Modes / Kirchentonleitern - Schaut mal rein!

  • Ersteller maverik1337
  • Erstellt am
maverik1337

maverik1337

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
29.09.17
Mitglied seit
06.06.10
Beiträge
44
Kekse
137
Hi Zusammen!

Unzählige Stunden sind vergangen, die ich damit verbracht habe, irgendwie hinter das Geheimnis der Modes bzw. Kirchentonleitern zu kommen. Ich vermute, dass es vielen genauso geht.
Leute die dahinter gekommen sind, sagen Modes wären nicht schwer. Deshalb Bitte ich euch, eure Verständnisprobleme und die dazugehörigen Lösungen zu posten.
Ich denke Ich werde so anfangen, dass ich Euch schreibe was ich über Modes weiß und was ich nicht verstehe. ( Nicht wundern, viele Begriffe in Englisch da ich es auf Deutsch nicht gefunden habe )




Soviel weiß ich darüber:
-Die Namen ( Allerdings auch nicht wie diese zustande kommen )
-Modes werden über Akkorde anstatt über Grundtöne gespielt ( G Major Scale über A-Minor Chord = A-Dorian mode ) ß Hieran verstehe ich nicht wie das zustande kommt.
-Es gibt etwas, dass sich Diatonic Chord Sequences nennt. Damit bezeichnet man alle Akkorde, die zu einer Tonart passen. ( Bsp: Tonart C -> Akkorde sind : C/Dmin/Emin/F/G/Amin/Bdim )
-Es gibt ein Tonal Center. Ich vermute, dass damit Die Stimmung bzw. Harmonie eines Modes bezeichnet wird ( heroisch, traurig, chaotisch etc. )
-Das alle Modes im Prinzip der Major Scale entsprechen, allerdings werden ein paar Töne eingefügt und somit ein neues Tonal Center erschaffen. ( Bei A- Ionian ist es glaube ich so, dass ein Semi-Ton vor dem C und ein Ton nach dem E gespielt wird. Wenn man jetzt die Major-Scale durchläuft und diese Töne zufügt ergeben sich alle Muster des A-Ionian Modes. )




Was ich nicht verstehe :
Woher weiß ich welche Töne ich zufügen muss um auf ein anderen Mode zu kommen ?
Woher weiß ich welcher Mode über welchen Akkord passt?
Woran erkenne ich, dass ich ein Mode gespielt habe?
Welche Stimmungen erzeugen die verschiedenen Modes?
Wie lerne ich die 7 verschiedenen Modes am besten?


Wäre schön wenn Ihr mich an Eurem Wissen teil haben lasst J


Grüße
Mave
 
chsnoopy

chsnoopy

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
31.08.13
Mitglied seit
26.03.07
Beiträge
137
Kekse
516
Ort
Freiburg
Woher weiß ich welche Töne ich zufügen muss um auf ein anderen Mode zu kommen ?

==> Zufügen ist das falsche Wort austauschen wäre da besser ..Bsp : Tonart C-Dur ..Spiel A-Moll Drüber = Aoelisch also 6 Stufe

so jetzt machst du aus dem F mal nen F# (Was aber auch ein Tonartwechsel mit sich bringt( C Dur ==> G.Dur)und husch bist du schon im Dorian Mode, wenn du weiterhin Amoll dudelst.



Wie lerne ich die 7 verschiedenen Modes am besten?

Die 7 Griffbilder bis zum wahnsinnig werden,richtig blind können und dir merken wo den Grundton ist.
Dann als Warmup immer 5-7 min ne andere Tonart dann bist du gegen Sachen wie Eb und Bb immun :)

Woher weiß ich welcher Mode über welchen Akkord passt?

Da gibts bestimmt Familien (hab ich aus Secret of Jazz Guitar)
in Cdur

Cmaj7 -Am7- Em7 ==> da kannst du nun lustig austuaschen

Hm7- G7 ==> da kannst du nun lustig austuaschen

Dm7 -Fmaj7 ==> da kannst du nun lustig austuaschen
 
Zuletzt bearbeitet:
ginod

ginod

Helpful & Friendly User
HFU
Zuletzt hier
06.08.19
Mitglied seit
10.03.04
Beiträge
1.655
Kekse
6.842
Ort
Osnabrück
habe das ganze echt nur überflogen und denke, dass man da kaum vernünftig ansetzen kann. Sorry aber das ist so ein durcheinander gewischter Haufen von Halbesdreiviertelwissen. Es gibt ja genug Threads die das Thema Kirchentonleitern behandeln. Manche Fragen beziehen sich auch einfach nur auf den elementaren Akkordaufbau und Tonleiteraufbau.

Was soll das überhaupt mit spielste Amoll über C-Dur kriegste Aeolisch und wenn du ein F# über C-Dur spielst haste auf einmal dorisch. Das ist doch Blödsinn. Ein F# über das C-Dur würde die lydische Klangfarbe unterstützen. Und A-moll Tonleiter über C-Dur bleibt trotzdem die Tonart C-Dur. Das Akkorde statt GRundtönen irgendwas mit den Kirchentonleitern zu tun haben soll ist mir auch schleierhaft.
Wenn man irgendwas über einen Dur akkord spielt kann schonmal niemals Dorisch bei rauskommen, weil dorisch auf einen Moll Akkord basiert. (Was übrigens Maverik am beim 2. Punkt richtig erkannt hat)
Also sorry da kann man wirklich kaum ansetzen.

