Mikros (u.a. an der Base) richtig ausrichten - aber wie?

von finerip, 23.07.07.

  1. finerip

    finerip Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.07.07   #1
    Hi Leute,

    ich stehe vor folgendem Problem. Ich habe seit neustem mein Schlagzeug mit Mikros ausgestattet. Nun stellt sich das Problem, wie nehme ich am besten die einzelnen Teile des Instrumentes ab. Ich habe davon gehört, dass die Abnahme sehr ausschlaggeben für den Sound ist, und eine gute Ausrichtung der Mikros schon die halbe Miete ist. Deshalb möchte ich hier keinen Fehler machen.

    Bisher mache ich es so, dass ich bei den Kesseln die Mikes in die Richtung ausrichte, wo der Anschlag hauptsächlich stattfindet. D.h. das Mikro ist am Rand des Kessels (es soll ja beim spielen nicht im Weg sein) und zeigt zur Mitte des Fells (Mikros mit Nierencharakter).

    Bei den Overheads (2 Stk.) richte ich so aus, dass sie max. 0,5 m über dem höchsten Becken hängen und den gesamten Bereich "warnehmen" können (ebenfalls Niere).

    Die Hihat wird ebenso wie die Kessel abgenommen (von oben / wieder Niere).

    Bei der Base bin ich mir unheimlich unsicher. Manche nehmen sie vor den Resofell ab, andere sind sehr nahe am Schlagfell, wieder andere sagen, dass 10cm vor der Base der beste Punkt ist - alles sehr unterschiedlich und verwirrend.
    Die Infos, welche ich bisher hatte waren zusammengefasst so:
    Base am Schlagfell abnehmen - super Punch, kein Ambiente, kein garnix - Finger weg
    Base in der Mitte des Kessels bis 1/3 vor dem Resonanzfell abnehmen- sehr viel Bauch, guter Punch - für Rockmusik richtig gut
    Base vor dem Resofell abnemen - super Bass, guter Kick, schönes Volumen - auch richtig gut
    Zusatzinfo war auch noch:
    Alles zw. 400 und 480Hz rausdrehmen und bei 2kHz (für den Kick) etwas anheben (Mikro vor das Resofell).

    Na wie ist's nun richtig. Wie positioniere ich richtig, was muss ich am Pult bzw. an den FX machen, damit ich einen richig schönen Rocksound aus meinem Schlagzeug rausbekommen kann?

    Ich bin froh um jeden Hinweis (Link, Thread etc.), der mich dies bzgl. weiter bringt.

    DANKE im Voraus
     
  2. Scully

    Scully Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.07.07   #2
  3. Boerx

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    Erstellt: 23.07.07   #3
    Machst du das für Aufnahmen? Live macht es doch der Tech vor Ort so wie er es braucht

    Das hängt bei mir vom verwendeten Mikro, der Spielweise des Drummers und dem Naturklang des Sets ab. Dazu kommen dann noch Unwägbarkeiten wie der vorhandene Platz

    Ichpersönlich schau, dass ich mit den Overheads so nierdig wie möglich komme und nur die Becken abnehme die ich auch brauch. Es macht kein Sinn mit dem linken Overhead noch das rechte Crash einfangen zu wollen.

    Hier versuch ich, dass das Mikro etwas weg vom Rest des Sets zeigt um weniger Übersprechungen zu bekommen

    Hier gibt es kaum pauschale Tipps da es extrems vom Musiktstil, Mikro und der Basedrum abhängt. Mit ner Grenzfläche hast du es da noch am einfachsten. Das Beta58 kommt bei mir idr an die Öffnung des Resonanzfells.
    Andere Mikros müssen evtl tiefer hinein um etwas knackiger zu klingen. Gerne verwende ich hier auch 2Mikros. Dazu kommt noch, dass bei manchen Basedrums du kaum Möglichkeiten hast, da die Öffnung im Resonanzfell zu klein oder nicht vorhanden ist.

    Wie ich das EQe hängt dann wieder auch von der PA und dem Rest der Band und natürlich der Musikrichtung ab. Es macht kein Sinn mit nen Punch bei 80Hz hinzudrehen wenn ich die am Front EQ wegen den Raumresonanzen gezogen habe.

    Richtig ist das, was das gewünschte Ergebnis erziehlt. Hier hilft oft nur ausprobieren.
    Welche FX du brauchst hängt wiederumg vom Set und Schlagzeuger ab. Bei sehr guten Schlagzeugern mit einem GESTIMMTEN Set (bitte bitte lieber Schlagzeuger stimmt eure Schießbude) brauch ich oft so gut wie keine FX, bisschen Hall für die Snare und gut. Da brauch ich oft nicht mal Gates für die Toms.

