Fünf Tage Numa X 73. Bin mir immer noch unschlüssig ob ich das behalte, aber was ist die Alternative? Etwas Gedankensalat:
Die Tastatur ist saulaut, die Nachbarn werden mich in Kombination mit einer Stunde "We wish you a merry Christmas" (in unterschiedlicher pianistischer Variation) an einem Sonntag Nachmittag wohl mal wieder zurecht hassen, und, während sie (also die Tastatur) für Ambient-Rhodes super ist, fängt dynamisches Piano nach einer knappen Stunde an weh zu tun. Das ist noch nicht Yamaha-Level (gruss ans CP5, mit dem das ganze Elend damals anfing), aber es ist auch keine TP40 in der Abstimmung von Nord. Und auch nicht meine andere Lieblingstastatur, die des alten Yamaha S90, seit er mal ausm anfahrenden Bandbus fiel.
Den Aftertouch hab ich auch noch nicht zum Laufen gebracht. Den Specs zufolge ist er da, die Frage ist; wo, und wie kann ich ihn routen. Und generell, ihr könnt mich gleich alle RTFM'en, aber bitte; wie kann man auf einer ersten Ebene so dermassen schlüssig und logisch sein und dann auf einer Unterebene so dermassen kompliziert? Das ganze bereitet mir gerade deutliche Kopfschmerzen, aber die Birne tut seit Covid auf frittiert, es könnte an mir liegen.
Die internen Sounds sind, nach ein paar Tagen quer hören, m.E. ein wenig hit & miss geraten. Das Basismaterial ist super, aber ich fürchte, ich werde hier sehr lange schrauben müssen, bis es für meinen Geschmack zusammenhängend gut klingt. Einfach so von null auf funktionierende Sounds à la Motif sind's auch diesmal nicht, aber wenigstens hat man alles wichtige auf der Oberfläche und eine deutlich weniger kernbehinder(nd/t)e Bedienung wie noch beim RD88. Gleichzeitig fehlt mir hier vermutlich relativ schnell irgendwelche dezidierten Regler um die wichtigsten Parameter wie beispielsweise Cutoff/Resonance oder einen EQ zu mappen. Zumindest so n Set Assignable-Knobs wären eigentlich noch gegangen (oder macht man das über die vier links?)
Mit Rechner ist das Teil natürlich unschlagbar. Ein Kabel, voilà, fertig. Latenzen sind plusminus gleichauf mit denjenigen meiner Arturia Interfaces, die ganze Logik, die Tastatur mit dezidierten Parts raus zu routen, das USB-Volume... vermutlich alles "klassisch Studiologic", aber wenn man das einmal hat... ey, ich komme immer noch aus dem "muss IC-mio antüten und hoffen dass das Gerät kein verkrüppeltes Midi hat und irgendwelchen Mist schickt" - Modus, ich hab gerade eine halbe Offenbarung.
Und jetzt kommt es: DIESE TASTATURKURVE. Intern ist sie okay, am Rechner phänomenal. Ich hab noch nix abstimmen müssen (kurz die drei Kurven in den Schnelleinstellungen probiert, unnötig, auf Normal funktioniert alles), weder X73- noch rechnerseitig. Das ist eine Dynamikkurve, für die hätte ich am RD88 sehr viel Geld bezahlt, bzw. hab ich damals auch mit sehr viel Gefriemel nicht mal den Hauch davon erreicht. Schnell ist man auch noch, flinke Synthies gehen für eine Hammermechanik ungewöhnlich flott von der Hand, nicht ganz auf S90-post-Bandbus - Level, aber bis auf den etwas zu harten Anschlag hab ich da nichts auszusetzen dran.
Hab den Nachmittag mit Piano-Libraries verbracht. Noire bis dato Favorit, das klappt alles 1a. Arturia Piano V3 fast noch besser out-of-the-box, die Sachen sind superschnell spielbar, wenn auch nicht ganz so qualitativ, Alicias Keys natürlich maximal unflexibel und nicht mein Soundcharakter, aber auch das macht Spass zu spielen. Die NI Piano Collection leidet bisschen daran, dass Kontakt schon wieder das Presetsystem umgebaut hat, ohne alte Libraries entsprechend nachzurüsten. macht also keinen Spass darin rumzuwühlen, spielt sich aber ähnlich angenehm und klingen tun auch die noch. Allen gemein ist, dass sie mich mehr anmachen als die internen Pianos des Numa - es dürfte also zuerst mal zu fast reinem Masterkeyboard-Einsatz tendieren, aber nächste Woche hol ich erst mal den Summit dazu, vllt. wird es im Hardware-Stack-Verbund etwas. Die vier Inputs sind auf jeden Fall schon mal verlocken, dass es nur ein Stereopaar raus gibt, ist hingegen mal wieder völlig verschenktes Potential und zwingt mich bei Gigs mit Click mal wieder auf externe Interfaces... aaaaaaargh....
Aber eben, was gäbe es da an Alternativen? Auf 73er-Ebene eigentlich nur der Nord Stage 4. Der kostet das vierfache, hat kein Interface und zwar vllt. ne bessere Tastatur und die out-of-the-Box besseren/ansprechenderen/angewöhnten Sounds, aber man ist wieder auf technischem Stand von vorher was die Einbindung angeht und rot ist das Ding auch noch.
Hätte der 88er eine andere Tastatur (hat er laut Studiologic-Website nicht), hätte ich ernsthaft drüber nachgedacht, doch wieder gross zu gehen - man könnte zudem den Launchcontrol drauf legen und hätte dennoch genügend Spielraum für die Sticks, beim 73er passt er zwar, aber man muss die Sticks abstellen, nach rechts gezogen wirds sonst zu eng dann. Vllt. wechsel ich noch hoch, falls es überraschend mit dem Ding und vielen Piano-Aufträgen live gehen sollte. Aktuell mach ich auswärts alles mit Launchkeys, wobei der 73er immerhin mit allfällig passender Tasche (die Studiologic selbst nicht anbietet) auf den Rücken gehen dürfte, im Gegensatz zum 88er. Auto ist ja nicht.