Modulationsprozess

von JobForACowboy, 05.06.08.

  1. JobForACowboy

    JobForACowboy Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.08   #1
    Hallo,
    Wie kann ich von den Akkorden
    Emaj7 eine Modulation durchführen nach Amin7b5 mit Gebrauch von Spieltönen, Spielakkorden, Zwischendominanten oder Trotonusverwandten.
    Wie kann ich hier vorgehen.
    Könnt ihr mir bitte die einzelnen Schritte erläutern?
    Danke schön im Vorraus:great::great::great::

    Cowboy
     
  2. JobForACowboy

    JobForACowboy Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.08   #2
    Äh Tritonusverwandten natürlich
     
  3. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 05.06.08   #3
    Mir scheint deine Frage unlogisch. Modulation bezeichnet einen Tonartwechsel. Aber weder Emaj7 noch Am7b5 ist eine Tonart.

    Ich kann auch mit deinen Begriffen "Spieltöne" und "Spielakkorde" nichts anfangen...

    Kannst deine Frage näher erläutern?

    Gruß
     
  4. JobForACowboy

    JobForACowboy Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 06.06.08   #4
    Ja natürlich.....also Emaj7 ist meine I in der alten Tonart und Amin7b5 die neue I so zu sagen und ich müsste einen Prozeß aufstellen der dort hin führt.
    Hoffe dass ist etwas deutlicher, sry!
    Mit Spielakkord (NL....spilaccoorden) meine ich einen Akkord der in 2 Tonarten leitereigen ist.
    LG
     
  5. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 06.06.08   #5
    Das Problem ist der halbverminderte Akkord. Der Akkord ist zu instabil. Es gibt keine Kadenz, in der er wie eine schlüssige Auflösung klingt.

    Was funktionieren könnte, wäre erst eine Kadenz nach Am. Das b5 Intervall spielst du dann erst später rein, wenn Am als Tonika etabliert ist.

    Alle 12 Dominanten haben in jeder Tonart eine Funktion. Das einfachste ist oft die Primärdominante der Zieltonart.
    E7 ist eine Sekundärdominante nach A (Stufe IV alte Tonart) und die Dominante nach Am (Stufe I neue Tonart). Genauso gut funktioniert Bb7.
    Etwas mehr Bewegung bringt eine II-V: Emaj7 Bm7 E7alt Am7
    oder mit SubV: Emaj7 Bm7 Bb7 Am7

    Das allgemeine Vorgehen mit Drehpunktakkord ist:
    Gemeinsamen Akkord wählen. Dieser Akkord plaziert man in der Regel auf einer schweren Zählzeit. Dieser Akkord sollte in beiden Tonarten eine ähnliche Funktion haben. In der alten Tonart wird zu dem Akkord hinkadenziert, in der neuen Tonart weiterkadenziert zur neuen Tonika.

    Übergangsakkord Fmaj7 = MI auf der bII Stufe in E-Dur, VI. Stufe in A-moll.
    Emaj7 F#m7 Fmaj7 G7sus Am7

    Wie gesagt, mit Am7 als Ziel funktioniert das, mit Am7b5 als Ziel ist es problematisch.


    Gruß
     
  6. JobForACowboy

    JobForACowboy Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 06.06.08   #6
    Das allgemeine Vorgehen mit Drehpunktakkord ist:
    Gemeinsamen Akkord wählen. Dieser Akkord plaziert man in der Regel auf einer schweren Zählzeit. Dieser Akkord sollte in beiden Tonarten eine ähnliche Funktion haben. In der alten Tonart wird zu dem Akkord hinkadenziert, in der neuen Tonart weiterkadenziert zur neuen Tonika

    Hallo und danke schon mal....
    Könntest du hier drauf noch näher eingehen und viel. mal an nem einfachen Bsp erläutern wie du es machst......dann bin ich mir sicherer!!!!!
    Danke:great:
     
  7. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 07.06.08   #7
    OK. Ich bleibe mal bei einer Modulation E-Dur nach A-Moll.

    Das sind die meisten Stufen- und MI-Akkorde, die in beiden Tonarten eine Funktion haben. Ich hoffe, ich habe keine wichtigen vergessen.

    • Em7 . . . . . . . .In E-Dur MI auf der I, in A-Moll Vm7
    • Fmaj7. . . . . . .In E-Dur MI auf der bII, in A-Moll bVI
    • F#m7b5 . . . . .In E-Dur MI auf der II, in A-Moll VI (mel. Moll)
    • Am7 . . . . . . . .In E-Dur MI auf der IV, in A-Moll I
    • Bbmaj7 . . . . . .In E-Dur MI auf der #IV, in A-Moll MI auf bII
    • Cmaj7 . . . . . . In E-Dur MI auf der bVI, in A-Moll III

      Ergänzung
    • G#m7b5 . . . . .In E-Dur MI auf der III, in A-Moll VII (mel. Moll)
    • Bm7. . . . . . . . In E-Dur MI auf der V, in A-Moll II (mel. Moll)
    (MI steht für Modal-Interchange. Das heißt, dieser Akkord stammt von einem anderen Modus mit Grundton e.)

