Koa für E-Gitarre / Alternativen?

von p0wl, 31.01.08.

  1. p0wl

    p0wl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.08   #1
    Hallo zusammen,

    Es geht um folgendes:
    Schon seit längerer Zeit habe ich meinen ersten E-Gitarren-Selbstbau geplant und da ich lange Zeit bei einem Geigenbauer geholfen habe bzw eine Art unbezahltes Praktikum gemacht habe, habe ich hinsichtlich der handwerklichen Aspekte eigentlich keine Bedenken.

    Nun aber zum eigentlichen Grund meines Postes (endlich...). Der Sound der Gitarre sollte ganz ganz grob Richtung Strato- / Telecaster gehen, und für diese werden für den Korpus ja soweit ich weiß hauptsächlich Erle und Esche verwendet. Allerdings habe ich mich, seit ich sie zum ersten mal gesehen habe, in das Holz der Taylor k24ce verliebt; Koa wie ich nach einiger Zeit herausfand. Da ich nicht weiß, die dieses Holz klingt, wäre meine Frage nun, ob es möglich ist, denn ganzen Korpus aus Koa herzustellen (der Preis spielt hier erstmal keine Rolle) und trotzdem noch einen Strat/Tele-Sound zu erzielen (evtl. mit einem Ahornhals,...) oder ob ich da umdenken muss und Koa nur als Decke bzw Furnier verwenden solllte. Auch wäre die Frage nach (optischen!) Alternativen, so habe ich neulich z.B. bei einer neuen Ibanez ein (durch Pilzbefall) ähnlich auffällig gemasertes Ahorn gesehen oder muss ich hier einfach Ausschau nach Leckerbissen halten, die wie gerade genannt zum Beispiel durch Pilzbefall o.ä. entstanden sind.

    LG
    p0wlus
     
  2. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.08   #2
    Klar, Carvin z.B. baut Koa gitarren gegen einen eher geringen Aufpreis (http://www.carvinguitars.com/wood_finish/#). Warmoth bietet auch entsprechende Teile an. Ist aber sauteuer wenn man es so kauft. Klingt ähnlich wie Erle.
     
  3. p0wl

    p0wl Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.08   #3
    Vielen Dank für die schnelle Hilfe, aber ich denke so ein fertig Body von Warmoth ist nichts für mich, geht ja auch um den Spass am Selberbauen^^ Aber ähnlicher Klang wie Erle ist ja schonmal nicht schlecht. Weiß denn jemand wie es mit der Härte des Holzes aussieht, ich spiele grade mit dem Gedanken, den Lack diesmal ganz wegzulassen und stattdessen nur Öl zu nehmen...
     
  4. Cryin' Eagle

    Cryin' Eagle Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 31.01.08   #4
    Ich habe dazu noch nichts gefunden, wäre aber an den physikalischen Werten interessiert. --> Tonholz
     
  5. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.08   #5
    Carvin macht ihre Koa Teile meistens nur mit Tung Oil finish, sieht sehr lecker aus und fühlt sich klasse an. Kannst bei Musik Schmidt auch live antesten, die vertreiben Carvins in DE.

    Laut Info von einem befreundeten Gitarrenbauer soll so ein Koa-Bodyrohling an die 300-400€ kosten, aber ob die Zahl stimmt weiß ich nicht sicher.

    EDIT: hier gibt es was:
    http://www.koaguitarwood.com/prices.html

    Tops:

    [​IMG]

    Body-Rohlinge:

    [​IMG]
     
  6. p0wl

    p0wl Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.08   #6
    Alles klar, Danke für die super schnelle Hilfe! (kann ich leider nicht glatt nochmal bewerten... :( ;) )

    Hätte da noch ne OT-Frage, die mich schon länger quält, jetzt aber durch meinen Besuch eben bei Warmoth wieder aufgeworfen wurde:
    z.B. hier:

    http://www.warmoth.com/catalog/product_info.php?products_id=30639

    unter available options, dieses "rout", was bedeutet das, sind das die Fräsungen? Aber auf den Bildern sind ja schon Fräsungen zu sehen...


    LG
    p0wl
     
  7. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.08   #7
    Ja, Rout heißt Fräsung.
     
  8. buzzdriver

    buzzdriver HCA - Jackson/Charvel HCA

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    Erstellt: 31.01.08   #8
    Hmmm... da ich selbst zwei Gitarren aus Koa besitze, würde ich den Klang eher in die "Mahagoni-Schublade" stecken. Erle ist anders. Ist aber natürlich alles subjektiv :)
     
  9. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.08   #9
    Irgendwo dazwischen vielleicht? Laut Carvin:

    Erle und Mahagoni für den Korpus (also alles andere gleich) sind nicht sooo weit auseinander finde ich, aber das mag an meinen Ohren liegen.
     
