Klavierschule von Alfred auf Heumann wechseln?

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Hallo,

ich mache mal wieder einen Anlauf Klavier zu lernen, ich hatte als Kind mal Unterricht und Noten sind mir generell nicht fremd.

Ich habe hier aktuell Alfreds Klavierschule Band 1. Nach einem Vergleich der Inhaltsverzeichnis bei Stretta habe ich den Eindruck, dass mir Heumann - Klaverspielen mein liebstes Hobby Band 2 mehr zusagen würde als Alfred Band 2 & 3.
Meint ihr es macht Sind nach Alfred Band 1 auf Heumann Band 2 zu wechseln oder läuft man Gefahr das ein wichtiges Thema untergeht? Band 1 vom Heumann scheint mir ziemlich wie Band 1 Alfred zu sein. :nix:

LG Robert
 
mrtheo

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Ich glaube irgendwie nicht, dass da ein großer Unterschied besteht. Ist die Alfred Klavierschule nicht internationaler und die von Heumann eher auf dem deutschen Raum beschränkt? Das wäre zumindest der einzige Unterschied der mir einfällt (falls es von Alfred keine deutsche Version gibt). Aber selbstverständlich könnte es sein, dass das ein oder andere Thema unterschlagen wird, falls du wechselst, sollte sich aber im Rahmen halten, denke ich, also wenn du Alfred nicht magst, aber den ersten Band durch hast würde ich einfach mal mit Band 2 von Heumann probieren, falls es nicht klappt kannst du immer noch Heumann Band 1 kaufen, und alles nachholen was dir ungewohnt vorkommt. Die Frage ist ja auch wie unterschiedlich die Lerngeschwindigkeit in den Schulen ist, die kann schon teilweise etwas abweichen. Ich habe beide eher als eher langsame Schulen in Erinnerung, aber vielleicht täusche ich mich auch, da ich nicht so viele Ahnung von Schulen habe, deswegen ist meine Antwort wahrscheinlich nicht so wertig, weil es hier auch Leute gibt, die bestimmt noch antworten, und viel mehr Ahnung haben.

Ist dir die Klavierschule zu langweilig, oder langsam?
 
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Alfred kenne ich nicht wirklich, aber ich finde bei Heumann, daß der zweite Band überflüssig ist. Der erste Band endet mit dem C-Dur Präludium aus dem WTK 1, und danach kann man direkt in die Original-Literatur einsteigen: Burgmüller-Etüden, Bachs kleine Präludien, Martha Mier, Schumanns Album für die Jugend, dasselbe von Tschaikowski, Beethoven Sonatinen, der junge Mozart etc. Da gibt es dann genug Material und man kann sich den zweiten Band sparen.

Viele Grüße,
McCoy
 
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mrtheo

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Der erste Band endet mit dem C-Dur Präludium aus dem WTK 1, und danach kann man direkt in die Original-Literatur einsteigen: Burgmüller-Etüden, Bachs kleine Präludien, Martha Mier, Schumanns Album für die Jugend, dasselbe von Tschaikowski, Beethoven Sonatinen, der junge Mozart etc. Da gibt es dann genug Material und man kann sich den zweiten Band sparen.
Genau das denke ich eigentlich auch, wobei das aber etwas kompliziert werden kann, falls man keinen Lehrer hat, oder der Lehrer weiter mit Schulen arbeiten möchte (was ich dann aber btw. als nicht so gutes Lehrer-Merkmal erachte...). Kann gut sein dass man, falls man das autodidaktisch macht, noch etwas länger in der Sicherheit der Schulen bleiben möchte, weil sie ja doch sehr linear aufgebaut sind, und einen guten roten Faden geben (sofern es eine gute Schule ist). Aber eigentlich sollte man es, wenn man das C-Dur Präludium geübt hat, schaffen sich ähnliche Stücke mit aufbauender Schwierigkeit zu suchen, gerade das Internet bietet da ja viel Informationen wenn man nach ähnlichen Stücken wie das Präludium sucht, oder sich so eine Schwierigkeitseinordnung von Henle oder http://www.pian-e-forte.de/noten/kv_index.htm anschaut. Meistens macht Original-Literatur die man sich selbst aussuchen kann um einiges mehr Spaß, deswegen denke ich auch eigentlich dass man so schnell wie möglich von den Klavierschulen wegkommen sollte, gerade als Erwachsener.
 
