Hallo Martman,
hatte mal etwas über die RAH Band gegoogelt, das war ja ein reines Studioprojekt.
Insofern gebe ich Dir Recht mit Fairlight oder anderen Studiosamplern, die haben da sicher alles genutzt, was sie zur Verfügung hatten.
Ein gut gespielter Bass kann sicher den Moog ersetzen (unser Bassist spielt auch keinen Synthie), wobei ich persönlich den Moog hier besser finden würde.
Dito, aber selbst mit seinem Multieffekt kann unser Bassist keinen Moogsound erzeugen, und ich glaube nicht, daß er eigens für einen Song das Geld ausgibt für a) einen MIDI-Wandler für seinen Baß und b) einen echten Moog. Und bisher spielt er den Baß auch wie immer.
Ich persönlich neige immer sehr zu den Originalen, aber eine etwas abgewandelte Version kann ja auch gut kommen.
Ich auch, aber auf originalidentisch werden wir nicht kommen.
Für die Simmonswirbel würde ich den Drummer quälen, eventuell den Sound zur Verfügung stellen und ihn über Pad spielen lassen.
Pad? Das Budget haben wir gar nicht mit vielleicht 4-6 Gigs im Jahr. Und unser Drummer, bisher selbständiger Schuster, kann froh sein, ein vollständig einsatzfähiges akustisches Schlagzeug zu haben. Und darauf, daß er die Figuren dann wie im Original spielt, kann ich mich bei ihm auch nicht verlassen.
Stell uns doch mal ne Soundprobe ein, wenn ihr die 98% erreicht habt bei dem Song, ich bin gespannt.
Ich kann von Glück reden, wenn ich auf 60% komme, was die Band als Ganzes auf 20% bringt.
Bei Daft-Punk gebe ich Dir recht, es ist da wohl auch kein reiner Vocoder im Original. Ich kenne da die üblichen Spracheffektgeräte und Computerprogramme auch nicht gut genug.
Das ist wahr, aber ich will nicht eigens für den Song noch ein zweites Rack und einen Rechner auffahren.
Wer sagt denn da eigentlich was von Sachen aus dem Sampler? Ich höre bis auf die schon angesprochene DX7-Tröte nur analoge Synthis.
Welcher analoge Polysynth der damaligen Zeit ist in der Lage, mit dem damals üblichen Subtraktivbesteck so authentische Streicher zu produzieren wie die während der Strophen und der Refrains?
Die im Intro sind ganz klar synthetisch. Aber nach dem Intro sind die nie wieder zu hören.
Ich meinte nur dieses ganze Gebimmel und Geschwurbel würde ich als Sample abfeuern und nicht am VA versuchen nachzubauen.
Und woher würdest du voll isolierte Samples nehmen?
Sonst kann ich nur zustimmen. Der Bass und die Streicher sind essentiell, alles andere Schnickschnack.
Und genau die können wir beide nicht bringen. Für die originalen Streicherfiguren bräuchte ich zwei, besser drei oder vier Hände (eine zum separaten Regeln der Crescendi, ohne mit dem Schweller die ganze Burg in der Lautstärke zu verstellen). Und den Baß spiel ich gar nicht - für den bräuchte ich zwei weitere Hände.
Aber wie gesagt, egal. Meine Bandkollegen wollen eh nicht, daß ich die Originalstreicher spiele, weil sie Angst haben, das mulmt den Song zu. Wir sind primär eine Soul- und Funkband, wir spielen keine Soundwände.
Würde ich heute bei ner Band, die diese Nummer live spielt diesen Sound hören, würde ich als erstes denken, dass der Kexboarder sich nicht sonderlich viel Mühe gemacht hat, gescheite Sounds zusammenzusuchen.
Ist aber auch nur meine Meinung. Wer aus Nostalgiegründen Bock drauf hat, soll gerne sowas basteln.
Was würdest du sagen, rein hypothetisch, wenn der betreffende Keyboarder demonstrativ entweder die Trompete auf einem DX7 I spielt oder in seinem Rack einen TX816 hat, um die zeitgenössischen DX7-Sounds auch wirklich amtlich rüberzubringen? Wenn er die Sounds also nicht aus dem Presetfundus seines Romplers holt, sondern eigens dafür dedizierte Hardware auffährt?
Oder gehörst du zu denen, die der Ansicht sind, daß alle Synthesizer des 20. Jahrhunderts, die kein Minimoog Model D sind, unwürdig sind?
Martman