Leichte Lieder zum Singen für Anfänger

Du hast völlig recht, Shana. Anfänger, Fortgeschrittene, leicht oder schwer - das ist alles sehr relativ. Aber zum Glück gibt es eben so ein unerschöpfliches Füllhorn an Songs. Manchmal höre ich mir eine neue Stimme im Unterricht an und denke: Song X könnte gut passen, und dann schlage ich ihn vor, meistens liege ich richtig. Das kann dann auch ein uraltes, der Schülerin unbekanntes Stück aus den Sechzigern sein. Egal - das wichtigste ist, dass ein Gesangslehrer über genügend musikalisches Wissen verfügt, um genre- und epochenübergreifend Songs vorschlagen zu können. Es findet sich immer was !

Ich habe übrigens selber mal was von No Doubt in einer Coverband gesungen, und zwar "Snakes". Es stimmt, Stefani kopieren ist unmöglich, auch Shakira ist ein gutes Beispiel, die haben einen sehr speziellen Klang. Ebenso Björk - interessanterweise haben wir die beide weggelassen ;)

Als ich anfing, in Coverbands zu singen, waren Songs wie "Babylove" von Mothers Finest die Eintrittskarte in gut gebuchte Bands - wer das beim ersten Vorsingen bringen konnte, hatte den Job.

Zu mir kommen auch Leute, die Jazz singen wollen, das ist richtig spannend, weil die Gefahr, so klingen zu wollen/zu müssen wie XY, nicht so gegeben ist wie im Popgesang.
 
Ja, Björk Songs nutze ich nicht im Unterricht, irgendwas muss ja schließlich auch "heilig" bleiben ;-) Ihre Songs sind aber auch so extrem björkisch und leben so sehr von ihr - Ich denke, da kann wer anders nichts dran werden.

Allerdings hatte ich schon Songs, die Björk gecovert hat wie "Anyone who had a heart". Das hab ich noch vergessen, lässt sich gut machen für leicht Fortgeschrittene.

Shana
 
Die Einteilung mancher Songs finde ich sehr interessant. Da sieht man wie individuell Anfänger doch sind. Bei der Coverband waren wir mit mir 3 Sängerinnen und 1 Sänger (alle zwischen 13-16, abwechselnd gesungen natürlich), alles Gesangsanfänger. Wir hatten auch "Let it be" und "Come together" von den Beatles, "Imagine" von John Lennon, "Time After Time" von Cindy Lauper gecovert und keiner von uns hatte Probleme diese Songs zu singen. Klangen auch anhörlich. Dafür ging z.B. "Perfekte Welle" von Juni zumindest in der Bridge überhaupt nicht (ich bin hier ich bin frei). Keiner hat die Töne getroffen und es klang grauenhaft. Bei Sherryl Crow neigten wir und auch viele andere Anfänger gerne dazu die Originalsängerin nachzuahmen, was in Gequetsche endete um das kratzige hinzubekommen. Obwohl "Strong enough" von den Tönen her einfach ist, konnte es wegen des Quetschens um dem Original nah zu sein letztendlich keiner singen. "Lemon Tree" von Fool's Garden würde ich zwar auch bei Anfänger einordnen, muss aber hervorheben, dass die hohen Töne bei kleinem Stimmumfang Probleme bereiten können.
"Wonderwall" von Oasis ist auch so ein Zwischending zwischen Anfänger und Fortgeschrittene, wobei ich wie Shana eher zu leicht fortgeschritten tendier. Ich kann mich erinnern, dass unser Sänger massive Schwierigkeiten hatte die hohen Töne zu treffen und er auch versucht hatte etwas mehr Kratzen in die Stimme zu legen. Er war nach dem Lied immer heiser. Auch sein Vorgänger hatte das Lied gesungen und ist an den hohen Tönen gescheitert. Selbes Problem bei "Don't look back in anger", insbesondere beim Refrain, Brüllgefahr.
Das waren so meine Erfahrungen als Anfängerin und mit anderen Anfängern zu ein paar zu den Liedern.

