Marshall: 4100 vs. 8240 vs. MG15

von LennyNero, 08.07.05.

  1. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 08.07.05   #1
    Fuer einige evt. schon altes Zeugs... hier mein Vergleich zwischen einem 900er Halfstack (4100), einem Valvestate 2*12er Combo (8240) und einer MG15 Tischhupe (das Review hatte ich mal fuer das Marshallforum geschrieben):

    Letztens bin ich mit einem meiner Schueler im Proberaum gewesen, und wir hatten seinen MG15 dabei... da sich im Proberaum noch weiter Marshalls befunden haben, dachte ichmir da koennte man ja mal kurz einen Vergleichstest machen (bitte nicht zu ernst nehmen!!!!)!!!!

    Die Kandidaten:

    MG15 CDR:

    - Transistorbauweise
    - 15 Watt RMS
    - 2 Kanaele
    - Federhall
    - 3 Bandklangregelung (und Contour) (gemeinsam fuer beide Kanaele)
    - FDD-Schaltung
    - 8" Speaker

    Beschreibung auf der Marshallseite

    S80 (VS 8240):

    - Hybridbauweise, Comboverstaerker
    - 2*40 Watt
    - 2 Kanaele mit je 2 Mode (Clean/Crunch und OD1/OD2)
    - 3 Band-Klangregelung fuer jeden Kanal (Contour im OD-Kanal)
    - Reverb, paraleller FX-Loop (regelbar) und Stereochorus
    - 2*12" Lautsprecher

    Beschreibung auf der Marshallseite

    JCM900 4100:

    - Roehrenbauweise, Topteil
    - 100 Watt
    - 2 Kanaele mit gemeinsamer Klangregelung

    - 1960 A Box (fragt mich jetzt nicht genau welche)

    Beschreibung auf der Marshallseite

    Die Gitarren:

    - Meine Ibanez Artcore AS73
    - Die Gitarre meines Schuelers, die beim Marshall Starter-Paket dabeiwar (Strat Kopie)
    - ein US-Standard Strat

    Rein optisch...:

    Offensichtlich dreimal Marshall.... sehr nett anzusehen, wie eine Familie standen die Testkandidaten nebeneinander (Da fehlte nur noch der MS2 auf der Einen, ein Fullstack auf der anderen Seite).

    Robust sind sie alle, wobei ich eingestehen muss das die Anordnung der Potis am 8240 (schraeges Bedienfeld, wie bei Fenderamps) beim Transport unguenstig ist (ich weiss von was ich spreche, genau bei diesem Testkandidat habe ich mal eine Potiachse boese verbogen).

    Ansonsten wirkten alle drei Kandidaten so als koenne sie kein Waesserchen trueben, auf den "Sturz-aus-dem-Fenster"-Test habe ich dennoch verzichtet (immerhin befindet sich der Proberaum im 3. Stock :) ).

    Ob neben den Potikoepfen auch die eigentlichen Potis baugleich sind, konnte ich nicht beurteilen.... ich gehe mal davon aus das dem so ist.

    Der kurze Transporttest eine Treppe runter und wieder rauf, hat bestaetigt was man schon vorher sieht: mit dem MG15 ist das ueberhaupt kein Problem, der 8240 am Griff getragen ist eher nervig (man sollte zum Ausgleich vielleicht einen Kasten Bier auf der anderen Seite tragen), auf alle Faelle knallt der Combo einem unschoen gegen die Knie... wenn man nicht aufpasst... dann doch lieber die Haende links und rechts um den Combo und die Kiste vor der Burst gehalten... 2*12er Combos sollten generell die eingelassenen Boxengriffe haben!
    Das Topteil alleine war kein Problem (jedoch zeigte sich hier ganz klar das Gewicht der Bauteile), trotzdem noch angenehmer als der sperrige 2*12er Combo.... Minuspunkte gibt es dagegen fuer die 1960A.... alleine getragen war das auf der gewinkelten Treppe schon ein Abenteuer (und die Idee mit dem "Haelt die Box den Sturz die Treppe runter aus" kam mir wieder kurz in den Sinn, aber es ist ja nicht meine Box....).