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Und hier im MB kann man, was Literaturtipps angeht, die über Heumann Bd. 1 hinausgehen, mehr oder weniger blind den Hinweisen von @Claus vertrauen. Er hat inzwischen einen sehr umfangreichen Literaturüberblick, den er dann auch noch - meinem Eindruck nach - sehr systematisch im Kopf hat. :great::great::great:

@Claus: Eigentlich solltest Du mal eine Übersicht verfassen, die dann hier im Sub oder in Klavierspielen oben angepinnt werden kann.

Viele Grüße,
McCoy
 
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Danke für die Blumen.:)

@drowo Hast Du eine stilistische Präferenz, wo die Reise auf dem Klavier hingehen soll?
Heumann Band 2 baut die Unterstufe aus und geht ganz praktisch auf wichtige Bausteine der Musik ein, z.B. die Hauptkadenz in Dur und Moll, aber auch die chromatische und "die" Blues-Tonleiter (um b5 erweiterte Moll-Pentatonik).
Die Lektionen sind in Themen organisiert wie Dreiklänge mit Umkehrungen in der Liedbegleitung, Molltonleitern, Blues, Barock, Wiener Klassik, popularmusikalische Stile (Ragtime, Boogie Woogie, Rock'n'Roll, Rock, Pop-Ballade).
Dazu gibt es eine Lektion zum Einstieg in die Improvisation (Blues) sowie Jazz (II-V-I Verbindung).

Das Heft wird kein Spaziergang, weil der Stoff recht komprimiert daher kommt.
In der zweiten Hälfte kann man z.B. das W.A. Mozart Rondo KV15d kennen lernen und auch Robert Schumann, Fröhlicher Landmann op. 68, 10.
Durch die vielen Erläuterungen, Aufgaben, die bekannten Stücke oder Bearbeitungen bekannter Themen finde ich das Lernen mit dem Heft sehr abwechslungsreich, wenn man sich mit dem Klavierspielen "cross over" beschäftigen möchte.
Schwächen sehe ich in der relativ steilen Lernkurve und darin, dass nicht systematischer auf das Spielen in verschiedenen Tonarten eingegangen wird, es beschränkt sich auf sehr viel C-Du rmit etwas F-, G- sowie Ausflügen nach D- und A - Dur, zu Stücken in Moll-Tonarten müsste ich direkt erst noch einmal nachschauen.

Von Alfred's (Verlagsname Alfred Publishing) gibt es mehrere Klavierschulen, hier geht es vermutlich um den Basic Adult Piano Course in 3 Bänden.
https://www.alfred.com/alfreds-basic-piano-library/
Die enthaltenen Stücke sind sehr bekannt und entstammen fast immer der amerikanischen Folklore oder der europäischen klassischen Musik.
Die thematische Gliederung richtet sich vor allem nach der Erarbeitung von Tonarten (Band I: C, Am, F, Dm, G), in der Rhythmik werden Ganze, Halbe, Viertel und Achtel-Notenwerte (ohne Synkopen) behandelt.

Band II beginnt mit E Minor (e-Moll, Em), es folgen D-Dur, h-Moll (engl. B Minor), chromatische Tonleiter, Dreiklangumkehrungen, zweistimmige Schreibweise in einem System, Swing Feeling und Vierklänge samt Umkehrungen, Sechzehntelnotenwerte und punktierte Acheltnotenwerte, B-Dur (engl. Bb- Major), g-Moll, verminderter Dreiklang, übermäßiger Dreiklang, Es-Dur und der lange Triller.
Die Stücke umfassen zu Beginn House of the Rising Sun (zweistimmig, Elementarstufe) über Brahms Wiegenlied, Edward Elgar Pomp and Circumstance im vierstimmigen Satz, J.S. Bach Musette in D Dur Anh. 126 bis Pachelbel Kanon als Thema mit Variationen.

