Notenprogramm als Klangvorlage

von Musicanne, 31.01.16.

  1. Musicanne

    Musicanne Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 31.01.16   #1
    Hallo zusammen,

    wenn ich in Finale meine Noten eingebe, spielt das Programm ja nur das aus was man eingibt - logisch. Das Problem ist meiner Meinung nach das dies recht technisch anhört und auf keinerweise musikalisch. Ich habe dies jahrelang beim Klavier angewand und anfangs auch bei der Blockflöte. Das blöde ist, das sich dies auf die eigene Spielweise überträgt. Wie bekomme ich es hin, damit sich das ganze musikalisch anhört, als wenn jemand live spielt?

    Viele Grüße
    Musicanne
     
  2. blockarina

    blockarina Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.16   #2
    @Musicanne

    Beim Notensatzprogramm "Sibelius" gibt es dafür die Funktion "humanisieren" (oder so ähnlich - ich habe das Programm schon lange nicht mehr installiert): Die eingegebenen Noten werden dann nicht mathematisch genau und mit unterschiedlicher Dynamik und Artikulation ausgegeben. Das hörte sich zum Teil gar nicht so schlecht an (allerdings nicht bei allen Stücken).

    Bei Finale gibt es so eine Funktion vermutlich nicht, oder? Falls Finale "Soundfonts" (= gesamplete Instrumente, keine Synthesizerklänge) zulässt bzw. verarbeiten kann, wäre das schon eine erste Verbesserung.
    Alles andere müsstest du manuell eingeben: Dynamik, Artikulation, Tempoveränderungen usw.
    Das ist halt sehr aufwändig. Aber all das ersetzt nicht das Vorspiel durch einen echten Spieler/Musiker - jeder spielt es individuell anders!

    Blockarina
     
  3. Musicanne

    Musicanne Threadersteller Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 31.01.16   #3
    @blockarina

    bei Finale gibt es auch so eine Funktion (Wiedergabestilistik). Da kann man z. B. einstellen, aus welcher Zeit (Epoche) ein Stück kommt. Habe es gerade mal mit einem barocken Cembalostück ausprobiert, woran ich gerade übe. Das hört sich schon passender an ;-) . Soundfont kann Finale (Aria-Player) abspielen. Weißt du wie man aus Audiodateien eine Soundfontdatei erstellt? - Wenn ja: Antwort (mit Frage) bitte in diesem Thread. Sonst wirds hier wieder OT ;-) .

    In Blockflötenfieber sind diese ja teilweise angegeben - zu meinen aktuellen Noten werde ich mal meinen Lehrer fragen.

    Viele Grüße
    Musicanne
     
  4. Ralinem

    Ralinem Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.02.16   #4
    Beim Klang der Einzelnote sollte man erst einmal anfangen, denn ein reiner synthetischer Sinuston klingt eben nicht nach Musik. Durch die aufwändigeren Samples hat man auch Standardabweichungen der einzelnen Töne, die den Klang dann insgesmat natürlicher machen. Den Fortschritt beim Digitalisieren bekommt man deutlich bei den Digi-Pianos mit, wo dann neben der Obertonstruktur auch das Mitschwingen der Nebensaiten oder mechanische Geräusche der Instrumente mit aufgenommen werden.

    Einige Programme haben Ergänzungsmodule für die Wiedergabe einschließlich verbesserter Instrumentenkläge (Samples); Forte hat z.b. den Forteplayer. (Es gibt Forte in verschiedenen Versionen von free bis premium: www.fortenotation.com/)

    Falls man im Besitz eines (guten) Keyboards ist, kann man dies auch per Midi an den Computer anschließen und als Ausgabequelle auswählen; die Wiedergabequalität sollte deutlich besser sein, als bei einer Standard Soundkarte und Standard-Sample Klängen.
     
  5. Lisa2

    Lisa2 Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.02.16   #5
    Es ist schon erstaunlich, was diverse Programme alles können. Ich würde allerdings weder Zeit noch Geld darauf verwenden, so ein Programm zu einem "menschlichen Mitspieler" umzufrisieren, sondern es lediglich als Einstiegshilfe verwenden und mich dann möglichst rasch davon lösen.

    Denn ...

    Und das ist wirklich blöd.

    Wenn man sich Artikulation, Dynamik und Agogik erarbeitet, stellt man bald fest, dass man dabei selbst mit im Detail ausgearbeiteten Kennzeichnungen im Notenblatt beim Musizieren immer wieder mal mehr mal weniger variiert. Das finde ich nicht nur völlig in Ordnung sondern auch erstrebenswert, solange (!!!) das nicht ausschließlich dem puren Zufall überlassen bleibt! Erstrebenswert deshalb, weil man dadurch einerseits die Vieldeutigkeit einer Musik kennenlernt und andererseits lernt, sich selbst in die Musik einzubringen und sich mit ihr auszudrücken. Und da man sich nie gleich fühlt, verändert sich der Ausdruck auch dann ein wenig von Mal zu Mal, wenn man versucht, immer wieder mit gleichem Ausdruck zu spielen. Schließlich ist man Mensch und keine Maschine.
    Sich von der Sounddatei möglichst schnell lösen ist wichtig! Denn mit einer "Matrize" im Ohr wird man unweigerlich zur Kopie und das Spiel verliert die persönliche Note.

    Das nur mal am Rande.

    Und nun Back To Topic.

    Gruß
    Lisa
     
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