Modelling oder doch "The real Deal"

  • Ersteller JohnnyAoricot
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Habe in meiner Band (sehr harter Metal) die beiden Welten mit meinem Gitarristen 1:1 aufgeteilt.

So spielt mein Gitarrist einen POD HD Pro an einer ENGL Endstufe mit 4x12" mit allen Frickeleien und technischen Möglichkeiten, während ich mit meinem 6505+, Federhall und weitgehend analogen Effekten auf dem Board den "Oldschool"-Part einbringe.

Und man hört es definitiv raus, besonders bei harter Verzerrung. Modellingamps haben etwas digitales, etwas berechenbares, was "glattgeschliffenes" im Sound, das kann man nicht wegdiskutieren. Die Dynamik, die feinen Unregelmässigkeiten und der Punch, den man bei Röhrenvorstufen hat, fehlen einfach ganz, selbst bei teurem POD und noch teurerer Röhren-ENGL-Endstufe. So spiele ich über eine billige China-4x12 und habe dennoch mehr Druck und Lebendigkeit.

Dafür hat der Gitarrist alle Effekte und ein tolles Board, das alles müsste ich mir für hunderte Euronen nachkaufen und mühsam zusammenbasteln. Man muss sich halt für seine Welt entscheiden :)
 
Das liegt aber vielleicht auch an der Einstellung.

Gerade das erwähnte Pod HD ist meiner Meinung nach über eine vernünftige Endstufe (DT-Amp oder eben eine Gitarrenendstufe) und eine Gitarrenbox nicht von einem guten Verstärker zu unterscheiden.
Ich hab ja beides (Pod HD500 über DT25 und Marshall AFD100) und zwar klingt das "digitale" Setup nie genauso wie der Marshall, aber es klingt genauso gut.
Man darf vielleicht nicht den Anspruch haben, dass ein Modeller genauso klingt wie ein Orginal, sondern lediglich in die Richtung geht. Aus dem Pod samt DT25 kriege ich jedenfalls Clean/Chrunch und Mid-Gain Sounds raus, die sich vor dem Marshall nicht verstecken müssen. Ob das jetzt die Modelle wie ein echter Fender/Divided by 13/ JTM45 klingen, ist mir vollkommen egal. Das Spielgefühl ist für mich jedenfalls gleich und dynamisch ist es auch.
Ich spiele allerdings kein High-Gain ;)

Andererseits gibt es ja auch Röhrenverstärker, die steril, drucklos und komprimiert klingen -> siehe ENGL Powerball.
 
Ich benutze bislang verschiedene Modeler von Digitech, Line 6 und Johnson und habe immer wieder bei Hi-Gainbei allen Geräten auch ohne vorher nachzusehen die gleiche Wahl getroffen. Es ist immer eine Mesa Boogie Rectifier mit Marshall 1960 Box Simulation, die ich auswähle. Das Ganze läuft über Röhren-Preamps (Rocktron oder Alembic) und eine Marshall Transistorendstufe (mit Röhrensimulation) und zwei Mesa Boogie 12"er (EV Speaker) Boxen.
Also bin ich zum Store gefahren und habe ca. 1 Stunde die Originale getestet. Bin ziemlich ernüchtert ohne zu kaufen nach Hause gefahren.
 
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Das liegt aber vielleicht auch an der Einstellung.

Gerade das erwähnte Pod HD ist meiner Meinung nach über eine vernünftige Endstufe (DT-Amp oder eben eine Gitarrenendstufe) und eine Gitarrenbox nicht von einem guten Verstärker zu unterscheiden.
Ich hab ja beides (Pod HD500 über DT25 und Marshall AFD100) und zwar klingt das "digitale" Setup nie genauso wie der Marshall, aber es klingt genauso gut.
Man darf vielleicht nicht den Anspruch haben, dass ein Modeller genauso klingt wie ein Orginal, sondern lediglich in die Richtung geht. Aus dem Pod samt DT25 kriege ich jedenfalls Clean/Chrunch und Mid-Gain Sounds raus, die sich vor dem Marshall nicht verstecken müssen. Ob das jetzt die Modelle wie ein echter Fender/Divided by 13/ JTM45 klingen, ist mir vollkommen egal. Das Spielgefühl ist für mich jedenfalls gleich und dynamisch ist es auch.
Ich spiele allerdings kein High-Gain ;)

Andererseits gibt es ja auch Röhrenverstärker, die steril, drucklos und komprimiert klingen -> siehe ENGL Powerball.