    Ansonsten werden idR die Toms gegated um den langen Nachhall abzuschneiden. Die Kick je nach bedarf ein Gate und/oder einen Kompressor. Die Snare lass ich meist unbearbeitet hab aber wenn möglich ein Kompressor im Insert falls der Schlagzeuger 6 aus 49 spielt.

    Auch ein Kompressor auf die Schlagzeugsumme haben sich bewährt wenn der Trommler zu Gewaltorgien neigt.

    Ach ja, alle Angaben für Live-Musik.

    Prinzipiel solltest du uns mal noch ein paar mehr Informationen zum vorhandenen Equipment und dem Zweck dieser Übung machen. Geht es um live oder ums Studio?
    Welche Mikros und FX stehen zur Verfügung.

    Folgende Reihenfolge:

    1. Klingt das Set ohne Abnahme gut? Wird es richtig gespielt? Ist es gestimmt?

    2. Klingt das was die Mikros aufnehmen gut (ohne EQing!)? Übersprechen sie sich arg? Wenn ja mal anders platzieren.

    3. Kann ich mit dem EQ so eingreifen wie ich es brauche? Nein?! Dann zurück zu 2. oder gar 1.

    4. FX geben noch den notwendigen Feinschliff retten aber keine Fehler bei 1. 2. und 3.
     
  4. finerip

    finerip Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.07   #4
    Servus und danke für die Ausführlichkeit Deiner Antwort!

    Zu Deinen Fragen:

    Ja, es klingt gut. Die Toms hallen allerdings etwas nach, was beim Mischen etwas schwierig werden könnte. Was heisst "wird es richtig gespielt"?! Na volles Brett natürlich!!! Aber Spaß bei Seite, es wird richtig gespielt. Es ist auch ganz passabel gestimmt.

    Das klingt alles ganz gut. Kein Verzerren, keine Singnalschwächelei. Wie gesagt, insgesamt streuen alle Mikros minimal in alle anderen ein. Für Live ist das aber alles OK.

    Nein, leider nicht - nur param. Mitten.

    In erster Linie Live, in zweiter Instanz für's Homerecording.

    Meine Mikros:
    Base BETA 52A
    Snare Opus 67
    Toms E604 2x
    Hihat SM57
    Overheads Opus 53 2x

    Drums:
    TAMA Rockstar
    Base 22"
    Snare 14x3,5" Holz (fieß laut das Teil)
    Tom 13" (recht offen gestimmt, mit schöner Resonanz)
    Standtom 16" (dito, jedoch sehr tief gestimmt, damit's schön drückt)
    14" Hihat ZK Zildjian
    22" Heavy Power Ride Zildjian
    10" Splash
    16" Crahs
    17" Thin Crash (alle 3 von Instanbul)

    FX für Drums:
    Behringer Multicom Pro-XL MDX4600, mehr als diesen Insert bekomme ich von meinen Kollegen nicht :mad:

    Stilrichtung:
    Coverrock 70'er bis 90'er, etwas härter als das normale Tralala (AC/DC, Metallice, Manowar, etc.)
     
  5. Jakob

    Jakob Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.08.07   #5
    Hi!

    es heißt Bassdrum (Wirklich!)

    einmal abgesehen von dem, ich hab mich die letzten 2 tage mit meinem neuen BassMic herum gespielt und versucht nen guten sound zu bekommen (live für meine eigene Band bzw. wenn ich mal technik für andere machen muss)

    da ich mir nen Ständer sparen wollte, hab ichs einfach auf ein kissen in die Bass gelegt.
    Dann hab ich div. sachen ausprobiert (wagrecht, leicht nach oben,.. nahe beim Fell weiter richtung resonanzfell..) -> leicht nach oben geht am besten.
    und ich kann bald drauf, dass ich einen kompromiss zwischen klarheit, punch und nachhall finden muss.

    am schlagfell: fetter Punch, aber lelend langes Nachhallen/nachschwingen vom Schlagfell -> verwaschener Klang (nehme auch an das es sich im Bandgefüge nicht Positiv auswirkt!).
    am Resonanzfell (ca. 17cm vom Schlagfell weg): transperent: gut und klar heraushörbarer Kick, aber weit weniger unten druck rum.
    meine lösung währe zwischen 7 und 13cm. vom schlagfell weg.

    was ich dir damit sagen will: spiel dich ein bisschen und (wenns geht) nimms auf!
    und du wirst viel dazu lernen und in zukunft viel genauer auf deinen Sound achten!

    Lg Melody
     
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