Band III wird erweitert die Tonarten und das Repertoire. Die klassischen Stücke sind Bearbeitungen von Orchesterwerken bekannter Themen, z.B. von Edvard Grieg In der Halle des Bergkönigs oder Rimski-Korsakow Sheherazade.
Die viele amerikanische Folklore entspricht natürlich genau wie die "best of classical music"-Auswahl total dem amerikanischen Geschmack, von wegen "international" ausgerichtet. :D
Am Ende steht noch ein Anhang mit Originalstücken: J.S. Bach Präludium C Dur BWV 846, Clarke Trumpet Tune (populärer Hochzeitsmarsch), Bach Toccata und Fuge in d-Moll BWV 565 (nur erster Teil), Beethoven Für Elise WoO 59, Chopin Präludium a-Moll op. 28, 7.

Heumann und Alfred haben ein paar Gemeinsamkeiten, aber auch ihre Unterschiede.

Mein Schluss ist ein folgender: man kann sich auf IMSLP umsehen und von den großen Klavierlehrern des 19. Jahrhunderts den spieltechnischen Stoff zusammensuchen und dann mit bekannten Spielstücken ergänzen.
Das ist sicher faszinierend, aber auch mühsam.

Meine persönlichen Alternativen habe ich im Board schon mehrfach beschrieben.
Geht es mit dem Können aus Heumann 1 um den weiteren Aufbau des Klavierspiels ganz überwiegend in die Richtung Rock/Pop, dann finde ich einige Ausgaben der nach Schwieirigkeitsgrad und Themen geordneten Faber Piano Adventures sowie von Martha Miers sehr gelungen.
Für die sytematische Bearbeitung der Spieltechnik kann ich mir die Etüdenbände von Dorothy Bradley (enthält alle üblichen Verdächtigen) vorstellen und dazu bzw. oft auch weiterführend Gerhard Kölbl, Die 100 wichtigsten Etüden für Klavier.

Will man klassische Musik ab dem Barock bis ins 20. Jahrhundert spielen empfinde ich Margret Feils, Einfach Klassik als einen sehr schön zusammengestellten Kurs in 85 Stücken von Anfang an über die gesamte Grundstufe (Endstücke: Wichtige Begebenheit, Für Elise, Rondo alla turca, Erster Satz aus der Mondscheinsonate).
Der Band enthält meist sehr bekannte Stück plus ein paar Entdeckungen sowie einen Anhang mit Erläuterungen zu den jeweiligen Stücken und eine Begleit-CD mit ansprechenden Einspielungen.
Bei Interesse an klassischer Musik würde ich dazu zumindest Christos Tsitsaros, First Lessons in Bach mit Audiomaterial üben. Das Heft ist die überarbeitete Neuausgabe eines gut hundert Jahre bekannten Klassikers der amerikanischen Ausbildungsliteratur und schult die Unabhängigkeit der Finger anhand der großartigen Musik von "Du weißt schon wer".

Gruß Claus
 
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@mrtheo , @McCoy , @Claus Danke für die Rückmeldungen!
Ich habe beide eher als eher langsame Schulen in Erinnerung
Das kann ich für den Alfred Band 1 in jedem Fall bestätigen.
ich finde bei Heumann, daß der zweite Band überflüssig ist. Der erste Band endet mit dem C-Dur Präludium aus dem WTK 1, und danach kann man direkt in die Original-Literatur einsteigen
Oha, das kann man von Alfred in keinem Fall sagen. Ich habe den Band 1 schon mal halbherzig durchgemacht, diesesmal wollte ich ihn etwas gewissenhafter durcharbeiten. Daher kann ich aber schon sagen: nach Band 1 würde ich mich nicht unbedingt fit für Original-Literatur fühlen.
Das würde eher dafür sprechen, den Alfred "in die Tonne zu treten" und gleich auf Heumann Band 1 umzusatteln.
Hast Du eine stilistische Präferenz, wo die Reise auf dem Klavier hingehen soll?
Ich habe zwei Anwendungsfälle:
  • Das wichtigste: mich selbst am Klavier zum Gesang begleiten, d.h. einfaches, dafür möglichst fehlerfreies Spiel in "Barpiano", Rock, Pop, Swing, Musical Stilistik zum Vortrag / Gig
  • Nice to have: leichte bis mittelschwere Klavierkompositionen, gerne auch Klassik oder klassisch angehaucht ohne Gesang spielen zu können
finde ich das Lernen mit dem Heft sehr abwechslungsreich, wenn man sich mit dem Klavierspielen "cross over" beschäftigen möchte.
Das klingt sehr nach mir! :great:
Schwächen sehe ich in der relativ steilen Lernkurve
Hm ... bei Alfred Band 1 stört mich eher die - gefühlt - sehr flache Lernkurve.
hier geht es vermutlich um den Basic Adult Piano Course in 3 Bänden
Exakt!
Geht es mit dem können aus Heumann 1 um den Aufbau des Klavierspiels
Du meinst, Aufbau nachdem man den Heumann Band 1 durchgearbeitet hat, richtig? ... Wie gesagt, ich habe nicht den Eindruck, dass ich nach dem Alfred Band 1 schon eine Grundlage hätte auf der ich aufsetzen könnte.