    Zu diesen Funktionen kommen noch alle 12 Dominant-Septakkorde. Jeder dieser Akkorde hat in jeder Tonart eine Funktion, entweder als Sekundärdominante oder als Substitutdominante einer diatonischen Stufe.
    Zusätzlich können noch die verminderten Akkorde als Drehpunkt eingesetzt werden.
    Die Dominanten und Verminderten haben alle ein hohes Spannungsniveau und lassen sich leicht umdeuten.


    Ich habe ein paar von E-Dur nach A-Moll modulierende Akkordfolgen gebildet, die 5 der obigen Akkorde als Drehpunkt nehmen. Der Drehpunkt sollte eigentlich möglichst in beiden Tonarten ähnliches Spannungsniveau haben. Das ließ sich nicht bei allen Akkorden einhalten: Am7 ist in E-Dur Moll-Subdominante, in A-moll aber Tonika

    Die ersten 4 Akkorde in meinen Beispielen stehen noch in E-Dur. Jeweils im 5. Takt kommt der Drehpunkt Akkord und anschließend eine kurze Kadenz nach Am.

    • | Emaj7 | B7sus4 | G#m7 | F#m7 B7 | Em7 | Dm6 | Am ...
      modu1.mp3
      Em7 wird dominantisch vorbereitet.

    • | Emaj7 | B7sus4 | G#m7 | F#m7 | Fmaj7 | E7 | Am ...
      modu2.mp3
      Fmaj7 hat Subdominantfunktion. Die chromatische Abwärtsbewegung von F#m7 nach Fmaj7 wirkt schon schlüssig.

    • | Emaj7 | B7sus4 | G#m7 | F#m7 | F#m7b5 | Bm7b5 E7 | Am ...
      modu3.mp3
      F#m7 und F#m7b5 unterscheiden sich nur in einem Ton. Steigerung der Spannung auf der selben Stufe.

    • | Emaj7 | B7sus4 | G#m7 | E7 | Am7 | Dm6 | Am ...
      modu4.mp3
      Am7 wird dominantisch vorbereitet

    • | Emaj7 | B7sus4 | G#m7 | F#m7 B7 | Bbmaj7 | E7 | Am6 ...
      modu5.mp3
      Bbmaj7 wird dominantisch durch einen Tritonusvertreter vorbeteitet.
    Das sind alles nur Beispiele. Wie du zum Drehpunktakkord kadenzierst und wie du weiter zur neuen Tonika kadenzierst, kannst du selber entscheiden.


    Gruß
     
  8. JobForACowboy

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    Erstellt: 07.06.08   #8
    Das hilft mir sehr....vielen lieben Dank Maba
    Und ein schönes WE!
    :great::great::great:
     
  9. Powder

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    Erstellt: 08.06.08   #9
    Hallo Maba,

    Kannst Du mir die zwei oben Markierten Stufen erklären.
    Irgendwie schein ich auf dem Schlauch zu stehen.

    Den rest konnte ich nachvollziehen. :)

    Btw: Tolle Beispiele! Klingt alles sehr schlüssig! Sowas macht Spaß auf mehr. :D

    Gruß
     
  10. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 08.06.08   #10
    MI bedeutet "modale Interchange", also in etwa "modaler Austausch". Um die Beziehung zur Tonart zu erkennen, muß man den Ursprungsmodus bestimmen.

    Bbmaj7 . . . . . .In E-Dur MI auf der bV, in A-Moll MI auf bII

    Bbmaj7 ist eine eher seltene MI-Funktion in E-Dur. Der Ursprungsmodus, aus dem sie geliehen ist, ist e-lokrisch.

    In bezug zur Zieltonart A-moll ist Bbmaj7 eine recht häufige MI-Funktion. Ursprungsmodus ist a-phrygisch. (In der klassik wird er auch als Neapolitaner bezeichnet)


    G#m7b5 . . . . .In E-Dur MI auf der III, in A-Moll VII (mel. Moll)

    G#m7b5 stammt aus e-mixolydisch. In E-Dur könnte er die Sekundärdominante E7 ersetzen, klingt etwas nach Gospel.
    Beispiel: || E | G#m7b5 | A | B7sus4 ||

    Auch als Vorhalt der Sekundärdominante V7/II kommt er in E-Dur vor.
    Beispiel: G#m7b5 C#7b9 | F#m7 B7 | Emaj7.

    In de Zieltonart A-moll kommt er auf der Stufe VII in melodisch Moll vor.

    Gruß
     
  11. Powder

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    Erstellt: 08.06.08   #11
    Hallo Maba,

    Soweit hatte ich nicht gedacht.
    Ich ging bisher nur von Dur Moll Vermischung (Borrowed Chords), MM und HM aus.
    Neapolitaner und sein Austauschakkord hatte ich auch bedacht.

    Schön, wieder was dazugelernt. :)
    Was klingt ist richtig! Bloß erklären konnte ich es mir nicht.
    So ist das halt, wenn man sich nicht regelmäßig mit der Materie beschäftigt.

    Danke nochmals!

    Gruß
     
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