Das ist halt so ein Ding ;) Metal und sonstiges Highgain ist wie eine eigene Enklave in der Musiktechnik, da gelten halt andere Standards... Und meine Band spielt wirklich sehr harten Metal, da ist alles von den Modelern gefordert.

Joa, der POD ist eben an einer Engl-Endstufe (https://www.thomann.de/de/engl_e_84050_power_amp.htm) angeschlossen, diese an einer Engl-Box mit V60ern (https://www.thomann.de/de/engl_e412ssbk.htm). Haben die Cab-Simulation ganz rausgedreht und den POD direkt an die Endstufe gehängt. Keine Ahnung, es klingt schon gut, aber irgendwie drucklos, nichts im Gegensatz zu meinem simplen 6505.

Fehlt da irgend ein Glied in der ganzen Konfiguration? Ich sehe halt noch ab und an, dass man zusätzlich zum Preamp noch nen weiteren Röhren-Preamp vor die Endstufe schaltet.. Oder hab ich mich da verguckt?

Aber der POD an sich ist schon ein geniales Gerät/ein geniales Konzept. Besonders die intuitive Bedienung ist super, kam sofort damit klar! Ich hole mir vielleicht sogar eine HD-Desktop-Bohne.
 
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Es wurde jetzt vieles zu dem Thema geschrieben, letztlich geht beides und das eine ist nicht besser wie das andere. Und das musst du erstmal mental verarbeiten können. Das ist das schwierigste, denn die Fragestellung ist bei sehr vielen Musikern (aber nicht nur) ob es noch besser geht equipmenttechnisch.
ich rate dir auch (nachdem du hunderte von Meinungen in den Foren gelesen hast) dass du in den Musikladen gehst und probierst. Oder du nimmst Geld in die Hand und kaufst dir die Amps gebraucht bei ebay. Bei Nichtgefallen verkaufst du sie weiter (aber das bedingt dass du flüssig bist).
Es gibt Vor und Nachteile bei Röhren und Modellingamps, alles wurde genannt bereits. Aber ein zwei Sachen will ich hinzufügen. Wenn du eine Modellingkiste fährst, wirst du definitiv mehr Zeit in das Rumschrauben investieren (noch bessere , andere Sounds parametrieren, Presets aus dem Netz ziehen, Firmwareupdates installieren) als bei einem Röhrenamp.
Und das sag ich als technikverliebter: Wenn du Musik machen willst, kauf dir einen Röhrenamp der zu deinem Musikstil passt (einfach in Foren googeln) um Zeit für die Musik zu investieren und nicht um einen Equipment Wettkampf aufzuziehen. Wenn du technisch unterwegs sein willst, geh Musik produzieren oder an Autos basteln. Das hört sich übertrieben an, allerdings kenn ich die Gefahr nur zu gut wenn man sich in Modellingamps reinkniet...das ist zeitintensiv und endet nie.
Aber nichts gegen die Modellingamps, im gegenteil: zum recorden oder als top20 Coverband sicher eine feine Alternative. Aber mal unter uns: Glaubst du dass die Superstars der Szene nur Attrapen an Amps mit sich schleppen? Oder dass Joe Bonamassa hier seine Amps durch Europa karrt, weil er zuviel Geld hat? http://www.thegearpage.net/board/showthread.php?t=1098443&highlight=silver+jubille+carol
Wenn es um die letzten Prozent geht, ist ein Röhrenamp wohl feiner, wärmer, detaillreicher, unberechenbarer, er wird zu einem zusätzlichem Instrument dass du erst beherrschen musst mit all den Eigenheiten die er hat (das braucht Zeit, man muss sein Spiel darauf anpassen) - Dafür wirst du auch mit Punch, Feedback und Dynamik belohnt. Wenn man darauf steht (muss nicht jedermanns Sache sein) ist das eben the real deal. Wenn man auf programmieren steht, oder auf die Bewunderung für die Technik, oder wenn man viele verschiedene Sounds unbedingt nutzen will, dann ist ein Modeller The Real Deal. Aber manchmal denke ich, wer braucht so viele Sounds überhaupt? Kennt ihr Bands die nicht mit einem Clean, Crunch und Brett Kanal auskommen?
Okay, die Effekte aber das ist ein anderes Thema.

