Nitro über Poly?

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RiseAgainst-
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heyho,

ich bin momentan am Überlegen, mir das Jimmy-Page-Model von Edwards (http://www.richtonemusic.co.uk/products/edwards_e-lp-112lts-re_vintage_honey_burst_relic.asp) zu holen.
Was mich noch ein bisschen abschreckt, ist dieses "Nitro über Poly" Zeug, mit dem diese Gitarren versehen sind.
Wozu dient das? Soweit ich weiß, wird Polylack doch verwendet, weil er einfacher aufzutragen ist als Nitro. Wieso macht man sich noch die Mühe, eine bereits mit Poly lackierte Gitarre noch zeitaufwändig mit Nitro zu überziehen?
Sollte dieses Finish keinen besonderen Vorteil haben, würde ich gerne wissen, in welcher Lackschicht die "Farben" der Gitarre liegen, da ich darüber nachdenke, die Nitroschicht zu entfernen- an schönem "Aging" liegt mir nicht viel und wenn eh schon eine Poly-Schicht darunter ist, werden die besonderen Klangeigenschaften des Nitrolacks-falls es sie denn gibt-sowieso nicht zum Tragen kommen. D.h. wenn die "Farben" alle im Poly liegen und nur eine klare Nitro-Schicht darüber liegt, würde ich sie entfernen (lassen), wenn's eine transparente Poly-Undercoat mit farbigem Nitro drüber ist, dann halt nicht.
Habe bereits die SuFu bedient, aber nichts gefunden; falls es bereits ähnliche Threads gab, bitte ich um Verzeihung. Mir liegt nichts daran, die alte Nitro vs. Poly-Diskussion wieder aufzuwärmen, ich möchte einfach nur wissen, wie es mit dieser Nitro über Poly-Konstruktion aussieht.
Danke bereits im Voraus!
 
Eigenschaft
 

Denke mal 1) Verkaufsargument, 2) erleichtert das herauspolieren von leichten Kratzern, 3) ganz vielleicht auch haptische vorteile für manchen ...

wenn eh schon eine Poly-Schicht darunter ist, werden die besonderen Klangeigenschaften des Nitrolacks-falls es sie denn gibt-sowieso nicht zum Tragen kommen.

Kann man so sehen, klingt plausibel. Habe mal eine flächig abgeplatzte Lackierung einer Fender 52 RI Tele gesehen, die holte den (Farb) Ton aus der Poly-Schicht. Bei dieser GItarre, die ja eine Sunburst ist, wär ich mir aber relativ sicher, dass mehrere Schichten am Endergebnis beteiligt sind. Bei Sunburst ist das ja nun mal so dass es eine 2- oder 3-ton-Lackierung ist.
 
Servus,

zumindest die (gelbe) Grundierung ist Poly, das macht(e) aber nicht nur Gibson so sondern auch 7ender, und das seit Mitte der 60er Jahre... Das Übersprühen mit klarem Nitro hat u.a. haptische, marketingtechnische und auch geruchstechnische Gründe, Nitro riecht halt anders als Poly...das in den unteren Schichten kein Nitro verwendet wird hat u.a. den Grund weil Nitro verd. lang zum Aushärten braucht und man in heutiger Massenfertigung mit PU Lacken deutlich schneller voran kommt...

cu
bluesfreak

PS: Ahnung von dem was sie verkaufen haben die aber auch ned oder? Lest mal die PU Beschreibung, was sitzt nun an der Bridge?
The pick ups are Seymour Duncan SH1 in the neck position and an SH4 in the bridge. Perhaps one of the most tried and tested pick up configurations of all time, the 59 in the neck provides warm and crystalline cleans, with warm distorted tones - all with a smooth sustain. Perfect for Blues and rock. The SH5 Custom in the bridge is higher output and is an excellent all round rock pick up. Enough grunt to handle hard rock - yet clear and articulate enough for bluesier styles.
 
Zum Thema kann ich leider nicht viel beitragen außer der Annahme, dass aus den schon genannten Gründen tatsächlich nur die oberste Schicht Nitro ist und die sicher keine Farbe enthält.
Allerdings frage ich mich: Aus welchem Grund soll der Nitrolack runter? Weshalb ich das wissen will? Nun ja, wer macht sich den Aufwand, eine Lackierung kosten- und zeitintensiv zu schmälern, wenn er schon die klanglichen Vorteile anzweifelt?
 
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Nunja, Nitrolack wird ja hauptsächlich verwendet, weil er "besser" klingen soll. Dabei wird in Kauf genommen, dass er schwerer aufzutragen, schwerer zu pflegen und stoßempindlicher ist. Außerdem reagiert er mit Weichmachern aus Kleidung, Gitarrenständern etc. Wenn ich schon die "klanglichen Vorteile" aufgrund des Polys nicht nutzen kann, wieso sollte ich dann mit der Stoßempfindlichkeit, Reaktionsfreudigkeit und Pflegeschwierigkeit des Nitro zurechtkommen müssen?
 