OK, wenn ich das mal so zusammenfasse: ich wechsle vieleicht besser gleich auf Heumann, Band 1 und überlege nachdem ich ihn durchgearbeitet habe ob ich mit Band 2 weitermache oder auf andere Literatur gehe.

LG Robert
 
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...auf Heumann Band 1 umzusatteln.
...
Offen gestanden, Alfred's Gedöns hat mir vor 20 Jahren auch nicht so gut gefallen wie Heumann.
Mein Standardhinweis für Autodidakten bei Heumann: keine Erläuterung, keine Aufgabe und keine Übungen oder Stücke auslassen, auch wenn es "zu einfach" oder bekannt erscheint.
Außerdem würde ich beim Neulernen und Wiedereinstieg eine einfache Prozedur einhalten: erst die Noten in den Systemen (vor-)lesen, dann ans Üben gehen. Doppelt sinnvoll ist dabei die Bestimmung abfolgender Intervalle.
Nachdem Du Singen kannst ist das Singen natürlich auch nützlich, was die Melodie angeht.

Hinsichtlich der Perspektive Bar Piano würde ich zum Heuman Band I ab ca. "Morning has Broken" noch etwas von den Faber Bänden wie ChordTime Piano Popular oder ChordTime Piano Jazz & Blues dazu nehmen. Deren nächst anspruchsvoller arrangierten Bände heißen FunTime Piano und BigTime Piano, letztere markieren ungefähr das Ende der "leichten" Grade.
Zu AdvanceTime gibt es meines Wissens nach erst die Weihnachtsliedersammlung.
ChordTime Jazz & Blues
ChordTime Popular
FunTime Piano Jazz & Blues
FunTime Piano Popular
BigTime Jazz & Blues
BigTime Popular

Arpeggientraining bieten besonders Band 2 und 3 der Klavierschule von Jens Rupp, Band 2 ist ebenfalls ab ca. Seite 60 von Heumann Band I einsetzbar und Band 3 beginnt praktisch mit dem Anschluss an's Präludium C-Dur BWV 846.

Für den kleinen Appetit auf Klassik reicht dann m.E. erst einmal Margret Feils, Einfach Klassik. Da sie mit Moonlit Pagoda ganz einfach pentatonisch nur auf den schwarzen Tasten einsteigt, kann man mit ihrem Band jederzeit den Heumann ergänzen. Die 85 Stücke verteilen sich recht gleichmäßig über die Grundstufe, begleiten also für bis zu 3 Jahre.

Gruß Claus
 
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@Claus Wow super, danke für die ausführliche Erläuterung.
Ich habe mir nun nach "reiflicher Überlegung" (~15 Sekunden) beide Bände Heumann in den Warenkorb gelegt und abgefeuert. Den Alfred mach ich noch genau solange weiter, bis die Lieferung da ist - der war ehe nicht so teuer :D
Meine Standardhinweis für Autodidakten
Diesen Rat werde ich beherzigen.

Danke!!

