LittleGem-Modifikation funktioniert nicht

von die_matte, 17.02.07.

  1. die_matte

    die_matte Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.02.07   #1
    Da das ja nun die neue DIY-Ecke ist, poste ich das mal hier, obwohl es ja eher ein Verstärkerproblem ist...

    Also, ich habe mir den Little Gem nach dem Schaltplan von runoffgroove gebaut - guckst du hier. Der wahrscheinlich beliebteste Selbstbau-Amp für den DIY-Einsteiger :D

    Das Teil funktioniert auch absolut super, ich hab aber den Originalplan etwas abgewandelt: Ich habe eine Lautstärke-Regelung mit einem einem ON/OFF/ON Schalter eingebaut, weil ich kein ensprechendes Poti hatte.
    Außerdem wollte ich mit Hilfe eines weiteren Schalters den Wert des Output-Kondensators ändern können, auf der Homepage steht nämlich, dass man damit den Bass beeinflussen kann. Und hier liegt das Problem. Ich hab meinen Amp wie unten zu sehen aufgebaut, aber wenn ich den "Bassschalter" verstelle, kann ich keinerlei Unterschied hören.
    Hab ich irgendwas falsch aufgebaut oder hab ich einfach nen Denkfehler :screwy: ?
    Vielleicht ist ja die Kapazität der einzelnen Kondensatoren nicht passend?
    Bitte helft mir!

    Ach ja, und noch eine Frage am Rande: Der Kondensator ganz oben, also C3, wozu dient der eigentlich? Ich nehme mal an, um Brummen vom Netzteil zu dämpfen, oder?
     

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  2. dongding

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    Erstellt: 19.02.07   #2
    Zu Frage 2 : Ja! C3 "glättet" die Versorgungsspannung und veringert den Brummanteil der Versorgungsspannung.
    Zu Frage 1 : Der Kondensator bestimmt in diesem Fall die sogenannte untere Grenzfrequenz des Verstärkers (mit anderen zusammen z.B. dem Eingangskondensator)
    Die untere Grenzfrequenz ergibt sich zu

    f = 159155 / ( C*R) (R in Ohm, C in Mikrofarad)

    wobei R in diesem Fall die Nennscheinimpedanz des Lautsprechers ist, also i.d.R. 4 oder 8 Ohm.

    Für C = 220 µF und R= 8 Ohm wäre f = 90 Hz und
    für C = 470 µF und R= 8 Ohm wäre f = 42 Hz.

    Wenn das eigespeiste Signal ( von einer Gitarre z.B. ) keine sehr tiefen Töne enthält, dann hört man also keinen Unterschied, wenn man durch Vergrößern des Kondensators die untere Grenzfrequenz nach unten verschiebt. Außerdem ist die Betrachtung hier rein theoretisch, da ein Lautsprecher eben nicht eine konstante Impedanz von 4 oder 8 Ohm hat, sondern häufig gerade im Bassbereich (genauer gesagt im Bereich um seine Resonanzfrequenz) eine deutlich höhere Impedanz - dadurch ist die untere Grenzfrequenz bereits so tief, dass eine Vergrößerung des Kondensators kein "Mehr" an Bass bringt.
     
  3. die_matte

    die_matte Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.02.07   #3
    Erstmal vielen Dank für die Info, dongding!

    Aber:

    Was bedeutet denn die 159155?
    Wenn deine Berechnungen stimmen sollten, dann würden sich so große Werte also garnicht lohnen, so tief kommt ne Gitarre ja eh nicht. Oder kann man den Little Gem vielleicht auch als Bassverstärker benutzen?:twisted:

    Aber um deine Gedanken mal weiterzuführen, würde das bedeuten, dass ich kleinere Werte für die Kondensatoren wählen könnte, um einen mehr "näselnden" oder "twängigen" Sound zu bekommen (weil dann ja die Bässe rausgenommen werden)?
     
  4. dongding

    dongding Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.02.07   #4
    Nun, es ist mehr eine Schätzung, da, wie gesagt, die Impedanz eines Lautsprechers nicht konstant ist und 4,8,16 Ohm nur Nennwerte darstellen.
    Hab ich mir deinen Platinenentwurf nochmal genauer angesehen und den Kondensator C4 entdeckt... :D
    Ich vermute mal, daß sich mit 47µ kein näselnder oder mittiger Sound ergibt ?

    Also, die Formel für die Grenzfrequenz ist eigentlich :

    f = 1/ (2*pi * C * R) mit R in Ohm und C in Farad

    Die Werte für C in Farad nehmen unhandliche Werte an z.B.

    220 µF = 0,00022 F

    Man multipliziert die obige Formel mit 1.000.000 um C in Mikrofarad einsetzen zu können :

    f = 1000000/ (2*pi * C * R) mit R in Ohm und C in Mikrofarad

    1000000/(2*pi) kann man schonmal ausrechnen, das ergibt dann 159154,943091895335768883763372514 oder rund 159155

    Der Eingangskondensator C1 mit 10nF bildet mit dem Eingangswiderstand des LM386 von 50kOhm (lt. Datenblatt) einen Hochpass mit etwa 320 Hz Grenzfrequenz, d.h. Bässe und auch die Grundfrequenzen einer Gitarre werden schon merkbar gefiltert. Das ist gut für einen Verstärker der schöne Verzerrung liefern soll.

