Können da digitale Mischpulte mit den analogen mithalten??
Durchaus.
Mein XR18 hat eigentlich nie rumgezickt. Es gab einmal zu Beginn etwas Schwierigkeiten, aber das lag daran, dass Windows10 sich das LAN Setting noch ohne Passwort gemerkt hat, und es schwierig war, dem das gleichnamige Netz mit Passwort zu versehen.
Ansonsten hatte ich zunächst auch die Soundcraft UI Serie im Blick, da mir das Browser-Konzept besser erschien. Allerdings hat
Behringer mit OSC ein offenes, dokumentiertes und sehr schlankes Bedienprotokoll und für jede Plattform eine passende App bzw Programm. Unter Android gibt es mit der Mixing Station sogar einen sehr guten Drittanbieter. Lustigerweise bedient sich ein A&H QU16 über die dafür erhältliche Mixing Station sehr ähnlich wie das XR18 mit der dafür passenden Mixing Station.
Und bei der UI Serie höre ich öfter mal von Browser-Problemen.
Die Knöpfchen habe ich beim XR18 über ein BCR2000 (leider nicht mehr lieferbar) realisiert, womit ich live die schnelle Kontrolle über alle wichtigen Parameter habe (Kanalfader, Bus Master und Mutes). Das ist über Standard Midi angeschlossen (geht bei den Mitbewerbern nicht).
Auch gibt es mit dem X-Touch eine Fernbedienungs-Möglichkeit mit echten Knöpfen und Fadern.
FOH mache ich am liebsten mit dem Windows Laptop und X-Air Edit und Kabel-LAN, beim Soundcheck freue ich mich über die Beweglichkeit mit dem Tablet.
Ich hatte anfangs noch mein altes und voll Funktionsfähiges
Yamaha Analogpult als Backup dabei. Das bleibt schon länger zuhause, weil ich nie Schwierigkeiten hatte.
Das Produkt ist inzwischen lange genug eingeführt (mature), die Anzahl der Updates hält sich im Rahmen. Da braucht mein selten benutzter Laptop mit Win10 am meisten Aufmerksamkeit.
Ncohmals zu den Kabeln, die ich oben angesprochen habe:
Bei einer gewissen Anzahl von Kanälen wird das Kabematerial schnell recht teuer. Eine 16:4 Stagebox mit Multicore und 30m Länge kostet schnell mehr als das XR18 und wiegt ein vielfaches. So braucht man nur ein 30m LAN Kabel.
Durch das Mischpult auf der Bühne kann man oft auf Zubehör wie DI-Boxen und ähnliches verzichten.
Die Speicherbarkeit wurde auch schon angesprochen. Ich habe schon auf einm Stadtfest 3 Bands nacheinander gemischt mit kurzen Umbauzeiten. Dafür waren dann 3 Settings vorbereitet und abgespeichert, die ich nur noch abrufen musste. Die Settings mit Beschriftung der Kanäle konnte ich zuhause in Ruhe vorbereiten. Das Setting unserer Band hat für die Percussion einige spezielle Eq Settings.
Beim Umbau mussten nur die Kabel nach dem beim Pult liegenden Belegplan gesteckt werden und das Setting geladen werden.
Für Aufnahmen schließe ich nur ncoh einen PC per USB an und starte die DAW (bei mir inzwischen Reaper). Vorher war das eine üble Kabelei zwischen Pult und Multitrack-Recorder.
Ich will jedenfalls nicht mehr zurück und würde mir auch kein Analogpult mehr für über 400 EUR kaufen.
Wenn ihr es anders wollt, bitte. Missionieren will ich nicht.