Mein Leadsound aus Bodentretern klingt nervig - liegt's am Deluxe Reverb?

  • Ersteller LittleMopp
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Die neuen Jensen-Speaker sind mE ja nicht gerade das gelbe vom Ei und haben mit den alten wohl nur noch den Namen gemeinsam. Von daher denke ich, dass es durchaus sehr gute Speaker gibt, die Dich weiterbringen könnten. Vielleicht solltest Du auf der HP von Weber mal schmökern, nach allem was man so hört, sind das sehr sehr gute Nachbauten der alten Speaker, auch der alten Jensen.

Wenns dann doch um die Frage eines anderen Amps geht, der sehr gut clean kann und sich bestens mit Tretern verträgt, werfe ich hier mal den JTM45 bzw. Bluesbreaker von Marshall bzw. einen der zahlreich vorhandenen Klone in den Ring. Persönlich finde ich den JTM45 clean hervorragend, er stammt im Grunde seines Innenlebens ja vom Fender Bassman ab. Als Klon könntest Du Dich z.B. ja mal mit einem Cream JTA 45 befassen, der preislich auch noch im Rahmen liegt.


Gruß Rainer
 
Mir ist gerade noch eine Besonderheit des Deluxe Reverbs eingefallen: Die größeren Fender Amps wie Pro Reverb, Super Reverb und Twin Reverb haben neben dem Volumen Poti ein Brightswitch. Damit wird ein kleiner Kondensator in den Sognalweg geschaltet oder eben nicht. Eingeschaltet bewirkt dieser Switch eine Höhenanhebung. Spielt man jetzt mit Verzerrer ist es auf jeden Fall ratsam das Switch abzustellen. Beim Deluxe Reverb ist dieses Bright-Cap immer im Signalweg des Vibratokanals. Bei Höheren Volumeneinstellungen macht es sich allerdings zunehmend weniger bemerkbar. Es wäre für den Zerrerbetrieb ratsam das Cap bzw. den Kondensator aus dem Signalweg zu nehmen. Man könnte ihn über einen Push-Pull-Schalter des Treblepotis schaltbar machen. Allerdings stört es auch nicht wenn er dauerhaft außer Betrieb ist. Ich habe bei meinem Twin Reverb in den letzten weit über 20 Jahren den Bright-Switch nicht mehr aktiviert. Man muß dann lediglich bei Bedarf das Treblepoti ein wenig höher stellen. Das Cap zu deaktivieren sollte max. 10-20 Euro kosten; es wie oben beschrieben schaltbar zu machen 30-50 Euro. Es gibt im Netz jede Menge Artikel zu dem Problem. Natürlich bedarf es trotzdem eines Speakers, der über Allroundfähigkeit verfügt, wobei ich den Celestion G12H für die kostengünstigste Lösung halte (nicht den teuren Heritage).
 
Ja, das mit dem Bright-Cap ist in der Tat noch ein guter Hinweis, das sollte ich echt mal überlegen. Worin besteht denn technisch und vor allem klanglich der Unterschied zwischen Höhen zurückdrehen mit dem Poti und Bright-Cap entfernen? Diese Beschreibung deckt sich übrigens auch mit meiner Beobachtung, dass der Sound mir bei höheren Lautstärken deutlich besser gefällt und dieses störende Gekrissel in den Höhen nicht mehr da ist. Und worin würde sich der Sound in Kanal 2 dann unterscheiden vom Kanal 1, der ja meines Wissens kein Bright-Cap hat?

Wie setze ich denn eigentlich den Celestionspeaker mit seinen 4 Löchern für die Schrauben auf die 8 Schrauben vom Baffle des DRRI? :gruebel: Löcher in den Celestion bohren geht nicht, falls ich den wieder zurück schicken möchte..
 