    Auf die Ausgangsleistung geh' ich jetzt mal nicht ein...

    Jetzt würde mich mal interessieren was du für einen Lautsprecher / eine Box benutzt, und wie du deine Gitarre anschließt, also direkt oder über ein Effektgerät.
     
  5. die_matte

    die_matte Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.07   #5
    Eben hier liegt ja das Problem. Es gibt keinen Soundunterschied zwischen C4 (=>47µF) allein und C4 parallel mit C5 (=>517µF) oder C6 (=>267µF). Und so richtig näselnd klingt das nicht...
    Würde es helfen, C4 einfach noch kleiner zu machen? 10µF zum Beispiel? Und entsprechend auch C5 und C6 verkleinern?

    Zu deiner Frage:
    Zur Zeit spiele ich das Teil an einem Celestion Rockdriver Vintage (12'') in einer selbstgebauten Box. Manchmal häng ich noch mein Distortion+ (auch Eigenbau :D ) zwischen Gitarre und Amp...
     
  6. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 20.02.07   #6
    Der Dist+ hat seinerseits afair schon ne ordentliche Bassbedämpfung, sodass du damit eh keinen Unterschied hören würdest.

    Mir fällt da was auf. Bei dir liegt C4 parallel zu C5/C6 !?
    Der soll aber gegen GND gehen. Nimm den mal vom mittleren Kontakt deines Schalters (S2) und leg den auf Masse.

    Außerdem verstehe ich die Beschaltung des Lautstärkeswitches nicht. Wozu der blaue Draht? Der würde doch R2 kurzschließen.
    Und warum R2 und R3 parallel legen?
     
  7. die_matte

    die_matte Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.07   #7
    Da war aber jemand ganz fix ;)

    Also ersmal zu deiner zweiten Frage:
    Der Schalter dient mir als eine Art Ersatz-Lautstärkeregelung. Auf dem Bild ist auch nicht die Aktuelle Version. Anstelle von R2 hab ich jetzt ein Trimmpoti mit 1k und anstelle von R2 eine Widerstand mit 27 Ohm. Auf diese Weise habe ich drei Lautstärke-"Presets":

    - der Draht und R2 (das Trimmpoti) parallel => volle Lautstärke
    - Trimmpoti allein => am Poti voreingestellte Lautstärke
    - Trimmpoti und R3 Parallel => Widerstand zwischen 27 und 0 Ohm

    Das war die einfachste Lautstärkeregelung die mir eingefallen ist und für die ich alle Bauteile da hatte...:o

    Wegen deiner ersten Frage:
    Jetzt wo ich mir das Schaltbild nochmal angucke...verdammt, das sieht tatsächlich aus, als wenn 220uF Kondensator über das Poti auf Masse liegt :o
    Oder?
    Hm....Tja mein Little Gem funzt auch so:D

    Aber mal im Ernst, an der Funktion des Kondesators dürfte das ja nicht viel ändern, oder? Er bildet immernoch einen Tiefpassfilter während R1 und C2 den Hochpassfilter darstellen.
    Oder haue ich jetzt was durcheinander?
     
  8. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 20.02.07   #8
    Ah, das sollen also On/On/On Schalter sei n und keine gewöhnlichen Umschalter. Okay, dann ist das mit dem Volume geritzt.

    Zu C4: Ich hatte mich da versehen, der Cap gegen Masse ist C2, die beiden hatte ich versehentlich verwechselt.

    Probier mal krass abweichende Werte und hör mal, was es macht.
     
  9. dongding

    dongding Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.07   #9
    Also ich habe deinen Entwurf so gedeutet, dass man zur Lautstärkeabsenkung 10 oder 25 Ohm in Reihe zum Lautsprecher schalten kann. Ich habe mal einige Simulationen durchgeführt (dazu wollte ich mal wissen welchen Lautsprecher du verwendest, damit ich zumindest vom Durchmesser ein ähnliches Exemplar ausswähle). Dabei hat sich ergeben dass

    1. wenn kein Widerstand in Reihe zum Lautsprecher ist muss sich mit 47µf ein deutlicher Unterschied zu 267µF und 517µF ergeben.
    2. wenn ein Widerstand von 25 Ohm in Reihe liegt ist der Unterschied eher gering.

    Hast du deinen Amp mal bei "voller" Lautstärke ausprobiert?

    Mit dem Effektgerät hat es folgende Bewandnis:
    der Eingangswiderstand ist mit 50kOhm sehr niedrig, dadurch wird die Resonanzspitze des Pickups abgesenkt und du verlierst etwas an Höhen, wenn du die Gitarre direkt anschließt.
    Effektgeräte haben i.d.R. einen höheren Eingangswiderstand (470kohm-1MOhm) und bedämpfen die Resonanzspitze weniger. Vll. entpräche das mehr deinen Klangvorstellungen.
    Ich habe dabei an ein Effektgerät OHNE true-bypass gedacht, die kann man auf bypass stellen und man hat trotzdem einen hohen Abschlusswiderstand.

    Um die Bässe abzusenken kann man alternativ C1 verkleinern.
     
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