper habe, spiele ich kaum noch mit dem Fender.

Die Leute, die immer von Ihrem ganz speziellen Sound sprechen sollten einfach mal im Internet Beispiele für Kempersound suchen. Natürlich gibts auch das ein oder andere schrottige Profile, aber z.B. die Michael Britt - Profiles sind super und man hat die breite Auswahl.

Wann komm ich schon mal dazu Engl, Diezel, Fender, Bogner, Hiwatt, Bugera, Blackstar, Framus,Fryette, Fuchs, Genz Benz, HH Electronic, Hotone, Hughes & Kettner, Jet City, Krank REV, Laney, Line6 Helix, Marshall, Mesa Boogie, Orange, Peavey, Randall, Soldano, Victory, Vox usw. auszuprobieren.

Dies ist nur ein Auszug aus einem Directsoundpack für Kemper. Dazu dann für die DAW noch virtuelle Boxen mit virtuellen Mikroabnahmen. (Marshall, Bogner, Engl, Fender, Orange, EDVH, Diezel, Vox, Tweed)

Ich kann jetzt nicht sagen, ob sich die virtuellen Boxen alle so verhalten wie die Originale, aber die Unterschiede sind schon enorm.

Das genannte Profile-Direct-Pack hat knapp 80 € gekostet.

Wie sich das ganze dann im Live-Betrieb verhält kann ich nicht sagen, weil nicht probiert.
Im Musikgeschäft aber hängt der Kemper an einer 2x12 MESA-Box und die haut schon ganz schön raus.

Seit ich den Kemper habe denke ich, ich kann zumindest soundlich mit den Großen mithalten :))
 
Naja, ich kann verstehen wenn @Rotor das Teil nicht anfassen will ... Muss man ja auch nicht, vor allem wenn man eine Abneigung gegen zuviel Technik-Freak-Zeugs hat ;)

Was kaufbare Profile angeht, gefallen mir die von MBritt gar nicht so gut ..Ich finde diese Profile für mich immer etwas bedeckt oder dumpf ... Aber ich hab da auch fast 2 Jahre nicht mehr geschaut ..Vielleicht sind sie ja besser geworden :gruebel:
Kaufbare Profile bevorzuge ich die von TheAmpfactory ... Aber am liebsten erstelle ich die natürlich im Studio mit dem was da alles so an Amps angekarrt wird.

Aber stimmt schon ..der Sound des Kempers steht und fällt mit den Profilen. Da muss ich ganz klar sagen, dass die Jungs und Mädels von Kemper zwar sagen, dass man das auch selbst zu Hause machen kann, aber meist werden diese Profile einfach in der Qualität bestenfalls mittelmäßig. Das Teil profitiert schon sehr deutlich davon, wenn man die Profile in einer professionellen Aufnahmeumgebung mit mehreren Mikrofonen, Mic-Preamp(s) usw. erstellt.

Habe mir jetzt auch unbedingt mal vorgenommen den Kemper aus dem Studio zu entführen, um damit jetzt auch mal mit 'ner Coverband das Teil im Live-Einsatz zu verwenden. Vielleicht ist das auch nur noch mal der kleine Anschub den ich brauche, um doch mein HD500x gegen einen Kemper zu tauschen ... Ich befürchte GAS :fear:
 
Kneipengigs, kleinere Clubs mit mittelprächtiger PA auf der die Gitarren nur teilweise mitlaufen u.Ä. = Röhrenamp und Box

Etwas größere Bühnen mit z.B. auch weiterer Anreise der Band = Kemper & Co. können Sinn machen
Ich habe auch ersteres schon mit Kemper und Aktivbox gespielt, kein Problem. Wenn man eine Box mitnehmen muss, relativiert sich der Transportvorteil von Kemper natürlich etwas.
Oft nehme ich für so etwas aber auch Röhrencombo und Pedalboard, ich spiele beides gerne.
 
Klappt natürlich... wenn Du allerdings nen Monitor mitnimmst (z.B. wie ich den Yamaha DXR 10)... dann kriegt die erste Reihe vom Monitor weniger mit als von einem zweiten Gitarristen der mit einem konventionellen Setup spielt. Sofern man das Teil in die Backline erhöht stellt sieht es natürlich anders aus.

Ich finde allerdings, dass in kleineren Locations bei denen nur Gesang über die PA kommt, ein traditionelles Setup besser kommt, ist halt Geschmacksache.

Ich stell mir auf der Bühne als Ergänzung zum eigenen Aktiv Monitor noch eine Aktivbox in die Backline. Hier habe ich eine Redsound RS LG 12 - die ist etwas mittig gefärbt und gaukelt einem leicht das Feeling einer Gitarrenbox vor - läuft aber mit CabSim wie eine Fullrange Box. Die Red Sound hat in einem Vergleichstest von Bonedo massiv gut abgeschnitten und funktioniert auch bspw. bei der Bandprobe gut, wenn der andere Gitarrist ein normales Setup spielt. Da reicht das kleine Teil locker aus, auch wenn die Box nur auf dem Boden steht.
 