LG Robert
 
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Noch ne Frage, fast ein bisschen Off Topic, aber:

Ich bin mir bei den Übungen im Alfred nie sicher, wie lange ich die machen soll. Mir mangelt es inzwischen gar nicht so sehr an Geduld. Es ist nur so, dass ich die sehr schnell auswendig kann und dann praktisch nicht mehr nach den Noten spiele. So habe ich es in meiner Kindheit erfolgreich vermieden richtig Notenlesen zu lernen. Meine Klavierlehrerin hat fast 2 Jahre gebraucht um mich zu dieses Betrugs zu überführen.

Das hat natürlich weniger mit dem Alfred zu tun sondern würde auch auf den Heumann zutreffen.
 
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So habe ich es in meiner Kindheit erfolgreich vermieden richtig Notenlesen zu lernen.
Meine Meinung als Hobbymusiker aus eigener Erfahrung dazu: wenn man ein Stück fehlerfrei auswendig kann und es nach den aktuellen Möglichkeiten musikalisch klingt wurde es genug geübt -> Abhaken.:D

Das richtige Spielen ohne Noten wäre für mich kein Betrug, sondern Musizieren auf höherem Lern-Niveau und im Einklang mit relativ schnellen Fortschritten ein Zeichen von Begabung mit Förderungspotential.
Da kann man als Lehrer etwas mehr erklären oder Aufgaben zur Interpretation des Stücks, dem musikhistorischen Umfeld oder Schritten zur einfachen Analyse stellen, um die Motivation hochzuhalten.

Ich spiele mein derzeitiges Repertoire an technischen Übungen und "fertigen" Stücken auch auswendig.
Die Noten sehe ich neben der Bedeutung als bisher dauerhafteste Form der Überlieferung von Musik im Alltag als Hilfe zum Studieren, Analysieren und Üben.

Was das Notenlesen betrifft, so sollte das mit dem oben gegebenen Hinweis zum "jede Übung erst vorlesen" ziemlich bald selbstverständlich sein.
Wenn nicht können wir das genauer diskutieren, aber soweit ich es bisher mitbekommen habe sind "Nichtleser" wahre Spezialisten darin, konsequent anders zu üben als empfohlen.

Gruß Claus
 
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wenn man ein Stück fehlerfrei auswendig kann
Das mit dem fehlerfrei ist so eine Sache. Wenn ich ein Übungsstück häufig genug gespielt habe und es harmonisch, rhythmisch und melodisch auswendig kann, schleichen sich bei mir mit der Zeit Fehler ein, die nicht gleich als solche erkennbar sind. Ich neige dann dazu Stücke harmonisch & rhythmisch korrekt zu "ergänzen", z.B. in der linken Hand sind Grundton + Quinte notiert und ich nehme die Terz dazu. Kleinigkeiten, aber es nervt mich halt.
jede Übung erst vorlesen
Das werde ich verstärkt probieren, hab ich bis jetzt kaum gemacht sondern sofort darauf los gespielt.
Wenn nicht können wir das genauer diskutieren
Danke, gut möglich, dass ich darauf noch zurückkomme. Ich versuche jetzt erstmal deine Übungstips umzusetzen und schaue wie weit ich komme.
 
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Ist dir die Klavierschule zu langweilig, oder langsam?
Sorry, diese Frage hatte ich noch nicht beantwortet. Ich würde sagen: zu langsam. Ich mache mir sorgen, dass ich am Ende die Mickimausstückchen aus diesem Band "perfekt" spielen kann, aber dem Thema Klavierspielen kaum näher gekommen bin.

Ich ahne aber langsam, dass auch aus dem Alfred mehr rauszuholen wäre, wenn man wie @Claus schreibt allem genug Aufmerksamkeit widmet, egal wie einfach es erscheint. Beim erst mal Durchmachen vor ca 10 Jahren habe ich eher versucht die Ministückchen möglichst schnell "irgendwie fehlerfrei" zu spielen, anstatt darauf zu achten die Lerninhalt wie Lage und Fingersatz genau einzuhalten. Vielleicht gehe ich selbst jetzt noch zu schnell durch. Ich habe dieses mal die ersten 15% übersprungen und bin gleich mit dem "C-Dur Akkord" eingestiegen. Inzwischen bin ich bei gut 60%, innerhalb von einer Woche. Na mal sehen. :nix:

Dieses mal möchte ich es einfach gerne packen. Die Voraussetzungen wie z.B. meine Notenkenntnisse sind um Welten besser als noch vor 10 Jahren und ich habe so komisch es klingt in den letzten paar Jahren auch schon einiges für Klavier komponiert - nun würde ich es auch gerne spielen können :D
 
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Ich mache mir sorgen, dass ich am Ende ...dem Thema Klavierspielen kaum näher gekommen bin.
Wie gesagt, zusätzliches Üben ist sehr nützlich, man muss nicht nur "nach vorne" spielen.