Um die Fragen zu beantworten müsste man ja ohne Umwege direkt von Vorne anfangen und da sollte man sich lieber gleich einen der Threads oder diverse Artikel oder Seiten durchlesen.

Einen Tipp gebe ich der eigentlich fast alles lüftet. Setzt euch mal an ein Klavier und spielt ein C mit der linken Hand. Dann Improvisert mit der C-Dur Tonleiter oder spielt einfach nur die C-Dur Tonleiter. Danach nehmt ihr D als Basston und so weiter. Je nachdem wird sich die Klangfarbe verändern. Das liegt einfach an den unterschiedlichen Intervallen zum Basston.

C im Bass unter C-Dur Tonleiter --> Dur / Ionisch
D im Bass unter C-Dur Tonleite --> D-Dorisch
E im Bass unter C-Dur Tonleiter --> E-phrygisch

und so weiter ...

Das Improvisieren mit den Modes ist ohnehin oft nicht möglich bei den streng modal komponierten Stücken in modernen Stilrichtungen. Meist ist es somit nur ein mehr oder weniger bewusstes Kompositionsmittel. Eher im Jazz lässt es sich auch als Improvisationskonzept häufig nutzen, wo man etwas freier Improvisieren kann
 
Zuletzt bearbeitet:
heavygrog

heavygrog

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
21.11.12
Mitglied seit
05.04.07
Beiträge
96
Kekse
618
Ort
Münster
Woher weiß ich welche Töne ich zufügen muss um auf ein anderen Mode zu kommen ?
Ich verstehe deine Frage leider nicht...
Woher weiß ich welcher Mode über welchen Akkord passt?
Google ist dein Freund. Das ist eine Wissenschaft für sich, welcher Modus über welchen Akkord passt. Außerdem kann man diese Frage nicht genau beantworten, das tolle an den Modes ist, dass man über einen Akkord verschiedene Modes spielen kann um den Charakter zu verändern. Spiel mal über einen Cmaj7-akkord die C-Ionische Skala und dann die C-Lydische Skala.
Woran erkenne ich, dass ich ein Mode gespielt habe?
Im Prinzip spielst du immer einen Modus. Frage ist: Welcher. Dazu musst du dich mit den Modes auseinandersetzen. Sprich: auswendig lernen. Sowohl die Fingersätze als auch wie sie zusammenhängen. Wenn du dann weißt, was einen Modus ausmacht, kannst du während du spielst bestimmte Intervalle betonen.
Das dauert ein langes Weilchen, aber dein Gehört wird damit immer besser klar kommen. ...und by the way, es ist eigentlich nicht wichtig zu erkennen, dass du einen Modus gespielt hast. Dir sollte bewusst sein was du damit anfangen und bewirken kannst, werde kreativ damit!
Welche Stimmungen erzeugen die verschiedenen Modes?
Kommt drauf an welches Interval du betonen willst. Du kannst den dorischen Fingersatz spielen, aber nicht unbedingt dorisch klingen. Das ist bei jedem Modus so.
Eben weil es immer die gleichen 7 Töne sind. Selbst wenn du glaubst, du spielst zB den Ionischen Modus, kannst du genausogut lydisch klingen.
Wie lerne ich die 7 verschiedenen Modes am besten?
Im Internet gibt es viele Quellen. Einfach mal googeln. Dann lernst du die Fingersätze und wie sie verknüpft sind und sich aufeinander aufbauen. zB in C-Dur. Das wäre C-Ionisch, D-Dorisch, E-Phrygisch, F-Lydisch und so weiter ... das lässt sich auf jede Tonleiter übertragen. Schau auch mal bei Youtube rein, Dave Weiner's "Riff Of The Week" ist ein gutes Beispiel. Da gibt es massig Videos, auch zu den Modes - mit guten Licks und Erläuterungen. Unbedingt anschauen, das müsste dich vorerst genug "sättigen" ;)
 
maverik1337

maverik1337

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
29.09.17
Mitglied seit
06.06.10
Beiträge
44
Kekse
137
Also erstmal vielen dank für Eure ausführlichen Antworten!

Ich werde mir von dem was ihr gesagt habt einiges zu Herzen nehmen, aber es soll nochmal erwähnt werden, das das hier eine kleine Frage/Antwort Runde werden soll. Nicht nur für mich speziell, sondern hier soll jeder seine Fragen und Probleme posten bezüglich der Modes. Zumindest war das meine Intention.

Bin mal gespannt wann ich das verstehe mit " und sich aufeinander aufbauen. zB in C-Dur. Das wäre C-Ionisch, D-Dorisch, E-Phrygisch, F-Lydisch und so weiter ..."
 
Black Sheep 91

Black Sheep 91

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
12.06.12
Mitglied seit
01.12.07
Beiträge
334
Kekse
323
Ort
Neudorf - Sehmatal
Das ist jetz bissl kompliziert und ich hab jetz auch keine Lust ausführlich was zu schreiben, aber so viel erst mal:
Die Modes unterscheiden sich durch ihre halbtonschritte:
Bei Ionisch liegen diese zwischen dem 3./4. und 7/8
Bei Dorisch zwischen 2/3 und 6/7
und so weiter.
wenn man weiß wie die halbtonschritte liegen kann man sich einen beliebigen Grundton suchen und von dem aus sich seinem Mode aufbauen!
 
turko

turko

Helpful & Friendly User
HFU
Zuletzt hier
05.03.21
Mitglied seit
30.09.08
Beiträge
4.254
Kekse
16.139
Woher weiß ich welche Töne ich zufügen muss um auf ein anderen Mode zu kommen ?

