wenn ich nun Dm, G, F, Em spiele, dann bin ich doch immer noch in Cdur
Es kommt nicht auf die Tasten / Töne an, sondern auf das tonale Zentrum.
Beispiel: Wenn Du in Dm anfängst, in Dm aufhörst und dazwischen Em, G, Gm und A7 nutzt, ist D dein Tonales Zentrum.
In Dm kannst Du mit kleiner Sexte spielen, dann bist Du im reinen Moll oder Äolisch. Dazu würde dann im Stück der Gm-Akkord passen. Die Tonleiter wäre reines Dmoll, und das hat (man könnte sagen zufällig) die gleichen Töne wie F-Dur. IST aber kein F-Dur, sondern D-Moll.
Du kannst aber auch die große Sexte benutzen (h statt b), bzw G-Dur als DurSubdominante. Klingt halt etwas anders - dann passt D Dorisch, und das hat die gleichen Töne wie C-Dur. IST aber kein C-Dur, sondern halt Dm mit großer 6 oder D-Dorisch.
Du kannst auch in Dm die kleine 7 oder die große 7 benutzen. Das ergibt dann entsprechende Tonvorräte und Akkorde, hat ggf auch Auswirkungen auf die anderen Akkorde, die man noch benutzt in dem Stück.
Und im "Extremfall" nimmst Du halt D-Moll mit kleiner 2 und kleiner 5 für Akkord und den entsprechend passenden "Tonvorrat", dh. Scale - das nennt man dann D-Lokrisch. Das empfundene tonale Zentrum und der Grundton ist nach wie vor D.
Dass es die gleichen Töne hat wie Es-Dur, C-Moll (äolisch) oder X phrygisch/lydisch ... ist dafür völlig unerheblich.
Meine Erfahrung ist, dass es vom Verständnis her tricky ist, wenn man von den Skalen ausgeht.
Gerade für Gitarre und Klavier finde ich es besser, akkordisch zu denken und sich zum Akkord die passende Skala zu suchen.
Da wird dann eben auch klar, dass man für Dm verschiedene Skalen nehmen kann und warum wann welche.
Wenn ich sage "ich will hier phrygisch spielen" wird überhaupt nicht klar, warum man das dort will.
Jedenfalls hab ich das schon einige male so herum erklärt und hatte das Gefühl, dass die "Schüler" es verstanden haben (muss natürlich nicht stimmen

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