    Kurz und gut: robust sind sie alle, der MG15 ist eindeutig am leichtesten zu transportieren, die Potis des 8240 sitzen an einer schlechten Position und sind Abbruchgefaehrdet (und schwer ist er trotz Hybridbauweise auch... auch wenn mich die ebenfalls vorhandene Twin-Kopie davon ueberzeugt hat das ein 2*12er COmbo noch schwerere sein kann).... 2 Punkte Abzug. Einen Punkt Abzug fuer den 4100 (okay, eigentlich fuer die sperrige und schwerere 4*12er, auch wenn es schwerere 4*12er gibt, die ebenfalls im Proberaum vorhandene THC 4*12er hat mir aber gezeigt das auch eine 4*12er leichter sein kann und dabei immer noch gut klingt!

    MG15: 5/5
    8240: 3/5
    4100: 4/5


    Bedienung:

    Da wir keine programmierbaren Geraete vor uns hatten war das kein Problem... die Bedienfelder aller drei Testkandidaten praesentierten sich aufgeraeumt und weitestgehend logisch (auch wenn ich die Anordnung der Regler am 4100er etwas Gewoehungsbeduerftig finde... aber ich habe meinen Schueler in den test mit einbezogen, und der kam mit allen drei ziemlich gut zurecht).

    Am MG15 vermisse ich die Moeglichkeit den Kanal mit dem Fuss zu wechseln (okay, das ist auch sonst in der Klasse nich ueblich... trotzdem habe ich das vermisst). Ein weitere Minuspunkt ist, dass es nur eine Klangregelung fuer beide Kanaele gibt. Manche moegen das vielleicht, ich nicht.

    Beim 8240 strecken sich einem die meisten Potis entgegen: Gain und Klangregelung fuer jeden Kanal (oder war die Bezeichnung im Cleankanal einfach Volume?), Contour und Volume im OD-Kanal und eine Mastersektion fuer den FX-Weg sowie Reverb und den eigebauten Chorus. Ueber das Pedal laesst sich zwischen den Kanaelen umschalten und der Chorus zu oder abschalten... leider ist ein Wechsel der Modi innerhalb der Kanaele nicht mit dem Fuss durchzufuehren (naja, wer genau zielt trifft die Druckknoepfe, die sich halb unter den Potis befinden auch mit der Schuhspitze, aber praktisch ist das nicht).... achja, der Hall wird (wie beim MG) fuer beide Kanaele eingestellt.

    Beim 4100 lassen sich die Kanaele ebenfalls mit dem Fuss wechseln, und auch der Hall ist fernbedienbar... dieser laesst sich ausserdem pro Kanal regeln... sehr schoen, denn so kann man beim Clean etwas mehr, und beim OD etwas weniger Hall einsetzen (wie es halt gerade gefaellt). Die Anordnung der Potis dagegen macht mir schon etwas Muehe... bzw. ist etwas ungewohnt (wenn auch logisch): auf der linken Seite je Master und Reverb pro Kanal, dann Presence und Dreikanalregler, ganz rechts dann die Preamp (Gain) Regler fuer die beiden Kanaele. Auch hier fehlt mir die getrennte Klangregelung pro Kanal.

    MG15: 3/5
    8240: 4/5
    4100: 4/5

    Zimmerlautstaerke:

    Nun gehts los.... alle Amps angeschlossen, immer wieder die gleichen Sachen runtergenudelt (wie oft kann man eigentlich das "Smoke on the water" Intro spielen bevor man Albtraeume bekommt? ;) ), und das ganze in einer Lautstaerke, die die Nachbarn noch nicht richtig nerven wuerde (aber gehoert wird man trotzdem).

    Hier zeigt sich die Staerke des MG15 und dessen 8" Speaker, denn weder die 2*12er des 8240, noch die am 4100 angeschlossene 4*12er klingen bei dieser Lautstaerke schoen... der Sound tropft irgendwie nur aus den Speakern, es fehlt an Substanz (beim 4100 sogar noch mehr). Das war zwar nicht wirklich ueberraschend, und deckt sich mit meinen bisherigen erfahrungen, trotzdem machte hier der MG15 einen runden Eindruck... deswegen geht er in diesem Bereich auch als Sieger hervor. Der 8240 konnte IMHO hier noch im Clean-Bereich Punkten... auch deswegen ist er hier im Mittelfeld.