D I E Frage verstehe ich nicht ganz ... ?!

Woher weiß ich welcher Mode über welchen Akkord passt?

Entweder viel viel lernen und lesen (Stichwort "CHORDSCALES"), oder viel viel ausprobieren und ZUHÖREN !!


Woran erkenne ich, dass ich ein Mode gespielt habe?
Daran, daß Du die Gitarre zur Hand genommen und IRGENDWAS gespielt hast ... denn in IRGENDEINEM Mode wirst Du Dich - zwangsläufig - immer bewegen ... siehe Erläuterungen weiter unten ...

Ich glaube, es würde helfen, wenn Du Dir vergegenwärtigst, was Modes überhaupt sind ! Es handelt sich um jeweils eine TONAUSWAHL, ein RONRECERVOIR, dessen Töne für bestimmte musikalische Situtionen einfach "passend" sind. Ordnet man die Töne einer dieser Tonauswahlen ansteigend, so kriegt man eben so eine Tonleiter = Skala = Modus.

Jede Tonleiter hat nur Sinn, wenn man sie auf einen GRUNDTON bezieht (wobei Du die Skalen auf jeden beliebigen Grundton beziehen, d. h. darauf aufbauen kannst), und sie ist jeweils definiert durch die Abfolge von Ganzton- und Halbtonschritten. Der Unterschied zwischen, zum Beispiel (!!) G-Dorisch und G-Mixolydisch liegt eben in der ANDEREN Abfolge von Ganzton- und Halbtonschritten auf dem Grundton G aufbauend. Damit ergibt sich eine andere Tonauswahl, damit ein anderer "Sound" und eine andere "Wirkung" ...

Es liegt auf der Hand, daß eine Skala DANN zu einem bestimmten Akkord passen wird, wenn die Akkordtöne als erste Annäherung einmal in der Skala vorkommen ...

Vieles an den Modi/Skalen ist GEWOHNHEIT ... Wir alle sind wohl DUR-geprägt (also eigentlich "ionisch"), während andere Musikkulturen durch andere Skalen geprägt sind (irische Folkmusik, arabisches, japanisches, Blues, ...), die uns dafür anfänglich als "fremd" vorkommen ... aber das verdeutlicht ja nur, wie unterschiedlich verschiedene Skalen wirken können ...

Wenn Du von "DEN" 7 Modes schreibst, meinst Du wohl die 7 Modi der DUR-Tonleiter ... ? Sei Dir aber dessen bewußt, daß es noch eine ganze Menge weiterer und anderer Modi gibt, die es zu entdecken und erforschen gilt ...

Vor allem erscheint es mir wichtig zu unterscheiden zwischen Modi als ganz kurzfristige Tonauswahl zu einer kurzen, bestimmten musikalischen Situation (z. B. ein Akkord), und Modi als langfristige und ausgebreitete eigene Klangwelt mit ihrer eigenen Tonauswahl (wie z. B. im Flamenco, Irischer Musik, Blues, Gipsy-Musik, ...) ...

LG, Thomas
 
jaylawl

jaylawl

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
19.10.11
Mitglied seit
29.12.09
Beiträge
304
Kekse
548
Ich hab da was rausgefunden die Tage, was aber irgendwie für mich noch keinen praktischen Nutzen hatte aber vielleicht findet jemand anders einen. ^^

Also, wie jeder weiß gibt es 3 Dur-Modi und 4 Moll-Modi. Nun hat jede dieser Modi eine Parallele Modi:

Ionisch - Äolisch
Dorisch - Lydisch
Phrygisch - Mixolydisch
Lokrisch ist einfach mal wieder der Außenseiter... :D

Nun, Ionisch ist die reine Dur-Tonleiter, Äolisch die reine Moll-Tonleiter, ist auch allgemein bekannt.
Die anderen Modi sind alle entweder Dur- oder Mollähnlich, unterscheiden sich von der reinen Variante also nur um ein Intervall. Lokrisch ist hier zum zweiten mal ein Außenseiter und ich werd auch einfach nicht weiter drauf eingehen. ^^

Dorisch unterscheidet sich von Äolisch durch eine große Sexte, Lydisch von Ionisch durch eine übermäßige Quarte.
Das für mich Interessante hierbei ist dass die gr. Sexte und die übermäßige Quarte ein und die selbe Note sind. Also: bei parallelen Tonleitern ist das Intervall dass die Modi von der reinen Form unterscheidet die selbe Note. :)
Das gleiche gilt auch für Phrygisch und Mixolydisch: die kleine Sekunde in Phrygisch ist die große Septime von Mixolydisch.

Is mir ja klar dass es überall solche Zusammenhänge in den Kirchentonarten gibt. Ich finds aber erstaunlich wie logisch und zusammenhangsvoll das alles ist, wo es doch anfangs für mich wie für sicher viele andere erstmal schwer zu begreifen war. :D
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
maverik1337

maverik1337

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
29.09.17
Mitglied seit
06.06.10
Beiträge
44
Kekse
137
hey turko!

vielen dank für deinen Beitrag! Hat mir die Sache ein bisschen näher gebracht.

Mit meiner Frage"Woher weiß ich welche Töne ich zufügen muss um auf ein anderen Mode zu kommen ?" meine ich folgendes:

wie jetzt schon mehrfach gesagt wurde, liegt der unterschied der modes in den ganzton und halbton schritten.

