Müssen Gesangslehrer aktive Sänger sein? Sind Gesangslehrer oft "gescheiterte Sänger"?

  • Ersteller antipasti
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Kann das sein, daß du bei mir warst? Klingt genau wie ein Probeschüler von neulich....auch was er über seinen Werdegang erzählte... kann das Zufall sein?? ;-)

Moin,

da bin ich wohl enttarnt ;-)

Schade eigentlich um den Thread. Eine Diskussion was denn tatsächlich einen "guten" Lehrer ausmacht wäre sicher interessant gewesen, vor allem die Definition mal von aktiven Gesangslehrer zu hören hätte mich interessiert.

MfG
 
Hatte schon den Eindruck, dass das durchaus von unseren aktiven GL angesprochen wurde.

Ich persönlich mag nicht so recht an eine feststehenden Definition eines "guten Gesgangslehrer" glauben. Unterricht ist zu einem wesentlichen Teil ja ein Dialog und Kommunikation. Und dabei muss schon gewisser Konsens vohanden sein.
 
Eine Diskussion was denn tatsächlich einen "guten" Lehrer ausmacht wäre sicher interessant gewesen, vor allem die Definition mal von aktiven Gesangslehrer zu hören hätte mich interessiert.

Was gute Lehrer allgemein ausmacht, dazu hat sich z.B. Hilbert Meyer ausführlich geäußert. Oder ganz modern John Hattie. Inwieweit man das auf Gesangsunterricht umsetzen kann, müssten unsere GL sagen.

Fachwissen, in diesem Fall singen und Musiktheorie, ist dabei eine Säule von mehreren. Für mich wichtiger sind die Ohren meines GL, Einfühlungsvermögen, die Bilder, die er mir gibt, seine Beobachtung und natürlich auch die Motivation.

Mein GL singt selber und gibt Konzerte, das ist für mich als Schülerin aber unbedeutend. Denn im Unterricht singt er mir schon auch ab und an vor, aber ich habe ja das Klavier, von dem ich die Töne abnehme. Für mich ist wesentlich wichtiger, dass mein GL hört, wenn ich drücke (und das hört er, bevor ich es spüre!) und mir Anweisungen gibt, wie ich das behebe. Die Anfangs aufgestellte These, dass GL (eher) verkrachte Sänger seien, kann ich, das hatte ich schon geschrieben, aus meiner Erfahrung heraus einfach nicht stützen. Da kenne ich in meinem Umkreis nicht eine/n. Auch die These
Und ja, diejenigen Gesangslehrer an Musikschulen, die selbst nicht mehr singen sind meiner Erfahrung nach eine Katastrophe, da sie zusätzlich zu ihrer fragwürdigen Technik auch möglichst lange an ihrem Schüler verdienen wollen und den Unterricht gar nicht auf echten Fortschritt auslegen
finde ich aus meiner Erfahrung heraus einfach nur haarsträubend. Solche Lehrer können sich doch gar nicht erst halten, imho.

Gute LehrerInnen passen zu ihren SchülerInnen und was für den einen gut ist, mag für die andere schlecht sein. Da muss einfach gefunden werden, was zusammenpasst.
 
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Schade eigentlich um den Thread. Eine Diskussion was denn tatsächlich einen "guten" Lehrer ausmacht wäre sicher interessant gewesen, vor allem die Definition mal von aktiven Gesangslehrer zu hören hätte mich interessiert.

MfG

Ich dachte, das wäre schon Thema gewesen, nicht nur hier sondern auch in anderen threads.

Was für mich einen guten Lehrer ausmacht ist vor allem, daß er an mir als Schülerin und an MEINER individuellen Entwicklung interessiert ist. Ich hatte in meinem Leben einige sehr gute LehrerInnen, nicht nur im Bereich Gesang. Ein guter Lehrer für mich ist einer der sagt: "Ja, das was du da gemacht hast ist schon sehr gut, aber du kannst es noch besser, probier es mal so und so....."
Es war mir immer wichtig, von meinem Lehrer oder Lehrerin individuell wahrgenommen und unterrichtet zu werden. Ich erinnere mich an einen Religionslehrer, den ich in meiner ersten Ausbildung mal hatte. Ein etwas ältlicher, auf den ersten Blick auch eher langweiliger Typ. Niemand nahm ihn und seinen Unterricht ernst. In einer Klassenarbeit habe ich mich ein wenig hineingesteigert und soweit ich mich erinnere den Schöpfungsmythos feministisch auseinandergenommen. :)) Ich war damals ziemlich auf Krawall... Danach kam er zu mir und sagte sinngemäß: "Also, was Sie da geschrieben haben, dem kann ich ganz und gar nicht zustimmen, aber ich finde es sehr interessant, wie Sie das sehen....". Er war offen - und ich bekam eine sehr gute Note für diese Arbeit.