Wenn man statt dessen eine breitere Basis hat, dann lernt mehr musikalische und fingermechanische Kontexte kennen und fühlt sich sicherer, wenn höhere Anforderungen in den Noten anstehen.

Es ist deshalb keine Zeitverschwendung, zusätzlich den Spielband von Feils, diverse Faber-Hefte und/oder die als Ergänzung geeignete Klavierschule von Rupp dazu zu nehmen.
Dann dauert die Elementarstufe natürlich länger als nur mit Heumann, aber dafür kannst Du auch viel besser und vor allem mit Genuss spielen.

Gruß Claus
 
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So, die beiden Bände Heumann sind gestern angekommen und ich habe mich heute früh gleich drauf gestürzt. Erste Erkenntnis: Heumann fängt gleich mit der C-Mittelposition an. Die Melodien sind sehr einfach aber wechseln ständig von einer Hand zur anderen und die Übungen fallen mir gar nicht so leicht - obwohl ich den Alfred schon zum eineinhalbten mal "durchmache".

Alfred fängt mit der C-Mittelposition überhaupt erst ab der Hälfte an und die Übungen sind viel anspruchsloser. Ich habe den Eindruck als wäre bei Alfred das Wichtigste die Zielgruppe der Späteinsteiger nicht zu verschrecken ("Siehst du, Klavierspielen ist doch gar nicht so schwer ..."). Aber dieses in Watte packen führt dazu dass man eigentlich nichts oder zu wenig lernt.

Bin gespannt wie es weitergeht, aber beim Heumann kann ich mir schon eher vorstellen einen Grundstock aufzubauen :great:

@Claus danke für die Empfehlung die Noten voraus zu lesen. Ich vergesse es zwar häufig noch, aber beim ersten Stolperer erinnere ich mich daran und dann lese ich erstmal den gesamten Notentext.
 
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Meine Meinung als Hobbymusiker aus eigener Erfahrung dazu: wenn man ein Stück fehlerfrei auswendig kann und es nach den aktuellen Möglichkeiten musikalisch klingt wurde es genug geübt -> Abhaken.:D

Das richtige Spielen ohne Noten wäre für mich kein Betrug, sondern Musizieren auf höherem Lern-Niveau und im Einklang mit relativ schnellen Fortschritten ein Zeichen von Begabung mit Förderungspotential.
Zwischen „fehlerfrei auswendig können“ und „das Stück tatsächlich beherrschen“ liegen imho Welten.
Ob man ein Stück tatsächlich beherrscht, zeigt sich daran, ob man an jeder Stelle einsteigen kann, bzw. bei einem Fehler nicht den Faden verliert und weiterspielen kann, als wäre nichts passiert.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die überwiegende Mehrheit der (nicht despektierlich gemeint) „Fehlerfreidurchklimperer“ nicht in der Lage dazu ist.
 
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Meine Klavierfähigkeiten lassen sehr zu wünschen übrig. (ist nur mein drittes Instrument neben Gitarre und Flöte).
Es schadet gar nichts, mit mehreren Büchern zu arbeiten.
Mitunter findet man im anderen Buch ein paar interessantere Übungsstücke, der zum aktuellen Wissenstand passt,
oder man hat einfach nur mehr Übungsstoff. Dann ist es so, dass der eine Autor etwas deutlich besser erklärt,
wie ein anderer, wogegen dieser wieder andere Dinge einfach besser auf den Punkt bringt.

So habe ich oft schon mehrere Bücher durchgearbeitet, und mit denen nochmal die Grundlagen durchgeübt.