Beim A- Ionian mode kommt ein halbton vor dem C und ein gnazer ton nach dem E dazu. Somit bilde ich meinen Ionian mode. ( Ja ich rede von den 7 DUR modes ( denke ich ) ).
Nun wollte ich wissen ob man das irgendwo ableiten kann, welche ganzton und halbton schritte man ändern muss, um zwischen den modes zu wechseln.

Ich verusche mich einfach auf den stand zu bringen das ich so spielen kann:

Ich hab einen ruhigen backingtrack in a. Wenn ich jetzt etwas balladen mäßiges dazuspielen will, würde dann der mode der unserem moll (aeloisch ) entspricht passen? Spiele ich dann einfach die a-major tonleiter und füge die halbtöne und ganztöne des aeloian modes hinzu?

grüße
mave
 
maverik1337

maverik1337

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
29.09.17
Mitglied seit
06.06.10
Beiträge
44
Kekse
137
@jaylaw

was du geschrieben hast habe ich auch schoneinmal gelesen, nur leider weiß ich nicht was die gr. Sexte und übermäßige quarte ist :-(

ich hatte nie unterricht. ich sollte mir evtl welchen besorgen :gruebel:
ich werde meine erkundungstour nicht aufgeben, wenn ich mehr klarheit habe meld ich mich :)

danke für die antworten! immer weiter so :D
 
Whiteout

Whiteout

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
22.11.20
Mitglied seit
29.01.10
Beiträge
3.937
Kekse
12.547
Beim A- Ionian mode kommt ein halbton vor dem C und ein gnazer ton nach dem E dazu. Somit bilde ich meinen Ionian mode. ( Ja ich rede von den 7 DUR modes ( denke ich ) ).
Nun wollte ich wissen ob man das irgendwo ableiten kann, welche ganzton und halbton schritte man ändern muss, um zwischen den modes zu wechseln.

Ich weiß jetzt nicht, ob es weiterhilft, aber vereinfacht, als erste Annäherung...

Nimm einfach mal die C-Durtonleiter (C, D, E, F, G, A, B und wieder C; B steht für das deutsche H). Die Intervalle zwischen den Tönen sind Ganz- bzw. Halbtöne. Bei der Durtonleiter sind die Abstände Ganzton, Ganzton, Halbton, Ganzton, Ganzton, Ganzton, Halbton. Aus den Tönen der C-Durtonleiter bildet man durch gleichmäßige Übereinanderschichtung von Terzintervallen Drei- oder Vierklänge, also Cmaj7, Dm7, Em7, Fmaj7, G7, Am7, Bm7b5, Cmaj7...

Eine gängige Akkordfolge (im Jazz) ist die sog. II-V-I-Progression, hier also Dm7, G7, Cmaj7. Will man darüber improvisieren hat man verschiedene Möglichkeiten (z. B. Arpeggien der Akkorde zu spielen).

Nun kann man jede Tonstufe der C-Durtonleiter (also C, D, E, F, G, A und B) als Grundton einer eigenen Tonleiter betrachten, die aus genau den gleichen Tönen wie die C-Durtonleiter besteht. Bsp. D - dorisch (Dm7): D, E, F, G, A, B, C, D. So erhält man die 7 Kirchentonleitern. Die Töne bleiben gleich, die Ganz- und Halbton-Intervalle befinden sich an anderen Stellen, was den Charakter, wenn man die Tonleiter spielt, ändert.

Zurück zur II-V-I-Progression und zur Improvisation mit Kirchentonleitern... Im einfachsten Fall, spielt man nun bei Dm7 die C-Durtonleiter von D bis D (D - dorisch); bei G7 von G bis G (G - mixolydisch) und bei Cmaj7 von C bis C (C - ionisch)...

Bei deinem Beispiel A-Dur (A - ionisch) hast du A, B, C#, D, E, F#, G#(, A) (und wieder wie oben folgende Tonabstände: Ganzton, Ganzton, Halbton, Ganzton, Ganzton, Ganzton, Halbton).
 
jaylawl

jaylawl

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
19.10.11
Mitglied seit
29.12.09
Beiträge
304
Kekse
548
hey turko!

vielen dank für deinen Beitrag! Hat mir die Sache ein bisschen näher gebracht.

Mit meiner Frage"Woher weiß ich welche Töne ich zufügen muss um auf ein anderen Mode zu kommen ?" meine ich folgendes:

wie jetzt schon mehrfach gesagt wurde, liegt der unterschied der modes in den ganzton und halbton schritten.

Beim A- Ionian mode kommt ein halbton vor dem C und ein gnazer ton nach dem E dazu. Somit bilde ich meinen Ionian mode. ( Ja ich rede von den 7 DUR modes ( denke ich ) ).
Nun wollte ich wissen ob man das irgendwo ableiten kann, welche ganzton und halbton schritte man ändern muss, um zwischen den modes zu wechseln.

Ich verusche mich einfach auf den stand zu bringen das ich so spielen kann:

Ich hab einen ruhigen backingtrack in a. Wenn ich jetzt etwas balladen mäßiges dazuspielen will, würde dann der mode der unserem moll (aeloisch ) entspricht passen? Spiele ich dann einfach die a-major tonleiter und füge die halbtöne und ganztöne des aeloian modes hinzu?

grüße
mave

Also mir kommt das so vor als würde dich die Bildung einer Tonleiter ziemlich verwirren, deswegen versuch ich jetzt mal so gut ich kann auszuhelfen:

Am Anfang steht die chromatische Tonleiter, von der wir uns bedienen um eine x-beliebige Tonleiter zu formen. Wir auch gern "Materialleiter" genannt.