Aber es geht nie um die Frage (bei mir zumindest) wie weit ein Modeller an röhre kommt, diese Fragestellung ist nur vordergründig und sehr eindimensional. Es geht darum was man für Ansprüche an seine Tools legt...
Ausserdem geht beides zugleich, ein Amp + Modeller. Für jeden Anlass das Richtige Tool. Insofern, einfach probieren, probieren.

Da es niemals so schwer war eine Wahl zu treffen wie heutzutage, rate ich dir vielleicht dich an deinen Heroes (und natürlich Geldbeutel ;) zu orientieren.
 
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Es wurde jetzt vieles zu dem Thema geschrieben, letztlich geht beides und das eine ist nicht besser wie das andere. Und das musst du erstmal mental verarbeiten können. Das ist das schwierigste, denn die Fragestellung ist bei sehr vielen Musikern (aber nicht nur) ob es noch besser geht equipmenttechnisch.
ich rate dir auch (nachdem du hunderte von Meinungen in den Foren gelesen hast) dass du in den Musikladen gehst und probierst. Oder du nimmst Geld in die Hand und kaufst dir die Amps gebraucht bei ebay. Bei Nichtgefallen verkaufst du sie weiter (aber das bedingt dass du flüssig bist).
Es gibt Vor und Nachteile bei Röhren und Modellingamps, alles wurde genannt bereits. Aber ein zwei Sachen will ich hinzufügen. Wenn du eine Modellingkiste fährst, wirst du definitiv mehr Zeit in das Rumschrauben investieren (noch bessere , andere Sounds parametrieren, Presets aus dem Netz ziehen, Firmwareupdates installieren) als bei einem Röhrenamp.
Und das sag ich als technikverliebter: Wenn du Musik machen willst, kauf dir einen Röhrenamp der zu deinem Musikstil passt (einfach in Foren googeln) um Zeit für die Musik zu investieren und nicht um einen Equipment Wettkampf aufzuziehen. Wenn du technisch unterwegs sein willst, geh Musik produzieren oder an Autos basteln. Das hört sich übertrieben an, allerdings kenn ich die Gefahr nur zu gut wenn man sich in Modellingamps reinkniet...das ist zeitintensiv und endet nie.
Aber nichts gegen die Modellingamps, im gegenteil: zum recorden oder als top20 Coverband sicher eine feine Alternative. Aber mal unter uns: Glaubst du dass die Superstars der Szene nur Attrapen an Amps mit sich schleppen? Oder dass Joe Bonamassa hier seine Amps durch Europa karrt, weil er zuviel Geld hat? http://www.thegearpage.net/board/showthread.php?t=1098443&highlight=silver+jubille+carol
Wenn es um die letzten Prozent geht, ist ein Röhrenamp wohl feiner, wärmer, detaillreicher, unberechenbarer, er wird zu einem zusätzlichem Instrument dass du erst beherrschen musst mit all den Eigenheiten die er hat (das braucht Zeit, man muss sein Spiel darauf anpassen) - Dafür wirst du auch mit Punch, Feedback und Dynamik belohnt. Wenn man darauf steht (muss nicht jedermanns Sache sein) ist das eben the real deal. Wenn man auf programmieren steht, oder auf die Bewunderung für die Technik, oder wenn man viele verschiedene Sounds unbedingt nutzen will, dann ist ein Modeller The Real Deal. Aber manchmal denke ich, wer braucht so viele Sounds überhaupt? Kennt ihr Bands die nicht mit einem Clean, Crunch und Brett Kanal auskommen?
Okay, die Effekte aber das ist ein anderes Thema.

Aber es geht nie um die Frage (bei mir zumindest) wie weit ein Modeller an röhre kommt, diese Fragestellung ist nur vordergründig und sehr eindimensional. Es geht darum was man für Ansprüche an seine Tools legt...
Ausserdem geht beides zugleich, ein Amp + Modeller. Für jeden Anlass das Richtige Tool. Insofern, einfach probieren, probieren.

Da es niemals so schwer war eine Wahl zu treffen wie heutzutage, rate ich dir vielleicht dich an deinen Heroes (und natürlich Geldbeutel ;) zu orientieren.


Du hast den Kern genau getroffen. Das sind die Gründe warum ich über Röhrenamps (Marshall) spiele und das Line6 teil nur gelegentlich einige male im Jahr und dann nur am PC nutze.

