Lokrischer Modus in Songs

  • #181

  • #182
Dann halt jetzt: A#-lokrisch.


Viele Grüße,
McCoy
 
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  • #183
Gebräuchliche Modi die zu modaler Spielweise in Jazz- und Popularmusik gebraucht werden sind:
Dorisch und Phrygisch für Mollcharakter und
Lydisch und Mixolydisch für Durcharakter.
Ein kadenzielles Gefälle innerhalb der Akkordfortschreitung entsteht durch den Gebrauch von Tonikaakkord - das kann hier nur der Akkord auf der ersten Stufe sein - und den charakteristischen Akkorden des jeweiligen Modes. Davon ausgenommene Akkorde sind Akkorde die den Tritonus enthalten, da diese zu sehr ins parallele Ionisch tendieren.
Die charakteristischen Akkorde von Dorisch und Phrygisch sind die Akkorde, die den charakteristischen Ton (= der Ton, der Dorisch, bzw. Phrygisch vom gleichnamigen Aeolisch unterscheidet) als 1, 3, 5 oder 7 beinhalten.
Gleiches verhält sich mit Lydisch und Mixolydisch zum Vergleich mit Ionisch.

All das ist bei Lokrisch nicht möglich!
 
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  • #184
Gebräuchliche Modi die zu modaler Spielweise in Jazz- und Popularmusik gebraucht werden sind:
Dazu Verständnisfrage von mir:

Ich kenne "modal" als Begriff für nicht-kadenzbasierte Stücke. So What, Little Sunflower und ähnliches.
In diesen Stücken braucht es ja keine Akkorde, die die von Dir beschriebene kadenzielle Spannung gegenüber der Tonika aufbauen. Spannung kann zB durch eine Rückung um eine Terz entstehen, die dann wieder zurückgerückt wird.

Nach diesem Verständnis scheint es mir legitim, Lokrisch als tonales Zentrum zu benutzen.

Oder habe ich hier Begriffe anders verstanden als es Konsens ist?
 
  • #186
Ich kenne "modal" als Begriff für nicht-kadenzbasierte Stücke. So What, Little Sunflower und ähnliches.
In diesen Stücken braucht es ja keine Akkorde, die die von Dir beschriebene kadenzielle Spannung gegenüber der Tonika aufbauen.
Doch, braucht es schon. Du hörst ja die ständig alternierenden Akkorde in den beiden Beispielen. Wenn da der Tonikakord auf der I Stufe nicht stabil ist funktioniert das nicht.
Spannung kann zB durch eine Rückung um eine Terz entstehen, die dann wieder zurückgerückt wird.
Das geht natürlich auch.
 
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  • #187
Vielen Dank! Wieder was gelernt. Und das am Freitag abend.
 
  • #188
Ich kenne "modal" als Begriff für nicht-kadenzbasierte Stücke
Ok, dann darfst Du aber keine anglo/schottisch/irische Folklore hören wie das dorische "Scarborough Fair" oder das mixolydische "She Moved Through the Fair" oder das äölische "Billy Jean" und weitere Songs mit modalen Melodien trotz kadenzieller Akkordfolge.
Kurz gesagt, Finger weg vom Leitton. :D

Du könntest jetzt noch deine Bücher zur Akkordskalentheorie als Bücherspende aufgeben, die gilt dann ja auch nicht.

Ich komme damit samt deiner Anmerkung jedenfalls auf drei musikalisch unterschiedliche Sinnzusammenhänge zum Begriff "modal".

Gruß Claus
 
  • #189
drei musikalisch unterschiedliche Sinnzusammenhänge zum Begriff "modal".
Dann behalte ich meine Bücher noch ein bisschen, bis das geklärt ist ;)

Ich hatte mich auf "modal jazz" bezogen, das war natürlich missverständlich, nicht auf die reine Verwendung von "modalen Melodien". Mit dem Begriff "modale Melodie" bin ich nicht vertraut, bzw verstehe ich ihn nicht - jede (europäisch tradierte) Melodie ist doch in Ionisch, dorisch, phrygisch ... äolisch. Jede Melodie seit der Gregorianik wäre dann modal ... ?

Und ich will ja gar kein Stück in lokrisch schreiben, hören, notieren noch sonstwas. ;) Es ging nur mal um die theoretische Möglichkeit, die mit dem Sikora-Beispiel oben demonstriert wurde.
 
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  • #190
… die mit dem Sikora-Beispiel oben demonstriert wurde.
Für mein Empfinden hat er damit vor allem demonstriert, daß lokrisch als TONART nicht funktioniert und unbrauchbar ist.
Das Musikstück bleibt streng lokrisch, was ja auch der Zweck der Demonstration ist, aber es hat dadurch eben keine befriedigende Akkordfolge, keine Kadenzen, keine Entwicklung … nicht einmal eine Dominante. Und, nebenbei gesagt, auch keine Melodie.

Thomas
 
  • #191
keine befriedigende Akkordfolge, keine Kadenzen, keine Entwicklung … nicht einmal eine Dominante.
...was ja auch im Modal Jazz öfters der Fall ist ... dachte ich jedenfalls ...

Die wollten sich doch damals genau davon distanzieren?

lokrisch als TONART nicht funktioniert und unbrauchbar ist.
Das Musikstück ...
Es ist sicher kein komplettes Musikstück, und direkt schon finde ich es auch nicht, aber ich war von den Beispiel eher positiv überrascht - für einen Abschnitt so 8 oder 16 Takte könnte man sowas schon mal machen.
 
  • #193
bis das geklärt ist
Als geklärt empfinde ich das eigentlich, weil es musikalischen Tatsachen entspricht und vor gar nicht langer Zeit auch im Board ohne Widerspruch erwähnt wurde.

Jedenfalls bedeutet "modal" nicht zwangsläufig auch "außerhalb der Funktionsharmonik" als jene Modalität, wie sie von Axel Jungbluth beschrieben und 20 Jahren später auch von Frank Sikora dargestellt wurde.

Bei Musik "jeder (europäisch tradierten) Melodie" aus den letzten Jahrhunderten sprechen wir doch typisch von Dur und Moll, nur selten vom Modus der Melodie.
Das macht den Unterschied interessant, der aus meinen Beispielen hervorgeht. Das ggf. aufzudröseln wäre aber schon ein eigenes Thema.

Gruß Claus
 
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