Nun haben wir 7 mögliche Modi der Kirchentonarten die wir bilden könnten (Ionisch, Dorisch, Phrygisch, Lydisch, Mixolydisch, Äolisch, Lokrisch). In diesem Falle bilden wir eine ionische Tonleiter und leiten dann davon die restlichen 6 Modi ab.

chromatische Tonleiter / Materialleiter
C - C# - D - D# - E - F - F# - G - G# - A - A# - B - c

Hier oben haben wir alle Noten die in unserem Tonsystem verfügbar sind + Oktave des Grundtons (c).

Wie soeben erwähnt, nehmen wir hier "C" als Grundton. Darauf bauen wir also den Rest der Tonleiter auf.
Jede Tonleiter kann man sozusagen nach einer Formel bilden wobei jede Tonleiter natürlich ihre ganz eigene Formel hat.

Die Formel für eine ionische Tonleiter (ionisch = reine Dur Tonleiter) lautet:

G - G - H - G - G - G - H

*G = Ganztonschritt (2 Halbtonschritte)
*H = Halbtonschritt (1 Halbtonschritt *hust*)

Nun zurück zur Materialkiste:

C - C# - D - D# - E - F - F# - G - G# - A - A# - B - c
---
G ------- G ---- H ---- G ------ G -------- G ----- HAlso, hier ist folgendes passiert:
Ich habe die Formel von Ganz/Halbtonschritten unter den Notenvorrat geschrieben und dann die betroffenen Noten rot markiert.
Filtern wir nun die ungenutzten Noten weg erhalten wir die uns allen bekannte C-Dur Tonleiter (C-Ionisch / C-Dur):

C - D - E - F - G - A - B - c

Soviel dazu.
Fällt dir was auf? Wir haben hier 7 verschiedene Noten und es gibt 7 Kirchentonarten/7 Modi.
Was jetzt folgt ist so einfach wie es klingt:

Die 7 Modi enthalten alle die exakt gleichen Noten sofern sie in der gleichen Tonart sind. Je nachdem, welchen Grundton dieser C-Dur Tonleiter du benutzt, so spielst du in der betreffenden Tonart. Und zwar:

Spielst du alle möglichen Noten dieser Tonleiter mit "C" als Grundton -> Spielst du in C-ionisch
"A" als Grundton -> A-äolisch (äolisch = reine moll-tonleiter)
"D" als Grundton -> D-dorisch
"B" als Grundton -> B-lokrisch

Die Reihenfolge der Modi ist immer gleich!
Hier mal eine vertikale Ansicht:

C - IONISCH
D - DORISCH
E - PHRYGISCH
F - LYDISCH
G - MIXOLYDISCH
A - ÄOLISCH
B - LOKRISCH
c - IONISCH
d - ...

Beispiel in D#-Dur:

D# - IONISCH
F - DORISCH
G - PHRYGISCH
G# - LYDISCH
A# - MIXOLYDISCH
C - ÄOLISCH
D - LOKRISCH
d# - IONISCH
f - ...


Das ensteht wie folgt: Spielt man die gleichen Noten in anderer Reihenfolge, ändert sich auch die Position der Halbtonschritte relativ zum Grundton. Jede der Modi hat eine eigene Charakteristik und einen anderen Aufbau, eine andere Formel, andere Intervalle. Verbildlicht:

(in C-Dur/ionisch)

C D E F G A B c --- ionisch
--D E F G A B c d --- dorisch
----E F G A B c d e --- phrygisch
------F G A B c d e f --- lydisch
--------G A B c d e f g --- mixolydisch
----------A B c d e f g a --- äolisch
------------B c d e f g a b --- lokrisch
--------------c d e f g a b c' --- ionisch
---------------------usw.---------------------

hoffe das hilft irgendwem ! ^^
 
heavygrog

heavygrog

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
21.11.12
Mitglied seit
05.04.07
Beiträge
96
Kekse
618
Ort
Münster
Klick mich!
...soviel zum Thema 'Intervalle' - da steht jedes Intervall drin. Wenn du die "Standardintervalle" kennst (Prime, Sekunde, Terz, Quarte, Quinte, Sexte, Septime, Oktave) kannst du dir den Rest davon ableiten (zB große Terz, übermäßige Quarte, große Septime, etc)

Benutz' einfach mal den Hirnschmalz den dir Gott gegeben hat. Das Internet ist ein großer Vorteil für uns Musiker und Künstler, den andere Musiker und Künstler in den Jahrzehnten als es das noch nicht gab eben nicht hatten. Man findet im Internet wirklich (fast) alles. Einfach etwas Zeit nehmen und dann findest du die Dinge. Bücher wären auch nicht schlecht, vielleicht sogar ein Lehrer der dann 1:1 auf deine Fragen eingehen kann. Oder so ein Forum. Wir können dir nicht 100% davon abnehmen, aber du kannst hier sicher noch ne Menge mitnehmen.