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Gut, das ist ein Argument. Obwohl ich schon gesehen habe, wie einem Kumpel seine geliebte Les Paul mit dem Gitarrenständer verschmolzen ist, wäre es mir aber nicht Grund genug. Er hat Socken über die Bügel gezogen und seitdem waren eigentlich keine anderen Probleme mehr mit der Gitarre.
Danke für die Information.
 
Der Vorteil von Nitro ist daß er auch bereits in dünnen Schichten gut auspolierbar ist, das man nicht den Eindruck von "Holz unter Glas" hat und dass er halt dann "vorschriftsmässig" aged. Die Klampfe ist an sich ja schon serienmässig vermackt, ich versteh jetzt nicht warum ein Aufstand darüber gemacht wird daß "empfindlicher" Nitrolack drauf ist. Das Ding soll ne Replika eines alten Instruments darstellen und da gehört das nunmal dazu. Wie ich bereits erwähnt habe benützt Gibson seit den 60ern (und evtl schon davor) einen gelben Porenfüller der als Basis für den Burst dient und auf PU basiert! Nehmt doch bitte mal Abschied vom reinen Nitrolack auf einem Instrument, das kann ein Gitarrenbauer mit geringen Stückzahlen und wartefreudigen Kunden machen aber kein Großhersteller!
 
...vielleicht hats auch optische Gründe weil Nitro schöner vergilbt als eine Polymerlackierung und auch schöne Alterungsrisse bekommt...

LG
 
Das verwirrt mich... Als Unterschied zwischen der LP 112 und der LP 130 wurde hier im Forum mehrmals der reine Nitrolack der 130 angeführt, wogegen die 112 eine dünne Poly-Unterschicht hätte. Haben jetzt beide den gleichen Lack? Oder ist die Zusammensetzung verändert?
 
Also ich habe eine Strat mit Nitro über Poly. Witzig ist, dass die Nitro-Schicht schon komplett gerissen, also ganz natürlich gealtert. Jetzt warte ich vergebens, bis der Lack endlich mal schön relic-mäßig runtergespielt ist, aber mit dem Poly-Lack wird das wohl nix binnen der nächsten 30 Jahre, wie ich befürchte. Der spielt sich ja nur schwer ab. ODER?
 
Korrekt.

PU-Lack macht das, was man von einem Lack will - er schützt die Gitarre vor scharfen Kanten und schwitzigen Händen. Und das bewirkt natürlich, dass die Gitarre relativ lange wie neu aussieht ;)
 
Hi,

ich denke mal, Edwards macht es einfach aufgrund des Aussehens (und natürlich als Marketingargument). Ganz unabhängig vom Relicing, das mit Poly nicht so richtig funktionieren will, sieht schon eine neue Nitrolackierung anders aus und fasst sich anders an. Ist eher subtil, aber gerade bei Gibsons und deren Kopien sieht Poly für mich nie ganz "richtig" aus, sondern irgendwie billiger, sogar wenn der Kunststofflack im Einzelfall besser verarbeitet ist. Er glänzt auch nicht weniger, aber eben anders, vielleicht unterscheidet sich da die Lichtbrechung. Schau Dir mal eine Epiphone und eine Gibson an, dann weißt Du, was ich meine. Falls nicht, dann spar Dir das Geld...;)

Die oberste Schicht zu entfernen halte ich für wenig zielführend. Abgesehen von einer massiven Wertminderung wird die Gitarre dadurch auch keineswegs unempfindlicher sein, denn Du kannst davon ausgehen, dass hier ein entsprechend dünnerer PU-Lack verwendet wurde. Ohne neue Deckschicht wird der für sich alleine auch keinen schönen Glanz entwickeltn, Du müsstest also womöglich neuen Lack auftragen.

Die Empfindlichkeit von Nitrolack wird ohnehin übertrieben, finde ich. Meine Gibson hat 20 Jahre auf dem Buckel und so manchen Gig. Trotz der einen oder anderen Macke sieht sie insgesamt immer noch prima aus, weil ich gut auf sie aufgepasst habe. Ist schließlich ein Musikinstrument und kein Hackklotz. Man muss so eine Gitarre ja auch nicht jahrelang ununterbrochen auf einem Gitarrenständer platzieren. Ich finde es nicht übertrieben, sie nach dem Spielen wieder in den Koffer zu legen und dann passiert da auch nichts.

Gruß, bagotrix
 
Scheiss Poly Lack ey... :)
 
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Hi, hätte noch einen Frage, passend zu dem Thema:
Bin gerade bei einem Projekt, wo ich einen Body neu in Nitro lackiere (Spray) und einen Squier Hals wieder verwende (Poly) möchte.
Nach Entfernung (Jugendsünde) des Squier Schriftzuges sind an dieser Stelle leider hellere Bereiche.
Möchte jetzt nur die Kopfvorderseite neu lackieren. Am Besten wäre wenn ich den bereits gekauften Nitroklarlack verwenden könnte.
Gibt es da Probleme zwecks schnellerer Alterung / Tönung? Oder soll ich das Holz ein wenig Richtung Rest des Halses tönen (z.B. Kaffee- Teesatz)?
 

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