Die Aktivbox platziere ich in so einem Fall natürlich so, dass das Publikum etwas davon hört, also in etwa so, wie ich meinen Combo sonst auch platziere, sonst wird es mit Publikumsbeschallung eher schwierig.
 
Ich habe live schon beides benutzt, sowohl Röhrenamp mit Pedalboard als auch Kemper mit DXR10. Für mich war es eine Platzfrage. Für meine Tribute-Band brauche ich verschiedene Sounds. Dementsprechend groß ist das Pedalboard. Auf ganz kleinen Bühnen reicht mir der Platz nicht. Letztendlich blieb mir nur die Remote. Ich nutze keine eigenen Profile, nur Guido und MBritt. Ich spiele sehr dynamisch mit Fingerpicking. Spüre keine Nachteile im Sound und Ansprechverhalten beim Kemper. Selbst Feedback ist kein Problem. Vorteil beim Kemper ist die Flexibilität. Ich kann mir für jeden Song eine Performance mit genau dem Mix und Tempo für Delay, Modulation speichern. Mit meinem Pedalboard geht das nicht. Hätte ich noch Strymons oder ähnliches drauf wäre das möglich, aber nicht mehr transportierbar.
 
Schön, das du das mit den Effekten ansprichst: auch so eine unlogische "Krankheit" von Gitarristen: "Bloß keinen Kemper oder der ganze andere Digitalmist..." kommt als Aussage und dann schaut man auf deren Stressbrett und sieht ein digitales Effektgerät neben dem nächsten... Paranoid? :ugly:
 
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Naja gut, mein Reverb und Delay sind analog, Tremolo und Flanger/Chorus weiß ich nicht, und das POG macht natürlich nur digital Sinn.
Alle anderen, Zerrer und Wah, sind halt analog.

Wie macht der Kemper das denn mit Effekten, sind die vorprogrammiert oder werden die auch geprofilet, denn mindestens mein Wah wird der wahrscheinlich nicht ersetzen können :gruebel:
 
Du kannst einerseits deine Treter problemlos einbinden oder die integrierten Effekte nutzen .... Da ist so viel gutes zeug dabei ... Da findest alles was du brauchst. Aber wenn es ein bestimmtes Wah sein soll, dann wie bei jedem Amp sonst auch einfach mit einschleifen.
 
Das Wah lässt sich sehr vielseitig einstellen, ich war überrascht, was alles möglich ist.
 
Geht ja drum, das alles wegzulassen. Ich hab halt n Fuzzwah, für das ich keinen Ersatz finde...
 
Eine Fuzz Option hat das integrierte Wah nicht. Vielleicht kriegt man das mit Fuzz + Wah hin, aber ich kennen keine Fuzz Wahs, keine Ahnung.
 
Ich sagte ja ...Spezialeffekte wird man nach wie vor einbinden müssen ...
 
Den einzigen Effekt, den ich nicht aus dem Kemper holen kann ist der Mimiq Doubler, aber der ist auch sehr speziell. Ich hoffe, dass die den im Kemper auch noch nachbilden werden. Das Wah im Kemper ist das beste, das ich je gespielt habe. Zudem empfinde ich es als extrem angenehm, weil es ohne plötzliche Übergänge ein- uns ausfaden kann, wenn man die Touch Funktion nutzt.
 
Die Effekte selbst sind im Kemper einprogrammiert. Profiled sind wohl nur Amp und Cab. Gibt natürlich auch Profiles in denen z.B. ein 808 mit Amp zusammen profiled ist. Es gibt auch die Möglichkeit nur Effekte zu Profilen. Dann hat man aber keinen Amp und Cab. In Reihe schalten geht nicht. Ich nutze auf dem Pedalboard ein Voodoo Lab Tremolo. Im Kemper ist auch ein brauchbares Tremolo. Dort kann ich Speed und Intensity für jeden Song und getrennt für z.B. Intro, Strophe und Refrain speichern und hab sogar Tap Tempo. Den Unterschied wird wohl keiner raushören. Auf dem Pedalboard nutze ich ein NeoVent Mini für Slow/Fast Leslie. Das habe ich auch im Kemper. Auch nicht schlecht. Auf dem Pedalboard habe ich ein Vahlbruch Space Time Delay. Klingt sehr gut. Ist aber unmöglich während eines Songs Werte zu ändern. Im Kemper wird man von Delays erschlagen. Pro Performance/Song kann ich 5 verschiedene Settings speichern. Nur ein Fußtritt. Sonst bin ich neben meiner Eigenschaft als Gitarrist auch als Steptänzer im Einsatz. Auf dem Pedalboard habe ich ein OkkoDiablo Gain+. Im Kemper habe ich Profiles von Amps mit verschiedenen Gain-Settings. Auch immer nur ein Fußtritt. Reverb kommt bei mir entweder vom Fuchs oder vom Kemper. Beides nicht schlecht. Auf dem Pedalboard habe ich ein Bonamassa Wah. Aber das Kemper Wah ist auch nicht schlecht. Fuzz gibt es auch im Kemper.