Zu deiner Frage mit dem ruhigen Backingtrack:

Wenn du einen ruhigen Backingtrack in 'a' hast (ich nehme an das ist Moll) dann ist es Käse wenn du die A-Ionisch Tonleiter spielst und die Halb- und Ganztöne von Aeolisch hinzufügst. Das ist um zwei Ecken herum gedacht. Du musst da so rangehen: Backingtrack in 'a'-Moll. Heißt: A-aeolisch/moll.
Dann ist es nicht verkehrt mit der Pentatonik anzufangen, oder den aeolischen Fingersatz den du gelernt hast (Grundton 6. Saite) anzuwenden.
Hier hilft es dir weiter wenn du weißt, wie die anderen Modi aussehen. Beispiel: Du suchst dir die parallele Durtonart aus. Von a-Moll ist das C-Dur.
Dur = Ionisch. Bingo! Haben wir von 7 Modi schonmal 2 aufgedeckt. Und von dort arbeitest du dich weiter. Du schreibst dir meinetwegen die C-Dur Tonleiter auf, C D E F G A H [C]. 7 Töne - 7 Modi: klingelt's? ;) Da gibt es einige Parallelen. Die Reihenfolge der Modi geht so: (von I - VII) Ionisch - Dorisch - Phrygisch - Lydisch - Mixolydisch - Aeolisch - Lokrisch. Und dann weist du jedem Modus den jeweiligen Ton der Tonleiter zu. Sprich: 1.Ton der Tonleiter > 1.Modus. C-Ionisch, D-Dorisch, E-Phrygisch, F-Lydisch, G-Mixolydisch, A-Aeolisch und H-Lokrisch. Am besten zur optischen Veranschaulichung dient das gleiche Beispiel mit der F-Dur Tonleiter. Fängst du den Ionischen Fingersatz in F vom 1.Bund der 6.Saite an, so siehst du bis zum 12.Bund wie sich das "Netzwerk" der Töne ausweitet und wie die einzelnen Modi zusammenhängen.
Weiter im Improvisationsrezept. Du hast jetzt also deine 7 Modi von C-Dur/a-Moll und du weißt jetzt welche Modi du über den Backingtrack nehmen kannst.
Jetzt ist alles eine Sache deiner Musikalität und was du aus den Fingersätzen machst. Du kannst ruhig den Ionischen Fingersatz in C spielen, das juckt keinen - auch wenn da gerade ein a-Moll Akkord gespielt wird. Du kriegst aus dem ionischen Fingersatz auch einen "molligen"/aeolischen Klang. Es ist alles einer Frage der Töne die du spielst. Hier benutze ich den Ausdruck "Tonales Zentrum". Wenn du dir das nicht genau vorstellen kannst, hier ein Beispiel.
Nehmen wir den ionischen Fingersatz in F, macht auf der E- und A-saite den 1, 3, 5.Bund, auf der D- und G-saite den 2, 3, 5.Bund und auf der H- und E-saite den 3, 5, 6.Bund. Mit diesem einen Fingersatz kannst du jeden Modus klanglich abdecken. Wie? Ganz einfach. Du fängst zB nicht vom F an, sondern vom Bb. In genau dem ionischen Fingersatz. Was du dann spielst ist nicht mehr Ionisch, sondern Lydisch - nur nicht vom Grundton 6.Saite, sondern Grundton 5.Saite.
Genauso kannst du das mit dem a-Moll Backingtrack sehen. Du kannst den Fingersatz jedes Modus' spielen - du musst nur aufpassen dass du die "richtigen" oder besser, erforderlichen Töne spielst und die erfolderlichen Intervalle betonst, um aus deinem Ionischen Fingersatz in dem du dich gerade befindest, einen aeolischen Klang herauszupressen. Probiers auf Teufel komm raus mal aus. Spiel über a-Moll mal den Fingersatz von G-Mixolydisch. Wenn du von den Halbtonschritten und Intervallen die den Modus ausmachen noch keine Ahnung hast, bringt dich der Modus genau da hin wo du auch mit dem A-aeolischen oder C-ionischen Modus hingekommen wärst. Wenn du dich später irgendwann damit auskennst kannst du echt perfekt kontrollieren was du gerade spielen und betonen möchtest. Schau dir einfach mal das Riff Of The Week Video zu dem Phrygischen Modus an. Dave Weiner spielt da über 3 verschiedene Backingtracks und bekommt bei jedem einen anderen Charakter mit demselben Modus. Daraus könntest du viel mitnehmen. Ist echt anschaulich erklärt und ganz wichtig: man hört e auch. Das war jetzt erstmal viel Text mit viel Info. Viel Spaß beim Lesen und Verstehen, wenn was ist: Nachfragen oder schauen wie du auf anderem Wege zu deinen Antworten kommst. Cheers! :great:
 
J

JBJHJM

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
30.10.18
Mitglied seit
29.04.08
Beiträge
736
Kekse
858
Ort
Hamburg
Ja ich rede von den 7 DUR modes ( denke ich ) ).
Nun wollte ich wissen ob man das irgendwo ableiten kann, welche ganzton und halbton schritte man ändern muss, um zwischen den modes zu wechseln.

Ich verusche mich einfach auf den stand zu bringen das ich so spielen kann:

Ich hab einen ruhigen backingtrack in a. Wenn ich jetzt etwas balladen mäßiges dazuspielen will, würde dann der mode der unserem moll (aeloisch ) entspricht passen? Spiele ich dann einfach die a-major tonleiter und füge die halbtöne und ganztöne des aeloian modes hinzu?

Moment 7x Dur?? wie meinst du das??

Also ich habe ein etwas besonderes Prinzip, was aber hervorragend funktioniert (auch im direkten improvisationseinsatz) und ziemlich einfach zu lernen war.