  10. p0wl

    p0wl Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.08   #10
    Ich schieß hier gleich nochmal eine Frage hinterher:
    Hab heute schon einiges hier über die Vor- und Nachteile von Strats/Teles und auch die Nachteile gelesen. Da mir der Tele-Korpus aber einfach mehr zusagt, frag ich jetzt zur Sicherheit einfach nochmal^^ Eigentlich hindert mich doch nichts daran, auf meinen teleförmigen Korpus (der ja an sich noch nichts mit ner Tele zu tun hat, außer der gleichen Form) einfach ne 6er-Brücke oder so zu bauen bzw meine Pickupwahl und/oder deren Schaltung so zu bestimmen dass ich trotz nur 2 PUs ein etwas größeres Klangspektrum zu erhalte als er bei einer "normalen" Tele der Fall ist. Und könnte ich da auch einen Hals mit Strat-Maßen bauen, so dass ich am Ende praktisch die (für mich!) perfekte Fusion von beiden habe?

    Edit: Momentan schließe ich auch eine Hohlkammerkontruktion, sprich Slimline (oder Thinline ?!? bin verwirrt...^^) nicht aus, würde das groß was ändern? Also natürlich erhalte ich dann einen total andern "Grundsound", aber ich will ja auch nicht DEN typischen strat/tele sound sondern den "p0wl-sound" und möchte bloß bei Bedarf auch mal einen Sound in RIchtung von Strat/Tele abrufen können.

    LG
    p0wl
     
  11. Cryin' Eagle

    Cryin' Eagle Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 31.01.08   #11
    ^^ Das ist kein Problem, v.a. wenn du alles selber baust. Die Halstasche bzw. der Halsfuß einer Tele ist leicht anders als bei einer Strat.
     
  12. The Dude

    The Dude HCA Bassbau HCA HFU

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    Erstellt: 31.01.08   #12
    Zu Koa wurde hier ja schon so ziemlich alles gesagt, ich will daher noch kurz was zu dem zitierten Text hinzufügen.

    Was du da beschreibst, nennt sich "spalted Maple" und hat durch den beschriebenen Pilzbefall diese außergewöhnliche Maserung erhalten.
    Allerdings hat solches Holz nicht mehr viel mit gemeinem (gesundem) Ahorn gemeinsam und ist meiner Meinung nach als Tonholz nicht mehr geeigent. Physikalische Werte wie Härte, Elastizität, Dichte usw. von spalted Maple sind mit normalem Ahorn nicht mehr zu vergleichen und hinsichtlich der Verwendung als Tonholz klar im Nachteil.
    Sowas ist aus optischer Sicht sicherlich interessant, aber als Massivmaterial für einen Korpus oder gar Hals ungeeignet, ganz abgesehen davon, dass die Verarbeitung dieses Holzes nicht ganz ohne ist.
    Als dünnes Top oder Furnier ist's durchaus ok, da die Relevanz und Einflüsse auf die Klangeigenschaften zu vernachlässigen sind, aber wie gesagt, ist das nix, aus was man ne vernünftige Gitarre baut.
     
  13. Barth Basses

    Barth Basses Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.02.08   #13
    spalted maple muss man mt epoxy stabilisieren sonst zebrröckelt es.
    Ich wür geriigelten Apfelbaum empfehlen.Kommt IMHO nah an Spalted maple ran udn ist sehr stabil.So schauts aus klick
    lg
    Chris
     
  14. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.02.08   #14
    Wow, Apfel sieht ja cool aus :great: Aber wie klingt es denn?
     
  15. LoneLobo

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    Erstellt: 01.02.08   #15
    Jein...

    Wenns nur dieses Spalted Maple is, was mit schwarzen Streifen durchzogen ist, dann gehts auch ohne.
    Natürlich haste aber recht, die meisten Spalted-Maple-Stücke ham leider auch den schwammartigen Pilz mit drin, und die sollten dann durchaus stabilisiert werden.

    An Apfel is aber in derartiger Maserung und Abmessung einigermaßen miserabel ranzukommen ;)
    Furniere sind ok, aber massiv wirds hart.
    Indischer Apfel ist etwas verbreiteter bzw. da kommt man etwas einfacher ran, aber viel ändert sich leider auch da nicht...

    [e] Zum Thema:

    Optische Alternativen...
    Schaut man sich mal dieses Bild hier an:
    [​IMG]

    Würde ich behaupten das bekommt man wunderbar mit entsprechendem Riegelahorn und einer dunklen Beizgeschichte hin.
    Es gibt auch "Bicolor"-Ahorn, das ist auch des Öfteren von solchen sichtbaren Längsstreifen durchzogen.

    Für sowas:
    [​IMG]

    Bietet sich dann eher Nussbaum an. Das kommt von der Farbe schon stark hin, Maserung müsste man dann halt suchen.
    Alternativ dazu evtl. sowas wie Grenadill als Furnier.
    Aber wenns um Furnier geht, hat man eh wieder _viel_ mehr Möglichkeiten.

    Nussbaum hätte auch den Vorteil dass es ziemlich hart ist. Also soundtechnisch sicher eher im Höhenbetonten Bereich anzusiedeln, was für Stratsound vermutlich nicht das schlechteste is.
     
  16. Barth Basses

    Barth Basses Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.02.08   #16
    Nuss gibts auch sehr stark geriegelt.Schaut dann sehr nach Koa aus.
    lg
    Chris
     
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