Ein paar von den Heumann-Stücken (besonders bei den Spielbänden) sind mir manchmal ZU einfach gestrickt. Aber wenn man ein wenig mit dem Improvisieren auf dem Klavier anfängt, kann das einfache Stück als Grundgerüst dienen, wobe man aber bei der Begleitung sich mehr Freiheiten herausnimmt.

Mitlerweile nutze ich die Bücher auch Instrumente-übergreifend.

Anfangs habe ich die verschiedenen Bücher aber mehr oder weniger kontinuierlich durchgearbeitet. Nur hat es im Endeffekt länger gedauert, bis ich ein einzelnes durchgearbeitet habe, weil ich zwischendrin mit einem andern Buch quasi als Wiederholung weitergemacht habe.

Es spricht nichts dagegen, mit Heumann weiterzumachen, und dann immer wieder mal Alfreds Klavierschule dazwischen zu schieben.

So habe ich es eigentlich regelmäßig mit meinen Gitarrenlehrbüchern gemacht. Die Klassikschulen waren mir manchmal zu trocken, obwohl sie mich beim Spielen sehr weitergebracht haben. Aber weil ich immer mal was anderes dazwischen geschoben habe, bin ich letztlich am Ball geblieben.

So ähnlich machen das ja auch viele Musiklehrer. Sie haben oft ein Buch mit dem sie kontinuierlich arbeiten, aber für manche Lektionen schieben sie mal ein paar Seiten aus einem anderen Buch ein, und um den Schüler bei Stange zu halten, bzw. um auf die Interessen der Schüler einzugehen, wird aus allen möglichen Büchern die passenden Übungsstücke zusammengesucht.
 
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Faber Bänden wie ChordTime Piano Popular ... ChordTime Piano Jazz & Blues ... Margret Feils, Einfach Klassik.
Bin zwar im Heumann (Band 1) erst auf Seite 48, aber ..... bestellt :D
 
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Zwischen „fehlerfrei auswendig können“ und „das Stück tatsächlich beherrschen“ liegen imho Welten.
Ob man ein Stück tatsächlich beherrscht, zeigt sich daran, ob man an jeder Stelle einsteigen kann, bzw. bei einem Fehler nicht den Faden verliert und weiterspielen kann, als wäre nichts passiert.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die überwiegende Mehrheit der (nicht despektierlich gemeint) „Fehlerfreidurchklimperer“ nicht in der Lage dazu ist.

Wie wahr, wie wahr!

Bei Alfred1 dürfte das kein großes Problem sein, aber bei etwas komplexeren Stücken (für fortgeschrittene Anfänger) zeigt sich genau an dieser Stelle die Schwäche des Auswendig-Lernens. Man speichert nicht Note für Note und Pause für Pause im Gedächtnis ab, sondern Muster aus mehreren Takten. Beherrscht man das Stück nicht wirklich vollkommen, sondern nur auswendig, kann man nicht an einer beliebigen Stelle einfach so einsteigen; man muß an den Anfang des abgespeicherten Musters zurück, und der kann auch 2-3 Takte vor der unterbrochenen Stelle liegen.

@drowo

Mit Einfach Klassik von Margret Feils habe ich sehr gute Erfahrungen; einige Stücke kann man gleich nach Alfred1 auch allein (ohne Lehrer) erarbeiten und spielen. Die Stücke sind im Anhang auch mit einer kleinen (Spiel)Anleitung ergänzt/erklärt, und ich war immer wieder überrascht, wie gut (nicht leicht, aber arbeits-belohnend) die Stücke von der Hand gehen. Es ist eine Notensammlung, mit der ich sehr gerne arbeite.

Gruß, Bert
 
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Es ist eine Notensammlung, mit der ich sehr gerne arbeite.
Danke für die Bestätigung. Ich habe schon ein bisschen darin geblättert und ich freue mich schon auf die ersten Stücke.

Vorher möchte ich mit dem Heumann noch etwas weiter kommen. Habe gerade heute morgen noch mal sämtliche Übungen der letzten 30 Seiten wiederholt. Es zeigt sich dass einige immer noch total unsicher sind. In drei Wochen durch die ersten 60 Seiten zu hasten war einfach zu schnell.
 

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