Basiert auch ein bisschen auf den halbtönen, geht aber von der Pentatonik aus. Fast alle der tonleitern bekommt man, indem man zwei bestimmte töne der Moll- oder Dur-Pentatonik hinzufügt. Nur bei einer von ihnen muss ein Ton geändert werden

Ein Beispiel:
Ich spiele die A-Moll-Pentatonik. Nun baue ich genau zwei Töne zusätzlich ein, und schon spiele ich dorisch, äolisch oder phrygisch. Welche das sind, ist ziemlich leicht zu merken:
Dorisch: gr. Sekunde, gr. Sexte - also 2 und 9 Halbtöne vom Grundton entfernt
Äolisch: gr. Sekunde, kl. Sexte - also 2 und 8 Halbtöne vom Grundton entfernt
Phrygisch: kl. Sekunde, kl. Sexte - also 1 und 8 Halbtöne vom Grundton entfernt
Du siehst, die Ähnlichkeiten sind sehr groß. Vergleiche ich A-Äolisch mit A-Dorisch oder A-Phrygisch ändert sich nur ein einziger Ton!
Ähnlich siehts bei Dur aus:
Lokrisch: gr. Quarte, gr. Septime - also 6 und 11 Halbtöne
Ionisch: kl. Quarte, gr. Septime - also 5 und 11 Halbtöne
Mixolydisch: kl. Quarte, kl. Septime - also 5 und 10 Halbtöne

Sechs abgehakt - nur eine tanzt aus der Reihe - und zwar Lokrisch.
Die ist aber fast wie Phrygisch - bloß dass du statt der Quinte (7 HT vom Grundton) die verminderte Quinte (6 halbtöne vom Grundton) spielst.

So ähnlich sind die sich in echt. Das ist auch schon das Grooooße Geheimnis. Der Rest hat sich dann mit der Zeit und logischem Denken von selbst erklärt. Verstanden? Noch Fragen dazu?
 
H

Hans_3

High Competence Award
HCA
Zuletzt hier
15.02.21
Mitglied seit
09.11.03
Beiträge
16.521
Kekse
56.775
Wie lerne ich die 7 verschiedenen Modes am besten?

Indem Du diese komplexe Materie in Teilaufgaben zerlegst, und Dich erstmal mit 1 einzigen Mode (z.B. mixolydisch) über mehrere Wochen intensiv beschäftigst und den Klang erfährst, verinnerlichst und die Möglichkeiten auslotest. Alles andere ist zum Scheitern verurteilt.

Und halt nicht versuchst, alles auf einmal schnell zu verstehen und umzusetzen. Das geht in der Atomphysik nicht und in der Musik ebenfalls nicht. Wobei Musik halt doppelt schwierig ist, weil es nicht nur ums Verstehen geht (sofern man es will) , sondern zusätzlich (und primär!) ums praktische und sinnvolle Umsetzen.
 
maverik1337

maverik1337

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
29.09.17
Mitglied seit
06.06.10
Beiträge
44
Kekse
137
Wow,

Jungs ich danke euch ganz doll!

Ihr habt so super Beiträge geleistet und euch so mühe gegeben mr das näher zu bringen - und das mit Erfolg!!!!!

Als ich das gerade lese ist mir einiges klarer geworden. Vielen dank an euch, vor allem vielen dank an die, die so ausführlich geworden sind.
Ich werde jetzt wie heavygrog schön gesagt hat mich erstmal damit beschäftigen, dass geschrieben richtig zu verarbeiten und zu lernen.


Vielen vielen dank für euren Input. Hat mir sehr viel weitergeholfen! Könnt euch auf die Schulter klopfen, habt eine gute Tat vollbracht :)


ganz liebe Grüße
Mave
 
googlemeister

googlemeister

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
26.04.16
Mitglied seit
26.01.10
Beiträge
388
Kekse
930
Versteh ich das richtig, dass ich bei C-Dur / ionisch ja Halbtöne zwischen 3/4 und 7/8 habe. Ich kann einfach bei z.b. F starten und die Halbtöne dennoch bei 3/4 und 7/8 belassen und habe dann F-Dur / ionisch oder? Also kann ich meinen Mode auf jedem Ton von C D E F G A H C starten und die Halbtöne ändern sich ja von jeder Stufe. Da auf jeder Stufe aber die Halbtöne unterschiedlich sind, kann ich diese jeweils auch nochmal von jeder Stufe starten lassen. Man kann also die Halbtonschritte aus ionisch auf alle Grundtöne anwenden, die Halbtonschritte aus Dorisch auf jeden Grundton übernehmen u.s.w. Ist das korrekt? Ist etwas schwer mich auszudrücken was die Thematik angeht.

Im Endeffekt hab ich dann ja C-ionisch, D-ionisch, E-ionisch u.s.w. dann kann ich z.b. D-dorisch, E-dorisch, F-dorisch u.s.w. erstellen indem ich einfach die Ganzton und Halbtonschritte eines z.b. dorisch einfach auf einem anderen Grundton starten lasse. Right oder Bullshit?
 
turko

turko

Helpful & Friendly User
HFU
Zuletzt hier
05.03.21
Mitglied seit
30.09.08
Beiträge
4.254
Kekse
16.139
Ja, Du kannst eine Skala auf jedem beliebigen Grundton aufbauen. Entscheidend ist die richtige Folge von Ganz- und Halbtonschritten in der Skala, die ja die Tonauswahl definiert und bestimmt.