Einen weiteren 15 Watt Röhrenamp, der 2. Kanal ist mit modellierten AMPs/Boxen-Settings ausgerüstet, hab ich mir für Proben und zum üben angeschafft - Röhrenamp um zu spielen!!!!!!!! Einige Presets im 2. Kanal nutze ich für Distortion oder auch (halbwegs) cleane Fendersounds etc. Auch mir geht es hauptsächlich um das Üben und Spielen. Ein 100% Modellingteil hat mich davon absolut abgehalten und abgelenkt - dieser Fenderröhrenamp nicht, obwohl ich hier die Effekte und AMP-Settings am PC ebenfalls editieren könnte! Die Voreinstellungen sind hier aber soweit o.k., so dass man alle möglichen Soundvarianten per Wahlschalter voreinstellen kann, die ich brauche. Wohlgemerkt Soundvarianten die nur grob an die Originale rankommen. Ein kleiner Amp mit 10" Speaker kann keine 4*12" Marshallwand wirklich emulieren. Aber die Gitarren reagieren z. B. bei "Marshalleinstellung" ähnlich wie an einen Marshallstack angeschlossen - was beim üben im Wohnzimmer hilfreich ist. Der Rest wie bei Bonamasse mit Lautstärkeregler und Tonregler an der Gitarre. That's ist.
S.
 
Letzlich kann man eigentlich nur sagen:
"Erlaubt ist was gefällt"

Wenn man sich die Setups von Profis anguckt, sieht man oft Sachen, die in Foren absolut nicht gut wegkommen (Boss/Dancelectro/Line6 Pedale z.B.). Auch nicht ganz so erfolgreiche Künstler sind schon mal häufiger mit Modellingamps unterwegs.
Ob man da permanent dran rum bastelt ist schließlich nur eine Frage der Selbstbeherrschung. Abgesehen davon ist ein Line6 DT25 z.B. weniger komplex als ein Marshall JVM.
Wenn es um die letzten Prozent geht, ist ein Röhrenamp wohl feiner, wärmer, detaillreicher, unberechenbarer, er wird zu einem zusätzlichem Instrument dass du erst beherrschen musst mit all den Eigenheiten die er hat (das braucht Zeit, man muss sein Spiel darauf anpassen) - Dafür wirst du auch mit Punch, Feedback und Dynamik belohnt.
Solche Pauschalisierungen halte ich für sehr grenzwertig. Es gibt weder "den" Röhrenamp, noch "den" Modeller und damit treibt man Anfänger zu so billigem Mist wie den Peavey Valveking etc., die sich nur verkaufen weil "Vollröhre" draufsteht.
Entscheidend ist was raus kommt und nicht wie es erzeugt wird.

Meine eigene Erfahrung: Ich wollte unbedingt einen AC30 haben und hab dann den "normalen" und den handwired angetestet. Der AC30HW war perfekt aber zu teuer, sodass ich mir dann schließlich den DT25 gekauft habe. Für mich (!) klingt der besser als der normale AC30 und näher am HW. Ob der jetzt Digital ist oder nicht, ist mir egal.

Um zum Thema zurückzukommen - alles testen was sich finden lässt, egal welche Technologie ;)
 
Letzlich kann man eigentlich nur sagen:
"Erlaubt ist was gefällt"...............
*Editiert! Bitte sinnvoll zitieren, der Beitrag steht direkt darüber*

Da geb ich Dir auch recht. Iich hatte auch einen Röhrenamp, der meine Soundvorstellungen letzendlich nicht realisieren konnte. Trotzdem hatten alle Röhrenamps die ich besaß immer dieses Röhrenfeeling, was ich bei reinen Modellinggeschichten immer vermisse. Live bin ich damit mal sowas auf die Schn... geflogen.... Was auch nicht ohne ist sind die Pappkameraden. Die falschen Speaker am richtigen AMP und der Sound ist hin. Dennoch ziehe ich Röhrenamps vor. Recording - das ist schon was anderes.
 
hi folks, ich geb auch mal meinen senf dazu...Ich denke das man einfach sagen muss: Modeling ist nun mal modeling und eine günstigere möglichkeit einem bestimmten sound zu imitieren

Wenn man den Preis eines Vetta II oder eines Axe-FX in Betracht zieht, ist diese Möglichkeit alles andere als günstig.
 

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