    MG15: 5/5
    8240: 4/5
    4100: 3/5

    Proberaumlautstaerke:

    Drehen wir die Kisten etwas weiter auf... und zwar so, das an im Bandgefuege im Proberaum mithalten kann. Der MG verliert hier (wieder mal wie zu erwarten) schon ordentlich an Boden. Der kleine Combo hat halt physische Beschraenkungen, und die zeigen sich eben schon bei dieser Lautstaerke.

    Der 8240 und der 4100 hielten sich hier absolut die Waage.... im Cleansound war IMHO der 8240 besser, im OD-Kanal zeigte sich, dass der 4100 hier staerker ist.

    MG15: 2/5
    8240: 4/5
    4100: 4/5

    Buehnenlautstaerke:

    Nun geht es richtig uebel laut zur Sache, auch wenn der Proberaum mit seinen knappen 20 m² vielleicht nicht die optimale Umgebung ist... egal, das Gehoer wird es mir danken (ich meine heute noch das Rauschen zu hoeren).

    Der MG zeigt hier definitiv wofuer er nicht gebaut worden ist.... wenn er auf der Buehne genutzt werden soll, dann wohl am besten mit einem guten Mikro. Alleine hat er keine Chance.

    8240 gegen 4100.... es zeigte sich durchaus das die groessere Membranflaeche beim durchsetzten hilft.... allerdings lies sich da sehr viel durch wechseln der Position in dem Raum kompensieren... sprich: steht man im Abstrahlbereich des Combos und bekommt die 4*12er nur am Rande ab, dominiert der Combo, umgedreht gilt das gleiche (es sei fairerweise vermerkt dass insgesamt die 4*12er besser zu hoeren war).

    MG15: 1/5
    8240: 4/5
    4100: 5/5

    Fazit:

    Der MG und der 4100 zeigen ganz klar wo sie hingehoeren: der eine ls Uebungsamp daheim, der andere auf die Buehne. Der 8240 als Hybridamp bildet eine Bruecke zwischen diesen beiden Welten (wobei er auf der Buehne wohl einen besseren Sound macht als auf Zimmerlautstaerke).

    Alle drei Amps klingen nach Marshall (was wiedermal nicht wirklich ueberrascht) und reagieren auf das Volumenpoti oder den Anschlag (wobei der 4100 da am feinsten, der MG am groebsten ist). Clean fand ich beim 4100 nicht so gut, da war (wieder meine Meinung) der 8240 besser. Je lauter es wurde, desto mehr zeigten die Transenendstufen des 8240 und des MG ihre Schwaechen (wobei das beim 8240 schon ordentlich laut war).

    MG15: 16 / 25
    8240: 19 / 25
    4100: 20 / 25

    So... und als naechstes werde ich irgendwas zum Vergleichen suchen, was noch unterschiedlichere ist :D

    Wie gesagt, den Test nicht zu ernst nehmen, im Endeffekt sind die drei Kisten nicht wirklich miteinander vergleichbar. :)
     
  2. Reaper's Ballz

    Reaper's Ballz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #2
    hehe ^^

    hab auch nen MG15cdr

    hab den bis jetzt nur einmal bei ner art probe dabeigehabt, konnte aber leider nicht genau beurteilen wie der sound war, weil wir da vllt auf 4m² dicht gedrängt standen (2 Gitarristen+Amps +ein schlagzeug) und da der ganze raum(dachboden) + gegenständen gewackelt hat und der gesamtsound auch unter aller sau war...
     
  3. De$tructeur

    De$tructeur Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #3
    Netter Test, der Unterschied zwischen der Durchsetzungsfäigkeit von Transe und Hybrid ist mir auch schon oft aufgefallen, Hyprid ist also doch erstaunlich gut hörbar (Peavey Studio Pro 112 gegen Marshall Valvestate 8040).
     
  4. AgentOrange

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    Erstellt: 08.07.05   #4
    Echt n cooler "Test" :D Und genau aus den genannten Gründen mag ich keine fetten combos, die kann man absolut garnich richtig transportieren. Wenn se wenigstens tragegriffe hätten, aber nein ...
     
  5. San-Jo

    San-Jo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.07.05   #5
    subba gemacht lennynero... :great:
     
  6. KillerEngine

    KillerEngine Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.07.05   #6
    gut gemacht :great:

    habs gern gelesen!
     
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