Da fällt mir ein, dass ich mal in meiner alten Coverbandmappe mal schauen kann, was mir und meinen Sangeskollegen und -kolleginnen damals eher leicht gefallen ist. Was damals schwer gefallen ist, zähl ich gar nicht erst auf *g* Wenn ich so in die Mappe schaue, sehe ich, dass ich damals doch häufig sehr überfordert wurde, z.B. war das erste Lied das wir singen mussten "I will survive" von Gloria Gaynor.
Also, da hätten wir:

Deine Schuld - Die Ärzte
My heart will go on - A New Found Glory
Carlifornication - Red Hot Chili Peppers
Dani Carlifornia - Red Hot Chili Peppers
Dreamer - Ozzy Osborne
Wild World - Cat Stevens
Nur ein Wort - Wir sind Helden
Venus - Shocking Blue
So lonely - Novaspace
Carlifornia Dreaming - The Mamas and the Papas
Ich Roque - Sportfreunde Stiller
Hipp Hipp Hurra - Die Ärzte
My favourite game - The Cardigans
Sweet Home Alabama - Lynyrd Skynyrd
Time After Time - Cindy Lauper
Let It Be - The Beatles
Come Together - The Beatles
Imagine - John Lennon
Losing my religion - REM
Nobody lives without love - Eddi Reader
Always look on the bright side of life - Monty Python
99 Luftballons - Nena
Every Me Every You - Placebo
Little Wing - The Corrs
Torn - Natalie Imbruglia
Tainted Love - Soft Cell
Ring of fire - Johnny Cash
 
Hallo Vali

du sagst es genau: Alle Menschen sind eben verschieden und von daher kann der Sinn solcher Listen eben nur in einer individuellen Auswahl liegen, als eine Art Inspirationsquelle.

Meine Liste basiert auf meinen Erfahrungen als Gesangslehrerin. (Und ich denke, bei Bell ist es ebenso). Deine beruht eher auf deinen persönlichen Erfahrungen mit autodidaktischem Singen, oder?

Mit "Perfekte Welle" z.B. hast du Recht: Diese Bridge mit dem Wechselgesang ist nicht ganz so einfach. Das macht es aber dann eben auch interessant im Unterricht mit AnfängerInnen und vor allem in Gruppen. Ich habe das Lied unzählige Male in Gruppen verwendet, in denen die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmenden eher weniger begabte Anfängerinnen zwischen 12 und 15 Jahren waren. Es gibt dann diesen einen Teil, den man üben muss während alles andere gleich läuft. Das ist eine ganz gute Mischung.

Für "Fools Garden" gilt ähnliches: Es ist leicht singbar mit ein paar kleineren Herausforderungen. Daher ein guter Song für den Beginn. Die Schülerin/Der Schüler will ja schließlich auch was lernen ;-)

Das mit dem Nachahmen der Originalstimme ist ebenfalls ein wichtiger Einwand. Das kann einen Song für Autodidakten unsingbar machen. Wenn ich ihn aber im Unterricht verwende greife ich diesbezüglich sofort ein. Dann läuft "Strong Enough" bei vielen sehr gut.

Von "My heart will go on" habe ich im Laufe der Jahre einige Aufnahmen mit "Anfängerinnen". Wenn diese Begabung mitbrachten oder eben schon "leicht Fortgeschritten waren" und vorausgesetzt, der Stimmumfang war entsprechend gegeben, lief dieses Lied sehr gut, denn es hat eine schöne Gesangslinie und ist den meisten bekannt. Für Totalanfängerinnen ist es überfordernd vor allem im zweiten Teil. Daher meine Einteilung.

"Come together" habe ich auch schon mit einer Gruppe AnfängerInnen gemacht und es war ganz ok. Aber: Es ist den meisten unbekannt und es hat sehr viel Text, der nicht so einfach auszusprechen und zu setzen ist. Daher habe ich es nicht unter den "Anfängersongs" einsortiert.