Gute LehrerInnen fordern dich heraus. Sie sehen, was du kannst genau wie das, was du noch nicht kannst - und helfen dir, herauszufinden, was du brauchst, um dich weiterentwickeln zu können.

Die LehrerInnen, die ich am meisten geschätzt habe waren immer solche, die sehr viel gefordert haben, aber gleichzeitig echte Anerkennung und sogar Begeisterung dafür zeigen konnten, was ich gemacht habe.

Gesang ist eine hochindividuelle Angelegenheit. Gleichzeitig gibt es Kriterien, die eine gute Stimbildung ausmachen.

Es ist meine Pflicht, SchülerInnen auch vehement darauf aufmerksam zu machen, wenn sie etwas mit ihrer Stimme anstellen, das schädigend sein kann. Auf der anderen Seite bin ich immer bereit, Individualität anzuerkennen oder herauszuarbeiten und Stilmittel, die eigen sind zu kultivieren.
Jedenfalls im großen Bereich Pop/Rock und Singer-Songwriter ist das ganz wichtig.

Im letzten Sommer habe ich eine (sehr junge) Schülerin - nach vielen Diskussionen mit ihr - verwarnt, die immer versuchte, viel zu laut und zu brustig zu singen. Ich sagte ihr, wenn sie das weiter so machen würde wäre ich nicht bereit, sie weiter zu unterrichten. Seitdem hat sie beschlossen, sich nun wirklich einzulassen - und tolle Fortschritte gemacht. Das ist die Voraussetzung, um das Belting, das sie sich wünscht auf einer soliden Grundlage zu erlernen.

Niemand kommt bei mir an der Kopfstime vorbei. Auch nicht die Naturbelterinnen, die gerne mal mit verschränkten Armen vor mir stehen und motzen: "Die Kopfstimme ist hässlich, ich kann das nicht". Das ist einfach Teil einer guten Stimmbildung und Basis für Mixed Voice und Belting.

Wenn jemand mit dem Ziel kommt, eine Aufnahmeprüfung in Musicalgesang zu machen bin ich streng, denn da müssen die stilistischen Vorgaben stimmen, sonst kann man die Prüfung nicht bestehen.

Wenn jemand eigene Stücke macht oder eine sehr eigene Art des Singens hat versuche ich, genau diese Eigenheit aufzunehmen und daran zu arbeiten, dass sich das Eigene entfalten kann.

Wenn jeman kommt, der bei Null beginnt kann ich mich ehrlich an jedem Ton freuen, der getroffen ist und leichtgängiger kommt als in der Stunde davor. Manche SchülerInnen müssen sich jeden einzelnen Ton erarbeiten. Ich habe den allergrößten Respekt davor, wenn jemand sich diese Mühe macht um singen zu lernen.

Mit meiner eigenen Stimme hat das alles oft nicht viel zu tun. Wie ich weiter oben schon mal schrieb: Es kann den SchülerInnen im Grunde egal sein, was ich selber als Sängerin mache und wie meine Stimme klingt. Es geht im Unterricht um IHRE Stimmen und ihren Gesang und ihren Musikgeschmack. Und nicht um meinen.
 
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ich hab jetzt nicht alles gelesen...

...aber mal ein Beispiel: Thomas Quasthoff hat ja bekanntgegeben, daß er demnächst aufhören wird mit Auftritten, weil er auf Grund von gesundheitlichen Problemen das für nötig hält. Warum in aller Welt sollte dieser erfahrene Ausnahmesänger danach keinen Unterricht geben???

Ich bin extrem sicher, daß seine Masterclasses weiterlaufen und daß Quasthoff JEDEM Schüler was mit auf den Weg geben kann.
 
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Keine Ahnung was einen guten Gesangslehrer ausmacht. Ich habe schon mehrfach gehört, daß ich einer sei, aber ich kann nicht sagen ob was dran ist und weshalb. Ich bin ein knorziger, klugschei$$ender Pedant, der ständig rummault und vom Thema abschweift......aber sie kommen wieder und werden besser....warum auch immer....:gruebel:
 

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