@crazy-iwan Ja Fuzz und Wah könnten etwas problematisch sein wenn man einen speziellen Sound im Ohr hat. Aber das merken höchsten 2 Gitarristen im Publikum (wenn überhaupt).
 
Ja Fuzz und Wah könnten etwas problematisch sein wenn man einen speziellen Sound im Ohr hat. Aber das merken höchsten 2 Gitarristen im Publikum (wenn überhaupt)
Mein Wah ist fürn Bass, das hat ne ganz andere Range als die Gitarrenwahs. Da ich das in nem Song durchgängig an hab, würd das jeder sofort merken, der den Song kennt.
Macht mir auf Grund des zweiten Defekts jetzt auch schon bischn Sorgen...
 
Damit diskreditierst Du halt auch Deinen Standpunkt
Ich möchte weder den kemper schlecht machen oder Personen, die diesen nutzen, angreifen oder beleidigen. Aus meinen genannten Gründen scheidet so ein Gerät für mich persönlich als "Amp" aus. Nicht mehr und nicht weniger. Viel Spaß weiterhin damit.
 
@crazy-iwan
Könntest du mal eine Aufnahme von diesem Wah machen? Würde mich echt interessieren, wie das Teil klingt..
 
Da der Thread ja ein mehr oder weniger ein Rundumschlag zum Thema Kemper ist, hier mal meine wirren Gedanken dazu:

Aus meinen genannten Gründen scheidet so ein Gerät für mich persönlich als "Amp" aus.
Jo, find ich legitim, und auch nachvollziehbar. Mich reizt die Transportabilität und dass man beim Kemper nicht mit zig Kabeln wegen Pedalboard und FX-Loop hantieren muss, wie ich das aktuell mache. Mich nervt jeder Auf- und Abbau. Was mich auf kleinen Bühnen freut, ist: ich kann zur Not sogar ohne Monitor spielen. Außerdem ist mein Sound nicht abhäging von dem Material, das mir vor Ort zur Verfügung gestellt wird (wo kriegt man schon gute Monitore hingestellt?). Mit Kemper müsste ich wohl oder übel meinen eigenen Aktivmonitor mitbringen. Alles andere ist gefährlich. Einen NACHTEIL finde ich auf kleinen Bühnen: ich bin immer bedacht, einen guten Platz für meinen Verstärker zu finden. Um dem Techniker seine Arbeit möglichst leicht zu machen, stelle ich den Amp meistens nicht einfach nach hinten, sondern versuche ihn so auszurichten, dass das Signal vor allem bei mir ankommt und ansonsten möglichst wenig meine Bandkollegen anbläst und/oder in Mikrofone überspricht. Das Thema wäre mit dem Kemper komplett vom Tisch. Den Platz fürs Mikrostativ könnte man sich ebenfalls sparen. Und die Remote ist kleiner als jedes Pedalboard, das für mich ausreichend wäre. Glaub ich wenigstens.

Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, auf den Kemper umzusteigen, weil ich eben nach wie vor Spezialeffekte mitschleppen müsste und damit relativiert sich die Aufwandsersparnis. Konkret ist für meinen Sound vor allem der Korg Miku Stomp unverzichtbar. ...Spaß ;)

Ich will längerfristig auf Kemper umsteigen. Wahrscheinlich fällt mir das nicht schwer, weil ich selber (abgesehen von ausgeliehenen, furchtbar klingenden Transistoramps) mit Modelling angefangen habe. Der Pod 2.0 war das damals. Deswegen hab ich auch überhaupt kein Problem mit der unkonventionellen Aufmachen. Anders als EytschPi42 behauptet, gehts mir nämlich wirklich nur darum, einen für mich guten Sound zu haben. Wie die Kiste aussieht, wo der Sound rauskommt, ist für mich sekundär. Weil es mich in den Jahrzehnten, die den Rock am stärksten geprägt haben, noch nicht gab, bin ich da vielleicht weniger traditionell als viele E-Gitarristen.

Aktuell spiele ich selbst Röhrenamp und Pedalboard (MIT Digitaleffekten, hehehe) und ich LIEBE es, wie plug & play diese Lösung ist. Bei einem anständigen Einkanaler mit wenig Reglern kann man halt nicht viel falsch machen. Wenn ich auf Kemper umsteige, erwarte ich, dass ich erstmal tüfteln und auch live testen muss, bis ich bei "meinem" Sound angekommen bin.

Aber sein wir mal ehrlich: So innovativ ist mein Sound nicht, dass man den sofort wiedererkennen würde. Das mag für Leute wie Joe Satriani gelten, aber nicht für mich. Deswegen dürfte ich beim Kemper was finden. War beim Pod HD500 übrigens nicht so!
 
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@crazy-iwan
Könntest du mal eine Aufnahme von diesem Wah machen? Würde mich echt interessieren, wie das Teil klingt..
Gern, aber erst nächstes Jahr wieder, das liegt sicher verstaut im Proberaum. Alternativ mal nachm Snarling Dogs Bootzilla suchen.
 

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