"Let it Be" ist ein Grenzfall, ein begabter Anfänger wird damit gut zurechtkommen, wie sich gerade erst wieder im Unterricht zeigt. Man muss es aber fast immer transponieren, was aber für fast alle Beatles Songs gilt. Ich singe sie selber fast alle mindestens 2,5 töne höher also mit Kapo im 5. Bund und ich habe festgestellt, daß sie auch für Männer in Originallage oft unbequem sind. Daher also für AutodidaktInnen auch nur dann geeignet, wenn ohne Playback mit einigermaßen fähiger Band oder mit Selbstbegleitung gesungen wird.

Ich hatte ja auch geschrieben, daß ich viele der Songs in der Anfängerliste mit Gitarre individuell anpasse.

Lieben Gruß,
Shana
 
Man muss es aber fast immer transponieren, was aber für fast alle Beatles Songs gilt. Ich singe sie selber fast alle mindestens 2,5 töne höher also mit Kapo im 5. Bund und ich habe festgestellt, daß sie auch für Männer in Originallage oft unbequem sind.

Ja - der Paule kann verdammt hoch ...

Was soll denn nu alles in die FAQ? Bei Erfahrungen von Gesanglehrern aus dem Gesangsunterricht : klar - die rein. Das sind messbare Durchschittswerte, basiernd auf Erfahrungen.

Aber bei indivuellen Coverprogrammen ? Hmmm ... sind das nicht persönliche Präferenzen?. Ich hatte im Programm früher auch Songs, die ich besser oder schlechter konnte - die habe ich dann mit dem zwieten Sänerg überlassen, dem die überhaupt nicht schwer fielen. Aber liegt das nicht eher an mir? Würde die Liste nicht zu lang und nicht zu individuell, wenn man seine persönlichen Favorites aufnimmt? Snst haben wir am Ende eine Liste von 400 Songs, die dann auch viel weiterhilft.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, du hast gewisser Weise recht, antipasti. Nur war diese Auswahl nicht reine persönliche Präferenz, sondern auch Durchschnittswerte, nur mit einer kleineren Gruppe und mit Autodidakten, die keine Lehrerbetreuung haben, die darauf aufpassen, dass sie nichts falsches tun. Wie einige vielleicht wissen, habe ich damals in drei Coverbands von der Schule und Musikschule gespielt, greife also sowohl auf eigene, aber auch Erfahrungen von 6 anderen Autodidakten (5 Mädchen, mit mir 6, 2 Jungen) zurück. Alles Autodidakten, mittelmäßig begabt, 13-16 Jahre alt. Ob 8 autodidaktisch lernende Sänger reichen, um einen einigermaßen repräsentatives Durchschnittsrepertoire für Autodidakten zu bekommen, ist eine andere Frage. Ich wär jedenfalls nicht beleidigt, wenn es nicht in die FAQs aufgenommen wird, aber wenn doch, muss man trotzdem hervorheben, dass sich das an Autodidakten richtet, was sie singen könnten ohne sich die Stimme zu verbrüllen.
 
Ist echt witzig zu sehen, wie unterschiedlich der Schwierigkeitsgrad von Liedern beurteilt wird.


Generell bin ich der Meinung, dass es im Grunde drei verschiedene Ebenen gibt, auf denen ein Stück schwierig sein kann:

1) Intonation
--> ich halte Stücke, mit schnellen, sprunghaften Melodien für sehr schwer. "Einschleifer" gehen da eigentlich immer unter, weil man schon zur nächsten Note muss, bevor der Ton dort ist, wo er eigentlich hin soll. Balladen und langsame Stücke sind, was das angeht, oft deutlich einfacher.
Neben der Geschwindigkeit kommt es natürlich auch auf die Intervalle an.

2) Klang/ Tragfähigkeit
--> Manche Stücke erfordern einfach mehr Volumen und einen reichhaltigen Klang als andere. Hier sind wiederum Balladen oft anspruchsvoller als schnellere Stücke, gerade die typischen Divenlieder kann man halt nicht vor sich hin piepsen. ;)

3) Range
--> ist selbsterklärend. Für ein Stück von Freddie Mercury braucht man eben einen deutlich größeren verlässlichen Stimmumfang als für solche von Jack Johnson. Obwohl letzterer auch seine Tücken hat.