Von zuhause aus ist der Deluxe Reverb ja schon kein Amp, der mit Bodentretern gut funktioniert und wenn dann am besten mit dem guten alten Tube Screamer TS 808 oder TS-9. Mit dem Einbau der beiden 10" Speaker hast du das Problem noch eher vergrössert, da dann das Bassfundament ganz wegfällt. Wir haben vor Jahren mal zum Spaß einen Celestion Vintage 30 in einen Deluxe eingebaut und diese Kombination klang super für Hardrock was wir nie vermutet hätten (wir das sind ein Freund von mir der aus der Country Schiene kommt und ich mit meiner Hard'n Heavy Mucke). Probiere doch das mal aus, ein V30 kannst du dir locker für 50 Euronen aus der Bucht ziehen.
 
@LittleMopp Die 4 Schrauben der Celestions reichen alle mal. Ich betreibe in meinem über alles geliebten 40 Jahre alten Twin Reverb 2 Celestion V30, allerdings noch aus englischer Produktion. Die halten mit den jeweils 4 Schrauben seit ca. 1995 ganz ausgezeichnet. Klingen auch von clean bis high gain sehr gut. Klar: einen V30 kannst du auch probieren. allerdings kann ich über die neuen chinesischen V30 nichts sagen. Da allerdings, wie schon erwähnt, sämtliche Boutiquehersteller, die sich der alten Fenderamps der 50er und 60er angenommen haben auf den G12H zu schwören scheinen würde ich diesem Speaker den Vorzug geben. Übrigens stammt der V30 direkt vom G12H ab, der ja der amtliche Rockspeaker der späten 60er und der 70er Jahre war.
Wenn dir der Sound bei höheren Lautstärken, also mit weniger oder gar keiner Bright-Cap Einwirkung besser gefällt, dann nix wie weg mit dem Teil. Soweit ich mich da erinnere ist das einfach nur ein kleiner, billiger Scheibenkondensator, der am Volumenpoti verlötet ist. Ich habe allerdings nie einen Reissue von Innen gesehen. Aber wie gesagt: da gibt es im Netz reichlich Informationen zu; ich denke sogar bebildert.

---------- Post hinzugefügt um 17:32:13 ---------- Letzter Beitrag war um 17:20:24 ----------

Nachtrag: bei meinem Twin hab ich mit eingeschaltetem Bright Switch das Gefühl als ob zwischen Höhen und Mitten keine Verbindung mehr besteht, da die Höhen irgendwie abheben. Ausgeschaltet stimmt wieder alles.
 
Und werde ich die vier überflüssigen Schrauben los? Absägen? Mit der Zange abrechen? Durchs Baffle hindurch schrauben? :)
 
jetzt war ich ganz verwirrt und habe mal alles gekippt, aber tatsächlich, die Celestions haben nur vier Löcher und die Jensen acht

tja....
 
Ich spiele auch nen Deluxe Reverb RI mit 2x10er Baffle und Jensen Speakern (P10R und C10R) und kann mir gut vorstellen wo das Problem liegt.
Aber der Amp klingt halt einfach sehr HIFI-mäßig (verglichen mit nem Marshall o.ä.) und durch die zwei 10er Speaker wird das noch verstärkt.
Dazu kommt das viele Amps sowas wie eine Mindestlautstärke haben die überschritten werden will damit es gut klingt. Dieser Effekt ist beim 2x10er DRRI ziemlich extrem ausgeprägt.

Wenn du weniger betonte Bässe & Höhen haben willst, das ganze einfach "dunkler" & "erdiger" könnte es helfen
a) Endstufenröhren gegen 6K6 tauschen (Impedanzänderung beachten!)
b) 12" Keramikspeaker z.b. G12M oder G12H
c) mehr Ampeigene Zerre (mit Attenuator) evtl in Kombination mit einem deiner Pedale.
 
Moin Mopp,

wie Du weisst spiele ich ja auch einen DR mit dem C12Q. Auch bei mir ist der wg des Bright Caps sehr höhenlastig. Hab den BC trotzdem noch nicht gekappt weil ich dem Speaker noch ein wenig Zeit zum Breakin geben will. Ich denke, dass der noch "weicher" wird.

Auch ich hatte eine Weile das Zendrive 2 am Start und kann bestätigen, dass es sehr warm klingt, also geeignet ist den DR anzupusten.