Genauso, wie es eine (stinknormale) Dur-Tonleiter für jeden Ton gibt, sei es G oder B, gibt es auch für jeden beliebigen Grundton alle anderen Modi/Skalen/Tonleitern. Das ist das selbe Prinzip, nur ein jeweils anderer "Sound" (nämlich zwischen DUR-Tonleiter und den anderen Tonleitern ) ...

LG, Thomas
 
ginod

ginod

Helpful & Friendly User
HFU
Zuletzt hier
06.08.19
Mitglied seit
10.03.04
Beiträge
1.655
Kekse
6.842
Ort
Osnabrück
Versteh ich das richtig, dass ich bei C-Dur / ionisch ja Halbtöne zwischen 3/4 und 7/8 habe. Ich kann einfach bei z.b. F starten und die Halbtöne dennoch bei 3/4 und 7/8 belassen und habe dann F-Dur / ionisch oder? Also kann ich meinen Mode auf jedem Ton von C D E F G A H C starten und die Halbtöne ändern sich ja von jeder Stufe. Da auf jeder Stufe aber die Halbtöne unterschiedlich sind, kann ich diese jeweils auch nochmal von jeder Stufe starten lassen. Man kann also die Halbtonschritte aus ionisch auf alle Grundtöne anwenden, die Halbtonschritte aus Dorisch auf jeden Grundton übernehmen u.s.w. Ist das korrekt? Ist etwas schwer mich auszudrücken was die Thematik angeht.

Im Endeffekt hab ich dann ja C-ionisch, D-ionisch, E-ionisch u.s.w. dann kann ich z.b. D-dorisch, E-dorisch, F-dorisch u.s.w. erstellen indem ich einfach die Ganzton und Halbtonschritte eines z.b. dorisch einfach auf einem anderen Grundton starten lasse. Right oder Bullshit?

Ich weiß nicht ob ich das jetzt richtig verstanden habe.

Die Halbtonschritte in einer Tonleiter deutet erst auf ihren Charakter überhaupt hin.
Ohne die Halbtonschritte könntest du den spezifischen Klang eines Modes überhaupt nicht entfalten.

Ein Beispiel:

C-Dur Tonleiter und G-Dur Tonleiter unterscheiden sich nur zwischen dem F und dem F#. Das bedeutet um dem Hörer den Unterschied zwischen C-Ionisch und C-lydisch klar zu machen oder den Unterschied zwischen E-phrygisch und E-Aeolisch muss man auch dieses F bzw. F# ein bisschen in die Melodie einfließen lassen bzw. es "umspielen". Ich sage deshalb umspielen weil diese Halbtonschritte auch gerne "Avoid Notes" genannt werden. Das rührt daher, dass diese Halbtonschritte auch dazu beitragen können im klassischen Sinne dissonante Intervalle beizuführen.

Ein F über ein Am ist zwar in der A-Moll Tonleiter enthalten, der klang ist allerdings die übermäßige Quinte bzw. kleine Sexte und ist vielleicht in einer ruhigen Ballade als lang ausgehaltener Ton sehr unpassend. Deshalb sagt man auch, dass man mit der Pentatonik beginnen sollte, weil dieser Tonleiter die Halbtonschritte fehlen bzw. die Avoid Notes. Dadurch lernt man, die "stabilen" Töne als Grundmuster einzuprägen und die Halbtöne eher zu "umspielen". Es geht wie man sieht nicht ohne und auch manchmal nicht mit, es kommt immer auf den Musikstil an und wie man die Avoid Notes richtig umspielt um die charakteristische Klangfarbe zu entwickeln.

Auch das F# bei C-lydisch ist auch unser berühmter TRitonus, dennoch ist sie unabdingbar für diesen typischen Klang von lydisch.

Aber wie schon erwähnt geht das alles in der heutigen sehr tonartgebundenen Musik unter. Wir Bewegen uns ja meist in Verbindungen und diese typischen Klangfarben lassen sich in festen Progressionen schlecht entfalten bzw. nur bedingt.
 
R

Reeder

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
23.09.17
Mitglied seit
22.08.06
Beiträge
399
Kekse
1.886
@googlemeister

Ja, natürlich. Dorisch, Phrygisch und co. sind einfach nur andere Skalen, die völlig gleichberechtigt neben Dur und Moll usw. stehen. Insofern finde ich auch das Denkmodell, diese Skalen als Permutationen der Durtonleiter anzusehen, etwas um die tatsächliche Hörerfahrung herumgedacht. Dorisch hört man nicht als Durtonleiter ab der zweiten Stufe, sondern als Molltonleiter mit großer Sexte.
Phrygisch ist eine Mollskala mit kleiner Sekunde (klingt für mich übrigens gar nicht nach Moll, sondern ähnlich wie Lokrisch).
Lydisch ist eine Durskala mit übermäßiger Quarte.
Mixolydisch ist eine Durskala mit kleiner Septime.
Aeolisch ist Natürliches Moll (d.h. mit kleiner Sexte und kleiner Septime).
Lokrisch geht mit kleiner Sekunde, Terz und verminderter Quinte eher in die "alterierte" Ecke (Die eigentliche alterierte Skala ist ein Modus von Melodisch Moll, das lernen wir dann im nächsten Thread :D).

Wenn du die Skalen mittels der Halbtonschritte konstruierst, kommst du auch zum Ziel, mir wär das aber zu umständlich. Es gibt ja bedeutend mehr Skalen als die Kirchentonleitern und manche davon haben auch gar keine Halbtonschritte und einige mehr als zwei. Was man sich da alles für Zahlenkombinationen merken müsste...
 

Ähnliche Themen

Neue Themen

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Oben