Das sind jetzt mal nur die technischen Aspekte. Gefühl für Stimmung und Rhythmus stehen dann nochmal auf einem ganz anderen Blatt.

Für mich kommt es auf alle drei Aspekte an. Viele Balladen werden oft als schwieriger eingestuft als Mid- oder Uptempo-Stücke, aber letztere stellen meiner Meinung nach oft die höheren Ansprüche an Intonation und Phrasierung. Ich halte beispielsweise "I Wanna Dance With Somebody" von Whitney Houston für anspruchsvoller als das berühmt-berüchtigte "I Will Always Love You".
 
Frage zu neuen Songs für Anfänger:

Ich würde gerne folgende songs singen üben, bin mir aber nicht sicher, was davon für Anfänger brauchbar ist.

Lee Ann Rhimes - How do I breathe without you
Within Temptation – In perfect harmony, Our Farewell
Patrick Nuo – 5 Days, Welcome
Wonderwall – Together again
Taylor Swift – I'd lie
 
ich hätte auch noch was :)


Anfänger:
Songbird - Eva Cassidy

Fortgeschrittene:
Gravity - Sara Bareillies
Love Song - Sara Bareilles


Musical:
Anfänger:
Gold von den Sternen - Mozart! Das Musical
Die Schöne und das Biest - Die Schöne und das Biest
I'm not that girl - Wicked

Fortgeschrittene
For Good - Wicked
 
Frage zu neuen Songs für Anfänger:

Ich würde gerne folgende songs singen üben, bin mir aber nicht sicher, was davon für Anfänger brauchbar ist.

Lee Ann Rhimes - How do I breathe without you
Within Temptation – In perfect harmony, Our Farewell
Patrick Nuo – 5 Days, Welcome
Wonderwall – Together again
Taylor Swift – I'd lie

"How Do I Live Without You" ist nicht sehr einfach, aber kannst du ja mal probieren. Ich empfehle aber den Song für den Anfang erst mal gerade ohne Schnörkel und Verziehrungen zu singen und statt zu belten mit schöner Mischstimme die Höhen zu nehmen. "In Perfect Harmony" kannst du ja mal versuchen. Der geht ab und zu recht hoch, aber vielleicht ist das gerade gut? "Our Farewell" ist allerdings sehr hoch und noch mit langen Tönen. Das ist schwieriger und würd ich erst probieren, wenn du einigermaßen sicher in der Höhe bist. Sonst macht man sich vor allem bei den hohen i die Kehle zu und drückt nur. Richtigen Anfängern würde ich diesen Song erst mal abraten. Die beiden Songs von Patrick Nuo kann man als Anfänger gut singen. Für einen Sopran würd ich die Lieder aber um ein paar Halbtöne hoch transponieren, weil die in der Originallage sonst zu tief sind. "Together again" von Wonderwall kenn ich nicht. "I'd lie" geht in Ordnung. Nur den Text vorher gut einstudieren.
Viel Spaß beim Üben!
 
Okay, danke :)

Ja, ich hatte mir "I'd lie" einige viele Male hintereinander den Text dabei immer mitlesend anhören müssen, bis ich manche Stellen von der Aufteilung her drin hatte. Ich denke, dass mir persönlich für "How Do I Live Without You" (warum hab ich da denn "breathe" geschrieben? o_O) wohl noch die Kraft in der Stimme fehlen könnte, um das Lied auch entsprechend darstellen und ausdrücken zu können. Ist ja im Orginal auch ein recht kräftig gesungenes Lied. Aber ja, ich probiers einfahch mal.

"In perfect harmony" klappt im Prinzip ganz gut, sofern ich während dem Singen die Hände frei hab und bei Bedarf im Raum herum laufen kann. Bekomme ab kommender Woche mein Headset, dann wird das sicher. Ja, stimmt, "Our Farewell" ist schon ein Fall für sich, habs mir gerade nochmals angehört. Wegen "Togehter again" hab ich hier bei Amazon eine gute Hörprobe gefuden.
 

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