Der Vox Big Ben ist ebenfalls eine gute Wahl. Er färbt wesentlich weniger als das Hermida, stellt also den Eigensound des Amps sehr schön heraus. Ist von den Maßen her ein ziemlicher Würfel, klanglich mein derzeitiger Favorit. Er wird mit einer 12AU7 Röhre im Niederspannungsbereich betrieben und ist wie ich glaube nicht mehr im Programm. Hab meinen gebraucht für € 70 bekommen und gesehen, dass auch schon höhere Preise aufgerufen werden. Ein schön klingendes Universaloverdrive, im Ansatz auch als Booster zu gebrauchen, die Zerrintensität endet vor heftigem Distortion setzt sich aber von der Charakteristik her schön durch.

Nochmal zurück zu Speakern: Der beste Treiber den ich je im DR gehört habe ist der Weber 12A125A. Das ist ein AlNiCo mit verhältnismässig kleiner Schwingspule, den gibts auch als 150er. Aber auch der ist im Zerrmodus schwieriger als ein Keramikspeaker. Für ihn würde erst recht ein sehr ausgewiesenes Pedal erforderlich sein. Clean ist er für mich das Nirvana.
 
@LittleMopp Normalerweise ist die Bespannung bei Fender Amps nur mit Klettverschlüssen befestigt. Sollte also problemlos abzunehmen sein. Laß dir erst mal keine neuen Zerrer aufschwätzten bevor du den Amp nicht in einen Zerrerfreundlichen Zustand gebracht hast.
 
Und werde ich die vier überflüssigen Schrauben los? Absägen? Mit der Zange abrechen? Durchs Baffle hindurch schrauben? :)

:gruebel: Ähem, stehe ich jetzt auf dem Schlauch oder warum sollte man die nicht einfach rausschrauben und weglassen? Selbst wenn Sie von der Außenseite kommen und der Speaker mit Muttern befestigt war, kannst Du sie doch nach vorne rausdrücken und durch die Speakeröffnung hinter der Bespannung rausnehmen; so stramm sollte die auch nicht sein, dass man da nicht rankommt. Und die Löcher werden ja vom neuen Speaker abgedeckt.

Gruß, bagotrix
 
hi!

zunächst kurz was zu der 4/8-loch-problematik:

beim drri ist die schallwand direkt mit der bespannung bezogen.
man könnte versuchen die 4 überflüssigen schrauben nach vorne rauszudrehen und schauen ob die dehnbarkeit der bespannung ausreicht...
ansonsten wäre es vermutlich die beste lösung die bespannung an 3 seiten zu lösen und die schrauben dann rauszudrehen...

es gibt aber auch mehr als genug speaker die 8 löcher haben und gut zum deluxe reverb passen - es muss nicht immer celestion sein.


nun zum sound...

ja, ich fürchte dem mesa-sound ab ca. 2.20 nahe zu kommen wird mit dem drri wirklich schwierig - bzw. käme es da nahezu komplett auf das pedal an.
aber sorry - da kann ich auch nicht weiterhelfen...


aber dennoch - es gibt zwei ganz, ganz wichtige details beim deluxe reverb reissue:

- der bright-switch muss raus (meiner meinung nach...)

- die bias-einstellung für die endstufenröhren muss überprüft und gegebenenfalls korrekt eingestellt werden


ich hatte mal einen älteren drri der total furchtbar klang als ich ihn bekam.
der amp war so schrill, dass man ihn selbst mit treble auf "0" kaum anhören konnte...

ja, und nachdem ich ihm einen neues röhrenpaar + bias-abgleich spendiert habe und den bright-cap rausgenommen habe klang der amp super - sogar mit dem (weithin ungeliebten) fender/eminence werksspeaker.


noch ein tip dazu - experimentiere mal mit den sounds die der amp mit deinen pedalen machen KANN - anstatt dich zu grämen, dass er nicht so klingt wie der mesa-boogie ;)


cheers - 68.


p.s.:

bei interesse schicke ich gern ein kleines soundfile von meinem drri mit les paul studio und fulldrive 2.

p.p.s.:
meiner ansicht nach kann man auch mit 10er speakern (ja, auch mit jensen reissues) gut lead-sounds spielen.
auch dazu stelle ich gerne beispiele zur verfügung ;)
 
Du kannst den Amp Tunen und Equalizen so viel Du willst. Es wird nicht den entscheidenden Durchbruch bringen.

