Major statt Minor Chord, chromatisch?

rhe
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Hallo Zusammen,

ich habe mal eine Frage zum Thema chromatische Akkorde.
Im folgenden Bild gibt es einen chromatischen Akkord. Mir ist auch vollkommen klar, daß er chormatisch ist da im Key von C der C#° Akkord nicht vorkommt. Was mich jetzt aber stutzig macht ist die Tatsache, daß, nehmen wir den A7 Akkord es sich nicht um einen Chromatischen Akkord oder gar um Modulation handelt. A7 ist doch = A - Cis - E - G.
CIs kommt im Tonvorrat von C aber auch gar nicht vor. Bei E7 = E - Gis - E - B - D das Gleiche. Was ist mit Gis? Ist das ein ganznormaler Durakkork in der Tonart C?

example.jpg


Über Hilfe wäre ich echt dankbar.

Grüsse
Ralf
 
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gitwork
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Du kannst deutlich mehr Akkorde als die leitereigenen Akkorde in einer Tonart verwenden, ohne eine Modulation annehmen zu müssen. Ich denke in diesem Fall handelt es sich bei C#0 um eine Form des A7 a-Cis-e-g -- cis-e-g = terz, Quinte, kl Sept von A7.
Der A7 fungiert als Zwischendominante zu Dm, der ja leitereigen ist.

nimm mal die Suchfunktion zu Hilfe und suche nach "Zwischendominante" "Sekundärdominante" und nach "modal Interchange" das wird dir einige Türen öffnen.

gruß
gw
 
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HëllRÆZØR
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Hi rhe,

verminderte Akkorde werden in der Theorie meist als Dominant-Septakkorde ohne Grundton interpretiert. Ein C#° wird also z.B. meist als ein A7 betrachtet, bei dem der Grundton wegfällt (du hattest die Verwandtschaft ja bereits angemerkt).

Dominant-Septakkorde können aus tonleitereigenen Tönen bestehen, wie der G7 in C-Dur. In Moll dagegen ist es üblich, die Terz der Dominante künstlich zu "alterieren" (alterieren = Halbton höher oder tiefer spielen), so dass man z.B. in der Tonart a-Moll E7 (E G# B D) erhält, statt Em7 (E G B D). Der Grund dafür liegt in der starken Leittonwirkung der Dominantterz (G#) zum Grundton (A), was den Auflösungsdrang der Dominante in die Tonika verstärkt.

Der Ton G# in A-Moll lässt sich übrigens tonal dadurch erklären, dass bei Stücken in Moll nicht nur das reine Moll verwendet wird (A B C D E F G A), sondern auch Harmonisch Moll (A B C D E F G# A) und Melodisch Moll (A B C D E F# G# A). Harmonisch Moll wird wegen der alterierten Dominante verwendet, Melodisch Moll dagegen (ursprünglich) um die dadurch entstandene übermäßige Sekunde F - G# zu vermeiden, die "zu orientalisch" klingt (du kannst ja mal die Harmonisch Moll-Leiter spielen und auf dieses Intervall achten).

Man kann das Konzept dann noch erweitern, und Dominant-Septakkorde auf allen möglichen Stufen bilden (Zwischendominanten), die einen Auflösungsdrang zu dem Akkord bewirken, der eine Quinte darunter liegt (-> Quintfall, Quintfallsequenz). Naja, da hat gitwork ja schon ein paar nützliche Suchbegriffe vorgeschlagen. ;)
 
rhe
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Hallo Zusammen,

vielen Dank für eure Hilfestellung! Es dämmert in mir.:)
 
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Hagenwil
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Der C#°/Db° Dreiklang, römische Stufen-Chiffre #I°/bII°, wäre in einer ersten Annahme wohl eine chromatische Verbindung zwischen zwei benachbarten, leitereigenen Akkorden. Dann Substitution für den VIm7 in einem I VI II V pattern. Die dritte Annahme wäre bIII°, und wiederum Substitution für VIm7. Das wären dann Substitutionen.

Ein solcher verminderter Dreiklang kann die selben Funktionen einnehmen wie seine Septimenakkord Erweiterung. Der C#°7, oder besser Db°7 wenn wir in C-Dur von Dm nach der Tonika modulieren, wird als alterierte Zwischendominate eingesetzt. Eine weitere Möglichkeit ist seine Verwendung als chromatische Verbindung, quasi momentane Verengung, z.B. | G7 Gb°7 | Fmaj7 |. Im Jazz ist der diminished seventh chord eine selbständige Klangstruktur die mit jedem seiner Elementartöne als Grundton bezeichnet werden kann. Der C#°7 ist, von den Tönen her gehört, identisch mit E°7, G°7 und dem Bb°7 in seinen Umkehrungen.

Das wesentliche des verminderten Akkord ist seine vollkomme Symmetrik, die sich nicht verändert wenn er umgeschichtet wird. Der volle Akkord besteht aus zwei verschachtelten vermindertern Septakkorden. Die fundamentalen chord tones (Elementartöne) des verminderten Septimenakkord bestehen aus: 1 -3 b5 und b7. Die Tensions des Optionsklang sind: 9, 11, b13 und b15. Die resultierende chord-scale ist Ganzton-Halbton. Die Option b15 (=M7) erscheint evtl. als novum, ist aber notwending da diese chord-scale acht Töne hat und unsere Tonbenennung nur sieben Buchstaben aufweist.


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