No Front, aber ist ein zweiter Oszi wirklich zuviel verlangt? Ich meine, ich sample schon meine Ultranova in den Wave, weil dieser keinen dritten Oszi hat...
...um welchen Sound zu machen? Für eine ganz konkrete Anwendung, die in der Ultranova 3 Oszis braucht. Richtig, kann der Wave so mit einem Slot nicht. Was nicht bedeutet, daß grundsätzlich jeder Sound bzw. Synth eine 3-Oszi-Struktur braucht. Bei vielen Klängen verläuft die Grenze zwischen "Fett" und "Matsch" genau zwischen 2 und 3 Oszis

Im Wave würde ich zur Not halt den 2. Slot bemühen (ist eh kein Multimode-Synth) und kann dann mit 4 Oszillatoren jonglieren, bis der Arzt kommt. Oder bis zu 12 FM-Operatoren. oder vielfältige Mischungen aus FM, Stereosamples, Digiwaves, VA-Oszis. Das ist einer der USPs im Wave. Anderer Synth, anderer Fokus.
Zurück zum Stage.
Was ist hier der die Idee hinter dem Synth, worin liegt die Einzigartigkeit?
Eindeutig darin, daß
- man so ziemlich jeden Klang, den der kleine Synth vom Potential her draufhat, in wenigen Sekunden zusammendrehen kann.
- er trotzdem kein "1-Trick-Pony" ist, das nur simpel-Analogsounds wie z.B. 303-Bässe kann,
sondern eine riesige Bandbreite abdeckt - Samples, Analog, FM, die VS/PPG-Richtung. Im Prinzip alles, was ohne große Modulationen auskommt oder wo die Modulationen handgespielt sind (kann man ja auch mal machen
)
- er kein Preset-Soundmodul mit vorgekauten Standards ist, so wie es bei den "Zusatzsounds" vieler Stagepianos der Fall ist.
Was kann er ausserdem noch?
- Es hängt eine Preset-Samplelibrary mit dran, die in dieser Form (quasi der Emu Vintage Keys von heute) einzigartig ist. Das bietet kein Kronos, Motif, KXXX.
- über einen Sampleeditor kann man eigenes Material einbinden - Audiofiles, Lieblingssounds aus anderen Geräten usw.
Nicht mehr, nicht weniger.
Und wieso nun kein zweiter Oszillator?
Zum einen ist der ja bei diversen Oszi-Modellen "unter der Haube" vorhanden. Weniger Flexibilität, mehr Geschwindigkeit und Spontanität.
Zum anderen, und das hat er dem oben angeführten Wave voraus, besitzt er einen Polyphonie-neutralen Unisonomodus. Wer also unbedingt eine dicke Schwebung braucht, bekommt sie hier auf Knopfdruck und in verschiedenen Abstufungen. Funktioniert nicht nur mit Sägezähnen und Rechtecken, sondern in jedem Oszillatormodus - also auch bei Samples und FM.
Und schliesslich ist der Synth zwei mal da, so daß man auch komplexere Klänge zusammenlayern kann.
All das kann man aus verschiedenen Gründen doof finden.
In der Praxis jedenfalls bewährt es sich für viele Anwendungen und klingt gut.
Die gleiche Idee steckt ja auch im A1, und auch hier war das Vorab-Geschrei groß - vor allem von Leuten, die noch nie einen unter den Fingern hatten. Nun ist der A1 eine Weile am Markt und räumt in jedem Review Bestnoten ab. Nicht über die Featureliste, sondern weil er
klingt, Spaß macht und erstaunlich viel abdeckt.