Wie hier auch schon das eine oder andere Mal zwischen den Zeilen durchschien: Der Speaker/die Box macht den Sound.

Die Jensen sind einfach nicht wirklich für den gesuchten Sound geeignet. Wenn Du die Gelegenheit hast, geh in ein Musikgeschäft und hänge den Amp mal an verschiedene Boxen. Du wirst Dich wundern!! An jeder Box wird der Amp deutlich (und ich meine richtig deutlich) anders klingen, als an der vorhergehenden.

Vermutlich wirst Du mit für Verzerrer-Sound geeigneten Speakern nicht den obercleanen Hifi-Sound hören können. Aber ich bin sicher, da gibt es welche, die auch Dir clean gefallen, aber verzerrt nicht so ätzend sind wie die Jensen.

LG Jörg
 
Hallo,
- ich kann wirklich nachvollziehen wo das Problem liegt. Zu den schon genannten guten Tips kann ich nur eine andere Sichtweise beisteuern:
Da Dein Fender nun mal den tollen Cleansound hat - wie wäre es sich damit zu arrangieren, d.h. mit den (vermeintlichen) Schwachstellen zu leben und sie in seinen Sound zu integrieren? Also quasi : alle haben einen cremigen, schönen Leadsound, so richtig sahnig fett - ich nicht. Und wenn schon.
Wenn Du eine Strat hast mache ich es folgendermaßen: für ein Slide-Intro brauche ich einen warmen, fast schon dumpfen Klang. Einige Sekunden später aber Marshallmäßige Zerre.
Ich stelle den Halstonabnehmer mit dem Tone-Poti (ganz raus) dumpf, und wenn ich einen klaren, fetten Sound brauche schalte ich nach hinten oder in die Mitte.
Ein Kompromiss, klar, aber funktioniert. So könntest Du auch bei Soli an die Sache rangehen:
Halstonabnehmer, Tone-Poti etwas raus. Für Rythm nach hinten schalten.
Schon mal ein Fuzz probiert? Meins klingt an höhenreichen Amps wirklich klasse (Germanium 69 Klon).
Ich habe für mich festgestellt daß ich den höhenreichen Original-Sound meines Amps genau so brauche - mit anderen Speakern fehlt mir was vom "Sparkle".
Da würde ich eher einen kleinen Marshall dazukaufen, so nen Class 5, oder auch nen Cub von Laney ... aber ich finds nicht so störend - zumindest kann man mich immer glasklar orten im Bandsound...
Ich finde außerdem daß es einfacher ist abwechslungsreich zu spielen wenn man ordentlich Höhen im Sound hat, Nuancen sind besser hörbar, wenn meine Saiten zu alt werden merke ich daß Soli zäher laufen, man hört die Feinheiten einfach nicht mehr so raus und kann dann nur noch viele Töne spielen damit es nicht langweilig klingt...
Gruß, Stefan

Ganz klar ist natürlich daß man keine modernen HiGain-Bretter fahren kann ... ein Glück...
 
Also, noch einmal besten Dank an alle für die vielen wichtigen und hilfreichen Ratschläge. Das hat mir wirklich in viele Richtungen Denkanstöße gegeben. Natürlich kann ich nicht alles gleichzeitig ausprobieren, und so habe ich jetzt zunächst noch einmal den Speaker gewechselt (Celestion G12H). Dafür musste ich vier Schrauben rausnehmen, was so schlimm aber nicht war. Ich staunte übrigens nicht schlecht, dass der Celestion mit seinen dreißig Watt schwerer ist als die beiden Jensen Zehner (C10Q) mit jeweils 35 Wat zusammen. Er kann es gewichtsmäßig ganz locker mit dem Jensen C12K aufnehmen.

Der Speakerwechsel brachte schon einen deutlichen Unterschied. Im Cleankanal war ich eigentlich überrascht, wie gering der Unterschied ist, da hätte ich etwas ganz Anderes erwartet. Grundsätzlich bleibt aber auch mit diesem Speaker der Charakter des Deluxe Reverbs gut erhalten. Es ist alles vielleicht ein bisschen smoother und weniger punchig und direkt, aber das ist sehr in Ordnung für mich. Da konnte ich mir kaum vorstellen, dass beim Overdrive der Unterschied größer als zu den bisherigen Speakern sein sollte. Ist er aber. Von den nervigen Höhen sind schon viel weniger da und man kann von der Seite des Amps viel mehr Höhen reingeben, bevor es richtig nervig wird. Nach wie vor sind die Höhen da - sie kommen, da bin ich mir jetzt auch ziemlich sicher - wirklich vom Fender Amp selbst. Das hattet ihr ja auch schon geschrieben. Nur hat man das Gefühl, als wenn gerade mit Distortion diese Höhen vom Speaker besser abgefangen und gemildert werden, als würde er wie ein Filter funktionieren und nur hauptsächlich nur die hohen Frequenzen durchlassen, die verträglicher und weicher sind. Und das, obwohl der Speaker völlig neu ist und noch nicht eingespielt wurde.

Dann habe ich das Gleiche noch einmal im Kanal 1 (der ohne Bright Cap) getestet und hier ist es noch angenehmer bei verzerrten Sounds. Das ist in der Tat schon eine andere Welt.

So, ich habe jetzt das Folgende vor: ich werde in den nächsten Wochen noch einmal eins, zwei Pedale antesten, evtl. auch welche, die ich schon hatte, und mir aufgrund der neuen Gegebenheiten auch eine neue Meinung bilden. Außerdem habe ich vor ein paar Tagen einen gebrauchten Mesa Boogie Express 5:25 bekommen, der in der nächsten Woche ankommen sollte. Ich werde dann beide Amps gleichzeitig nutzen und in Ruhe testen und vergleichen und sehen, was mich insgesamt mehr anspricht; insbesondere interessiert mich natürlich, wie der Cleansound des Mesa im Vergleich mit dem Fender abschneidet und andersherum, wie sich die Zerre der Pedale vor dem Deluxe im Gegensatz zum Mesa Boogie schlagen. Und dann wird der Verlierer verkauft.

So ist der Plan - meine Freundin befürchtet allerdings, dass ich beide behalten werde.

Ich auch. :)

Danke schonmal für eure Hilfe,
Marian
 
Ich hatte mal einen Reihentest von 12" Gitarrenlautsprechern (ich gaube im "Soundcheck") auf CD. Es war jeweils clean/crunch/high gain aufgezeichnet worden. Im cleanen Bereich waren die geringsten, im High Gain die stärkten Unterschiede.

Ist ja auch kein Wunder, denn bei heftiger Zerrung wird vom Amp ein sehr obertonhaltiges Signal > 20 kHz auf einen Speaker mit ~ 6 kHz Grenzfrequenz geschickt. Und dann entscheidet halt die "Filterfunktion" des Grenzbereichs, in dem der Speaker eigentlich nicht betrieben werden sollte, wenn es nach Hifi-/PA-Maßstäben ginge, darüber, wie es klingt. Da sind selbst geringe Toleranzen schon gut zu hören.

Ich freue mich, wenn Dir die Diskussion etwas gebracht hat. Feedback ist immer gut (und nicht nur, damit der Ton lange steht ;))

LG Jörg
 
So, ich möchte noch einmal ein Update geben. Eines vorneweg: ich bin gerade sehr glücklich und wie aus heiterem Himmel sind alle Probleme nun wie weggespült. :)

Nachdem ich den Celestion G12H in den DRRI gebaut hatte, gefiel mir die Sache ja schon besser, wenngleich ich aber nicht ganz zufrieden war.
In der Zwischenzeit kam der Mesa Boogie Express 5:25 mit 10" Speaker an. Fazit nach zwei, drei Tagen probieren und testen:
Die Overdrive und Distortionsounds gefallen mir großartig. Clean klingt der Express ebenfalls wunderschön, allerdings eben doch anders als der Deluxe Reverb mit mehr Mitten und nicht diesen ganz hohen Höhen und gleichzeitig auch nicht diesem Bass eines 12er Speakers. Aber wirklich sehr sehr schön und wahnsinnig flexibel. Ich habe noch nie einen Amp gespielt, der so unterschiedlich klingen kann - schon im Cleanbereich! Dazu sehr kompakt, schick und mit einem wirklich wunderbaren Hall, der schönste Federhall, den ich bis jetzt gehört habe.
Mit etwas Getüftel fand ich auch eine Einstellung, die dem Fender Blackface Clean schon sehr nahe kommt, aber es geht dann doch mehr in Richtung Princeton und praktisch noch weiter in diese Richtung. Nun, weil mir das zunächst als toller Kompromiss erschien, habe ich mich damit abgefunden, den geliebten Deluxe Reverb zu verkaufen (weil ich das Geld für den Mesa zusätzlich momentan nicht übrig habe).

Aus schlechtem Gewissen dem Amp gegenüber und von Wehmut begleitet habe ich vorhin wie aus einer Eingebung heraus doch noch mal mit etwas Abstand den Deluxe Reverb eingeschaltet und es im Normal Kanal (der ohne Bright Cap) mit meinen Bodentretern versucht und komischerweise war mir da sofort klar, dass der Sound sich überhaupt nicht hinter dem Leadsound des Mesa Boogie verstecken muss. Ich habe dann noch einmal eine dreiviertel Stunde an den Effekten und dem Amp herumgedreht und alle möglichen sinnvollen Einstellkombinationen getestet und bin jetzt mit dem Ergebnis total zufrieden. Ich weiß nicht, ob ich durch den vergleich mit dem Mesa neue Ohren bekommen habe, ob die Messlatte ein Stück runter gesetzt wurde oder ob ich es schlicht seit dem Celestion Speaker am Normal Kanal nur halbherzig versucht hatte, jedenfalls klang es jetzt wunderbar. Im Vibratokanal ist das Gebrizzel in den Höhen immer noch leicht da, aber die Kombination aus Speaker und Normal Kanal mit richtig eingestelltem Höhen- und Bassanteil sowie darauf abgestimmten Effekten macht mich jetzt wirklich glücklich.

Und dann die Albert Lee in den Vibratokanal, Höhen auf 6 und Bass auf 4 - ein Traum - übrigens auch ohne den Jensen. Wunderbar ausgewogen, weich und doch klar, schöne Höhen, schöne Bässe, einfach gut. Nein, ich könnte nicht auf den DR verzichten und es tut mir Leid, dass ich ihn beinahe abgeschoben hätte. Das kommt nie wieder vor, ich habe es ihn geschworen. Trotzdem komisch, auf welchen abstrusen Wegen man das gleiche Equipment auf einmal neu hört und wie man manchmal was anderes zum Testen um zu wissen, wie gut man es doch eigentlich hat (wenn das meine Freundin hört, kriege ich gleich eine angesetzt).

Die größten Problem rückblickend waren:
- falscher Speaker
- falscher Kanal
- die Annahme, man könnte bei diesem Amp mit einer Treble / Bass Einstellung clean und verzerrt abdecken.

Wenn ich jetzt noch irgendeinen Weg finden würde, wie ich den Kanal am Amp wechseln kann, ohne umstecken zu müssen. Geht da so ein Lehle Switch - oder gibt es noch eine einfachere Lösung?

Ich werde in der kommenden Zeit noch einmal mit ein paar Pedalen rumspielen und mir irgendwann noch mal ein paar Engl Combos zu Geüte führen für amtliche Steve Morse Sounds und gut is! :)

Danke für die Hilfe noch mal! :great:

PS: Übrigens, wer an dem Mesa Boogie Interesse hat, kann mir ja eine PN schicken, ansonsten geht er Sonntag Abend bei ebay auf Achse :)
 
tja schade,

dachte schon ich komme günstig an einen DRRI mit G12H :)

ABer freut mich dass es so ausgegangen ist.

Trotzdem hat der Express auch was und auch den wirst Du vermissen ;)
 
Nee, das war ein rein technisches Problem gleich nach dem Kauf, das wurde aber umgehend fachmännisch behoben :)

@aloitoc: Tja, zu früh gefreut - aber vielleicht dafür nen kleinen Mesa Boogie? ;)
 

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